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Dienstag, August 29, 2006

Krimiwelt Bestenliste September


Wie an jedem letzten Samstag im Monat hat die Jury auch an diesem Wochenende die Titel der KrimiWelt-Bestenliste veröffentlicht. Viel Neues gegenüber der August-Liste ist dort nicht zu finden. Gerade drei Titel haben es geschafft, die ohnehin starke Liste zu erobern. Hier die Titel:

1. Rang (Δ 5)
Robert Littell: Die kalte Legende
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, geb., 448 S., 19,90 €

Leseprobe

«Martin Odum, ehemaliger CIA-Agent mit verschiedenen Legenden, lebt als Privatdetektiv in Brooklyn. Aber ist er wirklich Martin Odum? Oder ist er Dante Pippen, ein IRA-Kämpfer? Oder der zwielichtige Waffenhändler Lincoln Dittmann?
Eines Tages erteilt ihm die junge, attraktive Russin Stella Kastner einen Auftrag, der ihn nach Israel führt. Dort holt ihn eine Vergangenheit ein, von der er nichts weiß. Er steht vor einem unlösbaren Dilemma: Wenn er sich erinnert, ist er tot. Wenn er sich nicht erinnert, ebenfalls...»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Hinternet, Deutschlandradio Kultur, RBB, Kaliber38, Alligatorpapiere, Podster (Audio-Datei), Freitag,

2. Rang (∇ 1)
Leonardo Padura: Adiós Hemingway

Aus dem kubanischen Spanisch von Hans-Joachim Hartstein
Metro im Unionsverlag, geb., 190 S., 17,90 €

«Vierzig Jahre nach Hemingways Tod wird auf seiner Finca bei Havanna eine Leiche gefunden, getötet mit zwei Kugeln aus einer Maschinenpistole seiner legendären Waffensammlung. War Hemingway ein Mörder?

Die kubanische Polizei ist beunruhigt und will um jeden Preis die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit vermeiden. Doch auf Kuba gibt es nur einen, der diesem Fall gewachsen ist: Ex-Polizist Mario Conde. Im Zuge seiner Recherchen durchlebt Conde das Drama von Hemingways letzten Tagen in Kuba. Er befragt ehemalige Angestellte und alte Weggefährten und findet schließlich ganz unerwartet die Lösung für Hemingways letztes Geheimnis, nicht zuletzt dank Ava Gardners schwarzem Spitzenhöschen.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Hamburger Abendblatt, Hinter-Net, Deutschlandradio (dort auch als Audio-Stream), ORF, NDR, Alligatorpapiere, DLF, Kaliber38, FR

3. Rang (*)
Friedrich Ani: Idylle der Hyänen
Zsolnay, geb., 350 S., 19,90 €

Leseprobe

«Eine Tiefgarage, ein Kellerabteil, ein alter Schrank. Darin zusammengekrümmt eine tote Frau in einem grünen Sommerkleid. Die Frau ist schnell identifiziert, doch wo ist ihre kleine Tochter? Und wer hat sie umgebracht? Ist es möglich, dass ein Mörder gemordet hat, um das Kind des Opfers zu retten? Für den Münchner Kommissar Polonius Fischer gibt es keine Routine. Nicht erst seit er seine Mönchskutte abgelegt hat, zählt für ihn vor allem eines: das Rätsel des Bösen. Friedrich Anis Roman erzählt die Suche nach den Gründen eines Verbrechens als Suche nach den dunkelsten Kräften des menschlichen Handelns.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Hamburger Abendblatt, Merkur (mit Interview), Der Spiegel

4. Rang (Δ 7)
Jenny Siler: Ticket nach Tanger
Aus dem Amerikanischen von Susanne Goga-Klinkenberg
Fischer, TB, 316 S., 7,95 €

