Bücher im Fernsehen, Samstag 21.10.06
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Besprochene Titel: Antonia Fraser: Marie Antoinette Themen: |
| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 08:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | WDR: west.art |
| 09:05 | 3sat: Kulturzeit |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 20:40 | arte: Im Auftrag Ihrer Majestät |
| 00:15 | 3sat: Treffpunkt Kultur |
06:20 3sat Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag
Sofia Coppola, Regisseurin von Lost
in translation,
hat einen neuen Film abgedreht. "Marie Antoinette" heißt er,
die Titelrolle spielt Kirsten Dunst. Der Film basiert auf der gleichnamigen
Biografie von Antonia Fraser
.
Er zeichnet das Leben der letzten französischen Kaiserin nach, die vor
allem durch den ihr zugeschriebenen Satz: "Wenn das Volk kein Brot hat,
soll es halt Kuchen essen" berühmt geworden ist. Doch die französische
Revolution ist kein zentrales Thema dieses Films. Es geht viel mehr um einen
Teenager, der viel zu früh in Verantwortung gesteckt wird, der seinen Ehefrust
mit Ausschweifungen und Shopping ertränkt. Kulturzeit unterhält sich
mit der Regisseurin und interviewt außerdem die Biografin Annie Duprat.
(mehr...)
Bei einer Podiumsdiskussion zur Pressefreiheit in Russland forderte der Moskauer Filmemacher Andrei Nekrasow mehr Engagement vom Westen. Anlass der Verstaltung "Mörderische Pressefreiheit" war die Ermordung Anna Politkowskajas. Reporter ohne Grenzen sammelt bis zum 30. Oktober Unterschriften für eine unabhängige Untersuchung des Mordes. Die Petition wird anschließend bei den Vereinten Nationen, dem Europarat und der OSZE eingereicht. Der Link zur virtuellen Unterschriftenliste: www.reporter-ohne-grenzen.de/kampagne-politkowskaja/petition.html
Clichy sans clichés heißt ein neuer Bildband, in dem 14 renommierte
Fotografen ein Jahr nach den Unruhen in Frankreich den Pariser Vorort Clichy
sous Bois besuchten und ihre Eindrücke im Bild festhielten. Kulturzeit sprach
mit einigen der Künstler über diese Arbeit. (mehr...)
Im österreichischen Waldviertel fand am 18./19.10 das Literaturfestival "Literatur im Nebel" statt. Stargast des Festivals war Salman Rushdie, um den es gerade angesichts der Frankfurter Buchmesse mit dem Schwerpunktland Indien sonderbar ruhig geworden ist. Hier in Österreich interviewt ihn Kulturzeit über den Nobelpreis an Orhan Pamuk, über die Fatwa und über die Chancen eines demokratischen Islams. (mehr...)
Der Hörbuchtipp des Monats ist der von Sophie Rois gelesene Roman Jane
Eyre
von Charlotte Brontë, gerade bei Eichborn Lido auf 7 CDs
erschienen. Charlotte Brontës Roman um Klassenschranken, um moralische
Integrität und die Überwindung von Konventionen wird von Sophie Rois
einfühlsam leicht, fast wie in Trance gelesen, was sonderbar kontrastierend
zu den ständig aufkochenden Emotionen des Textes wirkt. Im Filmbeitrag
sind einige Hörproben enthalten. (mehr...)
08:00 arte: Kultur
Wiederholung vom Vorabend.
Literatur hat es gerade mal in die Kurznachrichten der Sendung geschafft: Paul
Auster bekam gestern den "Prinz von Asturien"-Preis für
besondere Leistungen verliehen. Und Milan Kunderas Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ist seit heute auch in der Tschechei
zu haben. Bisher war das Buch, das sich unter anderem kritisch mit dem Prager
Frühling auseinander setzt, dort verboten gewesen.
09:00 arte: Kultur
Wiederholung von 8:00 Uhr
09:00 WDR: west.art
Wiederholung vom 19.10.06
west.art hat sie entdeckt, die neuen Männerbücher. Um die Männer
in den 40ern geht es, um Sinnkrise und Ausbruch - eigentlich nicht anders als
in der Männerliteratur der 70er Jahre. Als Vertreter der neuen Generation
gelten Peter Stamms An
einem Tag wie diesem
- der eine Zeitlang auch im Gespräch für den Deutschen Buchpreis 2006
war und Silvio Huonders Valentinsnacht
.
Natürlich ziehen die still vor sich hin leidenden Helden den Spott der
gesamten weiblichen Leserschaft auf sich. Obwohl - so ganz stimmt das nicht.
Denn z.B. der Lehrer in Stamms Roman leidet kein Stück, merkt nur plötzlich,
dass es im Leben mehr als diese endlose Aneinanderreihung von ewig gleichen
Tagen geben muss, durch die er hindurchwatet. Und so bricht er eben auf, seinen
Traum zu leben. Selbst wenn das völlig unrealistisch ist - und die Kritiker
zu Recht sagen, nicht einmal ein Lehrer sei so naiv, sich auf ein derart zum
Scheitern verurteiltes Unternehmen einzulassen. Mehr über Peter Stamms
Roman übrigens hier
im Literaturblog.
