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Sonntag, Oktober 08, 2006

Krimiwelt Bestenliste Oktober


Doch, ein paar neue Buchtipps enthält die KrimiWelt-Bestenliste von arte, Nordwest-Radio und der Zeitung Die Welt schon. Neu mit dabei zum Beispiel Paulus Hochgatterers Roman: Die Süße des Lebens, der ja lange Zeit als Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2006 gehandelt wurde. Wäre schon ein wenig sonderbar gewesen, wenn die KrimiWelt den Roman völlig ignoriert hätte. Übrigens können Sie sich die Liste auch als pdf-Datei herunterladen.

1. Rang (= 1)
Robert Littell: Die kalte Legende
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, geb., 448 S., 19,90 €

Leseprobe bei Fischer

«Martin Odum, ehemaliger CIA-Agent mit verschiedenen Legenden, lebt als Privatdetektiv in Brooklyn. Aber ist er wirklich Martin Odum? Oder ist er Dante Pippen, ein IRA-Kämpfer? Oder der zwielichtige Waffenhändler Lincoln Dittmann?
Eines Tages erteilt ihm die junge, attraktive Russin Stella Kastner einen Auftrag, der ihn nach Israel führt. Dort holt ihn eine Vergangenheit ein, von der er nichts weiß. Er steht vor einem unlösbaren Dilemma: Wenn er sich erinnert, ist er tot. Wenn er sich nicht erinnert, ebenfalls...»
(Verlagsinformation)

(mehr zum Buch, inkl. Links zu Hör- und Leseproben und weiteren Rezenisionen hier im Literaturblog)

2. Rang (Δ 6)
Michael Robotham: Amnesie

Aus dem Englischen von Kristian Lutze
Goldmann, geb., 448 S., 19,95 €

«Mit Schusswunden im Bein, einem abgeschossenen Finger und halb ertrunken wird Detective Inspector Vincent Ruiz in ein Londoner Krankenhaus eingeliefert, wo er Tage lang im Koma liegt. Als er das Bewusstsein wiedererlangt, fängt sein Alptraum aber erst an. Denn er kann sich an nichts mehr erinnern. Offenbar war er an Bord eines Schiffs auf der Themse in einen Schusswechsel verwickelt. Auf dem Boot hat man sein Blut gefunden – aber auch das von drei weiteren Beteiligten, von denen jede Spur fehlt. Einziger Hinweis für Vincent Ruiz ist das Foto eines Mädchens, das er von früher kennt. Denn Mickey Carlyle war drei Jahre zuvor entführt worden, und Vincent Ruiz hatte damals vergeblich in dem Fall ermittelt. Mit Hilfe des Psychologen Joe O‘Loughlin gelingt es Vincent Stück für Stück, Teile seines Erinnerungsvermögens zurück zu gewinnen. In ihm beginnt der Verdacht zu keimen, dass Mickey noch am Leben ist und in höchster Gefahr schwebt …»
(Verlagsinfo)

(mehr zum Buch, inkl. Links zu Leseproben und weiteren Rezenisionen hier im Literaturblog)

3. Rang (*)
Paulus Hochgatterer: Die Süße des Lebens

Deuticke, geb., 294 S., 19,90 €

Hörprobe (Kap. 0) beim Literaturport     Leseprobe (Kap. 3) bei Zsolnay

Einem alten Mann wird in einer Winternacht der Kopf zermalmt. Seine Enkelin verliert ob ihres grausamen Fundes die Sprache.
Gänzlich ungelegen kommt Kriminalkommissar Ludwig Kovacs in privater Hinsicht dieser Mord zum Jahreswechsel nicht - doch dieser Tote, darüber macht er sich keine Illusionen, wird ihn länger beschäftigen.
Ein psychopathischer Familienvater schlägt seine Tochter krankenhausreif, ein dauerlaufender Benediktinerpater hört Stimmen und eine junge Mutter glaubt, ihr neugeborenes Kind sei der Teufel.
Das Psychogramm dieser Kleinstadt ist alles andere als beruhigend. Doch wer ist verantwortlich für die grausame Tat?
(Verlagstext)
Mehr über dieses Buch, inkl. Links zu diversen Rezensionen, finden Sie hier im Literaturblog.

