Bücher im Fernsehen, Freitag 03.11.06
| Besprochene Titel: Joey Goebel: Freaks
Themen: |
| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 08:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:05 | 3sat: Kulturzeit |
| 10:15 | 3sat: Beckmann |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 19:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 22:00 | NDR/HR: Herman & Tietjen |
| 22:10 | arte: Themenabend Expressionismus |
| 22:35 | ZDF: aspekte |
| 23:30 | SWR: Nachtkultur |
| 00:00 | SWR: Literatur im Foyer |
| 02:20 | 3sat: Kulturzeit |
06:20 3sat Kulturzeit
Wiederholung vom Vorabend
"Gott oder Großhirn?" fragt Kulturzeit leicht reißerisch
und spielt damit auf das neue Buch von Eugen Drewermann an,
den die katholische Kirche bereits vor Jahren die Lehrerlaubnis entzogen hat.
Drewermann beschäftigt sich neuerdings mit der Neurologie und kam im Rahmen
der Recherchen zu einem simplen Schluss: Das, was wir allgemeinhin als Seele
definieren, ist das Ergebnis neuronaler Verbindungen. Da diese nach dem Tod
des Menschen bewiesenermaßen absterben, kann folglich unsere Seele nicht
unsterblich sein. Nun ist Drewermann beileibe kein Atheist. Sein Ziel ist es,
Gott aus der Platzhalterrolle für all jene Phänomene zu befreien,
die wir uns auf andere Art nicht erklären können. Erst wenn die Kirche
ihre Aufgabe ernst nimmt und ihre Angst vor der Wissenschaft verliert, ließe
sich heute wieder glaubwürdig an Gott glauben, so seine These, die er in
"Atem
des Lebens 1. Das Gehirn. Die moderne Neurologie und die Frage nach Gott "
nachvollziehbar ausführt. (mehr...)
Joey Goebel, heute 26 Jahre alt, spielte fünf Jahre als
Leadsänger in einer Punkband. Inzwischen hat er auch zwei Romane veröffentlicht.
In dem letzten, Freaks,
erzählt er von einer Punkband. Von 5 Freunden, die unterschiedlicher nicht
sein können, und trotzdem durch ihre Musik zueinander finden. Das Buch
ist eine große Abrechnung mit dem Spießertum, ein Plädoyer
fürs Andersein. Ein wenig kommt Poetry-Slam-Atmosphäre auf, wenn er
auf einer Lesung plötzlich anfängt, ins Mikrophon zu rappen, auch
wenn dadurch die Geschichte nicht klarer wird. Aber wahrscheinlich wäre
eine lineare Geschichte auch bereits wieder spießig. Erfreuen wir uns
also an dem Paukenschlag von Einstieg, den ersten Satz des Romans: "Leicht
war es nicht, sechs Milliarden gebrochene Herzen auf einmal zu flicken, doch
ich schaffte es." (mehr...)
08:00 arte: Kultur
Wiederholung vom Vorabend.
Nur unter den Kurzinformationen vermerkt wurde, dass der amerikanische Pulitzer-Preisträger
William Styron am Mittwoch gestorben ist. Einer größeren
Lesergemeinde bekannt wurde Styron durch den Roman "Sophies
Entscheidung"
von 1979, der drei Jahre darauf verfilmt wurde und Meryl Streep, die in der
Titelrolle zu sehen war, den Oscar eintrug. Er starb nun im Alter von 81 Jahren
an einer Lungenentzündung.
09 :00 arte: Kultur
Wiederholung von 8:00 Uhr
09:05 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 6:20 Uhr
10:15 3sat: Beckmann
Wiederholung vom 30.10.06
Ein Jahr nach dem Abschied von der Macht sorgen die Memoiren des Altkanzlers
für Wirbel. In seinem Buch Entscheidungen.
Mein Leben in der Politik
erklärt Schröder seine politischen Entscheidungen und geht mit den
Gewerkschaften hart ins Gericht - und bekommt dafür von seinen Gegnern
kräftig Kontra. Nach den Schlagzeilen dieser Woche gibt er jetzt sein erstes
großes TV-Interview. Bei "Beckmann" nimmt Gerhard Schröder
Stellung zur aktuellen Kritik und schildert ganz persönlich die Höhen
und Tiefen seiner Kanzlerjahre. Im 75 Minuten langen Gespräch mit Reinhold
Beckmann spricht er über seine Fehler und Erfolge, über seine Weggefährten
und Nachfolger und verrät, wie sich seit seinem Abschied aus der Politik
sein Privatleben verändert hat.
