Bücher im Fernsehen, Sonntag 29.10.06
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Besprochene Titel: Grigori Pasko: Die Rote Zone. Ein Gefängnistagebuch
Georg Herwegh |
| Programmschema: |
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| 09:05 | 3sat: Lyrik für alle |
| 09:15 | BR: Capriccio |
| 11:00 | WDR: west.art am Sonntag |
| 11:45 | BR: Lesezeichen |
| 12:00 | arte: Marguerite Duras |
| 18:05 | arte: metropolis |
| 23:00 | ARD: ttt-titel, thesen, temperamente |
| 23:31 | SWR: Wortwechsel |
| 00:00 | WDR: Was liest Du? |
| 01:35 | NDR: Talkshow |
| 01:38 | SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche |
| 03:10 | ARD: ttt-titel, thesen, temperamente |
| 03:15 | WDR: west.art am Sonntag |
09:05 3sat: Lyrik für alle
53. Georg
Herwegh
(2/2)
Es ist die erste gesprochene Literaturgeschichte der Lyrik im Fernsehen, gestaltet von Autor und Rezitator Lutz Görner und jetzt, mit dem gesteigerten Wissen aus 15 Jahren Bühnenerfahrung, völlig neu in digitaler Bild- und Tonqualität im Breitbildformat und Stereo aufgenommen. Ebenfalls neu sind Bühnenbild, grafische und musikalische Einspielungen.
09.15 BR: Capriccio
Wiederholung vom 26.10.06
Mit dem jüdischen Totengebet hat er sich und seiner Mutter das Leben gerettet:
"Jitgadal vejitkadasch sch'mei rabah..." Je länger der Junge
betete, desto weicher wurden die Gesichtszüge des russischen Soldaten.
Er reicht der Mutter die Hand. April 1945. Die Russen marschieren in Berlin
ein. Der 13-jährige Michael Degen beweist dem Offizier
mit den hebräischen Worten, dass er und seine Mutter Juden sind. Die Soldaten
glaubten der russisch-stämmigen Frau ohne Paß nicht, hielten sie
für eine Spionin. "Hier gibt es keine Juden mehr", hatte der
Offizier, selbst Jude, gebrüllt.
Es gab sie aber doch, obwohl Berlin seit 1943 als „judenfrei“ galt:
Etwa 7000 Menschen waren - nach Schätzungen von Historikern - der Deportation
entgangen und hatten im Untergrund überlebt, mit Hilfe von Menschen, die
sie unter Lebensgefahr versteckt hatten. Anna Degen, die Mutter des Schauspielers
Michael Degen, war Witwe, ihr Mann im KZ Sachsenhausen so schwer mißhandelt
worden, daß er an den Folgen starb. Als ihre Nachbarin 1943 von der Gestapo
abgeholt wurde, reißt sie sich und ihrem Sohn den gelben Stern vom Mantel
und taucht unter. Über zwei Jahre in wechselnden Verstecken und in der
ständigen Angst, verraten und getötet zu werden. In seinem Buch "Nicht
alle waren Mörder"
hat der Schauspieler Michael Degen 1998 davon erzählt. Jo Baier hat jetzt
die Geschichte für die ARD verfilmt. (s.a. Wortwechsel 23:31
Uhr)
11:00 WDR: west.art am Sonntag:
Thema: Made in Germany - Ist deutsche Kultur wieder in?
Er kennt den deutschen Buchmarkt wie kaum ein anderer. Jahrelang prägte
Gottfried Honnefelder das Programm des Suhrkamp Verlages mit,
bevor er dem DuMont Literatur und Kunst Verlag seinen Stempel aufdrückte.
Der 59-jährige Vollblut-Verleger, der seit Januar dieses Jahres auch Vorsteher
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist, hat ein außergewöhnliches
Gespür für Literatur. Er entdeckte Autoren wie John
von Düffel,
Arnold
Stadler
oder Julia
Franck
.