4. Rang (∇ 3)
Friedrich Ani: Idylle der Hyänen

Zsolnay, geb., 350 S., 19,90 €

Leseprobe bei Zsolnay     Hörprobe bei Zsolnay

Eine Tiefgarage, ein Kellerabteil, ein alter Schrank. Darin zusammengekrümmt eine tote Frau in einem grünen Sommerkleid. Die Frau ist schnell identifiziert, doch wo ist ihre kleine Tochter? Und wer hat sie umgebracht? Ist es möglich, dass ein Mörder gemordet hat, um das Kind des Opfers zu retten? Für den Münchner Kommissar Polonius Fischer gibt es keine Routine. Nicht erst seit er seine Mönchskutte abgelegt hat, zählt für ihn vor allem eines: das Rätsel des Bösen.
Friedrich Anis Roman erzählt die Suche nach den Gründen eines Verbrechens als Suche nach den dunkelsten Kräften des menschlichen Handelns.
(Verlagstext)

Rezensionen: Hamburger Abendblatt, Merkur (mit Interview), Stuttgarter Zeitung, Der Spiegel, Hinternet, Literatur-fast-pur, Netzeitung

5. Rang (*)
Louise Welsh: Der Kugeltrick

Aus dem Englischen von Ruth Keen
Kunstmann, geb., 400 S., 19,90 €

William Wilson, Zauberer, ist ziemlich am Ende, als ihm einige Gigs in einem Berliner Cabaret angeboten werden. Es ist zwar kein besonders lukrativer Job, aber er wird dort wenigstens keinem Zuschauer aus seiner letzten Show in London begegnen, einem Auftritt, den er am liebsten aus seinem Leben streichen würde. Den er vergessen muss. Vergessen vor allem die beiden, die jetzt tot sind. Unter den Showgirls und den kleinen Gaunern der Berliner Szene kann er erst mal abschalten. Doch dann lässt er sich auf einen riskanten Nebenjob ein, und sein Leben gerät völlig aus der Bahn. »Der Kugeltrick« ist ein großartiger Thriller, in dem Louise Welsh den verblichenen Glamour der kleinen Varietétheater heraufbeschwört, die Leser in die schäbigen Kneipen Glasgows, in die Clubs von Soho, die Berliner Hinterhöfe mitnimmt und den dramatischen inneren Konflikt eines Mannes erzählt, der mit einer Schuld kämpft, die er unschuldig auf sich geladen hat. (Verlagstext)

Rezensionen finden Sie bei: Deutschlandradio (Audio-File), NDR Kultur, arte, Titel-Magazin,

6. Rang (*)
Frank Göhre: Zappas letzter Hit

Pendragon, TB, 234 S., 9,90 €

Der St. Pauli Killer „Zappa" hat seine Frau und sich in der Haftzelle getötet. Die spektakuläre Tat ist längst Geschichte. Doch Zappas Tochter kann das damalige Geschehen nicht vergessen. Sie glaubt, dass ihr Vater Opfer eines Verrats geworden ist. Sie will ihn rächen. Ihr Vorhaben aber überkreuzt sich mit den Aktivitäten der seinerzeit mit den Fall betreuten Beamten. Der eine fahndet nach dem flüchtigen Fahrer, der seine Tochter lebensgefährlich verletzt hat. Der andere stößt auf eine für ihn noch undurchsichtige Verbindung zwischen seiner Geliebten und dem Hamburger Innensenator. Bei dem Dritten, der inzwischen ein Nobelrestaurant betreibt, verknüpfen sich die Fäden und bringen schließlich die Erkenntnis, dass „Zappa" - ein berüchtigter Auftagskiller (Hitman) - wesentlich mehr wusste, als er ausgesagt hat. Dieses Wissen wird zu seinem letzten Hit - die Spur führt zu den wahren Tätern. Aber sie sind nicht die Einzigen, die im expandierenden Hamburg in die Enge getrieben und ausgeschaltet werden sollen. (Verlagstext)

Rezensionen: Hamburger Abendblatt, Kaliber 38

7. Rang (*)
Pete Dexter: Train

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
Liebeskind, geb., 400 S., 22,00 €

