Bücher im Fernsehen, Freitag 20.10.06
| Besprochene Titel: Silvia Bovenschen: Älter
werden
Themen: |
| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 08:00 | arte: Kultur | 08:37 | SWR: Schiller - Der Rebell der Bühnet |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:05 | 3sat: Kulturzeit |
| 10:00 | WDR: Menschen hautnah |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 13:00 | MDR: artour |
| 19:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 22:00 | NDR/HR: 3nach9 |
| 22:25 | arte: Themenabend Hannah Arendt |
| 22:30 | WDR: west.art |
| 23:30 | SWR: Nachtkultur |
| 23:50 | arte: Judith Butler, Philosophin der Gender |
| 00:00 | SWR: Literatur im Foyer |
| 02:25 | SWR: Leute night |
| 02:30 | arte: Hannah Arendt in New York |
| 03:30 | 3sat: Kulturzeit |
06:20 3sat Kulturzeit
Donnerstag ist wie so oft Büchertag bei der Kulturzeit. Dementsprechend bunt ist die Palette der Beiträge heute in der Wiederholung vom Vortag.
Einmal mehr wird Silvia Bovenschens Buch Älter
werden
besprochen. Kulturzeit bringt zunächst ein Interview mit der Autorin selbst
und befragt anschließend die promovierte Germanistin und Journalistin
Gunhild Kübler über ihre Eindrücke vom Buch. Wie fast immer loben
alle Beteiligten das Buch in höchsten Tönen. Engagiert, couragiert
sei es, sehr persönlich, ohne je dabei in Wehleidigkeit abzurutschen. Bovenschen
redet sehr bewusst davon, dass "zu ihrer Zeit" die Dinge anders waren
und distanziert sich damit ein ganzes Stück von der Gegenwart. Sie blickt
zurück auf die Nachkriegsjahre, in denen sie Kind war, auf die 50er Jahre
mit dem ersten Aufbegehren gegen gängige Rollenklischees, auf die 68er
und ihre Liebe zu Adorno - all das unter dem Aspekt des Älter werdens,
geschrieben in einem leicht lesbaren Plauderton, ohne je dabei platt zu werden.
Frau Kübler zumindest beglückwünscht all jene, die die Lektüre
des Buches noch vor sich haben.
Ebenfalls bereits den Siegeszug durch die diversen Literatursendungen angetreten
hat Gavin Pretor-Pinney mit seinem Band Wolkengucken.
Ein Handbuch.
Er hält das Bestaunen der verschiedenen Wolkenformationen am Himmel für
die ideale Therapie gegen die Schnelllebigkeit dieser Zeit. Den in die Wolken
zu sehen und sie zu interpretieren sei nicht nur eine Art sanfter Rohrschachtest,
der eine Menge über die eigene Befindlichkeit verrät. Er hat zu diesem
Zweck sogar einen eigenen Club der Wolkengucker gegründet. Auf deren Homepage
stellen die inzwischen mehrere Tausend Mitglieder, allesamt leidenschaftliche
Cloudspotter, ihre Fotos und Geschichten ein. Etwa die von dem Mann, der die
Scheidung einreichte, als seine Frau seine Begeisterung für einen Gewitterhimmel
bei nächtlicher Autofahrt nicht zu teilen vermochte....
Elfriede Jelinek feiert heute ihren 60. Geburtstag. Das originelste
Geschenk stammt sicherlich von der Viennale. Auf dem Wiener Filmfest hat die
Nobelpreisträgerin einen eigenen Tag bekommen - und durfte sich sechs Filme
aussuchen, die sie gern sehen würde. Kulturzeit berichtet von der so entstandenen
Mischung, die von Alfred Hitchcocks Vertigo
bis David Lynchs Lost
Highway
reicht.
Ausschnitte aus den Filmen wechseln sich mit älteren und einem aktuellen
Interview. Alles ein wenig düster, wie man es von der Jelinek auch sonst
kennt.
