Bücherjournal vom 17.10.05
Eigentlich verdient es die Homepage des NDR3 Bücherjournals, zur schlechtest gepflegten Bücherhomepage aller Literatursendungen gekürt zu werden. Da hilft es wenig, wenn Paul Kersten am Ende seiner Sendung im Brustton der Überzeugung verkündet, alle besprochenen Titel könnten natürlich auch im Internet nachgeschlagen werden. Auf der NDR-Site können Sie das nicht! Dafür aber hier bei Shakespeare and more.
Folgende Titel wurden in der Sendung besprochen:
Jung Chang: Mao - das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Mannes
Mario Adorf: Mit einer Nadel bloß
Markus Breitscheidel: Abgezockt und totgepflegt
Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel
Kenzaburo Oe: Tagame, Berlin - Tokio
Wilfried F. Schoeller: Leonore Mau und Hubert Fichte. Ausstellungskatalog
Leonore Mau/Hubert Fichte: Psyche
Bandel, Hempel, Janßen: Palette revisited
Laurence Cossé: Der 31. Tag des Monats August
Jung Chang ist Viellesern wahrscheinlich noch durch ihre Familiensage Wilde Schwäne bekannt. Ihr neues Buch über Mao ist eine böse Abrechnung mit dem chinesischen Führer und legt einen Finger vor allem auf die Schattenseiten seiner Politik. Noch immer, sagt sie, wird er in China von vielen verehrt. Und noch immer präge sein Bildnis die Städte. Dies sei nicht anders, als würde Deutschland noch immer öffentlich Adolf Hitler gedenken. Harte Worte.
Markus Breitscheidels Buch bietet so reißerische Inhalte wie der Titel verspricht. Es geht um die Skandale in der Altenpflege. Wie seinerzeit Wallraff hat sich Breitscheidel als Hilfskraft in diversen Altenpflegeeinrichtungen anheuern lassen, und berichtet jetzt in einem Buch von all den Grausamkeiten, die alten Menschen angetan werden. Wenn wirklich stimmt, was er schreibt, sollte man lieber nicht alt werden. Kersten bezeichnet es nach der Lektüre als notwendiges Buch.
An Houellebecq hingegen hat Kersten kein gutes Haar gelassen. Das Interview mit dem französischen Pop-Literaten war zwar großenteils nichtssagend, aber ob die große Houellebecq-Phase wirklich schon vorbei ist, muss wohl dahingestellt bleiben. Soweit ich weiß, verkauft sich das Buch trotz allem nicht schlecht.
Ob ein fiktiver Roman über eine Mitschuldige am Tod Lady Dis wirklich sein muss, ist ein ebenso ungeklärte Frage. Laurence Cossé hat sich daran versucht und ein Psychogramm der Frau geschrieben, die den Wagen gefahren haben könnte, der im Pariser Tunnel den Wagen Lady Dis touchiert und so den Unfall verursacht hat. Keinerlei Spekulationen über ein mögliches Komplott, gar über Intrigen und Verwicklungen. Bei Cossé war es ein kleiner Unfall, unpolitisch bis ins Letzte. Als Theorie sicherlich denkbar, als Roman denkbar unpopulär.
Schließlich das Material über Hubert Fichte und Leonore Mau, anlässlich der Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen, die noch bis 08.01.06 gezeigt wird. Machte Lust auf mehr von Fichte, der zumindest Hamburgern als einer der ihren bekannt sein dürfte, der seine große Zeit aber in den 70ern feierte.
Folgende Titel wurden in der Sendung besprochen:
Jung Chang ist Viellesern wahrscheinlich noch durch ihre Familiensage Wilde Schwäne bekannt. Ihr neues Buch über Mao ist eine böse Abrechnung mit dem chinesischen Führer und legt einen Finger vor allem auf die Schattenseiten seiner Politik. Noch immer, sagt sie, wird er in China von vielen verehrt. Und noch immer präge sein Bildnis die Städte. Dies sei nicht anders, als würde Deutschland noch immer öffentlich Adolf Hitler gedenken. Harte Worte.
Markus Breitscheidels Buch bietet so reißerische Inhalte wie der Titel verspricht. Es geht um die Skandale in der Altenpflege. Wie seinerzeit Wallraff hat sich Breitscheidel als Hilfskraft in diversen Altenpflegeeinrichtungen anheuern lassen, und berichtet jetzt in einem Buch von all den Grausamkeiten, die alten Menschen angetan werden. Wenn wirklich stimmt, was er schreibt, sollte man lieber nicht alt werden. Kersten bezeichnet es nach der Lektüre als notwendiges Buch.
An Houellebecq hingegen hat Kersten kein gutes Haar gelassen. Das Interview mit dem französischen Pop-Literaten war zwar großenteils nichtssagend, aber ob die große Houellebecq-Phase wirklich schon vorbei ist, muss wohl dahingestellt bleiben. Soweit ich weiß, verkauft sich das Buch trotz allem nicht schlecht.
Ob ein fiktiver Roman über eine Mitschuldige am Tod Lady Dis wirklich sein muss, ist ein ebenso ungeklärte Frage. Laurence Cossé hat sich daran versucht und ein Psychogramm der Frau geschrieben, die den Wagen gefahren haben könnte, der im Pariser Tunnel den Wagen Lady Dis touchiert und so den Unfall verursacht hat. Keinerlei Spekulationen über ein mögliches Komplott, gar über Intrigen und Verwicklungen. Bei Cossé war es ein kleiner Unfall, unpolitisch bis ins Letzte. Als Theorie sicherlich denkbar, als Roman denkbar unpopulär.
Schließlich das Material über Hubert Fichte und Leonore Mau, anlässlich der Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen, die noch bis 08.01.06 gezeigt wird. Machte Lust auf mehr von Fichte, der zumindest Hamburgern als einer der ihren bekannt sein dürfte, der seine große Zeit aber in den 70ern feierte.


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