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Name:Ennka
Location:Hamburg, Germany

Sonntag, Oktober 29, 2006

Bücher im Fernsehen, Sonntag 29.10.06


Besprochene Titel:

Grigori Pasko: Die Rote Zone. Ein Gefängnistagebuch
Philippe Chancel:
Nordkorea. Fotografien aus einem abgeschotteten Land
Norbert Blüm
: Aus heiterem Himmel. Wie das Leben so spielt - Geschichten
Michael Degen: Nicht alle waren Mörder
Wilhelm Dietl
: Spy Ladies - Frauen im Geheimdienst
Fanny Müller:
Keks, Frau K. und Katastrophen. Alle Geschichten und 39 mehr
Jan Weiler: Maria, ihm schmeckt's nicht!
Robert Gernhardt: Später Spagat
Dietmar Wischmeyer: Das Paradies der Bekloppten und Bescheuerten. Dietmar Wischmeyers Logbuch
Ines Veith: Die Frau vom Checkpoint Charlie
Kristian Ditlev Jensen: Leibspeise
Barbara Bronen: Am Ende ein Anfang
Bernhard Bueb: Ein Lob der Disziplin
Seyran Ates: Große Reise ins Feuer


Themen:

Georg Herwegh
Marguerite Duras
Made in Germany - Ist deutsche Kultur wieder in?

Programmschema:
09:05 3sat: Lyrik für alle
09:15 BR: Capriccio
11:00 WDR: west.art am Sonntag
11:45 BR: Lesezeichen
12:00 arte: Marguerite Duras
18:05 arte: metropolis
23:00 ARD: ttt-titel, thesen, temperamente
23:31 SWR: Wortwechsel
00:00 WDR: Was liest Du?
01:35 NDR: Talkshow
01:38 SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche
03:10 ARD: ttt-titel, thesen, temperamente
03:15 WDR: west.art am Sonntag

 

09:05 3sat: Lyrik für alle

53. Georg Herwegh (2/2)

Es ist die erste gesprochene Literaturgeschichte der Lyrik im Fernsehen, gestaltet von Autor und Rezitator Lutz Görner und jetzt, mit dem gesteigerten Wissen aus 15 Jahren Bühnenerfahrung, völlig neu in digitaler Bild- und Tonqualität im Breitbildformat und Stereo aufgenommen. Ebenfalls neu sind Bühnenbild, grafische und musikalische Einspielungen.

 

09.15 BR: Capriccio

Wiederholung vom 26.10.06
Mit dem jüdischen Totengebet hat er sich und seiner Mutter das Leben gerettet: "Jitgadal vejitkadasch sch'mei rabah..." Je länger der Junge betete, desto weicher wurden die Gesichtszüge des russischen Soldaten. Er reicht der Mutter die Hand. April 1945. Die Russen marschieren in Berlin ein. Der 13-jährige Michael Degen beweist dem Offizier mit den hebräischen Worten, dass er und seine Mutter Juden sind. Die Soldaten glaubten der russisch-stämmigen Frau ohne Paß nicht, hielten sie für eine Spionin. "Hier gibt es keine Juden mehr", hatte der Offizier, selbst Jude, gebrüllt.
Es gab sie aber doch, obwohl Berlin seit 1943 als „judenfrei“ galt: Etwa 7000 Menschen waren - nach Schätzungen von Historikern - der Deportation entgangen und hatten im Untergrund überlebt, mit Hilfe von Menschen, die sie unter Lebensgefahr versteckt hatten. Anna Degen, die Mutter des Schauspielers Michael Degen, war Witwe, ihr Mann im KZ Sachsenhausen so schwer mißhandelt worden, daß er an den Folgen starb. Als ihre Nachbarin 1943 von der Gestapo abgeholt wurde, reißt sie sich und ihrem Sohn den gelben Stern vom Mantel und taucht unter. Über zwei Jahre in wechselnden Verstecken und in der ständigen Angst, verraten und getötet zu werden. In seinem Buch "Nicht alle waren Mörder" hat der Schauspieler Michael Degen 1998 davon erzählt. Jo Baier hat jetzt die Geschichte für die ARD verfilmt. (s.a. Wortwechsel 23:31 Uhr)

 

11:00 WDR: west.art am Sonntag:

Thema: Made in Germany - Ist deutsche Kultur wieder in?

