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Location:Hamburg, Germany

Donnerstag, November 02, 2006

Bücher im Fernsehen, Donnerstag 02.11.06


Besprochene Titel:

C.K. Prahalad: Der Reichtum der Dritten Welt
Rudrangshu Mukherjee/Vir Sanghvi:
Indien einst und jetzt
Hilmar Thate: Neulich, als ich noch Kind war
Krista Federspiel: Die andere Medizin. Alternative Heilmethoden für Sie bewertet
Ellis Huber: Die Gesundheits-Revolution. Radikale Wege aus der Krise - was Patienten wissen müssen
Michael Degen: Nicht alle waren Mörder
Holm Friebe / Sascha Lobo: Wir nennen es Arbeit
Julia Gerlach: Zwischen Pop und Dschihad
Wei Hui Den: Shanghai Baby
D.H. Lawrence: Lady Chatterley
Antoina Fraser: Marie Antoinette
Jessica Durlacher: Emoticons
Udo Grashoff: In einem Anfall von Depression ... Selbsttötungen in der DDR
Nina Ruge erzählt die schönsten biblischen Geschichten
Anne Chaplet: Sauberer Abgang
Friedrich Ani: Idylle der Hyänen
Veit Heinichen
: Die Toten vom Karst / Gib jedem seinen eigenen Tod

 

Thema:

Warum es keine großen Denker mehr gibt?
Antoine de Saint-Exupéry

Programmschema:
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
11:20 arte: Kultur
15:45 3sat: Schriftsteller der Welt: Antoine de Saint-Exupéry
19:15 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:05 MDR: artour
22:15 RBB: Stilbruch
22:30 WDR: west.art
22:30 BR: capriccio
23:00 ZDF: Johannes B. Kerner
23:15 Das Erste: Wickerts Bücher
01:55 3sat: Kulturzeit
02:10 SWR: Leute night
02:20 MDR: artour
03:25 ZDF: Johannes B. Kerner

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung von gestern abend
Spannend zu beobachten ist die immer stäkere Verschmelzung verschiedener Kunstgattungen. So werden immer häufiger Bücher durch ihre Verfilmungen wieder in den Blickpunkt des Interesses gerückt. So bei dem erotischen Klassiker "Lady Chatterley" von D.H. Lawrence, der jetzt von der Französin Pascale Ferran neu verfilmt wurde. arte Kultur zeigt Ausschnitte aus der sehr poetischen und ästhetischen Verfilmung und unterhält sich mit der Regisseurin. Der Film ist heute in Frankreich gestartet. Von dort aus dauert es leider meist noch ein halbes bis ganzes Jahr, bis er synchronisiert ist und in die deutschen Kinos gelangt.

Ganz ähnlich steht es um die Biografie "Marie Antoinette" von Antonia Fraser, die ohne die sehr moderne filmische Umsetzung durch Sofia Coppola mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Insiderbuch geblieben wäre, beschreibt Fraser das Schicksal dieser Frau zwar einfühlsam, aber ohne große Emotionen. Vor allem aber entwirft sie das lebendige und anschauliche Portrait eines Landes an einem historischen Wendepunkt, während für Coppola die französische Revolution lediglich die Matrix für die sehr modern umgesetzte Geschichte einer enttäuschten und sich in die Genusssucht steigernden jungen Frau ist. Der Film startet morgen in den deutschen Kinos. Auch von diesem Film zeigt arte einige kurze Ausschnitte.

 

09:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung vom 31.10.06

Bringt man die Frage: "Warum es keine großen Denker mehr gibt?" auf den Punkt, so lautet die Antwort wohl: sie haben keine Zeit mehr, die Denker. Sie sind so beschäftigt mit Geldverdienen, Interviews und Feuilleton, dass ihnen schlicht die Zeit für den großen philosophischen Wurf fehlt. Dies zumindest ist die Theorie von Hans Ulrich Gumbrecht, Literaturwissenschaftler an der University of California, Stanford. Und ein wenig hört man aus seiner Stimme während des Kulturzeit-Interviews heraus, er würde sich ganz gern mal eine Weile nach Königsberg zurückziehen wie einst Kant - wenn dies nicht mittlerweile auch völlig vernetzt wäre. Die Globalisierung frisst ihre Denker. (mehr zum Thema auf der Homepage von 3sat Kulturzeit)

