Bücher im Fernsehen, Donnerstag 19.10.06
| Besprochene Titel: Christian David: Kinski. Die
Biografie
Thema: |
| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 08:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:05 | 3sat: Kulturzeit |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 15:45 | 3sat: Schriftsteller der Welt |
| 19:15 | 3sat: Kulturzeit |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 22:05 | MDR: artour |
| 22:15 | RBB: Stilbruch |
| 22:30 | WDR: west.art |
| 22:30 | BR: capriccio |
| 01:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 02:20 | MDR: artour |
| 02:42 | SWR: Leute night |
06:20 3sat Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag
Klaus Kinski wäre gestern 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass ist
jetzt im Aufbau-Verlag Kinski.
Die Biographie
von Christian David erschienen. Diesmal geht es nicht um das ewige enfant terrible,
sondern um den stillen, den introvertierten Künstler, der sich selbst in
eine Maschine eingebracht hat, die ihn mehr oder weniger auffraß. Im Nachhinein
bezeichnete Kinski das Geld, dass er mit den Edgar-Wallace-Filmen verdiente,
als Judaslohn - verlor er sich in den Rollen, die er dort zu spielen hatten,
doch weitgehend selbst. Aus dem wilden Rebell der jungen Jahre wurde so ein
extrovertierter, immer am Rande des Verrücktseins pendelnder Charakter-Cast
- und erst durch die Zusammenarbeit mit Werner Herzog fand er wieder ein wenig
zu sich, zu seinen Wurzeln zurück. Eine interessante Interpretation. Kulturzeit
zeigte ein Interview mit dem Autor Christian David, in dem
ebenfall ein wenig von dieser radikalen Leidenschaft zu spüren ist, die
Kinski zeitlebens verkörperte.
08:00 arte: Kultur
Wiederholung von gestern abend
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag, Themen siehe 06:20
11:20 arte: Kultur
11:45 WDR: FrauTV
Wiederholung vom Vortag - Unter anderem mit einem Bericht über das Frauenbild muslimischer Männer - und vielen Backgroundliteratur-Tipps.
15:45 3sat: Schriftsteller der Welt
Erstsendung 28.5.1998
Erich Maria Remarque wurde über Nacht mit seinem Antikriegsroman
"Im Westen nichts Neues" berühmt, in dem er seine Erfahrungen
während des Ersten Weltkriegs verarbeitete. Hollywood reagierte prompt
und verfilmte das Buch populär. Bevor die Nazis Deutschland unter sich
begruben - und Remarques Bücher auf dem Scheiterhaufen verbrannten - setzte
sich Remarque in die Schweiz und schließlich in die USA ab. Hier traf
er auf andere Literaten wie Feuchtwanger und Brecht. Der Filmbericht zeichnet
ein politisch-literarisches Porträt des Autors.
19:15 3sat: Kulturzeit
Bis jetzt stehen noch keine "Buchthemen" für die Sendung fest. Die Themen der Sendung werden meist erst im Laufe des Tages auf der Homepage des Senders bekannt gegeben.
20:00 arte: Kultur
arte Kultur ist ohnehin zu spontan in seiner Programmplanung, um schon im Vorweg seine Themen für den Abend festzulegen.
22:05 MDR: artour
100 Jahre Hauptmann von Köpenick: Ihn gab es wirklich
- und für viele gilt er als Deutschlands berühmtester Hochstapler.
Sein Name: Wilhelm Voigt, schon mit 14 Jahren polizeilich auffällig, immer
wieder angeklagt wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. Sein größter
Coup gelang ihm 1906 - also vor genau hundert Jahren. Mit einer preußische
Hauptmanns-Uniform, die er sich bei diversen Berliner Trödelhändlern
zusammengekauft hatte, stellte er eine Polizeiwache unter sein Kommando, besetzte
so das Rathaus Köpenick und verhaftete gar den Bürgermeister Langhaus.
Dann türmte er mit der Stadtkasse. Carl
Zuckmayer
machte daraus eine Tragikomödie. Auch verfilmt wurde der Stoff immer wieder
- unter anderem mit Heinz
Rühmann in der Hauptrolle
.
Zu den vielen Neuentdeckungen aus Indien, die die Buchmesse mit sich brachte,
gehört auch die Autorin Shobhaa De. Für sie ist das
Schreiben die letzte Möglichkeit unserer Zeit, den Traum vom Tellerwäscher
zum Millionär wahr werden zu lassen. Zumindest für sie selbst scheint
das zu gelten. Ihr aktueller Roman Glitzernacht,
in dem sie hinter die Kulissen Bollywoods schaut, ist gerade auf deutsch erschienen.
