Bücher im Fernsehen, Dienstag 31.10.06
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Besprochene Titel: Stefan Breitwieser: Confessions
d'un voleur d'art
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| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 08:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:05 | 3sat: Kulturzeit |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 11:45 | RBB: Beckmann |
| 13:00 | ZDF: Mittagsmagazin |
| 15:45 | HR: Beckmann |
| 19:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 22:15 | HR: Hauptsache Kultur |
| 22:45 | Das Erste: Menschen bei Maischberger |
| 22:45 | ZDF: Johannes B. Kerner |
| 02:25 | HR: Hauptsache Kultur |
| 02:40 | ZDF: Johannes B. Kerner |
06:20 3sat Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag
Pech für diejenigen, die in der Schule Fremdsprachen so schnell wie möglich
abgewählt haben. Eines der Ergebnisse der intensiven deutsch-französischen
Zusammenarbeit ist, dass in den Kultursendungen von 3sat und arte immer häufiger
Bücher vorgestellt werden, die es auf deutsch noch gar nicht gibt. So auch
in diesem Fall: Der französische Kunstdieb Stéphane Breitwieser
hat für schätzungsweise 1,4 Milliarden Euro Gegenstände
aus Museen entwendet. Nicht, um sie zu verkaufen, sondern um sich mit ihnen
zu umgeben und zu träumen, wie er sagt. Als er eines Tages einen Tatort
erneut aufsuchte, um Spuren zu erwischen, wurde er wiedererkannt und festgenommen.
Mittlerweile ist seine Haftzeit vorüber, und er hat seine Geständnisse
eines Kunstdiebs Confessions
d'un voleur d'art
veröffentlicht. Leider bisher nur auf französisch. Kunstdiebe, lernt
Fremdsprachen. Bildung zahlt sich aus. (mehr...)
08:00 arte: Kultur
Wiederholung vom Vortag.
Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues
aus der europäischen Kulturszene. Diese Woche mit Moderatorin Elise
Chassaing. Und heute (bzw. gestern abend) mit gleich zwei französischen
Literaturpreisen. Der Prix Femina ging heute an die kanadische Schriftstellerin
Nancy Huston für ihren Roman "Lignes
de faille".
In dem Roman schildert Huston über den Zeitraum von 50 Jahren eine Familiengeschichte,
die von vier sechsjährigen Kindern aus vier Generationen erzählt wird.
Das Verfahren für die Nominierungen war nicht unumstritten. So haben gleich
zwei der Jurorinnen die Jury aus Protest verlassen.
Den anderen, davon unabhängigen Literaturpreis, den Prix Médicis,
erhielt Sorj Chalandon für "Une
promesse".
Dieser Preis wird seit 1958 an jene vergeben, deren "Ruhm noch nicht die
Größe ihres Talentes erreicht hat", ist also als eine Art Förderpreis
zu verstehen. arte Kultur brachte einen kurzen Filmbeitrag über dieses
Buch. Es spielt in Mayenne, irgendwo in Frankreich. In einem Haus am Rand des
Dorfes lebte einst ein altes Paar, das nie aufgehört hat, sich zu lieben.
Jetzt gehen sieben Personen darin ein und aus, öffnen die Fensterläden,
decken den Tisch, zünden die Lampen an. Sie haben sich als Kinder ein Versprechen
gegeben. Sie wollten den Tod überlisten. Aber irgendwann stellen sie ihre
Besuche ein. Weil die Zeit vergeht. Und aus Überdruss. Oben auf dem Speicher
warten zwei Nachtlichter darauf, dass die Seelen des Paares das Haus verlassen.
Es ist eine Geschichte der Brüderlichkeit.
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag, Themen siehe 06:20
11:20 arte: Kultur
11:45 RBB: Beckmann
Wiederholung vom Vortag
Ein Jahr nach dem Abschied von der Macht sorgen die Memoiren des Altkanzlers
für Wirbel. In seinem Buch Entscheidungen.
Mein Leben in der Politik
erklärt Schröder seine politischen Entscheidungen und geht mit den
Gewerkschaften hart ins Gericht - und bekommt dafür von seinen Gegnern
kräftig Kontra. Nach den Schlagzeilen dieser Woche gibt er jetzt sein erstes
großes TV-Interview. Bei "Beckmann" nimmt Gerhard Schröder
Stellung zur aktuellen Kritik und schildert ganz persönlich die Höhen
und Tiefen seiner Kanzlerjahre. Im 75 Minuten langen Gespräch mit Reinhold
Beckmann spricht er über seine Fehler und Erfolge, über seine Weggefährten
und Nachfolger und verrät, wie sich seit seinem Abschied aus der Politik
sein Privatleben verändert hat.