09:05 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 6:20 Uhr
10:15 3sat: Kulturplatz
Der amerikanische Schriftsteller Harry Mathews ist vor allem
als Ex-Mann von Niki de Saint Phalle bekannt geworden. Dabei ist er weit mehr
als nur der «Ex» der berühmten Künstlerin. Mathews hat
mehrere Bücher veröffentlicht – zuletzt Mein
Leben als CIA.
Darin erzählt er seine Geschichte als angeblicher CIA-Spion im Paris der
70er Jahre. «kulturplatz» hat Harry Mathews in Paris getroffen und
erzählt, welches Drama sich hinter dem Agenten-Abenteuer tatsächlich
verbirgt. (Einen Ausschnitt aus dem Interview in englischer Sprache hat das
Schweizer Fernsehen als Video-Stream
online gestellt.)
Buchtipp der Woche ist Rainer Schmitz: Was
geschah mit Schillers Schädel? Alles, was Sie über Literatur nicht wissen
Welche Literatur wurde im Bett geschrieben? Und welche im Gefängnis? Dies
alles, süffig zu lesen, findet sich in dem dicken Nachschlagewerk des Fokus-Kulturjournalisten
Schmitz. Anekdoten und kleine Geheimnisse - Dinge eben, die man locker in eine
Unterhaltung einstreuen kann, sollte diese ins Stocken geraten. «kulturplatz»
verlost übrigens drei Exemplare des Buches auf
seiner Webseite.
11:20 arte: Kultur
Wiederholung von 8:00 Uhr
20:00 arte: Kultur
Die große Kulturwundertüte artes: Keiner weiß, was drin sein wird. Aber es lohnt sich allemal, sie aufzumachen. :-) Wie immer mit einer bunten Mischung aus kulturellen Versatzstücken aller Couleur.
20:40 arte: Im Auftrag Ihrer Majestät - Ein barocker Bücher-Krimi
Über Jahrhunderte waren Bibliotheken ein Zentrum des Wissens und der Macht. Der Zugang zu gelehrten Büchern und die Kunst des Lesens waren in der europäischen Geschichte lange Zeit ein Privileg von Wenigen. Regisseur Martin Ambrosch taucht mit seinem Film ein in eine historische Kriminalgeschichte: Im Jahr 1665 verließ eine Schiffsladung wertvoller illuminierter Handschriften Schloss Ambras in Tirol, um über die Donau nach Wien zu fahren. Kaiser Leopold I. wollte hier die Bibliothek von Ferdinand II. in Empfang nehmen. Doch ein Teil der Bücher verschwand, da die Schiffe sanken. Manch wertvolles Stück tauchte Jahrhunderte später mit Wasserschäden auf Antiquitätenmärkten auf. Der Schauspieler Karl Markovics führt durch diese Geschichte und lüftet so manches Geheimnis der modernen Bücherforschung. (Einen kurzen Appetithappen zur Sendung hat arte als Streaming-Video online gestellt.)
Die Buchtipps zur Sendung:
- Lateinische
Bibelhandschriften im frühen Mittelalter
von Bonifatius Fischer
Broschiert: 454 Seiten
Verlag: Herder, Freiburg (Mai 1998)
Sprache: Deutsch
ISBN: 345100495X - Leopold I.
von John P. Spielman
Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
Verlag: Styria (1981)
ISBN: 3222113394 - Innsbruck. Schloss Ambras und seine Sammlungen
von Elisabeth Scheicher
Broschüre: 24 Seiten
Verlag: Schnell & Steiner; Auflage: 3., Aufl. (1. Januar 1995)
Sprache: Deutsch
ISBN: 3795449480
00:15 3sat: Treffpunkt Kultur
Wiederholung vom 16.10.06 (ORF)
Das alte Problem: Eine Sendung, die im ORF 90 Minuten dauert, wird - als Wiederholung
gekennzeichnet - bei 3sat auf 45 Minuten gekürzt. Da ich den ORF hier im
Hohen Norden nicht empfangen kann, habe ich bisher nicht herausgefunden, wie
3sat das anstellt. Und verweise statt dessen auf die ORF-Homepage
vom 16.10., wo die möglicherweise heute wiederholten Beiträge
aufgelistet sind.
Denkbar sind ein Bericht über das Wiener Kinofestival Viennale, das Elfriede Jelinek zum 60. Geburtstag eine kleine Filmreihe geschenkt hat. In einer Montage, die vorgestern bereits in der 3sat-Kulturzeit lief, wurden Ausschnitte aus Jelineks Lieblingsfilmen mit Interviewszenen gepaart. Heraus kam ein recht interessanter Einblick ins düstere Seelenleben der Künstlerin. (mehr...)
Heidenreichstein ist ein besonderer mystischer Ort im Waldviertel, der schon von den Kelten verehrt wurde. Nicht zufällig wohnen große Literaten in dieser Gegend. Robert Schindel hat nun gemeinsam mit dem ehemaligen Unterrichtsminister Scholten das Festival "Literatur im Nebel" gegründet, dessen Ehrengast der indische Literat Salman Rushdie sein wird. (mehr...)
Mit Mutanten des Kreml schrieb die Journalistin Elena Tregubova
ein Buch, dessen Erscheinen von zahlreichen Störaktionen begleitet wurde
– und sofort auf Platz eins der russischen Bestsellerliste landete. Die
Putin-Kritikerin trotzt allen Einschüchterungsversuchen und legt nun ihre
Abrechnung mit russischer Polit-Korruption auf Deutsch vor. (mehr...)


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