Er kennt den deutschen Buchmarkt wie kaum ein anderer. Jahrelang prägte Gottfried Honnefelder das Programm des Suhrkamp Verlages mit, bevor er dem DuMont Literatur und Kunst Verlag seinen Stempel aufdrückte. Der 59-jährige Vollblut-Verleger, der seit Januar dieses Jahres auch Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist, hat ein außergewöhnliches Gespür für Literatur. Er entdeckte Autoren wie John von Düffel, Arnold Stadler oder Julia Franck. Zwar bestehe, so sagte er im März in einem Interview, derzeit ein großes Interesse an der deutschsprachigen Literatur. Aber im Hinblick „auf die Quoten, in der unsere Bücher im Ausland gelesen werden, ist da ein Notstand. Und wir müssen dringend etwas tun, dass die deutschsprachige Stimme gestärkt wird.“ Im April übernahm Gottfried Honnefelder jetzt die „Berlin University Press“. Dort möchte er Bücher herausbringen, „die den universalen Diskurs der modernen Wissenswelten zum Gegenstand haben“. Das erste Programm erscheint im Frühjahr 2007.

Frank Schätzing gehört zu den international erfolgreichsten deutschen Autoren. Mit seinem 2004 erschienenen Öko- und Wissenschaftsthriller „Der Schwarm“ landete er einen Weltbestseller. 1995 erschien sein historischer Roman „Tod und Teufel“. Nach zwei weiteren Romanen und einem Band mit Erzählungen avancierte der im Jahr 2000 publizierte politische Thriller „Lautlos“ über den Weltwirtschaftsgipfel 1999 zum Bestseller. Auch seine neueste Publikation, das Sachbuch „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ über das Meer als Ort voller Geheimnisse und Überraschungen, landete in den Bestsellerlisten. Franz Schätzing wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Corine“ und dem Deutschen Krimi-Preis.

11:45 BR: Lesezeichen

Bernhard Bueb wird in Deutschland wie ein Heilsbringer gefeiert. Dabei predigt er so altmodische Dinge wie Disziplin, Gehorsam, Autorität. Als "strengster Lehrer Deutschlands" sitzt er in Talkshows und gibt Erziehungstipps in der Bild-Zeitung. Dabei wollte Bernhard Bueb eigentlich provozieren. Er dachte, sein "Lob der Disziplin" sei eine Streitschrift, aber nun will keiner so recht mit ihm streiten. Denn Bernhard Bueb nimmt man ab, dass es ihm nicht um Disziplin als Selbstzweck geht. Und das überzeugt. weiter

Seit vierzig Jahren veröffentlicht sie Bücher zu Sachthemen, Kolumnen, Geschichten und Romane: Barbara Bronen. In ihrem jüngsten Buch, "Am Ende ein Anfang", schildert sie in der Form eines Briefwechsels das Wiederaufleben einer vergessenen Liebesbeziehung: eine Fotografin, ein Verlagschef, zwei einander fremd gewordene Leben, die sich einander wieder nähern. Es ist ein Idyll zwischen Hoffnung und Unwägbarkeit - ein schöner Roman zu einem heiklen Thema. weiter

1985: KSZE-Konferenz in Helsinki. Jutta Gallus hat sich an ein Geländer gekettet, will mit dieser spektakulären Aktion ihre Kinder aus der DDR freibekommen. Seit drei Jahren ist sie von ihren Töchtern getrennt, wurde selbst freigekauft. Heute lebt sie in Wiesbaden. Sie sagt: "Ich wollte das, dazu stehe ich auch, das würde ich immer wieder machen. In einem unterdrückten Volk kann man nicht leben, und das wollte ich meinen Kindern nicht antun." Davon erzählt Ines Veith in ihrem Buch: "Die Frau vom Checkpoint Charlie". weiter