Eine Idee zur Linderung der Weltarmut, die sogar als nobelpreiswürdig erachtet wurde, hat der indische Wirtschaftsprofessor C.K. Prahalad nun entwickelt. Warum nicht die Global Player, die mächtigsten Industriefirmen, auf die Dritte Welt loslassen? So besitzt zum Beispiel in Indien derzeit noch kaum ein Einwohner der ländlichen Regionen ein Handy. Was für ein Absatzmarkt. Ganz so zynisch, wie dies zunächst klingt, meint Prahalad, der jetzt sein Buch Der Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren vorstellt, gar nicht. Im Gegenteil: er hält die Partizipation der Armen am Weltmarkt für die effektivste Idee, deren Not zu lindern. (mehr zum Thema auf der Homepage von 3sat Kulturzeit)

Kurz vorgestellt wurde daneben der Bildband Indien einst und jetzt, der eindrucksvoll Bilder aus Indiens Vergangenheit und Gegenwart gegen einander stellt. Die reiche Vergangenheit des Subkontinents ersteht in zum Teil noch nie gesehenen historischen Fotos sichtbar und auch die vielgestaltige farbige Gegenwart wird in all ihren Facetten lebendig. Namhafte indische Journalisten führen uns in kenntnisreichen Reportagen durch die Zeit: Ein Buch das Indien zeigt wie es war und wie es ist!

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung vom Vortag

 

11.45 RBB: Menschen bei Maischberger

Wiederholung vom Dienstag
Thema: "Sanfte Medizin: Fortschritt oder falsche Hoffnung?"

Die Autorin des Stiftung-Warentest-Ratgebers "Die Andere Medizin. "Alternative" Heilmethoden für Sie bewertet" Krista Federspiel warnt vor alternativen Heilmethoden. "Die meisten Anwendungen haben keine Wirkung, manche sind sogar gefährlich", kritisiert die Medizinjournalistin aus Wien.

Der ehemalige Präsident der Berliner Ärztekammer Ellis Huber geht seit Jahren mit seinen Berufskollegen hart ins Gericht. "Den meisten Ärzten geht es nicht ums Heilen", sagt der Bestsellerautor ("Die Gesundheits-Revolution. Radikale Wege aus der Krise - was Patienten wissen müssen "). Für viele Mediziner seien Patienten nur Nummern in der Abrechnungskartei. Ellis lobt alle Ärzte, die anstatt nur Tabletten zu verschreiben auch sanfte Medizin, Naturheilmethoden und psychologische Ansätze nutzen.

Zugeschaltet ist Michael Degen. Ohne mutige Mitmenschen hätten der Schauspieler und seine Mutter den Holocaust nicht überlebt. Degen zählt zu den knapp 1400 Berliner Juden, die den Nationalsozialismus versteckt überstanden. Am Mittwochabend zeigt Das Erste die Verfilmung seiner Autobiographie "Nicht alle waren Mörder". "Es ist eine Hommage an die Menschen, die meiner Mutter und mir das Leben gerettet haben", so Degen.

15:45 3sat: Schriftsteller der Welt: Antoine de Saint-Exupéry

Erstsendung 1.11.1988
Die Werke des Fliegerpoeten Antoine de Saint-Exupéry (1900 - 1944) sprechen unmittelbar vom eigenen Erleben. Sie erzählen von Situationen der Gefahr und der Bewährung - sei es beim Flug über die Anden, bei Notlandungen in der Wüste oder bei gefährlichen Nachtflügen. 1944 wird de Saint-Exupéry bei einem Einsatz für die Aufklärungsstaffel abgeschossen und stürzt in der Nähe von Korsika ins Meer.
Martin Schliessler zeichnet die wichtigsten Lebensstationen Antoine de Saint-Exupérys nach.

 

19:15 3sat: Kulturzeit

Mittlerweile bin ich ein wenig skeptisch, was die Vorankündigungen auf der Homepage des Senders angeht. Die Themen der Sendung werden dort meist erst im Laufe des Tages bekannt gegeben.

