Bücher im Fernsehen, Sonntag 01.10.06
11:00 WDR: west.art am Sonntag
Thema heute: Zorn, Wut und Hass
Immer wieder hat in jüngster Zeit die Gewaltbereitschaft von Kindern und
Jugendlichen für Schlagzeilen gesorgt - nicht nur an der Rütli-Hauptschule
in Berlin-Neukölln und unter jugendlichen Migranten. Artikel über
Schüler, die Prügelszenen mit ihren Handys aufnehmen, die quälen,
erpressen und klauen, ihre Lehrer bedrohen und krankenhausreif schlagen, häufen
sich. Vor allem im rechtsradikalen Milieu gehört Gewalt zum Alltag. Und
dass insbesondere junge Leute die NPD wählen, hat gerade erst die Landtagswahl
in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt. Ist die Aggression in unserer Gesellschaft
gewachsen? Gibt es unter Jugendlichen heute mehr Gewalt als früher? Und
wenn ja, was sind die Gründe für diese Entwicklung? (Quelle: WDR)
Die Buchtipps der Sendung:
- Kriminalität und Gewalt im Jugendalter.
Hell- und Dunkelfeldbefunde im Vergleich
Hrsg. von Jürgen Raithel und Jürgen Mansel
Juventa 2003
ISBN 3-7799-1740-8, Preis: 25 Euro - Gewalt an Schulen
Analyse und Prävention
Hrsg. von Wolfgang Melzer
Psychosozial-Verlag 2006
ISBN 3-89806-938-9, Preis: 19,90 Euro - Michael Kunczik; Astrid Zipfel: Gewalt und Medien
UTB Uni-Taschenbücher Bd. 2725, 2006
ISBN 3-8252-2725-1, Preis: 24,90 Euro - Andreas Marneros: Blinde Gewalt
Rechtsradikale Gewalttäter und ihre zufälligen Opfer
Scherz 2005
ISBN 3-502-15012-5, Preis: 19,90 Euro - Moderner Rechtsextremismus in Deutschland
Hrsg. von Andreas Klärner und Michael Kohlstruck
Hamburger Edition 2006
ISBN 3-936096-62-7, Preis: 35 Euro - Peter Sloterdijk: Zorn und Zeit.
Politisch-psychologischer Versuch
Suhrkamp 2006
ISBN 3-518-41840-8, Preis: 22,80 Euro - Ferdinand Sutterlüty: Gewaltkarrieren
.
Jugendliche im Kreislauf von Gewalt und Missachtung
Campus 2002
ISBN 3-593-37081-6, Preis: 24,90 Euro
13:30 3sat: Das literarische Quartett
Da sag noch einer, das literarische Quartett gäbe es nicht mehr. 3sat
wiederholt heute eine Sendung vom 11.8.2006, mit dabei sind wie immer Marcel
Reich-Ranicki, Iris Radisch und Hellmuth Karasek. Als Gast ist Peter Rühmkorf
dabei.
Zum 50. Todestag Bertolt Brechts ist diese Sendung ganz dem
Schaffen dieses Künstlers gewidmet.
Da die Sendung ja bereits vor einigen Wochen erstausgestrahlt wurde, können
Sie einzelne Berichte schon jetzt nachlesen bei: Spiegel
und FAZ.
Und natürlich auch hier im Literaturblog.
14:30 3sat: Lesen mit Thomas Maurer
Kabarett-Star Thomas Maurer bespricht und empfiehlt ausgewählte, neu erschienene Romane und Sachbücher und stellt die Highlights auf dem Büchermarkt vor. In dieser Sendung:
- Paulus Hochgatterer: Die
Süße des Lebens
,
Deuticke, 296 Seiten
mehr zum Buch hier im Literaturblog - Robert Gernhardt: Später
Spagat
, Gedichte,
S. Fischer, 128 Seiten - Wolf Haas: Das
Wetter vor 15 Jahren
,
Hoffmann und Campe, 224 Seiten
mehr zum Buch hier im Literaturblog - Stuart Pigott: Wilder
Wein
,
Scherz, 480 Seiten - Hannah Arendt: Von
Wahrheit und Politik
- Originalaufnahmen aus den 50er und 60er Jahren - Reden und Gespräche, Hörverlag, 5 CDs
- Thomas Glavinic: Die
Arbeit der Nacht
,
Hanser, 400 Seiten - Martin Walser: Angstblüte
,
Rowohlt, 528 Seiten
mehr zum Buch hier im Literaturblog - Christine Nöstlinger: Leon
Pirat
,
Beltz, 32 Seiten
23:30 ARD: Druckfrisch
Neue Bücher mit Denis Scheck
Der indische Autor Kiran Nagarkar zeigt in Gottes
kleiner Krieger,
wie schmal die Grenze zwischen echter Hingabe und Fanatismus ist: Zia, Sprössling
einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay, glaubt, der Auserwählte
zu sein, um die Welt zu retten.