Am gestrigen Donnerstag wurde der österreichische Romancier, Essayist
und Übersetzer Robert Menasse, zum Ritter des französischen
Ordens der Arts et Lettres ernannt. Erst vor ein paar Tagen wurde sein erstes
Theaterstück Paradies
der Ungeliebten
in Darmstadt uraufgeführt.
Sieben Männer, die bei einer Sonnenwendfeier im mecklenburgischen Pretzien
neben einer amerikanischen Flagge auch ein Exemplar vom Tagebuch
der Anne Frank
verbrannt hatten, sind gestern wegen Volksverhetzung angeklagt worden. Laut
Staatsanwaltschaft hätten die Männer «unter bewusster Auswahl
symbolträchtiger Handlungen und unter eindeutiger Verwendung neonazistischen
und nationalsozialistischen Sprachgebrauchs Anne Frank verhöhnt
und mit ihr sämtliche Opfer ehemaliger Konzentrationslager des NS-Regimes.»
08:00 arte: Kultur
Wiederholung vom Vorabend.
Das
aktuelle Buchphänomen in Frankreich lautet Les Bienveillantes - die deutsche Übersetzung "Die Wohlgesonnenen"
ist leider bisher noch nicht auf dem Markt. In Frankreich wurden vom ca 900
Seiten starken Buch bereits wenige Wochen nach Erscheinen über 200.000
Exemplare verkauft.
Einmal mehr geht es um die NS-Zeit, genauer um einen Henker, der sich seiner
Schuld durchaus nicht bewusst ist. Wie alle der damaligen Nazigrößen
sieht er sich lediglich als Ausführenden - und das ist durchaus nicht unproblematisch,
da das Buch komplett in seiner subjektiven Perspektive geschrieben ist, ohne
diese Perspektive je duch Nebenfiguren zu hinterfragen. Da hilft es auch nicht,
dass Jonathan Littell noch relativ jung ist - und somit der
Verdacht, es könne sich um eine verkappte Form von Apologie handeln, hinfällig
wird. Aber Littell macht sich rar, gibt selten Interviews und ist fürs
Fernsehen derzeit überhaupt nicht zu haben. In sofern lässt sich über
seine Motivlage nur spekulieren.
08:37 SWR: Friedrich Schiller - Der Rebell der Bühne
Film im Rahmen des Schulfernsehens, gedacht ab Klasse 8 - also in kleineren Appetithäppchen angerichtet, locker aufbereitet und sicherlich sehr informativ. Bildungsbürgertauglich: Gezeigt werden die Vorbereitungen einer Schüleraufführung am Leipziger Theater. Die Schauspieler diskutieren darüber, welche Motive Schillers sich heute hervorzuheben lohnen und arbeiten so wie nebenbei heraus, warum Schiller uns auch heute noch eine Menge zu sagen hat. Bei dem Stück handelt es sich um eine Collage aus Gedichten und Szenen verschiedener Stücke Schillers.
09 :00 arte: Kultur
Wiederholung von 8:00 Uhr
09:05 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 6:20 Uhr
10:00 WDR: Menschen hautnah
Wiederholung vom 18.10.06 - Kai liebt Rosa
Es ist nicht gerade Romeo und Julia, aber spannungsgeladen ist die Beziehung
zwischen dem deutschen Unternehmer Kai und seiner kubanischen Freundin Rosa
trotz allem. Nicht nur der Standesunterschied und die Hautfarbe trennen die
beiden. Auch Kais Freundeskreis ist skeptisch, was die Möglichkeiten dieser
interkulturellen Beziehung angeht. Rosa befindet sich in Deutschland in der
Fremde und muss sich gegen diverse Vorurteile behaupten.