"Ein One-Night-Stand ist vollkommen okay, weil man sowieso nicht wissen kann, ob man am nächsten Tag noch lebt." Chinas bekanntester Erotik-Star Bai Ling und die Autorin Wei Hui Den betreiben öffentlich einen intimen Diskurs. Sie lieben es, zu provozieren, denn sie wissen: Sex sells, und Sex ist Politik in China. Gemeinsam arbeiten sie nun an der Verfilmung von Huis Roman "Shanghai Baby". Bai Ling spielt die Hauptrolle, Wei Hui schrieb das Drehbuch. Ihre gleichnamige, semibiografische Romanvorlage war 1999 ein Skandal in China und wurde wegen allzu freizügiger Schilderungen verboten. Weltweit erschien der Roman in 35 Sprachen. Der Westen liebt, was Pekings Führer hassen. Davon ist auch der deutsche Produzent Berengar Pfahl überzeugt. Er hat die Filmrechte erworben.



20:00 arte: Kultur

arte Kultur ist ohnehin zu spontan in seiner Programmplanung, um schon im Vorweg seine Themen für den Abend festzulegen.



22:05 MDR: artour

Wie glücklich waren die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies wirklich? Die DDR gehörte zu den Staaten, in denen überdurchschnittlich viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten nahm der »erste sozialistische Staat auf deutschem Boden« einen Spitzenplatz ein.
Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff hat mehrere tausend Suizidfälle ausgewertet und fertigte mit In einem Anfall von Depression ... Selbsttötungen in der DDR erstmalig eine Analyse des Selbstmordgeschehens für die gesamte Zeit der DDR an. Dabei zeigt er unterschiedliche Arten im Umgang mit Selbsttötungen auf und geht auf entsprechende Entwicklungen im medizinischen Bereich ein. Zugleich behandelt er den durch Partei und Staat vorgegebenen ideologischen Diskurs dazu und die damit verbundenen kulturellen Praktiken. Der Zusammenhang zwischen Repression und Suiziden wird anhand von bisher unveröffentlichtem statistischem Material wissenschaftlich erörtert. (Leseprobe beim Verlag ansehen)



22:15 RBB: Stilbruch

Die digitale Bohème, was ist damit bloß gemeint? Die Autoren Holm Friebe und Sascha Lobo beschreiben in ihrem Buch einen völlig neuen Typus Arbeitnehmer: ohne Arbeitsvertrag, ohne Festanstellung verwirklichen sie völlig selbstbestimmt eigene Projekte. Wichtigstes Werkzeug hierfür: moderne Technologien wie das Internet. Die digitale Boheme repräsentiert die mutigere Alternative: Immer mehr junge Kreative entscheiden sich für das Leben in Freiheit. Ihr Hauptziel ist nicht das Geldverdienen, sondern ein selbstbestimmter Arbeitsstil, der den eigenen Motiven folgt - in unsicheren Zeiten vielleicht die überlegene Strategie. Denn ihre enge Einbindung in soziale, künstlerische und digitale Netzwerke bringt ständig neue, teilweise überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Sie schalten Werbebanner auf ihren Websites, handeln mit virtuellen Immobilien, lassen sich Projekte sponsern oder verkaufen eine Idee an einen Konzern. Ihre Produkte und ihre Arbeitsweise verändern den Charakter der Medien und des Internets, bald auch den der Gesellschaft. Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren in ihrem aktuellen Buch "Wir nennen es Arbeit" die digitale Boheme: Sie stellen erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze vor und erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen und Hintergründe. Ihre spannende Analyse einer zukunftsgewandten Daseinsform inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.

Musik und Mode statt Heiliger Krieg... Gibt es eine neue Bewegung des Pop-Islamismus? Die Autorin Julia Gerlach entwickelt ein differenziertes Bild von der neuen islamische Jugendbewegung und ihren politischen Vorstellungen. "Zwischen Pop und Dschihad" heißt ihr neues Buch, in dem sie eine Jugendszene beschreibt, die sich als Gegenpol zu Al Qaida versteht: statt langer Bärte und Schleier trägt man Jeans und modische Kopftücher. An die Stelle von Terror sollen Fortschritt und Integration in die westlichen Gesellschaften treten. Die Stars dieser Pop-islamischen Bewegung sind Prediger, Musiker und Talkmaster. Sie regen die Jugendlichen dazu an, sich in der modernen Gesellschaft zu behaupten, zu engagieren und zugleich die Regeln eines konservativen Islams zu be folgen.Julia Gerlach hat über Jahre in muslimischen Gruppen Deutschlands und der islamischen Welt recherchiert und zeichnet ein differenziertes Bild von der neuen Jugendbewegung und ihren politischen Vorstellungen. Sie plädiert vehement für eine Deeskalation in der öffentlichen Diskussion, für den Abbau der Konfrontation und eine Kooperation mit all jenen Kräften, die sich deutlich von der Gewalt distanzieren.


