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Name:Ennka
Location:Hamburg, Germany

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Bücher im Fernsehen, Donnerstag 26.10.06


Besprochene Titel:

Wolfram Baentsch: Der Doppelmord an Uwe Barschel
John Banville: Die See
Gerhard Schröder: Entscheidungen
Joachim Körkel: Alkoholabhängigkeit erkennen und behandeln / Rückfall muss keine Katastrophe sein
Marcelo Figueras: Kamtschatka
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Jens König/Nadja Klinger: Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland
Gavin Pretor-Pinney: Wolkengucken
Wolfgang Kaes: Herbstjagd
Stephan Harbort: Das Serienmörder-Prinzip
Michael Lüders: Aminas Restaurant

 

Thema:
Das Attentat auf Jevrem Brkovic
Ernst Jandl
Salman Rushdie
Fritz Molden
Arno Lustiger

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
07:49 SWR: Quergefragt
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Die Übersetzbarkeit der Poesie Ernst Jandls
010:00 3sat: Literatur im Nebel: Salman Rushdie
11:20 arte: Kultur
17:45 3sat: Fritz Molden: Lebenswege
19:15 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:05 MDR: artour
22:15 RBB: Stilbruch
22:30 WDR: west.art
22:30 BR: capriccio
01:40 3sat: Kulturzeit
01:41 SWR: Leute night
02:05 SWR: Leute night
02:20 MDR: artour

 

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag
Und wieder einmal kam es völlig anders. Angekündigt war ein Bericht über die amerikanische Profilerin Helen Morrison, statt dessen gab es den bereits lange angekündigten Bericht über das neue Buch von Wolfram Baentsch: Der Doppelmord an Uwe Barschel. Die Fakten und Hintergründe. 19 Jahre ist es mittlerweile her, dass der rührige Ministerpräsident Barschel tot in der Badewanne eines Genfer Hotels aufgefunden wurde. Die ganze Nation fragte sich damals, ob sich der Politiker aufgrund seiner auswegslosen politschen Lage selbst liquidierte, oder ob er schlicht umgebracht wurde. Nach Ende der Untersuchungen stand fest: Hier liegt offiziell ein Selbstmord vor. Einiges spricht gegen diese These. Und all diese Fakten, die ein freiwilliges Ableben Barschels unwahrscheinlich erscheinen lassen, hat der Journalist in seinem Buch zusammengetragen. Hat die Fakten und Hintergründe akribisch zusammengefasst. Das Buch ist in enger Zusammenarbeit mit Barschels Frau Freya entstanden, die aus verschiedenen Gründen nie an einen Selbstmord geglaubt hat.

Bereits vielfach besprochen ist der Roman Die See des irischen Booker-Preisträgers John Banville. Es ist ein Erinnerungsbuch eines alten Mannes: Nach dem Krebstod seiner Frau zieht es den Kunsthistoriker Max Morden zurück ans Meer, den Ort glücklicher Sommerferien. Hier erinnert er sich zurück an sein Leben, seine erste Liebe, die ersten sexuellen Erfahrungen. Das Buch ist geschrieben im ruhigen Tonfall, viel passiert nicht. Morden jedoch kann sich hier, beim therapeutischen Kommen und Gehen der Wellen, mit seinem eigenen Schicksal versöhnen. Ein Sturm in der Streichholzschachtel, sagte ein Kritiker recht treffend. (Den Video-Stream einer Unterhaltung zwischen Elke Heidenreich und Gerd Scobel über das Buch hat 3sat online gestellt.)

Bei einem Überfall ist einer der bekanntesten montenegrinischen Schriftsteller schwer verletzt und sein Fahrer erschossen worden. Die Angreifer hätten den 73-jährige Jevrem Brkovic , einen der glühendsten Fürsprecher der montenegrinischen Unabhängigkeit, in der Nacht zum Mittwoch vor seinem Haus in Podgorica mit Stahlstangen geschlagen, berichten die Medien in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Als sein Fahrer ihm zur Hilfe eilen wollte, hätten sie diesen getötet, berichten die Medien in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Der Schriftsteller hatte unlängst ein Buch veröffentlicht, in dem er offen über Skandale und Affären montenegrinischer Prominenter geschrieben hatte.