Anhand des Beispiels dieser beiden Liebenden versucht die Sendung, die Chancen
und Schwierigkeiten interkultureller Beziehungen aufzuzeigen. Die Buchtipps
zur Sendung:
- Hiltrud Stöcker-Zafari, Jörg Wegner: Binationaler Alltag in Deutschland
Ratgeber für Ausländerrecht, Familienrecht und interkulturelles Zusammenleben. Hrsg. vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf)
Brandes & Apsel 2004
ISBN 3-86099-187-6 Preis: 14,90 Euro - Christian Urech, Isabelle Schiess, Valentin Stucki: Binational? Genial!
Atlantis, Orell Füssli 2005
ISBN 3-7152-1051-6, Preis: 16,40 Euro - Wo die Liebe hinfällt. Geschichten von Paaren aus zwei Kulturen
Hrsg. von Petra Sparrer
Gatzanis 2001
ISBN 3-932855-02-7, Preis: 15,20 Euro
11:20 arte: Kultur
Wiederholung von 8:00 Uhr
11:15 RBB: Stilbruch
Geplant ist ein Beitrag zum Volksaufstand, der im Oktober 1956,
vor 50 Jahren, Ungarn auf die Straße trieb. Der Versuch, sich von den
russischen Unterdrückern zu befreien, schien zunächst von Erfolg gekrönt.
Erste unabhängige Zeitungen erschienen, das ganze Land streikte, Studenten
stürzten das Stalin-Denkmal am Budapester Heldenplatz. Dann jedoch schlug
das Militär zurück, die Rote Armee marschierte in Ungarn ein.
Über diese Ereignisse hat der ungarische Schriftsteller György
Dalos das Buch 1956.
Der Aufstand in Ungarn
geschrieben. Außerdem interviewt Stilbruch den Autor Imre Kertész
zu den Ereignissen damals.
13:00 MDR: artour
100 Jahre Hauptmann von Köpenick: Ihn gab es wirklich
- und für viele gilt er als Deutschlands berühmtester Hochstapler.
Sein Name: Wilhelm Voigt, schon mit 14 Jahren polizeilich auffällig, immer
wieder angeklagt wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. Sein größter
Coup gelang ihm 1906 - also vor genau hundert Jahren. Mit einer preußische
Hauptmanns-Uniform, die er sich bei diversen Berliner Trödelhändlern
zusammengekauft hatte, stellte er eine Polizeiwache unter sein Kommando, besetzte
so das Rathaus Köpenick und verhaftete gar den Bürgermeister Langhaus.
Dann türmte er mit der Stadtkasse. Carl
Zuckmayer
machte daraus eine Tragikomödie. Auch verfilmt wurde der Stoff immer wieder
- unter anderem mit Heinz
Rühmann in der Hauptrolle
.
Zu den vielen Neuentdeckungen aus Indien, die die Buchmesse mit sich brachte,
gehört auch die Autorin Shobhaa De. Für sie ist das
Schreiben die letzte Möglichkeit unserer Zeit, den Traum vom Tellerwäscher
zum Millionär wahr werden zu lassen. Zumindest für sie selbst scheint
das zu gelten. Ihr aktueller Roman Glitzernacht,
in dem sie hinter die Kulissen Bollywoods schaut, ist gerade auf deutsch erschienen.
Und in Indien gehört sie ohnehin zu den Bestsellerautorinnen. artour zeigt
ein Porträt der Autorin.
Einer der unbestrittenen Erfolge des hiesigen Buchherbstes ist der Titel Älter
werden
von Silvia Bovenschen. Ganz unsentimental beschreibt sie darin
die Veränderungen, die mit dem Älter werden auch mit dem Körper
vonstatten gehen. Keine Geheimtipps über längere Jugend, sondern ein
erzählender, manchmal poetisch anmutender Rückblick auf ein Leben
und die Gegenwart, gehört das Buch sicherlich zu den glücklicheren
Titeln zum Thema - und wandert daher derzeit durch sämtliche Büchersendungen
und Kanäle.
19:20 3sat: Kulturzeit
Eine wirkliche Themenübersicht wird sich erst heute im Laufe des Tages herauskristallisieren - und ist über den Kulturzeit-Link abrufbar. Geplant sind für heute die Hörbuchtipps.