«Von den Seitenstraßen in Bombay zu den heiligen Hallen von Cambridge,
von den Bergen Afghanistans zu einem Trappistenkloster in Kalifornien führt
die Geschichte von Zia Khan, einem jungen Mathematikgenie aus einer liberalen
muslimischen Familie. Egal, welchem Glauben er anhängt und welcher Religion
er verfällt, Zia glaubt, der Auserwählte zu sein: Gottes kleiner Krieger.
Eng verknüpft mit Zias Schicksal ist das seines Bruders Amanat, der einen
anderen Weg wählt - brüchig, voller Zweifel, aber offen für die
Welt. Ihre Überzeugungen könnten unterschiedlicher nicht sein, aber
beide sind konfrontiert mit den großen Themen von Hingabe und Verrat,
Gott und Moral, Religion und sinnlichem Leben. Daraus entsteht ein meisterhaft
erzählter, mitreißender Roman, der philosophische und zugleich politische
Einblicke in die Fragen unserer Zeit eröffnet. "Gottes kleiner Krieger"
zeigt schonungslos, wie schmal die Grenze zwischen echter Hingabe und Fanatismus
ist.» (Verlagstext)
Silvia Bovenschen: Älter
werden
(S.Fischer)
Die überalterte Gesellschaft gehört inzwischen zu den Schreckgespenstern
deutscher Soziologen. Ganz ohne Angst- und Alarmstimmung beschreibt dagegen
die Publizistin Silvia Bovenschen ihre Erfahrungen mit dem Alter - Notizen,
Aphorismen, Beobachtungen zu einem Phänomen, mit dem der Mensch sich plagt,
seit es Menschen gibt.
»Was tue ich hier? Geht es um die Rettung meines altgewordenen Ichs ?
Was habe ich mit diesem Lügengespinst meiner erinnerten Ich-Legende zu
tun? Bin ich das und nur das? Aus irgendeinem Grund benötigt mein Geist
diese Kontinuitätsveranstaltung. Ich bin eine fragwürdige Erinnerungsgeschichte.
Ich bin ein bündelndes rückkoppelndes Als-ob, das sich eine fragwürdige
Erinnerungsgeschichte schafft, um dann aus ihr zu bestehen...«
»Älter werden« gibt persönlich erzählend, räsonierend
und kommentierend einen Rückblick auf das gelebte Leben und einen Ausblick
auf möglicherweise Kommendes. Diese erzählten Erinnerungen und gedanklichen
Spiele fügen sich zu einem poetischen Bericht über eines der zentralen
Themen unserer Zeit. (Verlagstext)
Eine Leseprobe finden Sie beim Perlentaucher.
Thomas Hettche: Woraus
wir gemacht sind
(Kiepenheuer und Witsch)
Ein verrückter Roman zwischen alter und neuer Welt: ein deutscher Schriftsteller
sucht seine in den USA entführte Frau und begibt sich auf eine Reise ins
Innere Amerikas - zwischen dem großen Mythos von „God's Own Country“,
Terrorangst und Kriegstreiberei. Thomas Hettche ist einer der Anwärter
auf den Deutschen Buchpreis, der am 2. Oktober 2006 verliehen wird.
«Niklas Kalf muss mit dem Unfassbaren fertig werden: Unbekannte haben
seine schwangere Frau entführt und verlangen von ihm etwas, das er gar
nicht besitzt.
Niklas Kalf arbeitet an einer Biographie über den jüdischen Emigranten
Eugen Meerkaz und reist mit seiner Frau Liz zum ersten Mal nach New York. Doch
schon am dritten Tag in der Stadt, die gerade den ersten Jahrestag der Anschläge
auf das World Trade Center begeht, verschwindet Liz spurlos. Ein erpresserischer
Anruf lässt den furchtbaren Verdacht zur Gewissheit werden: Sie ist entführt
worden, und Kalf wird gezwungen, Material zu beschaffen, das mit einem dunklen
Geheimnis im Leben von Eugen Meerkaz zu tun hat.