 

07:49 SWR: Quergefragt

Normalerweise dauert es ein paar Jahre, bis ehemalige Politiker ihre Biografie veröffentlichen. Um anderen Biografen zuvor zu kommen, hat sich Gerhard Schröder umgehend an die Arbeit gemacht, so dass Entscheidungen. Mein Leben in der Politik schon ein Jahr nach seinem Wahldebakel erhältlich ist. Um den Medienhype zu puschen, sind in sämtlichen Sendern Sondersendungen zum Thema geschaltet. So auch hier. Im Mainzer Staatstheater wird heiß über die Frage diskutiert: Brauchen wir wieder einen Basta-Kanzler?

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung von gestern abend
Auch arte Kultur berichtet kurz über den Überfall auf Jevrem Brkovic, weiß allerdings auch nicht mehr darüber als die Redakteure der 3sat-Kulturzeit. Mehr zu dem Thema finden Sie wie üblich bei den Google-News.

 

09:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

09:05 3sat: Die Übersetzbarkeit der Poesie Ernst Jandls

Erstsendung 18.12.2005
Francisco Diaz ist Literaturübersetzer in Havanna und hat sich auf die Gedichte des österreichischen Autors Ernst Jandl (1925 - 2000) spezialisiert. Mit einem Reisestipendium kommt er nach Wien und trifft Weggefährten Jandls wie Friederike Mayröcker, Bodo Hell und Bernhard Fetz. Außerdem besucht er drei der wichtigsten Jandl-Übersetzer: Istvan Eörsi in Budapest, Luigi Reitani in Udine und Jean-Pierre Levebre in Paris. Dabei tauschen sie ihre persönlichen Erfahrungen mit der Übertragung von Jandls Werk in andere Sprachen aus.

 

10:00 3sat: Literatur im Nebel - Salman Rushdie an einem Ende der Welt

Wenn sich im Herbst der Nebel über das nördliche Waldviertel senkt, verleitet dies zur Introspektion. Zum Nachspüren. Zum genaueren Hinhören. "Literatur im Nebel" heißt deshalb auch das neue Literaturfestival, das im Oktober 2006 erstmals in Heidenreichstein ausgetragen wird: ein Literaturfest für und rund um herausragende Schriftsteller. In diesem Jahr dreht sich alles um den britisch-indischen Schriftsteller Salman Rushdie.
"Literatur im Nebel - Salman Rushdie an einem Ende der Welt" porträtiert Salman Rushdie in der kargen Herbstnebelwelt von Heidenreichstein. Ein Weltstar der Literatur, der abseits des Weltgeschehens ganz bewusst die Symbolkraft der Verlassenheit dieser, wie es zunächst scheint, abgelegenen Moorlandschaft wählte, um hier über sein Werk und über die Folgen der heute rapide zunehmenden Einschränkung des Bürgerrechts Meinungsfreiheit zu reflektieren.

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

11.45 RBB: Menschen bei Maischberger

Wiederholung vom Dienstag
Wiederholung vom Vortag. Thema: „Lieblingsdroge Alkohol: Haben wir kein Recht auf Rausch?“
Unter den Gästen ist auch Prof. Dr. Joachim Körkel. Der Suchtpsychologe aus Nürnberg hat eine Alkoholtherapie ohne „Abstinenzdogmatismus“ entwickelt. Mit „kontrolliertem Trinken“ sollen selbst Schwerstabhängige lernen, ihren Konsum zu drosseln. „Natürlich wäre Abstinenz der goldene Weg“, erklärt Körkel. „Er ist aber nicht allen möglich.“ Körkel hat mehrere Bücher zur Suchtproblematik veröffentlicht, so Alkoholabhängigkeit erkennen und behandeln. Mit literarischen Beispielen und Rückfall muß keine Katastrophe sein. Ein Leitfaden für Abhängige und Angehörige

