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Location:Hamburg, Germany

Dienstag, Oktober 24, 2006

Bücher im Fernsehen, Dienstag 24.10.06


Besprochene Titel:


Stephen Shames: The Black Panthers
Ulrich Bruckner: Für ein paar Leichen mehr
Senta Berger: Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann
Wolfram Baentsch: Der Doppelmord an Uwe Barschel
Jessica Durlacher: Emoticon
Joachim Körkel: Alkoholabhängigkeit erkennen und behandeln / Rückfall muss keine Katastrophe sein
Werner Gruber: Unglaublich einfach. Einfach unglaublich.
Jens Weidner at al: Konfrontative Pädagogik in der Schule


Themen:

Hannah Arendt

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
11:20 arte: Kultur
13:00 ZDF: Mittagsmagazin
18:45 NDR: Das!
19:20 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:15 HR: Hauptsache Kultur
22:45 Das Erste: Menschen bei Maischberger
23:15 ZDF: Johannes B. Kerner
01:45 HR: Hauptsache Kultur
01:50 3sat: Kulturzeit
02:40 SWR: Leute night
02:45 ZDF: Johannes B. Kerner
04:40 3sat: Hannah Arendt - Denkerin ohne Geländer

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag
Eigentlich sollte der neue Bildband von Stephen Shames, dem offiziellen Fotografen der Black Panthers, zeitgleich in Deutschland und Amerika veröffentlicht werden. Leider hat aber die Verlagslogistik nicht so funktioniert wie geplant - und so sind die aufregend unspektakulären Photos zum 40. Jahrestag der Gründung der Black Panthers in dem Band The Black Panthers nur als Import zu haben. Shames selbst ist ein Weißer, seine schwarzen Mitstreiter hat das nie gestört. Als junger Student begegnete er in Berkeley zwei Afroamerikanern in schwarzen Lederjacken und mit dunklen Sonnenbrillen. Shames war beeindruckt und machte spontan ein paar Fotos. Es wurden die ersten Fotos von Bobby Seal, dem Gründer der Black Panthers. Seal mochte seine Fotos, und von nun an hatte Shames Zugang zu allen wichtigen Treffen der Bewegung. So fotografierte er unter anderem die Trauerfeier von George Jackson, der unter mysteriösen Umständen im Gefängnis erschossen wurde, und dessen Fall weltweit für Schlagzeilen sorgte. Shames Bilder sind Zeitdokumente, zugleich gewähren sie Einblick in die private Seite der Bewegung. Kein anderer Fotograf war den Panthers je so nah.

Der eigentliche Buchtipp des Tages gilt aber einem Lexikon des Italo-Westerns: Für ein paar Leichen mehr von Ulrich Bruckner. Zu einer Zeit, als in Amerika die Western schon fast wieder out waren, entwickelte sich im Süden Europas diese Gattung zu ihrem Höhepunkt. Internationale B-Stars verzichteten auf viele Worte, schossen fröhlich vor sich hin und wollten eigentlich nur eins - dasselbe wie ihre Produzenten. Doch die schnelle Kasse war nur eins der Ziele jener Projekte. Gerade die Filme von Sergio Sollima verpackten in den Wüsten Plot immer auch eine Spur Klassenkampf. All dem spürt Ulrich Bruckner in seinem Buch nach - und erzählt im Kulturzeit-Interview davon. Geschmückt wird der Filmbericht mit Ausschnitten aus diversen Filmen jener Italo-Epoche.

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag - leider ohne eine einzige Buchbesprechung.

09:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag, Themen siehe 06:20

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

13:00 ZDF: Mittagsmagazin

Kunstvolles Leben - Senta Berger mit ihrer Autobiographie im ZDF-Mittagsmagazin
Eigentlich bereits für gestern angekündigt, aus unerfindlichen Gründen jedoch verschoben: Senta Berger, die ihre neue Autobiographie Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann gerade beendet hat. Das Buch soll laut Verlag im März 2007 auf den Markt kommen, die Hörbuchversion ist allerdings schon jetzt zu haben. «Sensibel, leidenschaftlich, mit viel Witz und voller Elan erzählt Senta Berger über ihr abenteuerliches Leben – über ihre Kindheit und Jugend im Wien der Nachkriegszeit, über ihre Familie, über ihre Karriere als Schauspielerin in Österreich, Deutschland, in Hollywood und Italien. Über das Theater, den Film und das Fernsehen. Über Freunde und Kollegen. Aber das Schönste an diesem Buch ist: Mit Senta Berger ist eine Erzählerin zu entdecken, bei der man sofort spürt, wie sehr sie die Literatur liebt und in sich trägt.» (Verlagstext)

18:45 NDR: DAS!

 

19:20 3sat: Kulturzeit

Geplant ist ein Beitrag über das neue Buch von Wolfram Baentsch: Der Doppelmord an Uwe Barschel. Die Fakten und Hintergründe. 19 Jahre ist es mittlerweile her, dass der rührige Ministerpräsident Barschel tot in der Badewanne eines Genfer Hotels aufgefunden wurde. Die ganze Nation fragte sich damals, ob sich der Politiker aufgrund seiner auswegslosen politschen Lage selbst liquidierte, oder ob er schlicht umgebracht wurde. Nach Ende der Untersuchungen stand fest: Hier liegt offiziell ein Selbstmord vor. Einiges spricht gegen diese These. Und all diese Fakten, die ein freiwilliges Ableben Barschels unwahrscheinlich erscheinen lassen, hat der Journalist in seinem Buch zusammengetragen. Hat die Fakten und Hintergründe akribisch zusammengefasst. Dort finden sich sog. Ermittlungspannen aufgelistet, die Baentsch für wenig zufällig hält. Und Fakten zuhauf, wie der von den Gerichtsmedizinern festgestellte Schlag auf den Hinterkopf Barschels, das Gift in einer Whiskeyflasche der Hausbar und vieles mehr. Und wenn die Geschichte auch nicht neu ist, ist sie doch spannend von Wolfram Baentsch aufbereitet.

Neu auf den Markt gekommen ist auch die DVD-Collection Krieg und Frieden in der Verfilmung von Sergei Bondartschuk. Auf vier DVDs ist jetzt das oskargekrönte Meisterwerk erhältlich. Der Tipp im DVD-Diary der Kulturzeit.

 

20:00 arte: Kultur

Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene. Diese Woche mit Gustav Hofer.

 

22:15 HR: Hauptsache Kultur

Psychogramm eines zerrissenen Landes - Die holländische Schriftstellerin Jessica Durlacher und ihr Israel-Roman Emoticon. Die Geschichte von Daniel, einem niederländisch-israelischen Jugendlichen, und von Aischa, einer jungen Palästinenserin, die für die Weltöffentlichkeit ein Zeichen setzen will und ihn in eine tödliche Falle lockt. Ihr Lockmittel: das Internet und seine Zeichensprache, die Emoticons.

22:45: Das Erste: Menschen bei Maischberger

Thema: „Lieblingsdroge Alkohol: Haben wir kein Recht auf Rausch?“
Unter den Gästen ist auch Prof. Dr. Joachim Körkel. Der Suchtpsychologe aus Nürnberg hat eine Alkoholtherapie ohne „Abstinenzdogmatismus“ entwickelt. Mit „kontrolliertem Trinken“ sollen selbst Schwerstabhängige lernen, ihren Konsum zu drosseln. „Natürlich wäre Abstinenz der goldene Weg“, erklärt Körkel. „Er ist aber nicht allen möglich.“ Körkel hat mehrere Bücher zur Suchtproblematik veröffentlicht, so Alkoholabhängigkeit erkennen und behandeln. Mit literarischen Beispielen und Rückfall muß keine Katastrophe sein. Ein Leitfaden für Abhängige und Angehörige

