Eric Hazan: Die Erfindung von Paris - Kein Schritt ist vergebens
Eines jener Bücher, die bereits im Frühjahr erschienen, sich aber erst jetzt langsam in den Feuilletons durchsetzen, ist Eric Hazans "Die Erfindung von Paris". Ein monumentales Werk von über 600 Seiten Umfang ist sein Spaziergang durch die französische Metropole geworden. Der Untertitel des Buches ist gleichsam Credo des 70jährigen Autors: "Kein Schritt ist vergebens" - das klingt nach einer gut recherchierten Einladung zum Flanieren. Und tatsächlich hat sich Hazan viel Wissen über die verschiedenen Stadtteile angeeignet. Dabei geht es ihm weniger um das aktuelle Paris als um die Geschichte und Geschichten, die sich in den einzelnen Quartiers zutrugen.
So heißt es in der Berliner Literaturkritik vom 07.08.06: «Der Leser könne sich verzaubern lassen von Erich Hazans Flanieren durch die Stadt Balzacs und Baudelaires, durch das Paris der Straßenschlachten und Revolutionen, durch das der Bruchbuden und Prachtbauten (...). Bis ins Detail erforsche er die Quartiers und rufe auch die Figuren hinzu, die vor Jahrhunderten die Stadt durchstreiften.»
Es «liest sich wie ein historischer Roman, spannend wie ein Karl May aus Kindertagen, bei dem das begleitende Blättern im Weltatlas zur aufregenden Lektüre wurde», stellt Jürgen Ritte in der NZZ vom 08.08.06 fest.
Der Deutschlandfunk brachte am 02.08.06 ein eigenes Interview-Feature mit dem Autoren. «Eric Hazan verwebt literarische Passagen mit seinem eigenen Text so geschickt, dass es zu aufschlussreichen Zeitsprüngen kommt. Diese erteilen Auskunft über die Geschichte der Arrondissements ebenso wie über die Geburtstunde der Fotografie, die dieser Metropole zu ihrer Bildwerdung verhalf», heißt es darin an einer Stelle. Und Hazan selbst fügt an: «Ich denke, die Originalität dieses Buches - wenn man überhaupt von Originalität sprechen kann - besteht darin, dass da Dinge vereint wurden, die üblicherweise nicht miteinander in Verbindung gebracht werden. Denn die wissenschaftlichen, historischen Kenntnisse sind immens, aber zu weit voneinander getrennt und in viele Segmente unterteilt.»
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind auf das Buch, das im Juli Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste belegte, haben Sie vielleicht Spaß an der Leseprobe, die der Ammann-Verlag online gestellt hat. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen.
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