Leseprobe bei Liebeskind

Los Angeles, 1953: Brookline ist einer der exklusivsten Golfclubs der Stadt. Die Fairways sind grün, die Mitglieder weiß, die Caddies schwarz. So auch Lionel Walk, genannt »Train«, der ein außergewöhnliches Talent fürs Golfen hat. Das erkennt auch Detective Miller Packard vom LAPD, der regelmäßig in Brookline spielt. Als Packard einen Fall übernimmt, in den zwei Caddies des Clubs verwickelt sind, nimmt das Schicksal seinen verhängnisvollen Lauf. Ein reicher Mann wird erschossen, seine jüngere Ehefrau Norah brutal vergewaltigt. Packard verliebt sich in Norah, zieht kurze Zeit später bei ihr ein und nimmt auch Train unter seine Fittiche. Doch Miller Packards Zuwendung hat einen hohen Preis ...
Mit seiner prägnanten, eindringlichen Sprache hat Pete Dexter einen großen Roman geschrieben, der in der Tradition des Noir steht, aber mit den Konventionen des Genres bricht. »Train« ist ein atmosphärisch dichter, verstörender Roman mit Szenen und Figuren, die man nicht mehr vergißt. (Verlagstext)

Rezensionen: 3sat, Alligatorpapiere, Buchwurm, Powell.com

8. Rang (Δ 9)
Charles Todd: Kalte Hölle

Aus dem Englischen von Uschi Gnade
Heyne, TB, 416 S., 8,95 €

Leseprobe bei Random House

«Inspektor Rutledge muss in den Norden Englands, um einen rätselhaften Mordfall zu klären: In einem abgelegenen Farmhaus wurde die Elcott-Familie am Küchentisch umgebracht. Nur ein Junge namens Josh scheint überlebt zu haben, doch er ist verschwunden. Nichts deutet auf einen Raubüberfall hin, denn es sind keinerlei Kampfspuren zu finden.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Die Zeit, arte

9. Rang (∇ 5)
Åsa Larsson: Weiße Nacht

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
C. Bertelsmann, geb., 384 S., 19,95 €

Leseprobe bei Random House

«In ihrer glasklaren, knappen Sprache erzählt Åsa Larsson von der archaischen Macht der Gefühle, die in rohe Gewalt umschlagen können. Die Aufklärung der Morde wird zum sensiblen Psychogramm verletzter Seelen und zur Liebeserklärung an eine unbeugsame Natur.
Es ist Mittsommernacht in Jukkasjärvi, einem kleinen Ort nahe Kiruna, zweihundert Kilometer nördlich des Polarkreises, als die Pastorin Mildred Nilsson gefunden wird – aufgehängt unter der Orgel ihrer Kirche. Sofort sind die Bilder des im Polarwinter ermordeten Predigers Viktor Strandgård wieder da. Und für die Anwältin Rebecka Martinsson werden Erinnerungen wach an die schlimmsten Stunden ihres Lebens: Bei den Ermittlungen zum Fall Strandgård hatte sie in Notwehr drei Menschen erschossen. Erst jetzt kommt der Zusammenbruch. Ihr Chef will sie vor dem endgültigen Absturz bewahren und schickt sie mit einem Kollegen nach Kiruna. Sie begegnet Pastor Stefan Wickström, Mildreds Nachfolger, entdeckt einen Safe mit Drohbriefen an die ermordete Pastorin und wird mit dem Hass konfrontiert, der Mildred wegen ihres Engagements für Frauen in Notlagen entgegenschlug.
Kommissarin Anna-Maria Mella, die Rebecka bereits kennt, hat ihren Erziehungsurlaub abgebrochen und sieht sich einem gefährlichen Gemisch aus enttäuschter Liebe und hilflosem Hass gegenüber. Dann verschwindet plötzlich Pastor Wickström, und die Situation eskaliert...
Ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis.»
(Verlagsinformation)

Rezensionen: Tagesspiegel, 3sat, WDR2, Zeit-Online, Schwedenkrimi, Unterhaltung-Themenguide

(*)
Jess Walter: Die Agenda

Aus dem Amerikanischen von Uschi Gnade
Heyne, TB, 398 S., 8,95 €

Leseprobe bei Random House

Vince Camden lebt in dem Provinznest Spokane und führt ein Doppelleben: Am frühen Morgen backt er in einem Laden Donuts und anschließend widmet er sich dem Kreditkartenbetrug. Davon kann er gut leben, bis in der Stadt ein angeheuerter Killer auftaucht, der es auf ihn abgesehen hat. Vince erkennt, dass ihn seine Vergangenheit eingeholt hat und die Mafia, mit der er sich in New York angelegt hatte, ihn aufgespürt hat. (Verlagstext)

Rezension: Krimi-Couch

 

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