Ein Restaurantkritiker reist durch die Welt. Seine Sinne sind fein, seine Sprache: messerscharf. Ein Traumleben - oder? Wenn nicht immer dieser Alptraum hochkäme: Selbstmord. Sie hat sich umgebracht, seine japanische Frau, sein Alles, die Liebe seines Lebens. Kristian Ditlev Jensen erzählt in "Leibspeise" von den Folgen eines Selbstmords. Wie fühlt sich ein derart Verlassener? Der Däne schildert das in seinem ersten Roman so einfühlsam, als hätte er es selbst erlebt. weiter

 

12:00 arte: Marguerite Duras

In ihren Büchern hat Marguerite Duras über die verschiedenen Formen der Liebe gesprochen, besonders von einer der Mutterliebe, über die sie sagt, dass es das einzige Elend in der Welt sei: "Die Mutterliebe hört nie auf. Du kannst zehn Menschen umbringen, ein Satyr sein, ich werde dich immer lieben", sagt sie zu ihrem Sohn Jean Mascolo.
ARTE zeigt ein Porträt der berühmten französischen Autorin, deren Todestag sich dieses Jahr zum 10. Mal jährt. Dieser Film ist ein atmosphärisches Porträt einer der wichtigsten Schriftstellerinnen Frankreichs, in dem die Regisseurin Dominique Auvray Familienszenen, Interviews, Buchzitaten und Fotos versammelt hat.

 

18:05 arte: metropolis

Das Bild von Frauen in geheimen Diensten ist von Mata Hari bis Josephine Baker dominiert vom Klischee der Verführerin. Doch es braucht kein Messer im Bikini, um eine geachtete oder gefürchtete Agentin zu sein. Wilhelm Dietl, einer der führenden Geheimdienst-Experten, hat über Jahre hinweg ehemalige oder noch aktive Agentinnen getroffen und sie von ihrem Leben erzählen lassen. Sein Fazit: Ob mit Instinkt, mit Geduld oder mit List - Geheimagentinnen kommen an ihr Ziel, und das heute mehr denn je. Wilhelm Dietl gibt Einblicke in die verborgene Welt der Frauen in den legendären Geheimdiensten CIA, MI5, KGB, Mossad und BND - Geschichten von Triumph und Niederlage, von Liebe und Verrat. Der Name seines Buches: Spy Ladies. Frauen im Geheimdienst

 

23:00 ARD: ttt - titel, thesen, temperamente

Nach einer Dienstreise wurde der Militärjournalist und Marineoffizier Grigori Pasko auf dem Flughafen festgenommen. Der Vorwurf gegen ihn lautet Landesverrat. Pasko hatte ausländischen Medien brisantes Material zugespielt. Filme, auf denen zu sehen ist, wie die russische Marine atomare Abfälle im Pazifischen Meer entsorgt. Pasko wird daraufhin verhaftet. Er kommt in ein Straflager. Um nicht wahnsinnig zu werden, hat Pasko angefangen ein Tagebuch zu schreiben. Es heißt "Die Rote Zone. Ein Gefängnistagebuch " und erscheint jetzt in Deutschland.

Es war für den französischen Fotografen Philippe Chancel eine Sensation, als er die Erlaubnis bekam, in Nordkorea zu arbeiten. Es gibt kaum Fotos aus Nordkorea. Das Land von Kim Jong Il ist isoliert, es ist eines der letzten totalitären Systeme. Die Fotos von Philippe Chancel zeigen, wie wenig wir über das Land wissen, über die Armut seiner Bewohner und den allgegenwärtigen Personenkult seines Diktators. Nordkorea. Fotografien aus einem abgeschotteten Land heißt sein soeben bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienener Bildband.

