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Neuerscheinungen und Rezensionen

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Name:Ennka
Location:Hamburg, Germany

Sonntag, Oktober 15, 2006

Bücher im Fernsehen, Sonntag 15.10.06


Besprochene Titel:

Imre Kertesz: Dossier K. Eine Ermittlung
Eva Gesine Baur: Hamlet am Herd
Ulrich Grober: Vom Wandern
Richard Calvocoressi: Lee Miller - Begegnungen
John Updike: Terrorist
John Berger: Hier, wo wir uns begegnen
Joachim Fest: Ich nicht
Philip Roth: Jedermann
Walter Kempowski: Alles umsonst


Themen:
Frankfurter Buchmesse
Annette von Droste-Hülshoff
René Goscinny
Theodor W. Adorno
Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk
Gyula Csics und János Kovács

Programmschema:
01:20 Phönix: Die Nacht des Blauen Sofas - aspekte extra von der Buchmesse
07:30 SWR: Literatur im Foyer
09:05 3sat: Lyrik für alle
11:00 WDR: west.art am Sonntag
11:30 arte: René Goscinny für alle
11:45 BR: Lesezeichen
13:00

arte: Adorno - Wer denkt, ist nicht wütend

13:30

3sat: Literaturclub

18:30 3sat: Die Rückkehr der Bücher
23:00 ARD: ttt-titel, thesen, temperamente
23:00 BR: Denken und Leidenschaft - Portrait Hannah Arendt
01:45 arte: Denken und Leidenschaft - Portrait Hannah Arendt
04:35 3sat: Die Rückkehr der Bücher



01:20 Phönix: Die Nacht des Blauen Sofas - aspekte extra von der Frankfurter Buchmesse

Das Blaue Sofa ist längst zu einer Instanz auf den Messen in Leipzig und Frankfurt geworden. Vier Tage lang nimmt eine Vielzahl prominenter Autorinnen und Autoren zu einem Gespräch mit Luzi Braun, Wolfgang Herles und anderen auf dem Sofa Platz. In einem Zusammenschnitt von 180 Minuten präsentiert der Sender die Highlights dieses Programms.

07:30 SWR: Literatur im Foyer

Wiederholung vom 13.10.2006
Imre Kertész, Literaturnobelpreisträger von 2002, hat wie kein anderer das literarische Schreiben über die Vernichtung der europäischen Juden geprägt. Er selbst hat Auschwitz überlebt. Sein "Roman eines Schicksallosen", der die Deportation des 16jährigen György Köves nach Auschwitz und Buchenwald bis zu seiner Befreiung bei Kriegsende erzählt, basiert auf seiner eigenen Geschichte. Auch Kertész’ weiteren Romane, Erzählungen und Essays gehen von der eigenen Biografíe aus, seiner Erfahrung der kommunistischen Diktatur in Ungarn, den Schwierigkeiten des Überlebens. Aber so nahe das Werk von Imre Kertész auch an seiner Lebenssituation bleibt, es ist keineswegs mit autobiografischem Schreiben zu verwechseln. Sein neues Buch, Dossier K. Eine Ermittlung, bezeichnet Kertész als eine Ermittlung. Es basiert auf einem Gespräch, das er mit seinem ungarischen Lektor über sein Leben und das Verhältnis von Dichtung und Wahrheit in seinem Werk geführt hat. Eine "regelrechte Autobiographie" ist dabei entstanden, ein platonischer Dialog, den der Autor im Grunde mit sich selbst führt.
Thea Dorn spricht mit Imre Kertész über sein Leben, über die literarische Bilanz des heute 76jährigen und über sein neues Buch, "Dossier K. Eine Ermittlung", das erneut um die Frage kreist, ob nicht die Fiktion mehr von der Wahrheit eines Lebens weiß als der Tatsachenbericht.
Die Schauspieler Peter Fitz und André Jung werden Teile der Gespräche aus "Dossier K." vortragen.