Aus Kalfs verzweifelter Suche wird ein Trip ins Innere der USA am Vorabend des
Irak-Krieges und das Porträt eines Deutschen in der Fremde. Die texanische
Wüstenstadt Marfa und der Central Park, die Bar auf dem Dach des Standard
Hotel in L.A., ein verlassenes Kino, eine Villa am Pazifik und eine Lehmhütte
in der Prärie – Thomas Hettche entwirft das Panorama eines ebenso
vertrauten wie fremden Landes, in dem sein Held mit dem Tod und der Einsamkeit
konfrontiert wird. Niklas Kalf wird von einem Sog erfasst, der ihn Frau und
Kind beinah verraten lässt. Doch dann wird er aufgespürt und muss
sich entschließen zu handeln.
Dem Autor des Bestsellers »Der Fall Arbogast« gelingt mit »Woraus
wir gemacht sind« ein großes Kunststück: Ein deutscher Entwicklungsroman,
der in den USA spielt, in wunderbaren Beschreibungen die Faszination des Landes
einfängt und dabei nach dem Grund unseres Daseins und der Verantwortung
der Liebe fragt – und den Leser vom ersten Augenblick an mit der Spannung
eines atemberaubenden Thrillers fesselt.» (Verlagstext)
Leseprobe
Hörprobe
Rezensionen
Felicitas Hoppe: Johanna
(S.Fischer)
Eine der bekanntesten und rätselhaftesten Frauengestalten ist die Heldin
von Felicitas Hoppes neuem Roman: Johanna von Orléans. Jungfrau und Kriegerin,
Heilige und Fanatikerin. Das Buch ist aber kein Historienschinken, sondern eine
sehr heutige Erzählung über Geschlechterrollen und Gewalt, über
Glaube und Obsession, übers Träumen und Scheitern:
«Im Jahr 1412 wird im lothringischen Domrémy ein Bauernmädchen
geboren. Keine zwanzig Jahre später wird sie als Ketzerin verbrannt. Aber
Felicitas Hoppes »Johanna« ist kein Buch über Johanna von Orleans.
Dieses Buch ist Johanna selbst, die Geschichte unseres Aufbegehrens und der
eigenen unersättlichen Sehnsucht.
Wie geht man mit einer Figur um, die jeder zu kennen glaubt, und über die
auch in der Kunst längst alles gesagt scheint? In einer Zeit, in der zwar
viel erzählt aber nichts gehört wird, bleibt Johanna eine Provokation.
Dies ist ein Buch, das davon handelt, wie man Geschichte macht, wenn man erzählt.
Auf den Gang der Geschichte antwortet diese »Johanna« mit der Passion
der Literatur, auf die Passion der Johanna mit einem Gespräch über
unsere eigene Angst. Felicitas Hoppe verzichtet auf die Rekonstruktion der Biographie.
Stattdessen erzählt sie mit historischer Genauigkeit und poetischer Intensität
einen Traum von der Wirklichkeit - denn was sind Bücher gegen die Welt?»
(Verlagsangaben)
Leseprobe
Hörprobe
Rezensionen
Daneben kommentiert Scheck die Spiegel-Sachbuch-Bestseller. Wer seine Kommentare schon vorlesen will, kann dies auf der Homepage tun.
(Infos unter Verwendung von Senderinformationen)
00:20 ZDF: nachtstudio
Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse mit dem diesjährigen Gastland Indien, unternimmt das ZDF-nachtstudio mit seinen Zuschauern eine "Reise nach Indien", mit vier kompetenten Reiseführern: Dem indischen Psychoanalytiker und Schriftsteller Sudhir Kakar, der gerade (gemeinsam mit seiner deutschen Frau Katharina) das Buch Die Inder. Porträt einer Gesellschaft vorgelegt hat; dem Journalisten Olaf Ihlau, der auf eine über 30 jährige Erfahrung als Reporter und Korrespondent in Indien zurückblickt und diese in seinen neuen Buch Weltmacht Indien. Die neue Herausforderung des Westens
zusammengefasst hat; mit der Soziologin und Ethnologin Shalini Randeria
, Professorin an der Universität Zürich, die sich u.a. mit post-kolonialer Theorie und der Rolle der Frau in Indien auseinander gesetzt hat; und mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow, der lange Jahre in Indien verbracht hat und dessen Gebrauchsanweisung für Indien
gerade als Buch erschienen ist. Sein Roman Der Weltensammler
, der auch in Indien spielt, ist für den diesjährigen Deutschen Buchpreis nominiert.
(Senderangaben)


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