 

11:45 WDR: FrauTV

Wiederholung vom Vortag
Zwei Buchtipps hat Christine Westerwelle in ihrer Rubrik "Vorgelesen": „Kamtschatka “ von Marcelo Figueras und „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Ihre Kommentare zu den Büchern sind auf der Infopage des Senders schon vorabgedruckt - aber sie hier wiederzugeben würde wohl die Grenzen des Copyrights sprengen. Insofern beschränke ich mich hier darauf hinzuweisen, dass „Gut gegen Nordwind" bereits hier im Literaturblog ausführlich - mit Lese- und Hörprobenlinks sowie Links auf weitere Onlinerezensionen besprochen wurde. Es ist eine Liebesgeschichte in Emails, sehr modern, sehr schnell zu lesen, teilweise sehr amüsant. Wie gesagt, an anderen Stellen mehr davon.
„Kamtschatka“ ist auch für mich ein neuer Titel. Im Verlagstext heißt es vielversprechend: «Kurz nach dem Militärputsch in Buenos Aires 1976 taucht ein regimekritischer Anwalt mit seiner Familie in einem abgelegenen Landhaus unter. Was für die Eltern bitter-gefährliche Überlebenstechnik ist, wird für die beiden Söhne zu einem grandiosen Abenteuer mit Codes, Agenten und Verstecken. Figueras verwebt aus der Sicht des zehnjährigen Harry Bedrohung und Spiel, Spannung und Angst zu einem tragikomischen Roman voll existenzieller Kraft und mit einer wunderschönen Erzählstimme.» Und Christine Westerwelle meint kurz, aber deutlich: "Bitte unbedingt lesen". Mehr dazu in der Sendung.

 

17:45 3sat: Fritz Molden: Lebenswege

Er ist ein eindrucksvoller Zeitzeuge für das Wiedererstehen der Zweiten Republik: der Verleger Fritz Molden, 1924 in Wien geboren. Als Sohn des Presse-Herausgebers Ernst Molden und der Bundeshymne-Dichterin Paula Preradovic in großbürgerlichem Haus aufgewachsen, kämpfte er als Jugendlicher im Untergrund gegen das Dritte Reich, während seine Eltern nur knapp dem Tod durch Hinrichtung entkamen. Als Verleger erlebte er alle Höhen und Tiefen zwischen Konkurs und Bestsellererfolgen.
In dem Film blickt Fritz Molden auf sein Leben zurück.

19:15 3sat: Kulturzeit

Mittlerweile bin ich ein wenig skeptisch, was die Vorankündigungen auf der Homepage des Senders angeht. Die Themen der Sendung werden dort meist erst im Laufe des Tages auf der bekannt gegeben.



20:00 arte: Kultur

arte Kultur ist ohnehin zu spontan in seiner Programmplanung, um schon im Vorweg seine Themen für den Abend festzulegen.



22:05 MDR: artour

Die Via Regia war eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Europas. "artour" begibt sich in einem Spezial auf Reisen und besucht verschiedene Orte am Wegesrand. Unter anderem nach Krakow, der Heimat vieler bekannter Schriftsteller, Künstler, Philosophen und Händler.



22:15 RBB: Stilbruch

Wie die "Unterschicht" arm wurde
Die Berliner Autoren Jens König und Nadja Klinger sind zwei Jahre nach der Einführung von Hartz IV durchs Land gefahren und haben einen Bericht über die neue Armut in Deutschland geschrieben. Sie fordern eine bessere Bildungspolitik und den Abschied von der "Lebenslüge", dass jeder von Arbeit leben kann. Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland heißt das eben erschienene Buch der beiden.

Wie der Schriftsteller Arno Lustiger das KZ überlebte
Arno Lustiger ist der Cousin des Erzbischofs von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger, und auch Mitbegründer der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt a. M. Lustiger wurde während der Naziherrschaft in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Auf den Jüdischen Kulturtagen in Berlin erzählt er vom Schicksal Shoa-Überlebender (mit Musik der "Happy Boys")!