Zwar bestehe, so sagte er im März in einem Interview, derzeit ein großes
Interesse an der deutschsprachigen Literatur. Aber im Hinblick „auf die
Quoten, in der unsere Bücher im Ausland gelesen werden, ist da ein Notstand.
Und wir müssen dringend etwas tun, dass die deutschsprachige Stimme gestärkt
wird.“ Im April übernahm Gottfried Honnefelder jetzt die „Berlin
University Press“. Dort möchte er Bücher herausbringen, „die
den universalen Diskurs der modernen Wissenswelten zum Gegenstand haben“.
Das erste Programm erscheint im Frühjahr 2007.
Frank Schätzing gehört zu den international erfolgreichsten
deutschen Autoren. Mit seinem 2004 erschienenen Öko- und Wissenschaftsthriller
„Der Schwarm“ landete er einen Weltbestseller. 1995 erschien sein
historischer Roman „Tod und Teufel“. Nach zwei weiteren Romanen
und einem Band mit Erzählungen avancierte der im Jahr 2000 publizierte
politische Thriller „Lautlos
“ über den Weltwirtschaftsgipfel
1999 zum Bestseller. Auch seine neueste Publikation, das Sachbuch „Nachrichten aus einem unbekannten Universum
“ über das Meer als Ort voller Geheimnisse
und Überraschungen, landete in den Bestsellerlisten. Franz Schätzing
wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Corine“ und
dem Deutschen Krimi-Preis.
11:45 BR: Lesezeichen
Bernhard Bueb wird in Deutschland wie ein Heilsbringer gefeiert. Dabei predigt
er so altmodische Dinge wie Disziplin, Gehorsam, Autorität. Als "strengster
Lehrer Deutschlands" sitzt er in Talkshows und gibt Erziehungstipps in
der Bild-Zeitung. Dabei wollte Bernhard Bueb eigentlich provozieren.
Er dachte, sein "Lob der Disziplin" sei eine Streitschrift, aber nun
will keiner so recht mit ihm streiten. Denn Bernhard Bueb nimmt man ab, dass
es ihm nicht um Disziplin als Selbstzweck geht. Und das überzeugt. weiter
Seit vierzig Jahren veröffentlicht sie Bücher zu Sachthemen, Kolumnen,
Geschichten und Romane: Barbara Bronen. In ihrem jüngsten
Buch, "Am Ende ein Anfang", schildert sie in der Form eines Briefwechsels
das Wiederaufleben einer vergessenen Liebesbeziehung: eine Fotografin, ein Verlagschef,
zwei einander fremd gewordene Leben, die sich einander wieder nähern. Es
ist ein Idyll zwischen Hoffnung und Unwägbarkeit - ein schöner Roman
zu einem heiklen Thema. weiter
1985: KSZE-Konferenz in Helsinki. Jutta Gallus hat sich an ein Geländer
gekettet, will mit dieser spektakulären Aktion ihre Kinder aus der DDR
freibekommen. Seit drei Jahren ist sie von ihren Töchtern getrennt, wurde
selbst freigekauft. Heute lebt sie in Wiesbaden. Sie sagt: "Ich wollte
das, dazu stehe ich auch, das würde ich immer wieder machen. In einem unterdrückten
Volk kann man nicht leben, und das wollte ich meinen Kindern nicht antun."
Davon erzählt Ines Veith in ihrem Buch: "Die Frau vom Checkpoint Charlie". weiter
Ein Restaurantkritiker reist durch die Welt. Seine Sinne sind fein, seine Sprache:
messerscharf. Ein Traumleben - oder? Wenn nicht immer dieser Alptraum hochkäme:
Selbstmord. Sie hat sich umgebracht, seine japanische Frau, sein Alles, die
Liebe seines Lebens. Kristian Ditlev Jensen erzählt in
"Leibspeise" von den Folgen eines Selbstmords. Wie fühlt sich
ein derart Verlassener? Der Däne schildert das in seinem ersten Roman so
einfühlsam, als hätte er es selbst erlebt. weiter
12:00 arte: Marguerite Duras
In ihren Büchern hat Marguerite Duras über die verschiedenen
Formen der Liebe gesprochen, besonders von einer der Mutterliebe, über
die sie sagt, dass es das einzige Elend in der Welt sei: "Die Mutterliebe
hört nie auf. Du kannst zehn Menschen umbringen, ein Satyr sein, ich werde
dich immer lieben", sagt sie zu ihrem Sohn Jean Mascolo.
