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Sonntag, Oktober 01, 2006

SWR-Bestenliste Oktober


32 Literaturkritiker und -kritikerinnen nennen monatlich - in freier Auswahl - vier Buch-Neuerscheinungen, denen sie "möglichst viele Leser und Leserinnen" wünschen, und geben ihnen Punkte (15,10,6,3).
Die Addition ergab für Oktober folgendes Resultat (in Klammern die Position der SWR-Bestenliste Oktober)
(Quelle: SWR)




1. (-) 73 Punkte
ANTONIA GRUNENBERG: Hannah Arendt und Martin Heidegger
Geschichten einer Liebe
Piper Verlag

Ein verführter Denker, der den Führer führen wollte, eine junge, kluge jüdische Studentin, die 1924 das Sprechzimmer des Professors betrat. Der Beginn einer lebenslangen, unvorstellbare Beziehung über den Holocaust hinweg: der eine, reuelos und - wenn auch später distanziert - immer auf der Seite der Täter. Die andere, Paria, zum Opfer bestimmt, Exilantin.




2. (-) 60 Punkte
SILVIA BOVENSCHEN: Älter werden
Notizen
S. Fischer Verlag

"Eignungsanmaßung. Jetzt, Anfang 2006: Warum glaube ich an meine besondere Zuständigkeit für dieses Thema? Weil ich alt bin. 60!" Kein Essay, keine wissenschaftliche Abhandlung, Persönliches zu einem Thema, das täglich weniger ein Thema und mehr ein Bekenntnis ist.




3. (-) 50 Punkte
WOLF HAAS: Das Wetter vor 15 Jahren
Roman.
Verlag Hoffmann und Campe

Niederschlagsmengen, Luftdruckschwankungen, Wolkenbewegungen - Vittorio Kowalski weiß alles über das Wetter. Und dann wird er auch noch Wettkönig bei "Wetten dass...?". Nur eine weiß, woher die Leidenschaft fürs Wetter herkommt. Die einstige Liebe Anni.
Mehr zu diesem Titel, inkl. Hör- und Leseproben, sowie Links zu Online-Rezensionen hier im Literaturblog




4. (-) 49 Punkte
HUBERT FICHTE: Die zweite Schuld
Die Geschichte der Empfindlichkeit Band III
Glossen.
S. Fischer Verlag

"So ist der Abschluss von Hubert Fichtes "Geschichte der Empfindlichkeit" ein außergewöhnliches Zeitdokument geworden, eine Quelle ersten Ranges. Durch die merkwürdig lässige und vorläufige Edition erkennt man erst auf den zweiten Blick, welcher Schatz in dieser "Zweiten Schuld" verborgen liegt." (Helmut Böttiger)




5. (-) 46 Punkte
ERNST-WILHELM HÄNDLER: Die Frau des Schriftstellers
Roman.
Frankfurter Verlagsanstalt

Laura - nach Dante - heißt die Frau des einen Schriftstellers, Beatrice - nach Petrarca - die Geliebte des anderen. Seit der Renaissance ist Literatur Erfindung, Fiktion. Aber was geschieht, wenn der eine Schriftsteller den Auftrag erhält, die Biographie des schreibkrisengeschüttelten anderen zu beenden und seine eigene Geschichte zu lesen bekommt? Ist das erfunden oder wahr? Ein Roman über die Krise der Fiktion.




6. (6.) 44 Punkte
JOHN BANVILLE: Die See
Roman. Aus dem Englischen von Christa Schuenke.
Verlag Kiepenheuer & Witsch

"Das Meer ist nie einsam." (Canetti) Darum fährt der Kunsthistoriker Max nach dem Krebstod seiner Frau an die See. Dahin, wo er als Kind seine ersten sexuellen Erfahrungen machte. Dahin, wo alles begann.




7. (-) 41 Punkte
BOTHO STRAUSS: Mikado
Carl Hanser Verlag

"Zu einem Fabrikanten, dessen Gattin ihm während eines Messebesuchs entführt worden war, kehrte nach Zahlung eines hohen Lösegelds eine Frau zurück, die er nicht kannte und die ihm nicht entführt worden war." Kalendergeschichten, in denen es ums Ganze geht. Jede die kleine Pforte, durch die das ganz Andere unserer Wirklichkeit treten kann.




8. - 9. (-) 39 Punkte
JOHN BERGER: Hier, wo wir uns begegnen
Aus dem Englischen von Hans Jürgen Balmes.
Carl Hanser Verlag

Zum 80. Geburtstag des großen britischen Erzählers, ein Erinnerungsbuch, eine Lebensgeschichte: Ortsbegehungen, Totenbeschwörungen; das Wiedererscheinen wichtiger Menschen, von gestern, von heute.




8. - 9. (-) 39 Punkte
THOMAS HÜRLIMANN: Vierzig Rosen
Roman.
Amman Verlag

Marie Katz ist eine talentierte Pianistin, Max Meier einer, der Karriere machen will. Sie lehrt ihn die gesamte Klaviatur des Auftritts. Er wird zum Virtuosen des Aufstiegs. Aber was bleibt dem Ich? Und was der Liebe?
Mehr zu diesem Titel, inkl. Hör- und Leseproben, sowie Links zu Online-Rezensionen hier im Literaturblog




10. (-) 34 Punkte
THOMAS GLAVINIC: Die Arbeit der Nacht
Roman.
Carl Hanser Verlag
mittelschwere Lektüre
Einer wacht morgens auf. Und ist allein. Ganz allein. Warum? Und wo sind die anderen? Kann man ohne Mitmenschen leben? Seine Suche beginnt.

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