Krimiwelt Bestenliste Oktober
1. Rang (= 1)
Robert Littell: Die kalte Legende
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, geb., 448 S., 19,90 €
«Martin Odum, ehemaliger CIA-Agent mit verschiedenen Legenden, lebt als
Privatdetektiv in Brooklyn. Aber ist er wirklich Martin Odum? Oder ist er Dante
Pippen, ein IRA-Kämpfer? Oder der zwielichtige Waffenhändler Lincoln
Dittmann?
Eines Tages erteilt ihm die junge, attraktive Russin Stella Kastner einen Auftrag,
der ihn nach Israel führt. Dort holt ihn eine Vergangenheit ein, von der
er nichts weiß. Er steht vor einem unlösbaren Dilemma: Wenn er sich
erinnert, ist er tot. Wenn er sich nicht erinnert, ebenfalls...»
(Verlagsinformation)
(mehr zum Buch, inkl. Links zu Hör- und Leseproben und weiteren Rezenisionen hier im Literaturblog)
2. Rang (Δ 6)
Michael Robotham: Amnesie
Aus dem Englischen von Kristian Lutze
Goldmann, geb., 448 S., 19,95 €
«Mit Schusswunden im Bein, einem abgeschossenen Finger und halb ertrunken
wird Detective Inspector Vincent Ruiz in ein Londoner Krankenhaus eingeliefert,
wo er Tage lang im Koma liegt. Als er das Bewusstsein wiedererlangt, fängt
sein Alptraum aber erst an. Denn er kann sich an nichts mehr erinnern. Offenbar
war er an Bord eines Schiffs auf der Themse in einen Schusswechsel verwickelt.
Auf dem Boot hat man sein Blut gefunden – aber auch das von drei weiteren
Beteiligten, von denen jede Spur fehlt. Einziger Hinweis für Vincent Ruiz
ist das Foto eines Mädchens, das er von früher kennt. Denn Mickey
Carlyle war drei Jahre zuvor entführt worden, und Vincent Ruiz hatte damals
vergeblich in dem Fall ermittelt. Mit Hilfe des Psychologen Joe O‘Loughlin
gelingt es Vincent Stück für Stück, Teile seines Erinnerungsvermögens
zurück zu gewinnen. In ihm beginnt der Verdacht zu keimen, dass Mickey
noch am Leben ist und in höchster Gefahr schwebt …»
(Verlagsinfo)
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3. Rang (*)
Paulus Hochgatterer: Die
Süße des Lebens
Deuticke, geb., 294 S., 19,90 €
Hörprobe (Kap. 0) beim Literaturport Leseprobe (Kap. 3) bei Zsolnay
Einem alten Mann wird in einer Winternacht der Kopf zermalmt. Seine Enkelin
verliert ob ihres grausamen Fundes die Sprache.
Gänzlich ungelegen kommt Kriminalkommissar Ludwig Kovacs in privater Hinsicht
dieser Mord zum Jahreswechsel nicht - doch dieser Tote, darüber macht er
sich keine Illusionen, wird ihn länger beschäftigen.
Ein psychopathischer Familienvater schlägt seine Tochter krankenhausreif,
ein dauerlaufender Benediktinerpater hört Stimmen und eine junge Mutter
glaubt, ihr neugeborenes Kind sei der Teufel.
Das Psychogramm dieser Kleinstadt ist alles andere als beruhigend. Doch wer
ist verantwortlich für die grausame Tat?
(Verlagstext)
Mehr über dieses Buch, inkl. Links zu diversen Rezensionen, finden
Sie hier im Literaturblog.
4. Rang (∇ 3)
Friedrich Ani: Idylle
der Hyänen
Zsolnay, geb., 350 S., 19,90 €
Leseprobe bei Zsolnay Hörprobe bei Zsolnay
Eine Tiefgarage, ein Kellerabteil, ein alter Schrank. Darin zusammengekrümmt
eine tote Frau in einem grünen Sommerkleid. Die Frau ist schnell identifiziert,
doch wo ist ihre kleine Tochter? Und wer hat sie umgebracht? Ist es möglich,
dass ein Mörder gemordet hat, um das Kind des Opfers zu retten? Für
den Münchner Kommissar Polonius Fischer gibt es keine Routine. Nicht erst
seit er seine Mönchskutte abgelegt hat, zählt für ihn vor allem
eines: das Rätsel des Bösen.