ARTE zeigt ein Porträt der berühmten französischen Autorin, deren
Todestag sich dieses Jahr zum 10. Mal jährt. Dieser Film ist ein atmosphärisches
Porträt einer der wichtigsten Schriftstellerinnen Frankreichs, in dem die
Regisseurin Dominique Auvray Familienszenen, Interviews, Buchzitaten und Fotos
versammelt hat.
18:05 arte: metropolis
Das Bild von Frauen in geheimen Diensten ist von Mata Hari bis Josephine Baker
dominiert vom Klischee der Verführerin. Doch es braucht kein Messer im
Bikini, um eine geachtete oder gefürchtete Agentin zu sein. Wilhelm
Dietl, einer der führenden Geheimdienst-Experten, hat über
Jahre hinweg ehemalige oder noch aktive Agentinnen getroffen und sie von ihrem
Leben erzählen lassen. Sein Fazit: Ob mit Instinkt, mit Geduld oder mit
List - Geheimagentinnen kommen an ihr Ziel, und das heute mehr denn je. Wilhelm
Dietl gibt Einblicke in die verborgene Welt der Frauen in den legendären
Geheimdiensten CIA, MI5, KGB, Mossad und BND - Geschichten von Triumph und Niederlage,
von Liebe und Verrat. Der Name seines Buches: Spy Ladies. Frauen im Geheimdienst
23:00 ARD: ttt - titel, thesen, temperamente
Nach einer Dienstreise wurde der Militärjournalist und Marineoffizier
Grigori Pasko auf dem Flughafen festgenommen. Der Vorwurf gegen
ihn lautet Landesverrat. Pasko hatte ausländischen Medien brisantes Material
zugespielt. Filme, auf denen zu sehen ist, wie die russische Marine atomare
Abfälle im Pazifischen Meer entsorgt. Pasko wird daraufhin verhaftet. Er
kommt in ein Straflager. Um nicht wahnsinnig zu werden, hat Pasko angefangen
ein Tagebuch zu schreiben. Es heißt "Die Rote Zone. Ein Gefängnistagebuch " und erscheint
jetzt in Deutschland.
Es war für den französischen Fotografen Philippe Chancel
eine Sensation, als er die Erlaubnis bekam, in Nordkorea zu arbeiten. Es gibt
kaum Fotos aus Nordkorea. Das Land von Kim Jong Il ist isoliert, es ist eines
der letzten totalitären Systeme. Die Fotos von Philippe Chancel zeigen,
wie wenig wir über das Land wissen, über die Armut seiner Bewohner
und den allgegenwärtigen Personenkult seines Diktators. Nordkorea. Fotografien aus einem abgeschotteten Land heißt sein soeben bei Schwarzkopf &
Schwarzkopf erschienener Bildband.
23:31 SWR: Wortwechsel
Einem breiten Publikum ist er bekannt aus den Donna Leon-Verfilmungen, aus Krimis
wie dem "Tatort" und als eleganter grauhaariger Kavalier in Arzt-
und Traumschiff-Serien: der Schauspieler Michael Degen. Aufsehen
erregte er 1998 mit seinem Buch "Nicht
alle waren Mörder",
seinen Kindheitserinnerungen. Darin schildert er einfühlsam sein Leben
als jüdischer Junge in der Nazizeit. Zwei Jahre lebte er mit seiner Mutter
in ständig wechselnden Verstecken und fortwährender Todesangst in
Berlin im Untergrund. Es sind Freunde und völlig Fremde, die sie verstecken
und ihnen helfen, zu überleben.
