Bücher im Fernsehen, Donnerstag 26.10.06
| Besprochene Titel: Wolfram Baentsch: Der Doppelmord
an Uwe Barschel
Thema: |
| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 07:49 | SWR: Quergefragt |
| 08:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:05 | 3sat: Die Übersetzbarkeit der Poesie Ernst Jandls |
| 010:00 | 3sat: Literatur im Nebel: Salman Rushdie |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 17:45 | 3sat: Fritz Molden: Lebenswege |
| 19:15 | 3sat: Kulturzeit |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 22:05 | MDR: artour |
| 22:15 | RBB: Stilbruch |
| 22:30 | WDR: west.art |
| 22:30 | BR: capriccio |
| 01:40 | 3sat: Kulturzeit |
| 01:41 | SWR: Leute night |
| 02:05 | SWR: Leute night |
| 02:20 | MDR: artour |
06:20 3sat Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag
Und wieder einmal kam es völlig anders. Angekündigt war ein Bericht
über die amerikanische Profilerin Helen Morrison, statt dessen gab es den
bereits lange angekündigten Bericht über das neue Buch von Wolfram
Baentsch: Der
Doppelmord an Uwe Barschel. Die Fakten und Hintergründe.
19 Jahre ist es mittlerweile her, dass der rührige Ministerpräsident
Barschel tot in der Badewanne eines Genfer Hotels aufgefunden wurde. Die ganze
Nation fragte sich damals, ob sich der Politiker aufgrund seiner auswegslosen
politschen Lage selbst liquidierte, oder ob er schlicht umgebracht wurde. Nach
Ende der Untersuchungen stand fest: Hier liegt offiziell ein Selbstmord vor.
Einiges spricht gegen diese These. Und all diese Fakten, die ein freiwilliges
Ableben Barschels unwahrscheinlich erscheinen lassen, hat der Journalist in
seinem Buch zusammengetragen. Hat die Fakten und Hintergründe akribisch
zusammengefasst. Das Buch ist in enger Zusammenarbeit mit Barschels Frau Freya
entstanden, die aus verschiedenen Gründen nie an einen Selbstmord geglaubt
hat.
Bereits vielfach besprochen ist der Roman Die
See
des irischen Booker-Preisträgers John Banville. Es ist
ein Erinnerungsbuch eines alten Mannes: Nach dem Krebstod seiner Frau zieht
es den Kunsthistoriker Max Morden zurück ans Meer, den Ort glücklicher
Sommerferien. Hier erinnert er sich zurück an sein Leben, seine erste Liebe,
die ersten sexuellen Erfahrungen. Das Buch ist geschrieben im ruhigen Tonfall,
viel passiert nicht. Morden jedoch kann sich hier, beim therapeutischen Kommen
und Gehen der Wellen, mit seinem eigenen Schicksal versöhnen. Ein Sturm
in der Streichholzschachtel, sagte ein Kritiker recht treffend. (Den Video-Stream
einer Unterhaltung zwischen Elke Heidenreich und Gerd Scobel über das Buch
hat 3sat online gestellt.)
Bei einem Überfall ist einer der bekanntesten montenegrinischen Schriftsteller
schwer verletzt und sein Fahrer erschossen worden. Die Angreifer hätten
den 73-jährige Jevrem
Brkovic ,
einen der glühendsten Fürsprecher der montenegrinischen Unabhängigkeit,
in der Nacht zum Mittwoch vor seinem Haus in Podgorica mit Stahlstangen geschlagen,
berichten die Medien in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Als sein
Fahrer ihm zur Hilfe eilen wollte, hätten sie diesen getötet, berichten
die Medien in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Die Hintergründe
der Tat sind unklar. Der Schriftsteller hatte unlängst ein Buch veröffentlicht,
in dem er offen über Skandale und Affären montenegrinischer Prominenter
geschrieben hatte.
