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Location:Hamburg, Germany

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Bücher im Fernsehen, Mittwoch 11.10.06


Besprochene Titel:

Mike Nicol: Mandela. The Authorised Biografie
T.C. Boyle: Talk, Talk
Charles Brauer liest: Schatzinsel, Gottfried Benn, Raymond Chandler, Donna Leon
Karl Dall: Auge zu und durch
Günter Grass:
Beim Häuten der Zwiebel
Sabine von Bode: Die deutsche Krankheit - German Angst
Vera Stein: Menschenfalle Psychatrie / Abwesenheitswelten / Diagnose: unzurechnungsfähig / Trotzdem
Bodo Kirchhoff: Die kleine Garbo
Thomas Hürlimann: Vierzig Rosen
Donna Leon: Blutige Steine
Dagobert Lindlau: Reporter. Eine Art Beruf
Tony Judt: Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart
Reinhard Kosellek: Reden zum 50. Jahrestag
Kiran Nagarkar: Gottes kleiner Krieger
Silvia Bovenschen: Älter werden
Thomas Hettche: Woraus wir gemacht sind
Felicitas Hoppe: Johanna
Alfred Biolek: Bio. Mein Leben
Götz Thomas Wenzel: Geheimobjekt Atombunker
Jonathan Swift: Gullivers Reisen
Laurence Sterne: Leben und Ansichten von Tristam Shandy, Gentleman
Charles Darwin: Die Fahrt der Beagle
Margit Schönberger: Don't worry, be fifty

Thema:
Samuel Beckett-Festival in Frankreich

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
07:30 MDR: quergelesent
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
09:05 ZDF: Volle Kanne
11:20 arte: Kultur
13:00 ZDF Mittagsmagazin
14:00 3sat: Günter Grass - Beim Häuten der Zwiebel
15:00 3sat: Wickerts Bücher - Das Grass-Interview
19:20 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:30 WDR: Menschen hautnah
01:15 NDR: Kulturjournal
01:50 3sat: Kulturzeit
02:25 SWR: Leute night
04:35 3sat: Literatur im Foyer extra
05:50 3sat: Druckfrisch

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag
Einmal kurz ins Bild halten durfte Nelson Mandela die neue großformatige Biografie Mandela. The Authorised Portrait von Mike Nicol, die allerdings im Oktober 2006 zunächst nur auf englisch im Verlag Bloomsbury Publishing PLC erscheint, aber über amazon.de natürlich beziehbar ist. Der Band enthält zum ersten Mal Original-Material von Nelson Mandela, unter anderem auch Briefe, die er in Gefangenschaft geschrieben hat, - sowie mehr als 250 Fotografien und andere Bilder.

Daneben wie Annette Gundlach auf das Beckett-Festival hin, das in diesem Herbst aus Anlass des 100. Geburtstags des Dramatikers in Frankreich gefeiert wird. Immerhin hat Samuel Beckett einige Jahre in Paris gelebt und dort einige seiner berühmten Theaterstücke geschrieben.

 

09:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung vom Vortag, Themen siehe 06:20

 

09:05 ZDF: Volle Kanne

Zu Gast in der Sendung Charles Brauer, der vor allem als Kommissar Brockmann an der Seite seines Kollegen Manfred Krug in diversen Tatort-Folgen bekannt wurde. Mittlerweile verbringt er viel Zeit im Tonstudio. So wurden aktuell einige von ihm vorgelesene Hörbücher wie Die Schatzinsel sowie Gottfried Benn - Eine Hommage veröffentlicht. Aber auch Krimiklassiker wie Nevada-Gas von Raymond Chandler, die Donna Leon-Romane um Brunetti oder John Grisham hat er in diesem Herbst eingelesen. Fragen an den Studiogast können während der Sendung unter 0211 / 64 99 56 4 (nur bis 10.15 Uhr ) gestellt werden.

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

13:00 ZDF: Mittagsmagazin

Zu Gast in der Sendung heute ist Karl Dall mit seiner Autobiographie Auge zu und durch. «Seit vierzig Jahren ist er ein Meister in Sachen Humor und Bosheit. Mit Insterburg & Co. füllte er die größten Hallen. Im Fernsehen verkörpert er seit den achtziger Jahren die Hauptabteilung »Unausgewogenheit«. Seine Talkshows sind unerreicht. Karl Dall erzählt aus dem Leben eines deutschen Komik-Anarchisten.» (Verlagsinfo)

 