20:00 arte: Kultur
Die große Kulturwundertüte artes: Keiner weiß, was drin sein wird. Aber es lohnt sich allemal, sie aufzumachen. :-) Wie immer mit einer bunten Mischung aus kulturellen Versatzstücken aller Couleur.
22:00 NDR/HR: 3nach9
Für all diejenigen, die Wissensvermittlung am liebsten in Form von Talkshows
haben, auch heute wieder einige Buchautoren in der illustren Runde: Alfred
Biolek, der seinen Abschied vom Fernsehen mit einer ausgiebigen Tour
durch sämtliche Sendeformate feiert und dabei seine aktuelle Biografie
Bio.
Mein Leben
vorstellt. Dann Heinz Strunk, der mit seinem Debütroman
Fleisch
ist mein Gemüse
einen lokalen Überraschungshit gelandet hat. Und nicht zuletzt der ebenfalls
viel beachtete Rainer Schmitz, seines Zeichens Kulturredakteur
beim Fokus, der mit akribischer Genauigkeit unzählige Fakten rund um die
Literatur zusammengestellt und unter dem Namen Was
geschah mit Schillers Schädel? Alles, was Sie über Literatur nicht
wissen
herausgegeben hat. (Und auch, wenn ich das sonst an dieser Stelle nicht erwähne:
als musikalischer Gast ist Charlotte Gainsbourg, die Tochter
des französischen Chansoniers Serge Gainsbourg, in der Sendung und stellt
ihre wunderschöne neue
CD 5:55
vor.)
23:15 arte: Judith Butler, Philosophin der Gender
Die amerikanische Philosophin und Feministin Judith Butler
plädiert für eine nicht repressive Ethik gegenüber Minderheiten
und stellt einen zu eng gefassten Feminismus-Begriff in Frage. Anlässlich
der Übersetzung ihres neuesten Buches Undoing
gender
ins Französische zeigt ARTE ein Porträt der streitbaren Wissenschaftlerin.
23:30 SWR: Nachtkultur
In der Folge von Dan Browns Sakrileg
ist eine ganze Reihe von Sachbüchern auf den Markt geschossen, die historisch-kritisch
das Lebens Jesu hinterfragen. Manche davon sind eher spekulativ, manche durchaus
mit einem ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Ansatz. Zu letzterer Kategorie
gehört auch Die
Jesus-Dynastie - Das verborgene Leben von Jesus und seiner Familie und der Ursprung
des Christentums
von James D. Tabor. Seit 40 Jahren forscht er mittlerweile
den christlichen Quellen hinterher. Wirklich Neues ist dabei nicht herausgekommen.
Die Römer hätten erkannt, dass Jesus in direkter Linie von David abstamme,
und ihn deshalb gekreuzigt, bevor er seinen Machtanspruch, König der Juden
zu sein, in die Tat umsetzen konnte. So eine seiner Thesen. Also nichts mit
Religionsstifter und Friedensfürst. Davidssohn war Jesus. Und erst Paulus
habe dann die Jesus-Figur so umgedeutet, dass er damit der westlichen Philosophie
einen jüdisch-pazifistischen Gegenentwurf anbieten konnte. Auch, dass Jesu
leiblicher Vater der römische Legionär Pantera sei, haben wir in grauer
Vergangenheit irgendwo schon einmal gelesen. Tabor unterstreicht seine Theorien
mit einem bunten Mix aus archäologischen Funden, historischen Quellen und
der Bibel selbst. Nachtkultur hat den Autor über sein Buch und über
seine Thesen interviewt.
Auch Nachtkultur nimmt sich noch einmal des 80. Geburtstags des bereits verstorbenen
Klaus Kinski an und weist in diesem Zusammenhang auf die empathische Spurensuche
von Christian David, Kinski.