07:49 SWR: Quergefragt
Normalerweise dauert es ein paar Jahre, bis ehemalige Politiker ihre Biografie
veröffentlichen. Um anderen Biografen zuvor zu kommen, hat sich Gerhard
Schröder umgehend an die Arbeit gemacht, so dass Entscheidungen. Mein Leben in der Politik schon ein Jahr nach seinem Wahldebakel erhältlich ist. Um
den Medienhype zu puschen, sind in sämtlichen Sendern Sondersendungen zum
Thema geschaltet. So auch hier. Im Mainzer Staatstheater wird heiß über
die Frage diskutiert: Brauchen wir wieder einen Basta-Kanzler?
08:00 arte: Kultur
Wiederholung von gestern abend
Auch arte Kultur berichtet kurz über den Überfall auf Jevrem
Brkovic, weiß allerdings auch nicht mehr darüber als die
Redakteure der 3sat-Kulturzeit. Mehr zu dem Thema finden Sie wie üblich
bei den Google-News.
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Die Übersetzbarkeit der Poesie Ernst Jandls
Erstsendung 18.12.2005
Francisco Diaz ist Literaturübersetzer in Havanna und hat sich auf die
Gedichte des österreichischen Autors Ernst
Jandl
(1925 - 2000) spezialisiert. Mit einem Reisestipendium kommt er nach Wien und
trifft Weggefährten Jandls wie Friederike Mayröcker, Bodo Hell und
Bernhard Fetz. Außerdem besucht er drei der wichtigsten Jandl-Übersetzer:
Istvan Eörsi in Budapest, Luigi Reitani in Udine und Jean-Pierre Levebre
in Paris. Dabei tauschen sie ihre persönlichen Erfahrungen mit der Übertragung
von Jandls Werk in andere Sprachen aus.
10:00 3sat: Literatur im Nebel - Salman Rushdie an einem Ende der Welt
Wenn sich im Herbst der Nebel über das nördliche Waldviertel senkt,
verleitet dies zur Introspektion. Zum Nachspüren. Zum genaueren Hinhören.
"Literatur im Nebel" heißt deshalb auch das neue Literaturfestival,
das im Oktober 2006 erstmals in Heidenreichstein ausgetragen wird: ein Literaturfest
für und rund um herausragende Schriftsteller. In diesem Jahr dreht sich
alles um den britisch-indischen Schriftsteller Salman Rushdie.
"Literatur im Nebel - Salman Rushdie an einem Ende der Welt" porträtiert
Salman Rushdie in der kargen Herbstnebelwelt von Heidenreichstein.
Ein Weltstar der Literatur, der abseits des Weltgeschehens ganz bewusst die
Symbolkraft der Verlassenheit dieser, wie es zunächst scheint, abgelegenen
Moorlandschaft wählte, um hier über sein Werk und über die Folgen
der heute rapide zunehmenden Einschränkung des Bürgerrechts Meinungsfreiheit
zu reflektieren.
11:20 arte: Kultur
11.45 RBB: Menschen bei Maischberger
Wiederholung vom Dienstag
Wiederholung vom Vortag. Thema: „Lieblingsdroge Alkohol: Haben wir kein
Recht auf Rausch?“
Unter den Gästen ist auch Prof. Dr. Joachim Körkel.
Der Suchtpsychologe aus Nürnberg hat eine Alkoholtherapie ohne „Abstinenzdogmatismus“
entwickelt. Mit „kontrolliertem Trinken“ sollen selbst Schwerstabhängige
lernen, ihren Konsum zu drosseln. „Natürlich wäre Abstinenz
der goldene Weg“, erklärt Körkel. „Er ist aber nicht allen
möglich.“ Körkel hat mehrere Bücher zur Suchtproblematik
veröffentlicht, so Alkoholabhängigkeit
erkennen und behandeln. Mit literarischen Beispielen
und Rückfall
muß keine Katastrophe sein. Ein Leitfaden für Abhängige und Angehörige
11:45 WDR: FrauTV
Wiederholung vom Vortag
Zwei Buchtipps hat Christine Westerwelle in ihrer Rubrik "Vorgelesen":
„Kamtschatka
“
von Marcelo Figueras und „Gut
gegen Nordwind
“
von Daniel Glattauer. Ihre Kommentare zu den Büchern sind
auf der Infopage
des Senders schon vorabgedruckt - aber sie hier wiederzugeben würde
wohl die Grenzen des Copyrights sprengen. Insofern beschränke ich mich
hier darauf hinzuweisen, dass „Gut gegen Nordwind" bereits hier
im Literaturblog ausführlich - mit Lese- und Hörprobenlinks sowie
Links auf weitere Onlinerezensionen besprochen wurde. Es ist eine Liebesgeschichte
in Emails, sehr modern, sehr schnell zu lesen, teilweise sehr amüsant.