14:00 3sat: Günter Grass liest: Beim Häuten der Zwiebel

Günter Grass liest über seine Jugendzeit - Erstsendung 8.10.2006
Seine Romane sind auf der ganzen Welt berühmt, und viele Schauplätze decken sich mit realen Orten, an denen Günter Grass seine Jugend verbrachte. In seiner jüngst erschienenen Autobiografie Beim Häuten der Zwiebel erinnert sich der Schriftsteller an seine jungen Jahre - vom Kriegsbeginn in Danzig 1939 bis zur Veröffentlichung der Blechtrommel. Und er macht darin das späte und Aufsehen erregende Eingeständnis, das er mit 17 Jahren in die SS-Panzerdivision "Frundsberg" eingezogen worden war.
Für die Fernsehzuschauer liest der Literaturnobelpreisträger ein Kapitel aus seinem neuen Buch.

15:00 3sat: Wickerts Bücher: Das Grass-Interview

In seiner Autobiografie Beim Häuten der Zwiebel hat Günter Grass enthüllt, dass er Angehöriger der Waffen-SS war. Ein Detail, das er bis dahin der Öffentlichkeit verschwiegen hatte. Ausgerechnet er, der in der Bundesrepublik immer und überall gegen das Verschweigen und Vertuschen einer unbequemen, schuldbeladenen Vergangenheit vorgegangen ist.
Ulrich Wickert hat in seiner neuen Büchersendung das erste Fernsehinterview mit Günter Grass zur aktuellen Debatte geführt.

19:20 3sat: Kulturzeit

Gestern bin ich erst ein paar Minuten später zur Kulturzeit gestoßen, habe dort aber den angekündigten Beitrag über Sabine von Bodes neues Buch Die deutsche Krankheit - German Angst vermisst. Ich rechne damit, dass dieser Beitrag heute abend läuft - denn solche Verschiebungen sind bei Kulturzeit durchaus nichts Besonderes. Kein Volk der westlichen Welt hat den kollektiven Pessimismus so kultiviert wie die Deutschen, behauptet von Bode, und beschreibt, warum es mit Deutschland immer noch nicht wirklich bergauf geht. Und wie es kommt, dass sich die deutsche Volksseele am liebsten den Kopf zergrübelt, anstatt optimistisch gestimmt nach vorne zu schauen. (mehr zum Buch beim Sender...)

 

20:00 arte: Kultur

Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene.

 

22:30 WDR: Menschen hautnah - Das böse Mädchen

Mit 15 war sie ein lebendiges, intelligentes und aufmüpfiges junges Mädchen. Immer wieder hat sich Waltraud Storck gegen die streng autoritäre Erziehung zu Hause aufgelehnt. Mit den Pubertätsproblemen der Tochter fühlen sich ihre Eltern überfordert. "Sie haben mir eingeredet, dass ich schuld sei an allem. Und ich habe dann sogar geglaubt, ich sei wirklich ein böses Mädchen." Hilfe suchend wenden sich die Eltern an Fachleute. Aufgrund einer falschen Diagnose verbringt Waltraud Storck viele Jahre in geschlossenen Abteilungen verschiedener psychiatrischer Kliniken. Hochdosierte Psychopharmaka zerstören ihre bereits durch Kinderlähmung vorgeschädigte Gesundheit. Die intelligente und wache junge Frau wird zum Schatten ihrer selbst. Unter dem Pseudonym Vera Stein veröffentlicht sie mehrere Bücher, in denen sie versucht, ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Menschen hautnah porträtiert eine Frau, die noch immer nach der Antwort auf die Frage sucht: Wie konnte es passieren, dass ich zum "bösen Mädchen" wurde - weggesperrt in die Psychiatrie? Was sie erlitten hat, lässt sie bis heute nicht mehr los. Blickt sie mit unversöhnlichem Hass auf ihre Herkunftsfamilie - oder kann sie verzeihen und frei werden für ein neues Leben?

(Mehr über Waltraud Storck, auch viele Internetlinks finden Sie auf der Homepage zur Sendung.)

In folgenden Büchern berichtet sie alias Vera Stein über ihre Erfahrungen:

 

01:15 NDR Kulturjournal

Einmal mehr hat Alfred Biolek einen Platz gefunden, an dem er seine neue Autobiografie Bio. Mein Leben vorstellen kann. Darin berichtet er über sein Treffen mit dem Dalai Lama und Monica Lewinsky, über das Erhabene und das Triviale, die Prominenten und die Namenlosen.