«Eve wurde mit einer Schusswunde im Kopf von einer Gruppe von Benediktinerinnen an einer Landstraße in Frankreich gefunden. Sie weiß nicht, wer sie ist und kann sich an nichts erinnern. Ihr einziger »Ausweis« ist eine mit arabischen Buchstaben bekritzelte Schiffsfahrkarte. Als die Nonnen, die sie für ein Jahr beherbergt haben, alle brutal massakriert werden, erfährt Eve, dass sie mächtige Feinde hat. Auf den Spuren ihrer Vergangenheit reist sie nach Marokko - ihren Verfolgern immer nur einen Schritt voraus. Jenseits des Klosters fallen ihr merkwürdige Dinge auf, unter anderen ihre Fähigkeit zum Einsatz von Gewalt und ihre Vertrautheit mit Waffen. War sie eine Spionin? Wer ist der sterbende Mann in ihren Albträumen? Während Eve nach Gewürzen duftende Basare und schicke Nachtclubs absucht, muss sie herausfinden, wer hinter ihr her ist und warum – bevor es zu spät ist.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: WDR, Intrinet, Antenne Brandenburg (Audio-Datei), Alligatorpapiere, arte

5. Rang (∇ 2)
Åsa Larsson: Weisse Nacht

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
C. Bertelsmann, geb., 384 S., 19,95 €

Leseprobe

«In ihrer glasklaren, knappen Sprache erzählt Åsa Larsson von der archaischen Macht der Gefühle, die in rohe Gewalt umschlagen können. Die Aufklärung der Morde wird zum sensiblen Psychogramm verletzter Seelen und zur Liebeserklärung an eine unbeugsame Natur.
Es ist Mittsommernacht in Jukkasjärvi, einem kleinen Ort nahe Kiruna, zweihundert Kilometer nördlich des Polarkreises, als die Pastorin Mildred Nilsson gefunden wird – aufgehängt unter der Orgel ihrer Kirche. Sofort sind die Bilder des im Polarwinter ermordeten Predigers Viktor Strandgård wieder da. Und für die Anwältin Rebecka Martinsson werden Erinnerungen wach an die schlimmsten Stunden ihres Lebens: Bei den Ermittlungen zum Fall Strandgård hatte sie in Notwehr drei Menschen erschossen. Erst jetzt kommt der Zusammenbruch. Ihr Chef will sie vor dem endgültigen Absturz bewahren und schickt sie mit einem Kollegen nach Kiruna. Sie begegnet Pastor Stefan Wickström, Mildreds Nachfolger, entdeckt einen Safe mit Drohbriefen an die ermordete Pastorin und wird mit dem Hass konfrontiert, der Mildred wegen ihres Engagements für Frauen in Notlagen entgegenschlug.
Kommissarin Anna-Maria Mella, die Rebecka bereits kennt, hat ihren Erziehungsurlaub abgebrochen und sieht sich einem gefährlichen Gemisch aus enttäuschter Liebe und hilflosem HasA?s gegenüber. Dann verschwindet plötzlich Pastor Wickström, und die Situation eskaliert...
Ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: WDR2, Krimi-Forum, Zeit-Online, Schwedenkrimi

6. Rang (*)
Michael Robotham: Amnesie
Aus dem Amerikanischen von Kristian Lutze
Goldmann, geb., 448 S., 19,95 €

«Mit Schusswunden im Bein, einem abgeschossenen Finger und halb ertrunken wird Detective Inspector Vincent Ruiz in ein Londoner Krankenhaus eingeliefert, wo er Tage lang im Koma liegt. Als er das Bewusstsein wiedererlangt, fängt sein Alptraum aber erst an. Denn er kann sich an nichts mehr erinnern. Offenbar war er an Bord eines Schiffs auf der Themse in einen Schusswechsel verwickelt. Auf dem Boot hat man sein Blut gefunden – aber auch das von drei weiteren Beteiligten, von denen jede Spur fehlt. Einziger Hinweis für Vincent Ruiz ist das Foto eines Mädchens, das er von früher kennt. Denn Mickey Carlyle war drei Jahre zuvor entführt worden, und Vincent Ruiz hatte damals vergeblich in dem Fall ermittelt. Mit Hilfe des Psychologen Joe O‘Loughlin gelingt es Vincent Stück für Stück, Teile seines Erinnerungsvermögens zurück zu gewinnen. In ihm beginnt der Verdacht zu keimen, dass Mickey noch am Leben ist und in höchster Gefahr schwebt …»
(Verlagsinfo)

