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Donnerstag, Oktober 19, 2006

Bücher im Fernsehen, Donnerstag 19.10.06


Besprochene Titel:

Christian David: Kinski. Die Biografie
Shobhaa De: Glitzernacht
Silvia Bovenschen: Älter werden
György Dalos: 1956. Der Aufstand in Ungarn
Peter Stamm: An einem Tag wie diesem
Silvio Huonder: Valtentinsnacht
J.M. Fructuoso/A. Vircondele: Antoine und Consuelo St. Exupery
Andrea Kutsch: Die Pferdeflüsterin erzählt

 

Thema:
Erich Maria Remarque
Der Hauptmann von Köpenick Wilhelm Voigt
Ungarn-Aufstand 1956

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
11:20 arte: Kultur
15:45 3sat: Schriftsteller der Welt
19:15 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:05 MDR: artour
22:15 RBB: Stilbruch
22:30 WDR: west.art
22:30 BR: capriccio
01:20 3sat: Kulturzeit
02:20 MDR: artour
02:42 SWR: Leute night

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag
Klaus Kinski wäre gestern 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass ist jetzt im Aufbau-Verlag Kinski. Die Biographie von Christian David erschienen. Diesmal geht es nicht um das ewige enfant terrible, sondern um den stillen, den introvertierten Künstler, der sich selbst in eine Maschine eingebracht hat, die ihn mehr oder weniger auffraß. Im Nachhinein bezeichnete Kinski das Geld, dass er mit den Edgar-Wallace-Filmen verdiente, als Judaslohn - verlor er sich in den Rollen, die er dort zu spielen hatten, doch weitgehend selbst. Aus dem wilden Rebell der jungen Jahre wurde so ein extrovertierter, immer am Rande des Verrücktseins pendelnder Charakter-Cast - und erst durch die Zusammenarbeit mit Werner Herzog fand er wieder ein wenig zu sich, zu seinen Wurzeln zurück. Eine interessante Interpretation. Kulturzeit zeigte ein Interview mit dem Autor Christian David, in dem ebenfall ein wenig von dieser radikalen Leidenschaft zu spüren ist, die Kinski zeitlebens verkörperte.

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung von gestern abend

 

09:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag, Themen siehe 06:20

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

11:45 WDR: FrauTV

Wiederholung vom Vortag - Unter anderem mit einem Bericht über das Frauenbild muslimischer Männer - und vielen Backgroundliteratur-Tipps.

 

15:45 3sat: Schriftsteller der Welt

Erstsendung 28.5.1998
Erich Maria Remarque wurde über Nacht mit seinem Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" berühmt, in dem er seine Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs verarbeitete. Hollywood reagierte prompt und verfilmte das Buch populär. Bevor die Nazis Deutschland unter sich begruben - und Remarques Bücher auf dem Scheiterhaufen verbrannten - setzte sich Remarque in die Schweiz und schließlich in die USA ab. Hier traf er auf andere Literaten wie Feuchtwanger und Brecht. Der Filmbericht zeichnet ein politisch-literarisches Porträt des Autors.

 

19:15 3sat: Kulturzeit

Bis jetzt stehen noch keine "Buchthemen" für die Sendung fest. Die Themen der Sendung werden meist erst im Laufe des Tages auf der Homepage des Senders bekannt gegeben.



20:00 arte: Kultur

arte Kultur ist ohnehin zu spontan in seiner Programmplanung, um schon im Vorweg seine Themen für den Abend festzulegen.



22:05 MDR: artour

100 Jahre Hauptmann von Köpenick: Ihn gab es wirklich - und für viele gilt er als Deutschlands berühmtester Hochstapler. Sein Name: Wilhelm Voigt, schon mit 14 Jahren polizeilich auffällig, immer wieder angeklagt wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. Sein größter Coup gelang ihm 1906 - also vor genau hundert Jahren. Mit einer preußische Hauptmanns-Uniform, die er sich bei diversen Berliner Trödelhändlern zusammengekauft hatte, stellte er eine Polizeiwache unter sein Kommando, besetzte so das Rathaus Köpenick und verhaftete gar den Bürgermeister Langhaus. Dann türmte er mit der Stadtkasse. Carl Zuckmayer machte daraus eine Tragikomödie. Auch verfilmt wurde der Stoff immer wieder - unter anderem mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle.

Zu den vielen Neuentdeckungen aus Indien, die die Buchmesse mit sich brachte, gehört auch die Autorin Shobhaa De. Für sie ist das Schreiben die letzte Möglichkeit unserer Zeit, den Traum vom Tellerwäscher zum Millionär wahr werden zu lassen. Zumindest für sie selbst scheint das zu gelten. Ihr aktueller Roman Glitzernacht, in dem sie hinter die Kulissen Bollywoods schaut, ist gerade auf deutsch erschienen. Und in Indien gehört sie ohnehin zu den Bestsellerautorinnen. artour zeigt ein Porträt der Autorin.