Tief im Wald, irgendwo zwischen Rostock und Stralsund, liegt einer der geheimnisvollsten Bunker des Kalten Krieges: eine unterirdische Funkstation, die auch nach einem Atombombenangriff noch den Nachrichtenverkehr der Ostblockstaaten aufrecht erhalten sollte. Götz Thomas Wenzel kaufte den stillgelegten Bunker 2004 und baute ihn zum militärhistorischen Museum um. Jetzt ist das Bunkermuseum eröffnet und bietet Geschichte zum Anfassen. Wenzels Buch über das Geheimobjekt Atombunker zeigt den Wahnsinn aus der Zeit des atomaren Wettrüstens.

Paul Kerstens Büchertipps:

01:50 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 19:20 Uhr

 

02:25 SWR: Leute night

Wiederholung vom 4.5.2006: Gast: Margit Schönberger, Schriftstellerin
Sie ist Journalistin und Bestseller-Autorin. Sie leitete lange die Pressestelle eines großen Verlages und kennt sich bestens aus in der Welt der Bücher und Dichter. Sie stürmte selbst die Bücher-Bestsellerlisten mit Wir sind rund, na und!, mit Mein Chef ist ein Arschloch, Ihrer auch? Ein Überlebenstraining. und mit dem Kleinen Buch der Laster. Frisch auf den Markt gekommen war zum Zeitpunkt des Interviews ihr Buch Don't worry, be fifty

 

04:35 3sat: Literatur im Foyer Extra

Wiederholung vom 8.10.2006 - Folgende Titel werden in dieser Sendung vorgestellt und besprochen:

Außerdem streiten Literaturchefs großer Zeitungen über Trends, Tendenzen und die wichtigsten Bücher. U.a. Ina Hartwig (FR), Elmar Krekeler (Die Welt) und Ijoma Mangold (SZ)

 

5:50 3sat: Druckfrisch

Wiederholung vom 8.10.2006

Der indische Autor Kiran Nagarkar zeigt in Gottes kleiner Krieger, wie schmal die Grenze zwischen echter Hingabe und Fanatismus ist: Zia, Sprössling einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay, glaubt, der Auserwählte zu sein, um die Welt zu retten.
«Von den Seitenstraßen in Bombay zu den heiligen Hallen von Cambridge, von den Bergen Afghanistans zu einem Trappistenkloster in Kalifornien führt die Geschichte von Zia Khan, einem jungen Mathematikgenie aus einer liberalen muslimischen Familie. Egal, welchem Glauben er anhängt und welcher Religion er verfällt, Zia glaubt, der Auserwählte zu sein: Gottes kleiner Krieger. Eng verknüpft mit Zias Schicksal ist das seines Bruders Amanat, der einen anderen Weg wählt - brüchig, voller Zweifel, aber offen für die Welt. Ihre Überzeugungen könnten unterschiedlicher nicht sein, aber beide sind konfrontiert mit den großen Themen von Hingabe und Verrat, Gott und Moral, Religion und sinnlichem Leben. Daraus entsteht ein meisterhaft erzählter, mitreißender Roman, der philosophische und zugleich politische Einblicke in die Fragen unserer Zeit eröffnet. "Gottes kleiner Krieger" zeigt schonungslos, wie schmal die Grenze zwischen echter Hingabe und Fanatismus ist.» (Verlagstext)

Silvia Bovenschen: Älter werden (S.Fischer)
Die überalterte Gesellschaft gehört inzwischen zu den Schreckgespenstern deutscher Soziologen. Ganz ohne Angst- und Alarmstimmung beschreibt dagegen die Publizistin Silvia Bovenschen ihre Erfahrungen mit dem Alter - Notizen, Aphorismen, Beobachtungen zu einem Phänomen, mit dem der Mensch sich plagt, seit es Menschen gibt.
»Was tue ich hier? Geht es um die Rettung meines altgewordenen Ichs ? Was habe ich mit diesem Lügengespinst meiner erinnerten Ich-Legende zu tun? Bin ich das und nur das? Aus irgendeinem Grund benötigt mein Geist diese Kontinuitätsveranstaltung. Ich bin eine fragwürdige Erinnerungsgeschichte. Ich bin ein bündelndes rückkoppelndes Als-ob, das sich eine fragwürdige Erinnerungsgeschichte schafft, um dann aus ihr zu bestehen...«
»Älter werden« gibt persönlich erzählend, räsonierend und kommentierend einen Rückblick auf das gelebte Leben und einen Ausblick auf möglicherweise Kommendes. Diese erzählten Erinnerungen und gedanklichen Spiele fügen sich zu einem poetischen Bericht über eines der zentralen Themen unserer Zeit. (Verlagstext)
Eine Leseprobe finden Sie beim Perlentaucher.