09:05 3sat: Lyrik für alle

51. Annette von Droste-Hülshoff (5/5)

Es ist die erste gesprochene Literaturgeschichte der Lyrik im Fernsehen, gestaltet von Autor und Rezitator Lutz Görner und jetzt, mit dem gesteigerten Wissen aus 15 Jahren Bühnenerfahrung, völlig neu in digitaler Bild- und Tonqualität im Breitbildformat und Stereo aufgenommen. Ebenfalls neu sind Bühnenbild, grafische und musikalische Einspielungen.

 

11:00 WDR: west.art am Sonntag: 50 - Hurra, wir leben noch

west.art am sonntag nimmt die Debatte um Lebensarbeitszeit und Rente zum Anlass, nach der Situation im Kulturbereich zu fragen. Spielt hier das Alter keine Rolle? Wie sieht es beispielsweise bei Tänzern oder Schauspielern aus? Müssen sie jenseits der 40 um Engagements kämpfen? Wie gehen Künstler und Intellektuelle mit dem Alter um? Ist es überhaupt ein Thema für sie?
Als Gäste im Studio sind Lilo Friedrich, Wilhelm Genazino, Eva-Maria Hagen, Egon Madsen und Elisabeth Niejahr. (mehr zur Sendung, inkl. zahlreicher Buchtipps und weiterführender Links...)

 

11:30 arte: René Goscinny

René Goscinny ist der meistgelesene französische Autor der Welt. Von ihm angeregte Comic-Reihen wie Asterix, Lucky Luke, Isnogod und Der kleine Nick sind ein echtes Phänomen im Verlagswesen. Als Chefredakteur der Comiczeitschrift "Pilote" gab Goscinny vielen Zeichnern, die mittlerweile zu den größten zählen, eine erste Chance. Zwar war der Comic sein Hauptausdrucksmittel, doch auch mit allen anderen Medien seines Jahrhunderts setzte er sich intensiv auseinander: Radio, Literatur, Presse, Fernsehen, Kino, Trickfilm. Mit großer Feinfühligkeit, die in allen seinen Werken deutlich wird, teilte dieser geniale Künstler mit seinen Lesern einen liebevollen und zugleich scharfsinnigen Blick auf unsere Welt. Bei René Goscinny wird über alles gelacht, doch hinter diesem Lachen verbirgt sich eine ganze Welt: Um diese Welt zu erschließen, darf man sich nicht von der Perfektion seiner Werke leiten lassen, sondern muss nach den verborgenen Seiten dieses Mannes suchen, die aufgrund seiner Zurückhaltung und Schüchternheit oft im Schatten blieben. Anliegen des Films ist es, das oberflächliche Bild eines ständig in der Pose des Erfolgsautoren auftretenden René Goscinny zu hinterfragen und den ebenso schüchternen wie humorvollen Menschen zu zeigen, der sich hinter dieser Maske verbarg. (mehr...)

 

11:45 BR: Lesezeichen

EVA GESINE BAUR: Hamlet am Herd. Das Leben des Eckart Witzigmann
Eckart Witzigmann - der Jahrhundertkoch. Seine Zunft nennt ihn nur den "Chef". Sein Stil revolutionierte die deutsche Gastronomieszene. Er selbst sagt: "Es geht mir um Harmonie, das Produkt soll im Vordergrund stehen. Also nur etwas Thymian oder Rosmarin ran, mehr nicht." Ach ja, das Kochen, durchaus ein hübsches Handwerk. Aber jetzt bekommt Witzigmann auch noch seine eigene Biografie. Ein Leben als Shakespeare-Drama: "Hamlet am Herd". (mehr...)

ULRICH GROBER: Vom Wandern. Neue Wege zu einer alten Kunst
Jetzt, im Oktober, wenn alle wieder ans Wandern denken und vielleicht das Wetter dazu einlädt, kommt Ulrich Grober und erklärt uns, dass das Wandern mehr ist als bloß gehen. Wir haben den Publizisten, der die Notwendigkeit und den Nutzen der Nachhaltigkeit als Prinzip eines zukunftsfähigen Umgangs mit der Natur und ihren Ressourcen zu einem seiner Hauptthemen gemacht hat, in den Tiefen eines bayrischen Waldes getroffen. (mehr...)