Friedrich Anis Roman erzählt die Suche nach den Gründen eines Verbrechens
als Suche nach den dunkelsten Kräften des menschlichen Handelns.
(Verlagstext)
Rezensionen: Hamburger Abendblatt, Merkur (mit Interview), Stuttgarter Zeitung, Der Spiegel, Hinternet, Literatur-fast-pur, Netzeitung
5. Rang (*)
Louise Welsh: Der Kugeltrick
Aus dem Englischen von Ruth Keen
Kunstmann, geb., 400 S., 19,90 €
William Wilson, Zauberer, ist ziemlich am Ende, als ihm einige Gigs in einem Berliner Cabaret angeboten werden. Es ist zwar kein besonders lukrativer Job, aber er wird dort wenigstens keinem Zuschauer aus seiner letzten Show in London begegnen, einem Auftritt, den er am liebsten aus seinem Leben streichen würde. Den er vergessen muss. Vergessen vor allem die beiden, die jetzt tot sind. Unter den Showgirls und den kleinen Gaunern der Berliner Szene kann er erst mal abschalten. Doch dann lässt er sich auf einen riskanten Nebenjob ein, und sein Leben gerät völlig aus der Bahn. »Der Kugeltrick« ist ein großartiger Thriller, in dem Louise Welsh den verblichenen Glamour der kleinen Varietétheater heraufbeschwört, die Leser in die schäbigen Kneipen Glasgows, in die Clubs von Soho, die Berliner Hinterhöfe mitnimmt und den dramatischen inneren Konflikt eines Mannes erzählt, der mit einer Schuld kämpft, die er unschuldig auf sich geladen hat. (Verlagstext)
Rezensionen finden Sie bei: Deutschlandradio (Audio-File), NDR Kultur, arte, Titel-Magazin,
6. Rang (*)
Frank Göhre: Zappas letzter Hit
Pendragon, TB, 234 S., 9,90 €
Der St. Pauli Killer „Zappa" hat seine Frau und sich in der Haftzelle getötet. Die spektakuläre Tat ist längst Geschichte. Doch Zappas Tochter kann das damalige Geschehen nicht vergessen. Sie glaubt, dass ihr Vater Opfer eines Verrats geworden ist. Sie will ihn rächen. Ihr Vorhaben aber überkreuzt sich mit den Aktivitäten der seinerzeit mit den Fall betreuten Beamten. Der eine fahndet nach dem flüchtigen Fahrer, der seine Tochter lebensgefährlich verletzt hat. Der andere stößt auf eine für ihn noch undurchsichtige Verbindung zwischen seiner Geliebten und dem Hamburger Innensenator. Bei dem Dritten, der inzwischen ein Nobelrestaurant betreibt, verknüpfen sich die Fäden und bringen schließlich die Erkenntnis, dass „Zappa" - ein berüchtigter Auftagskiller (Hitman) - wesentlich mehr wusste, als er ausgesagt hat. Dieses Wissen wird zu seinem letzten Hit - die Spur führt zu den wahren Tätern. Aber sie sind nicht die Einzigen, die im expandierenden Hamburg in die Enge getrieben und ausgeschaltet werden sollen. (Verlagstext)
Rezensionen: Hamburger Abendblatt, Kaliber 38
7. Rang (*)
Pete Dexter: Train
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
Liebeskind, geb., 400 S., 22,00 €
Los Angeles, 1953: Brookline ist einer der exklusivsten Golfclubs der Stadt.
Die Fairways sind grün, die Mitglieder weiß, die Caddies schwarz.
So auch Lionel Walk, genannt »Train«, der ein außergewöhnliches
Talent fürs Golfen hat. Das erkennt auch Detective Miller Packard vom LAPD,
der regelmäßig in Brookline spielt. Als Packard einen Fall übernimmt,
in den zwei Caddies des Clubs verwickelt sind, nimmt das Schicksal seinen verhängnisvollen
Lauf. Ein reicher Mann wird erschossen, seine jüngere Ehefrau Norah brutal
vergewaltigt. Packard verliebt sich in Norah, zieht kurze Zeit später bei
ihr ein und nimmt auch Train unter seine Fittiche. Doch Miller Packards Zuwendung
hat einen hohen Preis ...