Einer der unbestrittenen Erfolge des hiesigen Buchherbstes ist der Titel Älter werden von Silvia Bovenschen. Ganz unsentimental beschreibt sie darin die Veränderungen, die mit dem Älter werden auch mit dem Körper vonstatten gehen. Keine Geheimtipps über längere Jugend, sondern ein erzählender, manchmal poetisch anmutender Rückblick auf ein Leben und die Gegenwart, gehört das Buch sicherlich zu den glücklicheren Titeln zum Thema - und wandert daher derzeit durch sämtliche Büchersendungen und Kanäle.



22:15 RBB: Stilbruch

Geplant ist ein Beitrag zum Volksaufstand, der im Oktober 1956, vor 50 Jahren, Ungarn auf die Straße trieb. Der Versuch, sich von den russischen Unterdrückern zu befreien, schien zunächst von Erfolg gekrönt. Erste unabhängige Zeitungen erschienen, das ganze Land streikte, Studenten stürzten das Stalin-Denkmal am Budapester Heldenplatz. Dann jedoch schlug das Militär zurück, die Rote Armee marschierte in Ungarn ein.
Über diese Ereignisse hat der ungarische Schriftsteller György Dalos das Buch 1956. Der Aufstand in Ungarn geschrieben. Außerdem interviewt Stilbruch den Autor Imre Kertész zu den Ereignissen damals.

22:30 WDR: west.art

west.art hat sie entdeckt, die neuen Männerbücher. Um die Männer in den 40ern geht es, um Sinnkrise und Ausbruch - eigentlich nicht anders als in der Männerliteratur der 70er Jahre. Als Vertreter der neuen Generation gelten Peter Stamms An einem Tag wie diesem - der eine Zeitlang auch im Gespräch für den Deutschen Buchpreis 2006 war und Silvio Huonders Valentinsnacht. Natürlich ziehen die still vor sich hin leidenden Helden den Spott der gesamten weiblichen Leserschaft auf sich. Obwohl - so ganz stimmt das nicht. Denn z.B. der Lehrer in Stamms Roman leidet kein Stück, merkt nur plötzlich, dass es im Leben mehr als diese endlose Aneinanderreihung von ewig gleichen Tagen geben muss, durch die er hindurchwatet. Und so bricht er eben auf, seinen Traum zu leben. Selbst wenn das völlig unrealistisch ist - und die Kritiker zu Recht sagen, nicht einmal ein Lehrer sei so naiv, sich auf ein derart zum Scheitern verurteiltes Unternehmen einzulassen. Mehr über Peter Stamms Roman übrigens hier im Literaturblog.

22:30 Bayern3: Capriccio

"Der kleine Prinz" gehört zu den Meisterwerken der Kinderliteratur - und spricht mit seinen Parabeln Erwachsene nicht weniger an. Die kleine Rose, um die sich der Prinz solche Sorgen machte, gab es wirklich. Denn die ganze Liebe des Autors Antoine de Saint-Exupéry galt seiner Frau Consuelo. Was ihn im übrigen nicht daran hinderte, Consuela bei jeder Gelegenheit zu betrügen. So war er eben: seine Leidenschaft galt dem Fliegen und den Frauen. Und wie fast jede Frau liebte und litt Consuela unter der Situation, konnte sich nicht trennen, was sie aber nicht daran hinderte, mit Tassen nach ihrem Prinzen zu zielen. Eine Liebe zwischen Anziehung und Abstoßung. In Grasse gibt es nun eine Ausstellung mit Fotos aus dem Leben der beiden. Das Buch zur Ausstellung stammt von José Martinez Fructuoso und Alain Vircondelet: Antoine und Consuelo de Saint-Exupéry. Eine legendäre Liebe heißt es.

 

01:50 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 19:20 Uhr

 

02:20 MDR: artour

Wiederholung von 22:05 Uhr

 

02:42 SWR: Leute night

Heute mit der Pferdeflüsterin Andrea Kutsch, die selbst beim "Original" Monty Roberts in der Lehre war. Über ihre Arbeit mit den Pferden hat sie ein Buch geschrieben, das folgerichtig Die Pferdeflüsterin erzählt heißt. Darin blickt sie zurück auf ihr Leben, ihre ersten Erfahrungen mit Pferden, ihre Begegnung mit Monty und die Zeit der Lehre bei ihm. So ist das Buch zu einem spannenden Bericht für all diejenigen geworden, die sich für Pferde interessieren - und ein wenig besser mit ihnen kommunizieren wollen.