Bücher im Fernsehen, Samstag 28.10.06
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Besprochene Titel: Christian Kracht, Eva Munz, Lukas Nikol: Die
totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea Themen:
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| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 08:45 | arte: Kultur |
| 09:00 | WDR: west.art |
| 09:05 | 3sat: Kulturzeit |
| 10:00 | HR: NDR Talkshow |
| 10:15 | 3sat: Kulturplatz |
| 12:00 | arte: Im Auftrag Ihrer Majestät - Ein barocker Bücher-Krimi |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 22:20 | SWR: Menschen der Woche |
| 00:15 | 3sat: Treffpunkt Kultur |
06:20 3sat Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag
Viel war gestern nicht zu holen für Freunde der gehobenen Belletristik.
Allerdings wurden im Rahmen eines Beitrags über Korea zwei Bildbände
kurz erwähnt und ins Bild gehalten. Zum einen "Die
totale Erinnerung. Kim Jong Ils NordkoreaDie totale Erinnerung. Kim Jong Ils
Nordkorea"
von Christian Kracht, Eva Munz, Lukas Nikol: «Die Inszenierung
von Kim Yong Ils Schurkenstaat hat Eva Munz in Bildern festgehalten... Gemeinsam
mit dem Pop-Literaten Christian Kracht und dem Fotografen Lukas Nikol ist es
ihr gelungen, in die versteinerte Gesellschaft hineinzuschauen. Doch wie denken
die Menschen wirklich? Jeglicher Kontakt zur Bevölkerung war verboten.
Das Scheinbild sozialistischen Glücks sollte nicht getrübt werden.
Doch diese Scheinrealität ist verräterisch. Die Autoren zeigen bewusst
kühle, gespensterhafte Fotos.»
Ganz anders dahingegen der Bildband "Nordkorea. Fotografien aus einem abgeschotteten Land" von Phillipe Chancel. «Bunt, sauber, glücklich
- Nordkorea will sein Image als Bösewicht und Hungerstaat loswerden, präsentiert
sich als scheinbar harmonische Diktatur, als real existierendes Paradies wie
in einem Bildband des französischen Fotografen Phillipe Chancel. Er zeigt
antiseptisch saubere Gebäude, gut aufgelegte Menschen. Nordkorea geht es
gut, suggerieren diese Bilder. Das Politische wird zu einer allumfassenden Ästhetik
gesteigert. Es ist die Paranoia eines autoritären Regimes, das um seine
Fassade weiß.»
08:45 arte: Kultur
Wiederholung vom Vorabend. No books today!
09:00 WDR: west.art
Wiederholung vom 26.10.06
Gemälde des Himmels- Wie "Wolkengucken" den Blick verändert
Sie können Erdbeben ankündigen, so schwer wie 80 Elefanten sein oder
den Göttern dienen: Wolken. Seit jeher spielen sie in allen Kulturen eine
besondere Rolle. Jetzt enthüllt das Buch "Wolkengucken"
von Gavin Pretor-Pinney Neues und Unglaubliches aus Wissenschaft
und Geschichte - und verändert den Blick in den Himmel.
Martina lernt einen Mann kennen. Aber schon bald verlangt er von ihr bizarre
Liebesbeweise und sie bekommt panische Angst. Als sie die Beziehung beendet,
macht er ihr das Leben zur Hölle. Um Stalking geht es in Wolfgang
Kaes' neuem Roman "Herbstjagd". west.art über Hintergründe
und die aktuelle Gesetzeslage.
Manch einer hätte angesichts dieser politischen Bilanz lieber die Erinnerung
verloren - Gerhard Schröder aber verkauft sie. Gedanken
über das Buch Entscheidungen.
Mein Leben in der Politik,
das noch keiner gelesen, das aber jeder schon kommentiert hat. Was wird wohl
alles nicht drinstehen? Spannende Geschichten über vier Ehen? Alles über
die Freundschaften mit Oskar, Rudolf und dem Deutschen Gewerkschaftsbund? Und
Antworten auf die Frage, wo er sich versprochen hat, wenn er was versprochen
hat?
09:05 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 6:20 Uhr
10:00 HR: NDR Talkshow
Wiederholung vom Vortag
Ihre ersten Lebensjahre verbringt Seyran Ates in der Geborgenheit
einer türkischen Großfamilie in Istanbul. Eines Tages verschwindet
ihre Mutter, einige Monate später auch der Vater. Die Eltern sind als "Gastarbeiter"
nach Deutschland gegangen, doch das erfährt Seyran erst viel später,
als sie endlich nachkommen darf. Das Leben im fremden Land ist nicht einfach.
Mit der Zeit glaubt sie "zwei Gesichter" zu haben, ein türkisches
und ein deutsches. Mit 17 hält sie die Spannungen nicht mehr aus und läuft
von zu Hause weg. Für die Familie ein Skandal, für Seyran ein erster
Schritt in die Freiheit, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Ihr Freiheitsdrang
kostet sie fast das Leben ... Die Geschichte einer couragierten jungen Frau,
die sich ihren Platz in einer noch längst nicht multikulturellen Gesellschaft
erobert. Im Dezember erscheint ihr Bericht Große
Reise ins Feuer. Die Geschichte einer deutschen Türkin
als Taschenbuch.