13:00 ZDF: Mittagsmagazin
15:45 HR: Beckmann
Wiederholung vom Vortag. Siehe auch 11:45 Uhr RBB
19:20 3sat: Kulturzeit
Bringt man die Frage: "Warum es keine großen Denker mehr gibt?" auf den Punkt, so lautet die Antwort wohl: sie haben keine Zeit mehr, die Denker. Sie sind so beschäftigt mit Geldverdienen, Interviews und Feuilleton, dass ihnen schlicht die Zeit für den großen philosophischen Wurf fehlt. Dies zumindest ist die Theorie von Hans Ulrich Gumbrecht, Literaturwissenschaftler an der University of California, Stanford. Und ein wenig hört man aus seiner Stimme während des Kulturzeit-Interviews heraus, er würde sich ganz gern mal eine Weile nach Königsberg zurückziehen wie einst Kant - wenn dies nicht mittlerweile auch völlig vernetzt wäre. Die Globalisierung frisst ihre Denker. (mehr zum Thema auf der Homepage von 3sat Kulturzeit)
Eine Idee zur Linderung der Weltarmut, die sogar als nobelpreiswürdig
erachtet wurde, hat der indische Wirtschaftsprofessor C.K. Prahalad nun entwickelt.
Warum nicht die Global Player, die mächtigsten Industriefirmen, auf die
Dritte Welt loslassen? So besitzt zum Beispiel in Indien derzeit noch kaum ein
Einwohner der ländlichen Regionen ein Handy. Was für ein Absatzmarkt.
Ganz so zynisch, wie dies zunächst klingt, meint Prahalad, der jetzt sein
Buch Der
Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren
vorstellt, gar nicht. Im Gegenteil: er hält die Partizipation der Armen
am Weltmarkt für die effektivste Idee, deren Not zu lindern. (mehr zum
Thema auf der Homepage
von 3sat Kulturzeit)
Kurz vorgestellt wurde daneben der Bildband Indien einst und jetzt, der eindrucksvoll Bilder aus
Indiens Vergangenheit und Gegenwart gegen einander stellt. Die reiche Vergangenheit
des Subkontinents ersteht in zum Teil noch nie gesehenen historischen Fotos
sichtbar und auch die vielgestaltige farbige Gegenwart wird in all ihren Facetten
lebendig. Namhafte indische Journalisten führen uns in kenntnisreichen
Reportagen durch die Zeit: Ein Buch das Indien zeigt wie es war und wie es ist!
20:00 arte: Kultur
Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene. ARTE Kultur bietet ein breites Spektrum an Wissenswertem: von Bühnenkunst und Büchermarkt, musikalischen Events und Festivals, über Kino und Film bis hin zu Architektur und populärer Alltagskunst. Eine Kultursendung, die offen und neugierig auf die magische Welt der Künste blickt und unterhaltsam die Vielfalt des kreativen Schaffens in Europa widerspiegelt. Diese Woche mit Moderatorin Elise Chassaing.
22:15 HR: Hauptsache Kultur
Wenn es kein Zurück gibt - Die Autorin Silvia Bovenschen
über das Älterwerden
Ab wann ist man alt? Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen ist gerade
einmal 60 und hat ein Buch voller scharfer Beobachtungen und Gedanken zum Thema
Altern geschrieben. Es heißt schlicht „Älter
werden“.
Keinen falschen Trost bietet sie an - ihre Einsichten zum Thema Altersweisheit,
Runzelsex oder Armut machen den Lesern Mut. Denn mit ihren schlauen Geschichten
weckt Silvia Bovenschen Lust aufs Leben. Ursprünglich wollte sie einen
Essay schreiben, hat sich dann aber doch für ein Buch mit ganz unterschiedlichen
Erzählungen entschieden. „Was soll mir in meinem Alter noch passieren?“,
sagt sie. „Hauptsache Kultur“ stellt die Autorin und ihr neuestes
Buch vor.
Psychogramm eines zerrissenen Landes - Die holländische Schriftstellerin
Jessica Durlacher und ihr Israel Roman "Emoticon"
Eine Palästinenserin beginnt einen Internetflirt mit einem Israeli. Dabei
gibt sie sich – die virtuelle Internetwelt macht´s möglich
– als Jüdin aus. Für den Israeli wird es ein tödlicher
Flirt. Bei einem ersten Rendezvous lockt ihn die schöne Fremde in eine
Falle und lässt ihn erschießen. Eine Story aus einem Roman, aber
auch – die Wirklichkeit. Geschehen in Jerusalem und Ramallah 2001.