Mit seiner prägnanten, eindringlichen Sprache hat Pete Dexter einen großen
Roman geschrieben, der in der Tradition des Noir steht, aber mit den Konventionen
des Genres bricht. »Train« ist ein atmosphärisch dichter, verstörender
Roman mit Szenen und Figuren, die man nicht mehr vergißt. (Verlagstext)
Rezensionen: 3sat, Alligatorpapiere, Buchwurm, Powell.com
8. Rang (Δ 9)
Charles Todd: Kalte Hölle
Aus dem Englischen von Uschi Gnade
Heyne, TB, 416 S., 8,95 €
«Inspektor Rutledge muss in den Norden Englands, um einen rätselhaften
Mordfall zu klären: In einem abgelegenen Farmhaus wurde die Elcott-Familie
am Küchentisch umgebracht. Nur ein Junge namens Josh scheint überlebt
zu haben, doch er ist verschwunden. Nichts deutet auf einen Raubüberfall
hin, denn es sind keinerlei Kampfspuren zu finden.»
(Verlagsinformation)
9. Rang (∇ 5)
Åsa Larsson: Weiße Nacht
Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
C. Bertelsmann, geb., 384 S., 19,95 €
«In ihrer glasklaren, knappen Sprache erzählt Åsa Larsson
von der archaischen Macht der Gefühle, die in rohe Gewalt umschlagen können.
Die Aufklärung der Morde wird zum sensiblen Psychogramm verletzter Seelen
und zur Liebeserklärung an eine unbeugsame Natur.
Es ist Mittsommernacht in Jukkasjärvi, einem kleinen Ort nahe Kiruna, zweihundert
Kilometer nördlich des Polarkreises, als die Pastorin Mildred Nilsson gefunden
wird – aufgehängt unter der Orgel ihrer Kirche. Sofort sind die Bilder
des im Polarwinter ermordeten Predigers Viktor Strandgård wieder da. Und
für die Anwältin Rebecka Martinsson werden Erinnerungen wach an die
schlimmsten Stunden ihres Lebens: Bei den Ermittlungen zum Fall Strandgård
hatte sie in Notwehr drei Menschen erschossen. Erst jetzt kommt der Zusammenbruch.
Ihr Chef will sie vor dem endgültigen Absturz bewahren und schickt sie
mit einem Kollegen nach Kiruna. Sie begegnet Pastor Stefan Wickström, Mildreds
Nachfolger, entdeckt einen Safe mit Drohbriefen an die ermordete Pastorin und
wird mit dem Hass konfrontiert, der Mildred wegen ihres Engagements für
Frauen in Notlagen entgegenschlug.
Kommissarin Anna-Maria Mella, die Rebecka bereits kennt, hat ihren Erziehungsurlaub
abgebrochen und sieht sich einem gefährlichen Gemisch aus enttäuschter
Liebe und hilflosem Hass gegenüber. Dann verschwindet plötzlich Pastor
Wickström, und die Situation eskaliert...
Ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis.»
(Verlagsinformation)
Rezensionen: Tagesspiegel, 3sat, WDR2, Zeit-Online, Schwedenkrimi, Unterhaltung-Themenguide
(*)
Jess Walter: Die
Agenda
Aus dem Amerikanischen von Uschi Gnade
Heyne, TB, 398 S., 8,95 €
Vince Camden lebt in dem Provinznest Spokane und führt ein Doppelleben: Am frühen Morgen backt er in einem Laden Donuts und anschließend widmet er sich dem Kreditkartenbetrug. Davon kann er gut leben, bis in der Stadt ein angeheuerter Killer auftaucht, der es auf ihn abgesehen hat. Vince erkennt, dass ihn seine Vergangenheit eingeholt hat und die Mafia, mit der er sich in New York angelegt hatte, ihn aufgespürt hat. (Verlagstext)
Rezension: Krimi-Couch
Labels: Literaturbetrieb


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