LEE MILLER: Begegnungen
Sie war begehrtes Model, vergötterte Frau, Objekt der Begierde. Anfangs schmeichelte es ihr. Aber bald langweilte sich Lee Miller. Und so traf es sich letztlich ganz gut, dass ein ziemlich absurdes Ereignis ihre Modelkarriere beendete. Sie wechselt einfach hinter die Kamera, bekommt Aufträge der Zeitschrift "Vogue" und lässt nun andere für sich posieren: Lilian Harvey, Pablo Picasso. Filmstars und Künstler wollen von ihr portraitiert werden. (mehr...)

JOHN UPDIKE: Terrorist
Ein Lastwagen fährt durch den Lincoln-Tunnel zwischen New Jersey und Manhattan. Die Ladung: 2.000 Kilo hochexplosiver Kunstdünger. Am Steuer: ein 18-jähriger Araber - aufgewachsen in Amerika. John Updike schlüpft in seinem neuen Roman "Terrorist" in den Kopf eines Selbstmordattentäters: Was geht in ihm vor, kurz bevor er sich in die Luft sprengt? Wir fahren nach Paterson, New Jersey, wo Updikes Roman spielt. Sein junger Held Ahmad fühlt sich abgestoßen vom westlichen Lebensstil und gerät unter den Einfluss eines radikalen Predigers, der ihn dazu bringt, sein Leben für die Sache Allahs zu opfern. Im wirklichen Paterson sei das undenkbar, wehrt der Imam der örtlichen Moschee ab. (mehr...)

 

13:00 arte: Adorno: Wer denkt, ist nicht wütend

Theodor W. Adorno war das kritische Gewissen der jungen Bundesrepublik Deutschland. Die revoltierenden Studenten beriefen sich Ende der 60er Jahre auf den Sozialwissenschaftler und Philosophen, der in seiner Kritischen Theorie den Warencharakter der Massenkultur geißelte. In diesem Zusammenhang stellte er heraus, wie die seit der Aufklärung betriebene "Entzauberung der Welt" zu einer Rationalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse beigetragen habe, in der der Einzelne in einer "total verwalteten Welt" lebe. (mehr...)

13:30 3sat: Literaturclub

Erstsendung 10.10.2006
Zu Gast bei Iris Radisch ist der Philosoph und Publizist Stefan Zweifel. Der 1967 geborene Zweifel übersetzte und editierte das Hauptwerk des Marquis de Sade, arbeitete an Ausstellungen über Dada und Surrealismus und betreute bis 2004 die dreisprachige Schweizer Kultur-Zeitschrift "La Gazzetta". Das Mitglied der Jury "Schweizer Bibliothek" fiel zuletzt durch seine autobiographischen Texte über seine Jugend, seine Psychoanalyse und den Artikel "Meine drei Tage mit Michel Houellebecq" auf. Mit in der Runde sind die Kritiker Gabriele von Arnim und Peter Hamm.
Besprochen werden folgende Bücher:

 

18:30 3sat: Die Rückkehr der Bücher II

Der zweite Teil der Dokumentation "Die Rückkehr der Bücher" zeigt die politischen Dimensionen des Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg. Dass es ihn geben musste, darüber herrschte bei den Alliierten, bei Verlegern, Buchhändlern und Schriftstellern Einigkeit. Doch wie er aussehen sollte - darüber gingen die Meinungen schon bald weit auseinander. Das lag nicht nur an den unterschiedlichen politischen Standpunkten, sondern vor allem auch an den unterschiedlichen Erfahrungen des Exils oder der inneren Emigration. Mit dem einsetzenden Kalten Krieg verhärteten sich die politischen Fronten.