22:30 WDR: west.art

Gemälde des Himmels- Wie "Wolkengucken" den Blick verändert
Sie können Erdbeben ankündigen, so schwer wie 80 Elefanten sein oder den Göttern dienen: Wolken. Seit jeher spielen sie in allen Kulturen eine besondere Rolle. Jetzt enthüllt das Buch "Wolkengucken" von Gavin Pretor-Pinney Neues und Unglaubliches aus Wissenschaft und Geschichte - und verändert den Blick in den Himmel.

Martina lernt einen Mann kennen. Aber schon bald verlangt er von ihr bizarre Liebesbeweise und sie bekommt panische Angst. Als sie die Beziehung beendet, macht er ihr das Leben zur Hölle. Um Stalking geht es in Wolfgang Kaes' neuem Roman "Herbstjagd". west.art über Hintergründe und die aktuelle Gesetzeslage.

Manch einer hätte angesichts dieser politischen Bilanz lieber die Erinnerung verloren - Gerhard Schröder aber verkauft sie. Gedanken über das Buch Entscheidungen. Mein Leben in der Politik, das noch keiner gelesen, das aber jeder schon kommentiert hat. Was wird wohl alles nicht drinstehen? Spannende Geschichten über vier Ehen? Alles über die Freundschaften mit Oskar, Rudolf und dem Deutschen Gewerkschaftsbund? Und Antworten auf die Frage, wo er sich versprochen hat, wenn er was versprochen hat?



22:30 Bayern3: Capriccio

Heute laut Programmvorschau ohne Buchbesprechungen.

 

01:40 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 19:20 Uhr

 

01:41 SWR: Leute night

Was macht einen Menschen zum Serienmörder? Gibt es eine todbringende Gesetzmäßigkeit? Warum kann jemand nicht aufhören, andere auf oft bestialische Weise umzubringen? Der Kriminalhauptkommissar und Lehrbeauftragte Stephan Harbort hat sich in 15jähriger Forschung zum international anerkannten Experten entwickelt. Er hat sich mit 50 Serienmördern unterhalten. Dabei zeigt sich, dass kein idealtypisches Täterprofil existiert. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten. Nach fünfzehnjähriger Forschungsarbeit ist es Stephan Harbort gelungen, den Code des Bösen zu entschlüsseln. Er deckt Ursache und Wirkung des Phänomens Serienmord auf. Dabei wird deutlich, dass sich hinter dem Gesicht des "freundlichen Nachbarn" auch eine hässliche Fratze verbergen könnte, die urplötzlich losschlägt und seinem Opfer einen grauenvollen Tod beschert. Im August 2006 hat er ein Buch über seine Arbeit veröffentlicht: Das Serienmörder-Prinzip.

 

02:05 SWR: Leute night

Wiederholung vom 30.03.2006
Michael Lüders
ist Journalist und einer der fundiertesten Islam-Experten in Deutschland. Lüders studierte Orientalistik in Berlin, arabische Literatur in Damaskus und promovierte über das ägyptische Kino. Lüders arbeitete für die ZEIT, drehte Dokumentarfilme, schreibt Sachbücher und kommt immer dann in's Fernsehen, wenn Konflikte in Afghanistan, im Irak oder an anderen Brennpunkten des Nahen und Mittleren Ostens eskalieren. Und nebenbei schreibt er Erzählungen. Sein im Frühjahr veröffentlichtes Buch Aminas Restaurant nennt er ein modernes Märchen. Es erzählt vom Marokkaner Sid Mohammed Boucetta, der seinen Traum wahr machen möchte, in Bremen am Deich ein Restaurant zu eröffnen. Während seine Frau Amina verführerische Speisen kocht, erzählt Sid Mohammed in der Tradition des orientalischen Märchenerzählers von Liebe und Leid, Grausamkeit und Glück. Wie in jedem Märchen aber liegt das Böse auf der Lauer ...

 

02:20 MDR: artour

Wiederholung von 22:05 Uhr