Thomas Hettche: Woraus wir gemacht sind (Kiepenheuer und Witsch)
Ein verrückter Roman zwischen alter und neuer Welt: ein deutscher Schriftsteller sucht seine in den USA entführte Frau und begibt sich auf eine Reise ins Innere Amerikas - zwischen dem großen Mythos von „God's Own Country“, Terrorangst und Kriegstreiberei. Thomas Hettche ist einer der Anwärter auf den Deutschen Buchpreis, der am 2. Oktober 2006 verliehen wird.
«Niklas Kalf muss mit dem Unfassbaren fertig werden: Unbekannte haben seine schwangere Frau entführt und verlangen von ihm etwas, das er gar nicht besitzt.
Niklas Kalf arbeitet an einer Biographie über den jüdischen Emigranten Eugen Meerkaz und reist mit seiner Frau Liz zum ersten Mal nach New York. Doch schon am dritten Tag in der Stadt, die gerade den ersten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center begeht, verschwindet Liz spurlos. Ein erpresserischer Anruf lässt den furchtbaren Verdacht zur Gewissheit werden: Sie ist entführt worden, und Kalf wird gezwungen, Material zu beschaffen, das mit einem dunklen Geheimnis im Leben von Eugen Meerkaz zu tun hat.
Aus Kalfs verzweifelter Suche wird ein Trip ins Innere der USA am Vorabend des Irak-Krieges und das Porträt eines Deutschen in der Fremde. Die texanische Wüstenstadt Marfa und der Central Park, die Bar auf dem Dach des Standard Hotel in L.A., ein verlassenes Kino, eine Villa am Pazifik und eine Lehmhütte in der Prärie – Thomas Hettche entwirft das Panorama eines ebenso vertrauten wie fremden Landes, in dem sein Held mit dem Tod und der Einsamkeit konfrontiert wird. Niklas Kalf wird von einem Sog erfasst, der ihn Frau und Kind beinah verraten lässt. Doch dann wird er aufgespürt und muss sich entschließen zu handeln.
Dem Autor des Bestsellers »Der Fall Arbogast« gelingt mit »Woraus wir gemacht sind« ein großes Kunststück: Ein deutscher Entwicklungsroman, der in den USA spielt, in wunderbaren Beschreibungen die Faszination des Landes einfängt und dabei nach dem Grund unseres Daseins und der Verantwortung der Liebe fragt – und den Leser vom ersten Augenblick an mit der Spannung eines atemberaubenden Thrillers fesselt.» (Verlagstext)
Leseprobe Hörprobe Rezensionen

Felicitas Hoppe: Johanna (S.Fischer)
Eine der bekanntesten und rätselhaftesten Frauengestalten ist die Heldin von Felicitas Hoppes neuem Roman: Johanna von Orléans. Jungfrau und Kriegerin, Heilige und Fanatikerin. Das Buch ist aber kein Historienschinken, sondern eine sehr heutige Erzählung über Geschlechterrollen und Gewalt, über Glaube und Obsession, übers Träumen und Scheitern:
«Im Jahr 1412 wird im lothringischen Domrémy ein Bauernmädchen geboren. Keine zwanzig Jahre später wird sie als Ketzerin verbrannt. Aber Felicitas Hoppes »Johanna« ist kein Buch über Johanna von Orleans. Dieses Buch ist Johanna selbst, die Geschichte unseres Aufbegehrens und der eigenen unersättlichen Sehnsucht.
Wie geht man mit einer Figur um, die jeder zu kennen glaubt, und über die auch in der Kunst längst alles gesagt scheint? In einer Zeit, in der zwar viel erzählt aber nichts gehört wird, bleibt Johanna eine Provokation. Dies ist ein Buch, das davon handelt, wie man Geschichte macht, wenn man erzählt. Auf den Gang der Geschichte antwortet diese »Johanna« mit der Passion der Literatur, auf die Passion der Johanna mit einem Gespräch über unsere eigene Angst. Felicitas Hoppe verzichtet auf die Rekonstruktion der Biographie. Stattdessen erzählt sie mit historischer Genauigkeit und poetischer Intensität einen Traum von der Wirklichkeit - denn was sind Bücher gegen die Welt?» (Verlagsangaben)
Leseprobe Hörprobe Rezensionen

Daneben kommentiert Scheck die Spiegel-Sachbuch-Bestseller. Wer seine Kommentare schon vorlesen will, kann dies auf der Homepage tun.

(Alle Texte auf dieser Seite unter Verwendung der Original-Senderinformationen!)