 

23:00 BR: Denken und Leidenschaft - Portrait Hannah Arendt

1906 in Hannover geboren, studiert Hannah Arendt Philosophie und Theologie. 1933 muss sie nach der Verhaftung durch die Gestapo Deutschland verlassen. Sie emigriert zunächst nach Paris, später in die USA.
Der Dokumentarfilm konzentriert sich auf die Entwicklung dieser für das 20. Jahrhundert einzigartigen politischen Theoretikerin und Philosophin, ihre Persönlichkeit, ihre Wirkung. Freunde, Weggenossen und Familienangehörige nehmen zum Teil erstmals Stellung in diesem besonderen Porträt von Jochen Kölsch. Das Buch schrieb die Hannah-Arendt-Herausgeberin Ursula Ludz.
(auch auf arte um 01.40 Uhr)

 

23:00 ARD: ttt - titel, thesen, temperamente

Vermittler zwischen Ost und West - Literaturnobelpreis für Orhan Pamuk
In seiner Heimat Türkei wird er immer wieder massiv bedroht, international jetzt geehrt: Orhan Pamuk erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis. Die Entscheidung der Königlich Schwedischen Akademie ist durchaus eine politische, dabei versteht sich der Preisträger selbst gar nicht so sehr als politischer Kopf, denn als Schriftsteller. Aber er schreibt über die Themen, die in der Türkei kontrovers diskutiert werden: die Armenierfrage, das Kopftuchverbot, die Widersprüche zwischen Moderne und Islam. „ttt“ porträtiert den diesjährigen Literaturnobelpreisträger, der als erster Türke diesen Preis bekommt und berichtet über Reaktionen im In- und Ausland.

Die Vertreibung der Ostpreußen - Walter Kempowskis Flüchtlingsroman „Alles umsonst“
Vor dem Hintergrund der Fluchtkatastrophe in Ostpreußen erzählt Walter Kempowski das Schicksal einer Gutsbesitzerfamilie. Während die Rote Armee schon bedrohlich näher rückt, läuft der Alltag weiter, als ob nichts wäre: bis es fast zu spät ist. Kempowski geht es um die Frage, wie verhalten sich Menschen in einer Situation, in der plötzlich alles Vertraute und Sichere wegbricht: Hab und Gut, Freunde, Familie und letztlich Kultur und Zivilisation? Kempowski, der akribische Chronist des Zweiten Weltkrieges, erzählt lakonisch und enthält sich in Alles umsonst (Knaus) aller Wertungen und rechnet kein Leid auf.

Der ungarische Aufstand aus Kindersicht - Tagebücher zweier Jugendfreunde wiederentdeckt
Sie waren noch Kinder, als der ungarische Volksaufstand von russischen Panzern niedergeschlagen wurde: Die Freunde Gyula Csics und János Kovács waren von der Gewalt und der Zerstörung Budapests so erschüttert, dass sie begannen, Tagebuch über die Ereignisse zu führen. Später verloren sie den Kontakt zueinander. Jetzt wurden ihre Aufzeichnungen zum 50. Jahrestag unabhängig voneinander veröffentlicht, und erst dadurch kamen die beiden wieder zusammen. Ihre Aufzeichnungen, die ohne ideologische Beeinflussung entstanden, sind authentische Zeugnisse der Revolution.

 

01.45 arte: Hannah Arendt - Denken und Leidenschaft

Die eigens anlässlich des 100. Geburtstags von Hannah Arendt gedrehte Dokumentation begibt sich auf eine Spurensuche. Der Lebensweg von Hannah Arendt ist gekennzeichnet durch ständigen Aufbruch und Neubeginn. Anhand ausgewählter Selbstzeugnisse der politischen Philosophin erstellt die Dokumentation eine Collage dieser facettenreichen Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Zusätzliches Leben verleihen dem Porträt vor allem die Aussagen von Menschen, die Hannah Arendt unmittelbar erlebt haben. Freunde, Verwandte und Studenten erinnern sich.
(auch auf BR um 23.00 Uhr)

 

04:35 3sat: Die Rückkehr der Bücher II

Wiederholung von 18:30 Uhr

(Alle Texte auf dieser Seite unter Verwendung der Original-Senderinformationen!)