 

23:15 ZDF: Johannes B. Kerner

Wie ensteht ein Gedanke? Werner Gruber (36) gilt als Experte für alle Fragen der Alltagsphysik und entschlüsselt in seinem neuen Buch Unglaublich einfach. Einfach unglaublich. Physik für jeden Tag die Rätsel der Naturwissenschaft mit Tipps für den Alltag: Was hält die Welt zusammen? Wie entsteht ein Gedanke? Hat der Tormann eine Chance beim Elfmeter? Wie baut man den perfekten Papierflieger? Was passiert beim „Kuscheln“? Wann heisst es „Kampf dem Gulasch“? Was ist eine Opferwurst? Wie entschärft man selbst eine Bombe? Was tun, wenn Außerirdische im Garten landen? Bei Werner Gruber fängt Physik dort an, wo sie für andere aufhört. Dabei müssen Sie nicht erst eine Rasierklinge verschlucken oder ein Überlebenstraining in der Wüste buchen, um Physik hautnah zu erleben. Sie haben ständig mit ihr zu tun: Sie rühren in Ihrem Milchkaffee und wundern sich, dass er Schaum schlägt? Sie denken angesichts Ihrer unaufgeräumten Wohnung an die Chaostheorie, und seit dem letzten Horrorfilm beschäftigt Sie die Frage, wie Sie sich bei einem Flugzeugabsturz richtig verhalten sollen und einen Absturz aus 6000 Meter Höhe ohne Fallschirm überleben. Alles ist Physik!

 

01:50 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 19:20 Uhr

 

02:40 SWR: Leute night

Aggressivität macht in der Schule Runde. Immer wieder gehen mittlerweile völlig entnervte Rektoren an die Medien, um auf das Desaster in den Klassenzimmern aufmerksam zu machen. Wenn es darum geht, Strategien gegen Gewalt zu entwickeln, steht Jens Weidner ganz vorn. Im April diesen Jahres brachte er zusammen mit Rainer Kilb und Reiner Gall den Band Konfrontative Pädagogik in der Schule. Anti-Aggressivitäts- und Coolnesstraining Prof. Jens Weidner, Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, entwickelte ein Anti-Aggressivitäts-Training, mit dem in über 100 Projekten Gewalttäter behandelt werden. In seinem neuen Buch wird erstmals eine Übertragung dieser bisher in der Straffälligenhilfe und der Jugendhilfe erprobten Methode auf das schulische Setting dargestellt. Das Buch bietet sowohl in der Praxis erprobte Modelle aus dem schulischen Alltag als auch eine theoriegeleitete Einbettung in erziehungswissenschaftliche, gesellschaftspolitische und adoleszenztheoretische Kontexte.

 

01.45 HR: Hauptsache Kultur

Wiederholung von 22:15 Uhr

 

02.45 ZDF: Johannes B. Kerner

Wiederholung von 23:15 Uhr

04:40 3sat: Hannah Arendt - Denkerin ohne Geländer

Ein Gespräch mit den Publizisten Marie Luise Knott (Berlin) und Sebastian Hefti (Zürich) aus der SF-Reihe "Sternstunde Philosophie" - Erstsendung 15.10.2006
Denken und Verstehen - das war Hannah Arendts (1906 - 1975) Lebensmaxime. Verstehen wollte die Philosophin und Publizistin Hannah Arendt angesichts der Schrecken des 20. Jahrhunderts vor allem die Mechanismen totalitärer Fundamentalismen. Mit ihrem Buch Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft hat sich die deutsch-jüdische Emigrantin weltweit einen Namen gemacht. Wie aktuell ist Arendts Theorie und wie wird die große Denkerin heute gelesen und interpretiert?
Unter anderem darüber diskutieren Arabelle Frey und Michael Pfister mit Marie Luise Knott und Sebastian Hefti.