Wie gesagt, an anderen Stellen mehr davon.
„Kamtschatka“ ist auch für mich ein neuer Titel. Im Verlagstext
heißt es vielversprechend: «Kurz nach dem Militärputsch in
Buenos Aires 1976 taucht ein regimekritischer Anwalt mit seiner Familie in einem
abgelegenen Landhaus unter. Was für die Eltern bitter-gefährliche
Überlebenstechnik ist, wird für die beiden Söhne zu einem grandiosen
Abenteuer mit Codes, Agenten und Verstecken. Figueras verwebt aus der Sicht
des zehnjährigen Harry Bedrohung und Spiel, Spannung und Angst zu einem
tragikomischen Roman voll existenzieller Kraft und mit einer wunderschönen
Erzählstimme.» Und Christine Westerwelle meint kurz, aber deutlich:
"Bitte unbedingt lesen". Mehr dazu in der Sendung.
17:45 3sat: Fritz Molden: Lebenswege
Er ist ein eindrucksvoller Zeitzeuge für das Wiedererstehen der Zweiten
Republik: der Verleger Fritz Molden, 1924 in Wien geboren. Als Sohn des Presse-Herausgebers
Ernst Molden und der Bundeshymne-Dichterin Paula Preradovic in großbürgerlichem
Haus aufgewachsen, kämpfte er als Jugendlicher im Untergrund gegen das
Dritte Reich, während seine Eltern nur knapp dem Tod durch Hinrichtung
entkamen. Als Verleger erlebte er alle Höhen und Tiefen zwischen Konkurs
und Bestsellererfolgen.
In dem Film blickt Fritz Molden auf sein Leben zurück.
19:15 3sat: Kulturzeit
Mittlerweile bin ich ein wenig skeptisch, was die Vorankündigungen auf der Homepage des Senders angeht. Die Themen der Sendung werden dort meist erst im Laufe des Tages auf der bekannt gegeben.
20:00 arte: Kultur
arte Kultur ist ohnehin zu spontan in seiner Programmplanung, um schon im Vorweg seine Themen für den Abend festzulegen.
22:05 MDR: artour
Die Via Regia war eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Europas. "artour" begibt sich in einem Spezial auf Reisen und besucht verschiedene Orte am Wegesrand. Unter anderem nach Krakow, der Heimat vieler bekannter Schriftsteller, Künstler, Philosophen und Händler.
22:15 RBB: Stilbruch
Wie die "Unterschicht" arm wurde
Die Berliner Autoren Jens König und Nadja Klinger
sind zwei Jahre nach der Einführung von Hartz IV durchs Land gefahren und
haben einen Bericht über die neue Armut in Deutschland geschrieben. Sie
fordern eine bessere Bildungspolitik und den Abschied von der "Lebenslüge",
dass jeder von Arbeit leben kann. Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland heißt das eben erschienene Buch der beiden.
Wie der Schriftsteller Arno Lustiger das KZ überlebte
Arno Lustiger ist der Cousin des Erzbischofs von Paris, Kardinal
Jean-Marie Lustiger, und auch Mitbegründer der Jüdischen Gemeinde
in Frankfurt a. M. Lustiger wurde während der Naziherrschaft in mehrere
Konzentrationslager verschleppt. Auf den Jüdischen Kulturtagen in Berlin
erzählt er vom Schicksal Shoa-Überlebender (mit Musik der "Happy
Boys")!