Die Biographie,
hin. Diesmal geht es nicht um das ewige enfant terrible, sondern um den stillen,
den introvertierten Künstler, der sich selbst in eine Maschine eingebracht
hat, die ihn mehr oder weniger auffraß. Im Nachhinein bezeichnete Kinski
das Geld, dass er mit den Edgar-Wallace-Filmen verdiente, als Judaslohn - verlor
er sich in den Rollen, die er dort zu spielen hatten, doch weitgehend selbst.
Aus dem wilden Rebell der jungen Jahre wurde so ein extrovertierter, immer am
Rande des Verrücktseins pendelnder Charakter-Cast - und erst durch die
Zusammenarbeit mit Werner Herzog fand er wieder ein wenig zu sich, zu seinen
Wurzeln zurück. Eine interessante Interpretation.
00:00 SWR: Literatur im Foyer
Literatur im Foyer berichtet heute über die Verleihung des Georg K. Glaser-Preises
2006 an den Schriftsteller Norbert Scheuer. Der mit 10.000
Euro dotierte Preis geht an Scheuer, der mit Kall,
Eifel
einen kleinen Mikrokosmos erschaffen hat, dessen Tristess zwar ganz Eifel ist,
jedoch in seiner Ausweglosigkeit für viele deutsche Landschaften steht.
Die Erzählung Unterm Rauschen, für die Scheuer den Preis
erhielt, ist meines Wissens bisher unveröffentlicht. Gelobt wurde sie von
der Jury für ihre erzählerische Kraft und leise Dramatik, heißt
es in der Urteilsbegründung.
Ebenfalls heute ausgelobt wird der Glaser-Förderpreis. Dessen Gewinner
ist noch nicht bekannt. In der engeren Auswahl stehen Madeleine
Giese
und Monika
Geier
und die 20jährige Gianna Zocco, die bisher noch ohne eigene
Buchveröffentlichung ist.
02:25 SWR: Leute night
Wiederholung vom 11.08.2006 - Thomas Leif, SWR-Chefreporter (Folge 798)
In den Zeiten des ungebrochenen Unternehmenswachstums hat sich eine sonderbare
Art von Parasiten entwickelt: Leute, die die einschlägige Management-Literatur
verfolgten und mit ihrem Wissen und teuren Anzügen in die Unternehmen hinein
gingen und für teures Geld ihr Wissen an die beeindruckte Unternehmensleitung
weitergaben. Die Schlagwort-Modelle wechselten regelmäßig, und nicht
selten waren (und sind) teure Umstrukturierungsmaßnahmen das Ergebnis
ihrer Tätigkeit. Thomas Leif hat sich ihr Wirken einmal
genauer angesehen und ein Buch darüber geschrieben, das ein wenig reißerisch
Beraten
und verkauft. McKinsey & Co. - der große Bluff der Unternehmensberater
heißt. In Leute night interviewt ihn Stefan Siller.
02:30 arte: Hannah Arendt in New York
Die Entdeckung der Freiheit. Amerika im Denken Hannah ArendtsDas noch nie zuvor im deutschen Fernsehen gesendete Interview mit der Philosophin Hannah Arendt führte der französische Journalist Roger Errera 1973 in New York. Errera sprach mit der mittlerweile amerikanischen Staatsbürgerin über ihr Paria-Dasein als Jüdin in Deutschland und den Brückenschlag zwischen Europa und den USA. Das ambivalente Amerika-Bild, das die Philosophin in dem Gespräch zeichnet, ihre Kommentare zu gesellschaftlichem und politischem Engagement und zur Demokratie sowie ihr kritischer Blick auf die zunehmend apolitische Konsumgesellschaft der westlichen Welt haben auch heute - mehr als 30 Jahre später - noch nichts von ihrer Gültigkeit eingebüßt. Im Gegenteil: angesichts der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung erscheinen Hannah Arendts Analysen und Prognosen fast prophetisch.
03:30 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 19:20 Uhr


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