10:15 3sat: Kulturplatz
An einem Januarmorgen des Jahres 1947 wird in Los Angeles die Leiche von Elisabeth
Short, genannt «The Black Dahlia», gefunden. In zwei Hälften
zersägt. Wie ein Tier ausgeweidet. Der Mordfall am 22jährigen Starlet
ist bis heute ungeklärt. Jetzt kommt «The Black Dahlia» von
Brian de Palma auch in die schweizer Kinos. Der Film orientiert sich an der
literarischen Vorlage von James Ellroy: Die
schwarze Dahlie.In
diesem Zusammenhang sorgt derzeit ein Buch des ehemaligen L.A.-Polizisten Steve
Hodel für Aufsehen: Black Dahlia Avenger. A Genius for Murder
.
Seine Spurensuche auf 600 Seiten kommt zum Schluss: «Mein verstorbener
Vater ist der Mörder von 'Black Dahlia'». (Den Bericht gibt es auch
als Real-Video
bei SF1 Kulturplatz)
«Wie glücklich bin ich, dass ich in mir nichts Achtenswürdiges zu erblicken vermag», schrieb der Dichter Robert Walser. Zeit seines Lebens wollte er «klein sein und bleiben». Nur im nichtssagenden Dunkel der Bedeutungslosigkeit könne er atmen, beteuerte er. Doch von dort ist er längst in den Olymp der Literatur aufgestiegen. Zu seinem 50. Todestag wird er jetzt durch Ausstellungen, Kolloquien, Lesungen und Inszenierungen geehrt. «kulturplatz» erinnert ihm zu Ehren an seinen Wunsch, lieber «nichts» zu sein. (Auch diesen Bericht gibt es bereits als Real-Video auf der Senderhomepage)
12:00 arte: Im
Auftrag Ihrer Majestät - Ein barocker Bücher-Krimi
Über Jahrhunderte waren Bibliotheken ein Zentrum des Wissens und der Macht. Der Zugang zu gelehrten Büchern und die Kunst des Lesens waren in der europäischen Geschichte lange Zeit ein Privileg von Wenigen. Regisseur Martin Ambrosch taucht mit seinem Film ein in eine historische Kriminalgeschichte: Im Jahr 1665 verließ eine Schiffsladung wertvoller illuminierter Handschriften Schloss Ambras in Tirol, um über die Donau nach Wien zu fahren. Kaiser Leopold I. wollte hier die Bibliothek von Ferdinand II. in Empfang nehmen. Doch ein Teil der Bücher verschwand, da die Schiffe sanken. Manch wertvolles Stück tauchte Jahrhunderte später mit Wasserschäden auf Antiquitätenmärkten auf. Der Schauspieler Karl Markovics führt durch diese Geschichte und lüftet so manches Geheimnis der modernen Bücherforschung. (Einen kurzen Appetithappen zur Sendung hat arte als Streaming-Video online gestellt.)
Die Buchtipps zur Sendung:
- Lateinische
Bibelhandschriften im frühen Mittelalter
von Bonifatius Fischer
Broschiert: 454 Seiten
Verlag: Herder, Freiburg (Mai 1998)
Sprache: Deutsch
ISBN: 345100495X - Leopold
I.
von John P. Spielman
Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
Verlag: Styria (1981)
ISBN: 3222113394 - Innsbruck.
Schloss Ambras und seine Sammlungen
von Elisabeth Scheicher
Broschüre: 24 Seiten
Verlag: Schnell & Steiner; Auflage: 3., Aufl. (1. Januar 1995)
Sprache: Deutsch
ISBN: 3795449480
20:00 arte: Kultur
Die große Kulturwundertüte artes: Keiner weiß, was drin sein wird. Aber es lohnt sich allemal, sie aufzumachen. :-) Wie immer mit einer bunten Mischung aus kulturellen Versatzstücken aller Couleur.
22:20 SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche
Norbert Blüm gilt als einer der besten Entertainer der
deutschen Politik: volksnah, menschenfreundlich und mitten im Leben stehend.
Sein Charme machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung der Bonner Bürokratie.
Nun ist er unter die Geschichtenerzähler gegangen und plaudert aus dem
alltäglichen Leben: Aus
heiterem Himmel. Wie das Leben so spielt - Geschichten
heißt sein aktuelles Buch. Er erzählt darin von Menschen, die so
"normal" scheinen, dass sie nie in die Zeitung kommen. Doch gerade
in ihren Lebensgeschichten verbergen sich oft Tragödien, Abenteuerromane,
Komödien von skurrilem Witz.
