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Montag, Oktober 02, 2006

Deutsche Buchpreis 2006 an Katharina Hacker


Der Deutsche Buchpreis, der erst zum zweiten Mal überhaupt vergeben wird, geht dieses Jahr an Katharina Hacker für ihre Generationsabrechnung "Die Habenichtse". 25.000 Euro erhält sie - wo die restlichen 12.500 bleiben, die in den derzeitigen Online-Meldungen kursieren, habe ich bis jetzt nicht herausfinden können. Vielleicht teilen sich die anderen fünf Literaten der Shortlist dieses Geld als Trostpreis - denn insgesamt ist der Deutsche Buchpreis, der sich zum Booker Price Deutschlands entwickeln möchte, mit 37.500 Euro dotiert.

In Interviews gibt die 1967 geborene Katharina Hacker zum Besten, ihr sei es in dem Roman um die Frage gegangen, wie man heute denn leben könne. Sie zeichnet ein Portät ihrer Generation, die mit den denkbar besten Voraussetzungen gestartet ist, letztlich aber trotzdem ins Leere läuft, finanziell abgesichert, aber emotional nichts besitzend. Habenichtse eben, die an sich und ihrer Vita scheitern.

Mehr über ihren jetzt mit dem Deutschen Buchpreis 2006 ausgezeichnete Roman Die Habenichts finden Sie hier im Literaturblog. Zugegebenermaßen kommt das Buch bei mir allerdings nicht ganz so gut weg. Mir ist ihre Sprache an vielen Stellen zu künstlich, ihre Sicht betont subjektiv, was derzeit durchaus en vogue ist. Da sie im Zentrum aber ein Ehepaar schildert, das an sich selbst scheitert, ist sie damit in ihrer Hoffnungslosigkeit gefangen. Alternative Lebensstile können nur Randfiguren des Romans ausprobieren. Daher scheinen mir die von Hacker in den Interviews nun aufgeworfenen Fragen nicht zentral für den Roman - zentral ist seine auswegslose Tristesse. Ganz unumstritten dürfte die Preisverleihung daher in den Medien nicht aufgenommen werden. Aber vielleicht ist eine solche Tristesse ja derzeit schick.

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