Und in Indien gehört sie ohnehin zu den Bestsellerautorinnen. artour zeigt
ein Porträt der Autorin.
Einer der unbestrittenen Erfolge des hiesigen Buchherbstes ist der Titel Älter
werden
von Silvia Bovenschen. Ganz unsentimental beschreibt sie darin
die Veränderungen, die mit dem Älter werden auch mit dem Körper
vonstatten gehen. Keine Geheimtipps über längere Jugend, sondern ein
erzählender, manchmal poetisch anmutender Rückblick auf ein Leben
und die Gegenwart, gehört das Buch sicherlich zu den glücklicheren
Titeln zum Thema - und wandert daher derzeit durch sämtliche Büchersendungen
und Kanäle.
22:15 RBB: Stilbruch
Geplant ist ein Beitrag zum Volksaufstand, der im Oktober 1956,
vor 50 Jahren, Ungarn auf die Straße trieb. Der Versuch, sich von den
russischen Unterdrückern zu befreien, schien zunächst von Erfolg gekrönt.
Erste unabhängige Zeitungen erschienen, das ganze Land streikte, Studenten
stürzten das Stalin-Denkmal am Budapester Heldenplatz. Dann jedoch schlug
das Militär zurück, die Rote Armee marschierte in Ungarn ein.
Über diese Ereignisse hat der ungarische Schriftsteller György
Dalos das Buch 1956. Der Aufstand in Ungarn geschrieben. Außerdem interviewt Stilbruch
den Autor Imre Kertész zu den Ereignissen damals.
22:30 WDR: west.art
west.art hat sie entdeckt, die neuen Männerbücher. Um die Männer
in den 40ern geht es, um Sinnkrise und Ausbruch - eigentlich nicht anders als
in der Männerliteratur der 70er Jahre. Als Vertreter der neuen Generation
gelten Peter Stamms An
einem Tag wie diesem
- der eine Zeitlang auch im Gespräch für den Deutschen Buchpreis 2006
war und Silvio Huonders Valentinsnacht
.
Natürlich ziehen die still vor sich hin leidenden Helden den Spott der
gesamten weiblichen Leserschaft auf sich. Obwohl - so ganz stimmt das nicht.
Denn z.B. der Lehrer in Stamms Roman leidet kein Stück, merkt nur plötzlich,
dass es im Leben mehr als diese endlose Aneinanderreihung von ewig gleichen
Tagen geben muss, durch die er hindurchwatet. Und so bricht er eben auf, seinen
Traum zu leben. Selbst wenn das völlig unrealistisch ist - und die Kritiker
zu Recht sagen, nicht einmal ein Lehrer sei so naiv, sich auf ein derart zum
Scheitern verurteiltes Unternehmen einzulassen. Mehr über Peter Stamms
Roman übrigens hier
im Literaturblog.
22:30 Bayern3: Capriccio
"Der kleine Prinz" gehört zu den Meisterwerken der Kinderliteratur
- und spricht mit seinen Parabeln Erwachsene nicht weniger an. Die kleine Rose,
um die sich der Prinz solche Sorgen machte, gab es wirklich. Denn die ganze
Liebe des Autors Antoine de Saint-Exupéry galt seiner Frau Consuelo.
Was ihn im übrigen nicht daran hinderte, Consuela bei jeder Gelegenheit
zu betrügen. So war er eben: seine Leidenschaft galt dem Fliegen und den
Frauen. Und wie fast jede Frau liebte und litt Consuela unter der Situation,
konnte sich nicht trennen, was sie aber nicht daran hinderte, mit Tassen nach
ihrem Prinzen zu zielen. Eine Liebe zwischen Anziehung und Abstoßung.
In Grasse gibt es nun eine Ausstellung mit Fotos aus dem Leben der beiden. Das
Buch zur Ausstellung stammt von José Martinez Fructuoso
und Alain Vircondelet: Antoine
und Consuelo de Saint-Exupéry. Eine legendäre Liebe
heißt es.
01:50 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 19:20 Uhr
02:20 MDR: artour
Wiederholung von 22:05 Uhr
02:42 SWR: Leute night
Heute mit der Pferdeflüsterin Andrea Kutsch, die selbst
beim "Original" Monty Roberts in der Lehre war. Über ihre Arbeit
mit den Pferden hat sie ein Buch geschrieben, das folgerichtig Die
Pferdeflüsterin erzählt
heißt. Darin blickt sie zurück auf ihr Leben, ihre ersten Erfahrungen
mit Pferden, ihre Begegnung mit Monty und die Zeit der Lehre bei ihm. So ist
das Buch zu einem spannenden Bericht für all diejenigen geworden, die sich
für Pferde interessieren - und ein wenig besser mit ihnen kommunizieren
wollen.


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