Die holländische Schriftstellerin Jessica Durlacher, Tochter eines Auschwitz-Überlebenden,
hatte davon gelesen und macht daraus nicht nur die dramatische Handlung für
ihre neues Buch „Emoticon“, sondern auch ein messerscharfes Psychogramm
zweier Figuren, die nur wenige Kilometer von einander entfernt leben, aber aus
Welten kommen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Durlacher durchleuchtet
diese Welten, sie versucht den Israeli wie die Palästinenserin zu verstehen.
So gelingt ihr ein sehr präzises und persönliches Portrait eines zerrissenen
Landes. „Hauptsache Kultur“ hat die Schriftstellerin auf ihrer Lesetour
durch Deutschland getroffen.
22:45: Das Erste: Menschen bei Maischberger
Thema: "Sanfte Medizin: Fortschritt oder falsche Hoffnung?"
Die Autorin des Stiftung-Warentest-Ratgebers "Die Andere Medizin. "Alternative" Heilmethoden für Sie bewertet"
Krista Federspiel warnt vor alternativen Heilmethoden. "Die
meisten Anwendungen haben keine Wirkung, manche sind sogar gefährlich",
kritisiert die Medizinjournalistin aus Wien.
Der ehemalige Präsident der Berliner Ärztekammer Ellis Huber
geht seit Jahren mit seinen Berufskollegen hart ins Gericht. "Den meisten
Ärzten geht es nicht ums Heilen", sagt der Bestsellerautor ("Die Gesundheits-Revolution. Radikale Wege aus der Krise - was Patienten wissen müssen "). Für viele Mediziner seien Patienten nur Nummern in
der Abrechnungskartei. Ellis lobt alle Ärzte, die anstatt nur Tabletten
zu verschreiben auch sanfte Medizin, Naturheilmethoden und psychologische Ansätze
nutzen.
Zugeschaltet ist Michael Degen. Ohne mutige Mitmenschen hätten
der Schauspieler und seine Mutter den Holocaust nicht überlebt. Degen zählt
zu den knapp 1400 Berliner Juden, die den Nationalsozialismus versteckt überstanden.
Am Mittwochabend zeigt Das Erste die Verfilmung seiner Autobiographie "Nicht
alle waren Mörder".
"Es ist eine Hommage an die Menschen, die meiner Mutter und mir das Leben
gerettet haben", so Degen.
22:45 ZDF: Johannes B. Kerner
Tatort"-Kommissarin Sabine Postel (52) verlor ihren Mann im Kampf gegen
Krebs. Um anderen Mut zu machen, beschreibt sie im Buch 'Stärker
als je zuvor...'. Wie das Leben ohne Partner weitergeht - 12 Frauen erzählen
von Heike Reuther, wie sie mit dem Verlust des Partners umgegangen
ist.
Kabarettist Dieter Nuhr gilt unter den Comedians als Philosoph.
So ging der 46-Jährige für sein Buch Gibt
es intelligentes Leben?
auf die Suche, ist bis ans Ende der Erdscheibe gereist, um Intelligenz zu finden
- nach Birma, Rarotonga, ja sogar nach Österreich. Seit 1994 ist Dieter
Nuhr mit seinen Soloprogrammen in ganz Deutschland auf Tour. Er ist der einzige
Künstler, der sowohl den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett
als auch den Deutschen Comedypreis gewonnen hat.
Markus Breitscheidel arbeitete verdeckt als Pflegekraft in
Seniorenheimen. Mit seinem ersten Bestseller hat der Autor "skandalöse"
Zustände in deutschen Altersheimen aufgedeckt. In seinem Nachfolgebuch
Gesund
gepflegt statt abgezockt
zeigt der 38-Jährige neue Wege für eine würdige Altenbetreuung.
Dazu gehören menschliche Pflege, Selbstbestimmung, Alten-WGs, Generationenhäuser
sowie intensivere psychosoziale Betreuung. Breitscheidel zeigt aber auch, wie
sich Pflegekräfte gegen körperliche und seelische Ausbeutung wehren
können. Zahlreiche Fallbeispiele, Berichte und Interviews mit Experten
aus Politik, Justiz und Pflegeorganisationen machen dieses Buch zu einem kompetenten
und zukunftsweisenden Plädoyer für eine menschenwürdige und finanzierbare
Altenpflege.
02:25 HR: Hauptsache Kultur
Wiederholung von 22:15 Uhr
02:40 ZDF: Johannes B. Kerner
Wiederholung von 22:45 Uhr


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