Rezensionen: Kulturnews

7. Rang (∇ 3)
Michael Dibdin: Tod auf der Piazza

Aus dem Englischen von Ellen Schlootz
Goldmann, TB, 252 S., 7,95 €

Leseprobe

«Sonderermittler Aurelio Zen wird nach Bologna beordert, um den Mord an dem skrupellosen Industriellen und Eigentümer des ortsansässigen Fußballclubs, Lorenzo Curti, aufzuklären. Kurz nach Zens Ankunft wird auf den Semiotikprofessor Edgardo Ugo geschossen, und zwar mit derselben Waffe, mit der Curti getötet wurde. Was die beiden Fälle verbindet, bleibt zunächst völlig schleierhaft. Aber je länger Zen ermittelt, desto tiefer gerät er in ein Netz aus Korruption, gekränkten Eitelkeiten und Fanatismus.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: WDR2, Alligatorpapiere, X-Zine, arte, Deutschlandfunk

8. Rang (∇ 7)
Garry Disher: Schnappschuss

Aus dem Englischen von Peter Torberg
Metro im Unionsverlag, geb., 382 S., 19,90 €

«Als Detective Inspector Hal Challis den brutalen Mord an Janine McQuarrie untersuchen soll, die auf einer einsamen Landstraße vor den Augen ihrer siebenjährigen Tochter erschossen wurde, werden seine Ermittlungen durch ein Gewirr von Lügen und Heimlichkeiten behindert. Als wenig hilfreich erweist sich, dass Janines Schwiegervater der Vorgesetzte von Challis bei der Polizei ist: Superintendent McQuarrie ist ein wichtigtuerischer Bürokrat und als Golfspieler und Rotarier auf vertrautem Fuß mit der besseren Gesellschaft der Peninsula.
Hal Challis’ Liaison mit Tessa Kane, der Chefredakteurin der Lokalzeitung, sorgt zusätzlich für Misstrauen bei den Polizeibeamten von Waterloo, die sich nicht gern in die Karten blicken lassen. Und auch die Gäste der Sexpartys in den properen Vorstadthäusern wollen um jeden Preis anonym bleiben. Jeder in Waterloo hat etwas zu verbergen und etwas zu verlieren.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Radio Bremen, Berlin kriminell, Alligatorpapiere, NDR, Literaturkritik, Krimi-Couch

9. Rang (*)
Charles Todd: Kalte Hölle
Aus dem Englischen von Uschi Gnade
Heyne, TB, 416 S., 8,95 ?

Leseprobe

«Inspektor Rutledge muss in den Norden Englands, um einen rätselhaften Mordfall zu klären: In einem abgelegenen Farmhaus wurde die Elcott-Familie am Küchentisch umgebracht. Nur ein Junge namens Josh scheint überlebt zu haben, doch er ist verschwunden. Nichts deutet auf einen Raubüberfall hin, denn es sind keinerlei Kampfspuren zu finden.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Die Zeit

10. Rang (∇ 5)
Joe R. Lansdale: Wilder Winter

Aus dem Amerikanischen von Richard Betzenbichler und Katrin Mrugalla
Funny Crimes bei Shayol, TB, 196 S., 12,90 €

Leseprobe

«Hap Collins: weiß, hetero, Kriegsdienstverweigerer. Leonard Pine: schwarz, schwul, Vietnamveteran. Die beiden ungleichen Freunde haben auch schon bessere Tage gesehen und schlagen sich mit Gelegenheitsjobs auf den Rosenfeldern von Texas durch.
Eines schönen Wintermorgens tauchen Haps Ex-Frau Trudy und ein paar Kumpels aus den 60er Jahren auf, die den bewaffneten Kampf gegen das Establishment wiederbeleben wollen. Das Startkapital dazu liegt angeblich im Sabine River: eine Million Dollar aus einem schiefgelaufenen Bankraub. Hap ist in der Gegend aufgewachsen und soll bei der Suche helfen. Doch die Zeiten haben sich geändert, und auch ehemaligen Revolutionären sitzt mittlerweile das Hemd näher als die Hose. So bewahrheitet sich bald das, was Leonard von Anfang an klar war: Wo Trudy ist, gibt's Ärger. Es wird ein wilder Winter.

Joe R. Lansdale hat über zwanzig Romane und zweihundert Stories in den Genres Krimi, Horror und Western verfasst und zahlreiche Anthologien herausgegeben. Er wurde mit dem British Fantasy Award, dem American Mystery Award, dem Edgar Award und sechsmal mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Nacogdoches, Texas»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Netzeitung, Alligatorpapiere, arte, Stuttgarter Zeitung



Ein Interview mit Jury-Mitglied Tobis Gohlis zur Bestenliste September können Sie als Radio Bremen Audio-Stream hören.

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