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Neuerscheinungen und Rezensionen

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Name:Ennka
Location:Hamburg, Germany

Dienstag, Oktober 31, 2006

Bücher im Fernsehen, Dienstag 31.10.06


Besprochene Titel:

Stefan Breitwieser: Confessions d'un voleur d'art
Nancy Huston:
Lignes des failles
Sorj Chalandon:
Une promesse
Gerhard Schröder:
Entscheidungen. Mein Leben in der Politik
C.K. Prahalad:
Der Reichtum der Dritten Welt
Rudrangshu Mukherjee/Vir Sanghvi:
Indien einst und jetzt
Silvia Bovenschen:
Älter werden
Jessica Durlacher: Emoticon
Krista Federspiel: Die andere Medizin. Alternative Heilmethoden für Sie bewertet
Ellis Huber: Die Gesundheits-Revolution. Radikale Wege aus der Krise - was Patienten wissen müssen
Ellis Huber: Nicht alle waren Mörder
Heike Reuther: Stärker als je zuvor - wie das Leben ohne Partner weitergeht
Dieter Nuhr: Gibt es intelligentes Leben?
Markus Breitscheidel: Gesund gepflegt statt abgezockt. Wege zur würdigen Altenbetreuung


Themen:

Warum es keine großen Denker mehr gibt?

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
11:20 arte: Kultur
11:45 RBB: Beckmann
13:00 ZDF: Mittagsmagazin
15:45 HR: Beckmann
19:20 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:15 HR: Hauptsache Kultur
22:45 Das Erste: Menschen bei Maischberger
22:45 ZDF: Johannes B. Kerner
02:25 HR: Hauptsache Kultur
02:40 ZDF: Johannes B. Kerner

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag
Pech für diejenigen, die in der Schule Fremdsprachen so schnell wie möglich abgewählt haben. Eines der Ergebnisse der intensiven deutsch-französischen Zusammenarbeit ist, dass in den Kultursendungen von 3sat und arte immer häufiger Bücher vorgestellt werden, die es auf deutsch noch gar nicht gibt. So auch in diesem Fall: Der französische Kunstdieb Stéphane Breitwieser hat für schätzungsweise 1,4 Milliarden Euro Gegenstände aus Museen entwendet. Nicht, um sie zu verkaufen, sondern um sich mit ihnen zu umgeben und zu träumen, wie er sagt. Als er eines Tages einen Tatort erneut aufsuchte, um Spuren zu erwischen, wurde er wiedererkannt und festgenommen. Mittlerweile ist seine Haftzeit vorüber, und er hat seine Geständnisse eines Kunstdiebs Confessions d'un voleur d'art veröffentlicht. Leider bisher nur auf französisch. Kunstdiebe, lernt Fremdsprachen. Bildung zahlt sich aus. (mehr...)

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag.
Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene. Diese Woche mit Moderatorin Elise Chassaing. Und heute (bzw. gestern abend) mit gleich zwei französischen Literaturpreisen. Der Prix Femina ging heute an die kanadische Schriftstellerin Nancy Huston für ihren Roman "Lignes de faille". In dem Roman schildert Huston über den Zeitraum von 50 Jahren eine Familiengeschichte, die von vier sechsjährigen Kindern aus vier Generationen erzählt wird. Das Verfahren für die Nominierungen war nicht unumstritten. So haben gleich zwei der Jurorinnen die Jury aus Protest verlassen.

Den anderen, davon unabhängigen Literaturpreis, den Prix Médicis, erhielt Sorj Chalandon für "Une promesse". Dieser Preis wird seit 1958 an jene vergeben, deren "Ruhm noch nicht die Größe ihres Talentes erreicht hat", ist also als eine Art Förderpreis zu verstehen. arte Kultur brachte einen kurzen Filmbeitrag über dieses Buch. Es spielt in Mayenne, irgendwo in Frankreich. In einem Haus am Rand des Dorfes lebte einst ein altes Paar, das nie aufgehört hat, sich zu lieben. Jetzt gehen sieben Personen darin ein und aus, öffnen die Fensterläden, decken den Tisch, zünden die Lampen an. Sie haben sich als Kinder ein Versprechen gegeben. Sie wollten den Tod überlisten. Aber irgendwann stellen sie ihre Besuche ein. Weil die Zeit vergeht. Und aus Überdruss. Oben auf dem Speicher warten zwei Nachtlichter darauf, dass die Seelen des Paares das Haus verlassen. Es ist eine Geschichte der Brüderlichkeit.