22:30 WDR: west.art
Gemälde des Himmels- Wie "Wolkengucken" den Blick verändert
Sie können Erdbeben ankündigen, so schwer wie 80 Elefanten sein oder
den Göttern dienen: Wolken. Seit jeher spielen sie in allen Kulturen eine
besondere Rolle. Jetzt enthüllt das Buch "Wolkengucken"
von Gavin Pretor-Pinney Neues und Unglaubliches aus Wissenschaft
und Geschichte - und verändert den Blick in den Himmel.
Martina lernt einen Mann kennen. Aber schon bald verlangt er von ihr bizarre
Liebesbeweise und sie bekommt panische Angst. Als sie die Beziehung beendet,
macht er ihr das Leben zur Hölle. Um Stalking geht es in Wolfgang
Kaes' neuem Roman "Herbstjagd". west.art über Hintergründe
und die aktuelle Gesetzeslage.
Manch einer hätte angesichts dieser politischen Bilanz lieber die Erinnerung
verloren - Gerhard Schröder aber verkauft sie. Gedanken
über das Buch Entscheidungen.
Mein Leben in der Politik,
das noch keiner gelesen, das aber jeder schon kommentiert hat. Was wird wohl
alles nicht drinstehen? Spannende Geschichten über vier Ehen? Alles über
die Freundschaften mit Oskar, Rudolf und dem Deutschen Gewerkschaftsbund? Und
Antworten auf die Frage, wo er sich versprochen hat, wenn er was versprochen
hat?
22:30 Bayern3: Capriccio
Heute laut Programmvorschau ohne Buchbesprechungen.
01:40 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 19:20 Uhr
01:41 SWR: Leute night
Was macht einen Menschen zum Serienmörder? Gibt es eine todbringende
Gesetzmäßigkeit? Warum kann jemand nicht aufhören, andere auf
oft bestialische Weise umzubringen? Der Kriminalhauptkommissar und Lehrbeauftragte
Stephan Harbort hat sich in 15jähriger Forschung zum international
anerkannten Experten entwickelt. Er hat sich mit 50 Serienmördern unterhalten.
Dabei zeigt sich, dass kein idealtypisches Täterprofil existiert. Und doch
gibt es Gemeinsamkeiten. Nach fünfzehnjähriger Forschungsarbeit ist
es Stephan Harbort gelungen, den Code des Bösen zu entschlüsseln.
Er deckt Ursache und Wirkung des Phänomens Serienmord auf. Dabei wird deutlich,
dass sich hinter dem Gesicht des "freundlichen Nachbarn" auch eine
hässliche Fratze verbergen könnte, die urplötzlich losschlägt
und seinem Opfer einen grauenvollen Tod beschert. Im August 2006 hat er ein
Buch über seine Arbeit veröffentlicht: Das
Serienmörder-Prinzip.
02:05 SWR: Leute night
Wiederholung vom 30.03.2006
Michael Lüders ist Journalist und einer der fundiertesten Islam-Experten
in Deutschland. Lüders studierte Orientalistik in Berlin, arabische Literatur
in Damaskus und promovierte über das ägyptische Kino. Lüders
arbeitete für die ZEIT, drehte Dokumentarfilme, schreibt Sachbücher
und kommt immer dann in's Fernsehen, wenn Konflikte in Afghanistan, im Irak
oder an anderen Brennpunkten des Nahen und Mittleren Ostens eskalieren. Und
nebenbei schreibt er Erzählungen. Sein im Frühjahr veröffentlichtes
Buch Aminas
Restaurant
nennt er ein modernes Märchen. Es erzählt vom Marokkaner Sid Mohammed
Boucetta, der seinen Traum wahr machen möchte, in Bremen am Deich ein Restaurant
zu eröffnen. Während seine Frau Amina verführerische Speisen
kocht, erzählt Sid Mohammed in der Tradition des orientalischen Märchenerzählers
von Liebe und Leid, Grausamkeit und Glück. Wie in jedem Märchen aber
liegt das Böse auf der Lauer ...
02:20 MDR: artour
Wiederholung von 22:05 Uhr


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