23:25 arte: metropolis
Das Bild von Frauen in geheimen Diensten ist von Mata Hari bis Josephine Baker
dominiert vom Klischee der Verführerin. Doch es braucht kein Messer im
Bikini, um eine geachtete oder gefürchtete Agentin zu sein. Wilhelm
Dietl, einer der führenden Geheimdienst-Experten, hat über
Jahre hinweg ehemalige oder noch aktive Agentinnen getroffen und sie von ihrem
Leben erzählen lassen. Sein Fazit: Ob mit Instinkt, mit Geduld oder mit
List - Geheimagentinnen kommen an ihr Ziel, und das heute mehr denn je. Wilhelm
Dietl gibt Einblicke in die verborgene Welt der Frauen in den legendären
Geheimdiensten CIA, MI5, KGB, Mossad und BND - Geschichten von Triumph und Niederlage,
von Liebe und Verrat. Der Name seines Buches: Spy Ladies. Frauen im Geheimdienst
23:50 3sat: Menschen bei Maischberger
Thema: „Lieblingsdroge Alkohol: Haben wir kein Recht auf Rausch?“
Unter den Gästen ist auch Prof. Dr. Joachim Körkel.
Der Suchtpsychologe aus Nürnberg hat eine Alkoholtherapie ohne „Abstinenzdogmatismus“
entwickelt. Mit „kontrolliertem Trinken“ sollen selbst Schwerstabhängige
lernen, ihren Konsum zu drosseln. „Natürlich wäre Abstinenz
der goldene Weg“, erklärt Körkel. „Er ist aber nicht allen
möglich.“ Körkel hat mehrere Bücher zur Suchtproblematik
veröffentlicht, so Alkoholabhängigkeit
erkennen und behandeln. Mit literarischen Beispielen
und Rückfall
muß keine Katastrophe sein. Ein Leitfaden für Abhängige und Angehörige
00:15 3sat: Treffpunkt Kultur
Wiederholung vom 23.10.06 (ORF) - Wie immer ohne Gewähr für die Themen. Die Sendung lief zwar bereits auf ORF (s. Themenübersicht). Was davon es allerdings in die Kurzfassung bei 3sat schafft, ist wie immer offen. Themen am 23.10. waren u.a.:
Bei Jessica Cutler ging es um "some boys" oder besser
gesagt: Männer zwischen 30 und 60, die ihr während ihrer Zeit als
Praktikantin am Capitol Hill in Washington, D.C., nachstellten. Die Abenteuer
schienen ihr vor allem dann Spaß zu bereiten, wenn sie mit Geschenken
und finanziellen Zuschüssen zu ihrem niedrigen Gehalt verbunden waren.
Als aber aufflog, dass ein anonymer Weblog mit intimen Beschreibungen der Sexspielchen
von Jessica Cutler stammte, stand sie plötzlich im Mittelpunkt des Medieninteresses,
und ... wurde umgehend gefeuert. Während die detaillierten Schilderungen
ihren Eltern wahrscheinlich die Schamesröte ins Gesicht trieb, schien Jessica
den Nerv ihrer offensichtlich genusssüchtigen Generation ziemlich genau
getroffen zu haben. Weshalb ihr schließlich auch ein sechsstelliger Dollar-Betrag
angeboten wurde, einen Roman (The
Washingtonienne)
über ihre exzessiven Erlebnisse in der Hauptstadt zu schreiben. Und bald
klopfte auch der Playboy für ein Fotoshooting an ...
Bei seinem Auftritt beim Literaturfestival im Waldviertel warnte der britische
Bestsellerautor Salman Rushdie vor einer vereinfachten Sicht
des Konfliktes Islam - westliche Welt. Salman Rushdie war 1989 wohl einer der
ersten, der - vor der gesamten Weltöffentlichkeit - den Zorn der Islamisten
auf sich zog. Viele Muslime fühlten sich von der Darstellung des Propheten
Mohammed in den "Satanischen
Versen"
in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Ausschnitte aus diesem Werk
standen auch beim Fesival "Literatur
im Nebel" in Heidenreichstein im Mittelpunkt, gelesen von Robert Menasse.Salman
Rushdie selbst hält ein Plädoyer gegen eine allzu vereinfachte Sicht
der aktuellen Konflikte: "Die Welt ist kompliziert, deshalb mag ich die
Vereinfachungen nicht, wie "Zusammenstoß der Kulturen". Hier
ist klarerweise eine Art des Islam mit einer Art des Westens im Konflikt. Aber
das heißt nicht, dass alle von uns in Konflikt mit allen von ihnen sind."
Zwischen Rebellion und Reflexion: Juri Andruchowytsch gehört
zu den interessantesten und bekanntesten ukrainischen Schriftstellern und Essayisten
der Gegenwart. Sein Anfang der 90er Jahre geschriebener und nun endlich auch
auf Deutsch erschienener Roman "Moscoviada " ist ein leidenschaftlicher
Abgesang auf die Sowjetunion, zugleich eine kompromisslose Hymne auf die Freiheit,
die es nicht gibt. "Treffpunkt Kultur" hat mit dem charismatischen
Autor über die ukrainische Gegenwart und seine literarische Arbeit gesprochen.


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