 

09:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag, Themen siehe 06:20

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

11:45 RBB: Beckmann

Wiederholung vom Vortag
Ein Jahr nach dem Abschied von der Macht sorgen die Memoiren des Altkanzlers für Wirbel. In seinem Buch Entscheidungen. Mein Leben in der Politik erklärt Schröder seine politischen Entscheidungen und geht mit den Gewerkschaften hart ins Gericht - und bekommt dafür von seinen Gegnern kräftig Kontra. Nach den Schlagzeilen dieser Woche gibt er jetzt sein erstes großes TV-Interview. Bei "Beckmann" nimmt Gerhard Schröder Stellung zur aktuellen Kritik und schildert ganz persönlich die Höhen und Tiefen seiner Kanzlerjahre. Im 75 Minuten langen Gespräch mit Reinhold Beckmann spricht er über seine Fehler und Erfolge, über seine Weggefährten und Nachfolger und verrät, wie sich seit seinem Abschied aus der Politik sein Privatleben verändert hat.

 

13:00 ZDF: Mittagsmagazin

 

15:45 HR: Beckmann

Wiederholung vom Vortag. Siehe auch 11:45 Uhr RBB

 

19:20 3sat: Kulturzeit

Bringt man die Frage: "Warum es keine großen Denker mehr gibt?" auf den Punkt, so lautet die Antwort wohl: sie haben keine Zeit mehr, die Denker. Sie sind so beschäftigt mit Geldverdienen, Interviews und Feuilleton, dass ihnen schlicht die Zeit für den großen philosophischen Wurf fehlt. Dies zumindest ist die Theorie von Hans Ulrich Gumbrecht, Literaturwissenschaftler an der University of California, Stanford. Und ein wenig hört man aus seiner Stimme während des Kulturzeit-Interviews heraus, er würde sich ganz gern mal eine Weile nach Königsberg zurückziehen wie einst Kant - wenn dies nicht mittlerweile auch völlig vernetzt wäre. Die Globalisierung frisst ihre Denker. (mehr zum Thema auf der Homepage von 3sat Kulturzeit)

Eine Idee zur Linderung der Weltarmut, die sogar als nobelpreiswürdig erachtet wurde, hat der indische Wirtschaftsprofessor C.K. Prahalad nun entwickelt. Warum nicht die Global Player, die mächtigsten Industriefirmen, auf die Dritte Welt loslassen? So besitzt zum Beispiel in Indien derzeit noch kaum ein Einwohner der ländlichen Regionen ein Handy. Was für ein Absatzmarkt. Ganz so zynisch, wie dies zunächst klingt, meint Prahalad, der jetzt sein Buch Der Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren vorstellt, gar nicht. Im Gegenteil: er hält die Partizipation der Armen am Weltmarkt für die effektivste Idee, deren Not zu lindern. (mehr zum Thema auf der Homepage von 3sat Kulturzeit)

Kurz vorgestellt wurde daneben der Bildband Indien einst und jetzt, der eindrucksvoll Bilder aus Indiens Vergangenheit und Gegenwart gegen einander stellt. Die reiche Vergangenheit des Subkontinents ersteht in zum Teil noch nie gesehenen historischen Fotos sichtbar und auch die vielgestaltige farbige Gegenwart wird in all ihren Facetten lebendig. Namhafte indische Journalisten führen uns in kenntnisreichen Reportagen durch die Zeit: Ein Buch das Indien zeigt wie es war und wie es ist!

 

20:00 arte: Kultur

Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene. ARTE Kultur bietet ein breites Spektrum an Wissenswertem: von Bühnenkunst und Büchermarkt, musikalischen Events und Festivals, über Kino und Film bis hin zu Architektur und populärer Alltagskunst. Eine Kultursendung, die offen und neugierig auf die magische Welt der Künste blickt und unterhaltsam die Vielfalt des kreativen Schaffens in Europa widerspiegelt. Diese Woche mit Moderatorin Elise Chassaing.

 

22:15 HR: Hauptsache Kultur

Wenn es kein Zurück gibt - Die Autorin Silvia Bovenschen über das Älterwerden
Ab wann ist man alt? Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen ist gerade einmal 60 und hat ein Buch voller scharfer Beobachtungen und Gedanken zum Thema Altern geschrieben. Es heißt schlicht „Älter werden“. Keinen falschen Trost bietet sie an - ihre Einsichten zum Thema Altersweisheit, Runzelsex oder Armut machen den Lesern Mut. Denn mit ihren schlauen Geschichten weckt Silvia Bovenschen Lust aufs Leben. Ursprünglich wollte sie einen Essay schreiben, hat sich dann aber doch für ein Buch mit ganz unterschiedlichen Erzählungen entschieden. „Was soll mir in meinem Alter noch passieren?“, sagt sie. „Hauptsache Kultur“ stellt die Autorin und ihr neuestes Buch vor.