22:30 WDR: west.art

"Emoticon", so heißen die kleinen Zeichen, mit denen im Internet-Mail-Verkehr Gefühle ausgedrückt werden. Mit "Emoticons" lockt Aischa, Hauptfigur von Jessica Durlachers Roman, den jungen Israeli Daniel in eine tödliche Falle. west.art über ein eindringliches und verstörendes Buch zum israelisch-palästinensischen Konflikt.



22:30 Bayern3: Capriccio

Heute laut Programmvorschau ohne Buchbesprechungen.

 

23:00 ZDF: Johannes B. Kerner

"Leute heute"-Moderatorin Nina Ruge ist "schon lange auf dem Weg der Sinnsuche". Als Kind habe die 50-Jährige keine Antworten in der heiligen Schrift gefunden und erklärt nun in ihrem neuen Buch "die schönsten biblischen Geschichten":
»Jetzt müssen wir natürlich erfahren, wie es Adam und Eva erging in ihrem Paradies, wo sie Tiere hüten, Pflanzen anbauen und ihre Früchte verzehren sollten. Wo alles friedlich war und harmonisch. Wo Gott nahe und jeder glücklich war. Wo es so war, wie man sich das in den schönsten Träumen ersinnt.«
»Alles wird gut« ist ihr Lebensmotto, »Alles hat seinen Sinn« würde laut eigener Aussage noch besser passen. So ist das neue Buch von Nina Ruge folgerichtig eine Sammlung der schönsten Bibelgeschichten: warmherzig, spannend und kindgerecht von ihr neu erzählt. Dank der ihr eigenen ausdrucksstarken und modernen Sprache lässt Nina Ruge die Welt der Bibel für Kinder von heute lebendig werden.

 

23:15 Das Erste: Wickerts Bücher

Rechtzeitig zum Beginn der dunklen Jahreszeit präsentiert Ex-„Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert in seiner Sendung „Wickerts Bücher“ Neues zum Thema Kriminalromane. Seine Gäste sind die Krimi-Autoren Anne Chaplet („Sauberer Abgang“) und Friedrich Ani („Idylle der Hyänen“).

Dritter Gast ist der Schauspieler Henry Hübchen, der einem breiteren Publikum als Kommissar in der Serie „Polizeiruf 110“ bekannt geworden ist, und der in den Bestseller-Verfilmungen des Krimi-Autors Veit Heinichen den Triester Commissario Proteo Laurenti spielt. Zwei Romane sind bereits verfilmt: "Die Toten vom Karst" und "Gib jedem seinen eigenen Tod".

 

01:55 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 19:20 Uhr

 

02:10 SWR: Leute night

Hilmar Thate ist einer der großen des deutschsprachigen Theaters. Seit 50 Jahren steht er auf der Bühne, spielt große Rollen auf den bedeutenden deutschsprachigen Bühnen. Dazu stand und steht er immer wieder für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Und: Hilmar Thate ist ein politischer Mensch. Weil er sich für Wolf Biermann einsetzte, musste er 1980 die DDR verlassen. Nun hat er seine Autobiografie veröffentlicht: Neulich, als ich noch Kind war heißt sie. Seine Geschichten beschreiben Geschichte. Den frühen Lebenshintergrund bilden Nazizeit, Krieg, Nachkriegszeit, das Gesellschaftsexperiment DDR, auch die Humanisierung des Theaters. Am Brecht-Theater entwickelt er eine gestische Spielweise, die zur Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit herausfordert. Er begreift sich als politischer Schauspieler, der seinen Figuren Leidenschaft und Energie verleiht. Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Visionen bestimmen sein Leben. Wenn Hilmar Thate zurückblickt, dann mit den neugierigen Kinderaugen von einst, die die Welt hinter Halle suchten und später beim ersten Besuch der Mutter Courage – mit einer Freikarte von Brecht – großes Theater entdeckten.

 

02:20 MDR: artour

Wiederholung von 22:05 Uhr

 

03:25 ZDF: Johannes B. Kerner

Wiederholung von 23:00 Uhr