"Wir sind Zwillinge. Wir sind beide gleich alt. Jetzt beginnt unser Leben
neu." So die Worte seiner Mutter an Michael Degen, nachdem sie überlebt
hatten. Nie mehr haben Mutter und Sohn danach über diese Zeit gesprochen.
Und er selbst hat sich erst durch die Arbeit mit dem Buch damit auseinandergesetzt.
Am kommenden Mittwoch zeigt die ARD den Film, an dem Michael Degen mitgearbeitet
und der an Originalschauplätzen in Berlin gedreht wurde. (s.a. Cappricio
09:15 Uhr)
Birgitta Weber spricht mit Michael Degen über seine Kindheit im Nationalsozialismus,
über stille Helfer und seine lange Karriere bei Theater und Fernsehen.
00:00 WDR: Was liest Du? Literarische Comedy mit Jürgen von der Lippe
[Update:] Die Informationen, die der WDR zur Sendung zur Verfügung gestellt hatte, waren leider völlig veraltet, und so veralzheimert auch auf dieser Seite hier wiedergegeben worden. Die neue Staffel "Was liest du" begint am 25. November. Bis dahin wiederholt der WDR die Highlights der vergangenen Jahre. So auch gestern. Da bei diesem rasanten Highlight-Zusammenschnitt die Präsentation der Titel ein wenig kurz kam, bedurfte es einiger Recherchen, um folgende (gewährfreie) Liste zusammenzustellen:
- Fanny Müller: Keks,
Frau K. und Katastrophen. Alle Geschichten und 39 mehr
- Jan Weiler: Maria,
ihm schmeckt's nicht!
- Robert Gernhardt: Später
Spagat
- Dietmar Wischmeyer: Das Paradies der Bekloppten und Bescheuerten. Dietmar Wischmeyers Logbuch.
01:35 NDR: Talkshow
Wiederholung vom Freitag
Ihre ersten Lebensjahre verbringt Seyran Ates in der Geborgenheit
einer türkischen Großfamilie in Istanbul. Eines Tages verschwindet
ihre Mutter, einige Monate später auch der Vater. Die Eltern sind als "Gastarbeiter"
nach Deutschland gegangen, doch das erfährt Seyran erst viel später,
als sie endlich nachkommen darf. Das Leben im fremden Land ist nicht einfach.
Mit der Zeit glaubt sie "zwei Gesichter" zu haben, ein türkisches
und ein deutsches. Mit 17 hält sie die Spannungen nicht mehr aus und läuft
von zu Hause weg. Für die Familie ein Skandal, für Seyran ein erster
Schritt in die Freiheit, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Ihr Freiheitsdrang
kostet sie fast das Leben ... Die Geschichte einer couragierten jungen Frau,
die sich ihren Platz in einer noch längst nicht multikulturellen Gesellschaft
erobert. Im Dezember erscheint ihr Bericht Große
Reise ins Feuer. Die Geschichte einer deutschen Türkin
als Taschenbuch.
01.38 SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche
Wiederholung vom Vortag
Norbert Blüm gilt als einer der besten Entertainer der
deutschen Politik: volksnah, menschenfreundlich und mitten im Leben stehend.
Sein Charme machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung der Bonner Bürokratie.
Nun ist er unter die Geschichtenerzähler gegangen und plaudert aus dem
alltäglichen Leben: Aus
heiterem Himmel. Wie das Leben so spielt - Geschichten
heißt sein aktuelles Buch. Er erzählt darin von Menschen, die so
"normal" scheinen, dass sie nie in die Zeitung kommen. Doch gerade
in ihren Lebensgeschichten verbergen sich oft Tragödien, Abenteuerromane,
Komödien von skurrilem Witz.
03:30 ARD: ttt - titel, thesen, temperamente
Wiederholung von 23:00 Uhr
03:15 WDR: west.art am Sonntag
Wiederholung von 11:00 Uhr
(Alle Texte auf dieser Seite unter Verwendung der Original-Senderinformationen!)


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