Psychogramm eines zerrissenen Landes - Die holländische Schriftstellerin Jessica Durlacher und ihr Israel Roman "Emoticon"
Eine Palästinenserin beginnt einen Internetflirt mit einem Israeli. Dabei gibt sie sich – die virtuelle Internetwelt macht´s möglich – als Jüdin aus. Für den Israeli wird es ein tödlicher Flirt. Bei einem ersten Rendezvous lockt ihn die schöne Fremde in eine Falle und lässt ihn erschießen. Eine Story aus einem Roman, aber auch – die Wirklichkeit. Geschehen in Jerusalem und Ramallah 2001.
Die holländische Schriftstellerin Jessica Durlacher, Tochter eines Auschwitz-Überlebenden, hatte davon gelesen und macht daraus nicht nur die dramatische Handlung für ihre neues Buch „Emoticon“, sondern auch ein messerscharfes Psychogramm zweier Figuren, die nur wenige Kilometer von einander entfernt leben, aber aus Welten kommen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Durlacher durchleuchtet diese Welten, sie versucht den Israeli wie die Palästinenserin zu verstehen. So gelingt ihr ein sehr präzises und persönliches Portrait eines zerrissenen Landes. „Hauptsache Kultur“ hat die Schriftstellerin auf ihrer Lesetour durch Deutschland getroffen.


22:45: Das Erste: Menschen bei Maischberger

Thema: "Sanfte Medizin: Fortschritt oder falsche Hoffnung?"

Die Autorin des Stiftung-Warentest-Ratgebers "Die Andere Medizin. "Alternative" Heilmethoden für Sie bewertet" Krista Federspiel warnt vor alternativen Heilmethoden. "Die meisten Anwendungen haben keine Wirkung, manche sind sogar gefährlich", kritisiert die Medizinjournalistin aus Wien.

Der ehemalige Präsident der Berliner Ärztekammer Ellis Huber geht seit Jahren mit seinen Berufskollegen hart ins Gericht. "Den meisten Ärzten geht es nicht ums Heilen", sagt der Bestsellerautor ("Die Gesundheits-Revolution. Radikale Wege aus der Krise - was Patienten wissen müssen "). Für viele Mediziner seien Patienten nur Nummern in der Abrechnungskartei. Ellis lobt alle Ärzte, die anstatt nur Tabletten zu verschreiben auch sanfte Medizin, Naturheilmethoden und psychologische Ansätze nutzen.

Zugeschaltet ist Michael Degen. Ohne mutige Mitmenschen hätten der Schauspieler und seine Mutter den Holocaust nicht überlebt. Degen zählt zu den knapp 1400 Berliner Juden, die den Nationalsozialismus versteckt überstanden. Am Mittwochabend zeigt Das Erste die Verfilmung seiner Autobiographie "Nicht alle waren Mörder". "Es ist eine Hommage an die Menschen, die meiner Mutter und mir das Leben gerettet haben", so Degen.

 

22:45 ZDF: Johannes B. Kerner

Tatort"-Kommissarin Sabine Postel (52) verlor ihren Mann im Kampf gegen Krebs. Um anderen Mut zu machen, beschreibt sie im Buch 'Stärker als je zuvor...'. Wie das Leben ohne Partner weitergeht - 12 Frauen erzählen von Heike Reuther, wie sie mit dem Verlust des Partners umgegangen ist.

Kabarettist Dieter Nuhr gilt unter den Comedians als Philosoph. So ging der 46-Jährige für sein Buch Gibt es intelligentes Leben? auf die Suche, ist bis ans Ende der Erdscheibe gereist, um Intelligenz zu finden - nach Birma, Rarotonga, ja sogar nach Österreich. Seit 1994 ist Dieter Nuhr mit seinen Soloprogrammen in ganz Deutschland auf Tour. Er ist der einzige Künstler, der sowohl den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett als auch den Deutschen Comedypreis gewonnen hat.

Markus Breitscheidel arbeitete verdeckt als Pflegekraft in Seniorenheimen. Mit seinem ersten Bestseller hat der Autor "skandalöse" Zustände in deutschen Altersheimen aufgedeckt. In seinem Nachfolgebuch Gesund gepflegt statt abgezockt zeigt der 38-Jährige neue Wege für eine würdige Altenbetreuung. Dazu gehören menschliche Pflege, Selbstbestimmung, Alten-WGs, Generationenhäuser sowie intensivere psychosoziale Betreuung. Breitscheidel zeigt aber auch, wie sich Pflegekräfte gegen körperliche und seelische Ausbeutung wehren können. Zahlreiche Fallbeispiele, Berichte und Interviews mit Experten aus Politik, Justiz und Pflegeorganisationen machen dieses Buch zu einem kompetenten und zukunftsweisenden Plädoyer für eine menschenwürdige und finanzierbare Altenpflege.

 

02:25 HR: Hauptsache Kultur

Wiederholung von 22:15 Uhr

 

02:40 ZDF: Johannes B. Kerner

Wiederholung von 22:45 Uhr