Shakespeare and more:
Neuerscheinungen und Rezensionen

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Montag, Oktober 10, 2005

druckfrisch vom 9.10.05


Immer sehenswert ist die ard-Büchersendung druckfrisch, in die ich gestern leider erst nach dem Interview mit der Kinderbuchautorin Cornelia Funke hereingeschaltet habe, gerade rechtzeitig zum Interview mit Ben Schott, dem genialen Autoren von Schotts Sammelsurium, einer bunten Liste von wissenswerten Kuriosa, die in den letzten Monaten vor allem als ungewöhnliches Geschenk bekannt geworden ist. Schott hat nun ein neues Buch auf den Markt gebracht, in dem er alle möglichen Kuriosa rund um das Thema Essen und Trinken vereint. Folgerichtig heißt das Buch dann auch Schotts Sammelsurium Essen & Trinken. Der Moderator Denis Scheck traf sich mit Schott in einem echt irischen Pub und versuchte zu Dokumentationszwecken gleich, den im Buch vorgestellten Black Velvet als außergewöhnlichstem Drink zu bestellen. Black Velvet besteht übrigens aus einer ziemlich ungenießbaren Mischung aus Sekt und Guinness, die angeblich Bismarck zu Siegesfeiern getrunken haben soll. Die Barfrau des Pubs war jedenfalls nur heillos irritiert von dem Wunsch Schecks.

Dann gab es noch ein Interview mit Uwe Timm über sein neues Buch Der Freund und der Fremde, das Random House fast gleichzeitig als Hörbuch veröffentlicht hat. Timm beschreibt in diesem Erinnerungsbuch seine Zeit mit Benno Ohnesorg, der lange Zeit als erstes Opfer der Bildzeitung galt, de facto aber von einem Polizisten bei einer Demonstration per Kopfschuss hingestreckt wurde. Eigentümlich jugendlich wirkte der Autor Timm bei diesem Interview. Braungebrannt, mit hochgekrempelten Ärmeln saß er Scheck gegenüber, während er von seinen frühen Jahren erzählte, in denen er mit Ohnesorg im Germanistikstudium saß. Er veröffentlichte dessen wenig bekannte Gedichte in einer kleinen selbstgebastelten Literaturzeitung. Nachdenklich erzählt er, wie er nach Ohnesorgs Ermordung mit dem Gedanken spielte, den Todesschützen Karl-Heinz Kurras zu besuchen und auf dessen Gefühle anzusprechen. Ein weiteres Buch auf der 68er-Retro-Welle? Zumindest ein weiterer Text eines Zeitzeugen aus sicherer Distanz.

Nur am Rande sei erwähnt, dass druckfrisch auch die aktuelle Spiegel-Bestsellerliste kommentiert, die diese Woche, wie könnte es anders sein, von J.K. Rowlings Harry Potter und der Halbblutprinz angeführt wird.