 

23:31 SWR: Wortwechsel

Einem breiten Publikum ist er bekannt aus den Donna Leon-Verfilmungen, aus Krimis wie dem "Tatort" und als eleganter grauhaariger Kavalier in Arzt- und Traumschiff-Serien: der Schauspieler Michael Degen. Aufsehen erregte er 1998 mit seinem Buch "Nicht alle waren Mörder", seinen Kindheitserinnerungen. Darin schildert er einfühlsam sein Leben als jüdischer Junge in der Nazizeit. Zwei Jahre lebte er mit seiner Mutter in ständig wechselnden Verstecken und fortwährender Todesangst in Berlin im Untergrund. Es sind Freunde und völlig Fremde, die sie verstecken und ihnen helfen, zu überleben.
"Wir sind Zwillinge. Wir sind beide gleich alt. Jetzt beginnt unser Leben neu." So die Worte seiner Mutter an Michael Degen, nachdem sie überlebt hatten. Nie mehr haben Mutter und Sohn danach über diese Zeit gesprochen. Und er selbst hat sich erst durch die Arbeit mit dem Buch damit auseinandergesetzt. Am kommenden Mittwoch zeigt die ARD den Film, an dem Michael Degen mitgearbeitet und der an Originalschauplätzen in Berlin gedreht wurde. (s.a. Cappricio 09:15 Uhr)
Birgitta Weber spricht mit Michael Degen über seine Kindheit im Nationalsozialismus, über stille Helfer und seine lange Karriere bei Theater und Fernsehen.

 

00:00 WDR: Was liest Du? Literarische Comedy mit Jürgen von der Lippe

[Update:] Die Informationen, die der WDR zur Sendung zur Verfügung gestellt hatte, waren leider völlig veraltet, und so veralzheimert auch auf dieser Seite hier wiedergegeben worden. Die neue Staffel "Was liest du" begint am 25. November. Bis dahin wiederholt der WDR die Highlights der vergangenen Jahre. So auch gestern. Da bei diesem rasanten Highlight-Zusammenschnitt die Präsentation der Titel ein wenig kurz kam, bedurfte es einiger Recherchen, um folgende (gewährfreie) Liste zusammenzustellen:

Fakt dürfte bleiben, dass es sich bei "Was liest Du?" um die komischste Literatursendung im Fernsehen handelt. Wer gern beim Lesen lacht, ist mit obigen Titeln gut bedient. Zumindest lohnt es sich, hier ein wenig zu recherchieren.

01:35 NDR: Talkshow

Wiederholung vom Freitag
Ihre ersten Lebensjahre verbringt Seyran Ates in der Geborgenheit einer türkischen Großfamilie in Istanbul. Eines Tages verschwindet ihre Mutter, einige Monate später auch der Vater. Die Eltern sind als "Gastarbeiter" nach Deutschland gegangen, doch das erfährt Seyran erst viel später, als sie endlich nachkommen darf. Das Leben im fremden Land ist nicht einfach. Mit der Zeit glaubt sie "zwei Gesichter" zu haben, ein türkisches und ein deutsches. Mit 17 hält sie die Spannungen nicht mehr aus und läuft von zu Hause weg. Für die Familie ein Skandal, für Seyran ein erster Schritt in die Freiheit, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Ihr Freiheitsdrang kostet sie fast das Leben ... Die Geschichte einer couragierten jungen Frau, die sich ihren Platz in einer noch längst nicht multikulturellen Gesellschaft erobert. Im Dezember erscheint ihr Bericht Große Reise ins Feuer. Die Geschichte einer deutschen Türkin als Taschenbuch.

01.38 SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche

Wiederholung vom Vortag
Norbert Blüm gilt als einer der besten Entertainer der deutschen Politik: volksnah, menschenfreundlich und mitten im Leben stehend. Sein Charme machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung der Bonner Bürokratie. Nun ist er unter die Geschichtenerzähler gegangen und plaudert aus dem alltäglichen Leben: Aus heiterem Himmel. Wie das Leben so spielt - Geschichten heißt sein aktuelles Buch. Er erzählt darin von Menschen, die so "normal" scheinen, dass sie nie in die Zeitung kommen. Doch gerade in ihren Lebensgeschichten verbergen sich oft Tragödien, Abenteuerromane, Komödien von skurrilem Witz.

 

03:30 ARD: ttt - titel, thesen, temperamente

Wiederholung von 23:00 Uhr

 

03:15 WDR: west.art am Sonntag

Wiederholung von 11:00 Uhr

(Alle Texte auf dieser Seite unter Verwendung der Original-Senderinformationen!)