11:20 arte: Kultur
Wiederholung von 8:00 Uhr
11:15 RBB: Stilbruch
Wiederholung vom Vortag
Die digitale Bohème, was ist damit bloß gemeint? Die Autoren Holm
Friebe und Sascha Lobo beschreiben in ihrem Buch einen
völlig neuen Typus Arbeitnehmer: ohne Arbeitsvertrag, ohne Festanstellung
verwirklichen sie völlig selbstbestimmt eigene Projekte. Wichtigstes Werkzeug
hierfür: moderne Technologien wie das Internet. Die digitale Boheme repräsentiert
die mutigere Alternative: Immer mehr junge Kreative entscheiden sich für
das Leben in Freiheit. Ihr Hauptziel ist nicht das Geldverdienen, sondern ein
selbstbestimmter Arbeitsstil, der den eigenen Motiven folgt - in unsicheren
Zeiten vielleicht die überlegene Strategie. Denn ihre enge Einbindung in
soziale, künstlerische und digitale Netzwerke bringt ständig neue,
teilweise überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Sie schalten
Werbebanner auf ihren Websites, handeln mit virtuellen Immobilien, lassen sich
Projekte sponsern oder verkaufen eine Idee an einen Konzern. Ihre Produkte und
ihre Arbeitsweise verändern den Charakter der Medien und des Internets,
bald auch den der Gesellschaft. Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren
in ihrem aktuellen Buch "Wir
nennen es Arbeit"
die digitale Boheme: Sie stellen erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze
vor und erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen
und Hintergründe. Ihre spannende Analyse einer zukunftsgewandten Daseinsform
inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.
Musik und Mode statt Heiliger Krieg... Gibt es eine neue Bewegung des Pop-Islamismus?
Die Autorin Julia Gerlach entwickelt ein differenziertes Bild
von der neuen islamische Jugendbewegung und ihren politischen Vorstellungen.
"Zwischen
Pop und Dschihad"
heißt ihr neues Buch, in dem sie eine Jugendszene beschreibt, die sich
als Gegenpol zu Al Qaida versteht: statt langer Bärte und Schleier trägt
man Jeans und modische Kopftücher. An die Stelle von Terror sollen Fortschritt
und Integration in die westlichen Gesellschaften treten. Die Stars dieser Pop-islamischen
Bewegung sind Prediger, Musiker und Talkmaster. Sie regen die Jugendlichen dazu
an, sich in der modernen Gesellschaft zu behaupten, zu engagieren und zugleich
die Regeln eines konservativen Islams zu be folgen.Julia Gerlach hat über
Jahre in muslimischen Gruppen Deutschlands und der islamischen Welt recherchiert
und zeichnet ein differenziertes Bild von der neuen Jugendbewegung und ihren
politischen Vorstellungen. Sie plädiert vehement für eine Deeskalation
in der öffentlichen Diskussion, für den Abbau der Konfrontation und
eine Kooperation mit all jenen Kräften, die sich deutlich von der Gewalt
distanzieren.
13:00 MDR: artour
Wie glücklich waren die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies wirklich?
Die DDR gehörte zu den Staaten, in denen überdurchschnittlich viele
Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten
nahm der »erste sozialistische Staat auf deutschem Boden« einen
Spitzenplatz ein.
Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff hat mehrere
tausend Suizidfälle ausgewertet und fertigte mit In
einem Anfall von Depression ... Selbsttötungen in der DDR
erstmalig eine Analyse des Selbstmordgeschehens für die gesamte Zeit der
DDR an. Dabei zeigt er unterschiedliche Arten im Umgang mit Selbsttötungen
auf und geht auf entsprechende Entwicklungen im medizinischen Bereich ein. Zugleich
behandelt er den durch Partei und Staat vorgegebenen ideologischen Diskurs dazu
und die damit verbundenen kulturellen Praktiken. Der Zusammenhang zwischen Repression
und Suiziden wird anhand von bisher unveröffentlichtem statistischem Material
wissenschaftlich erörtert. (Leseprobe
beim Verlag ansehen)
16:30 arte: Paul Auster - Mein Leben
"Kunst ist eine Krankheit", sagt der Schriftsteller Paul Auster
und meint damit seine Besessenheit für das Schreiben. Sein erster großer
Erfolg gelingt ihm 1986 mit der "New York Trilogie". Inzwischen gehört
er zu den wenigen Autoren, die von ihrer Kunst leben können. Victor Grandits
und Jessica Krauss haben den Schriftsteller, der im nächsten Februar 60
Jahre alt wird, in seinem Haus in Brooklyn besucht. (mehr...)
19:20 3sat: Kulturzeit
Eine wirkliche Themenübersicht wird sich erst heute im Laufe des Tages herauskristallisieren. Schauen Sie doch einfach mal auf der Homepage zur Sendung nach. Vielleicht finden Sie dort bereits mehr...
20:00 arte: Kultur
Die große Kulturwundertüte artes: Keiner weiß, was drin sein wird. Aber es lohnt sich allemal, sie aufzumachen. :-) Wie immer mit einer bunten Mischung aus kulturellen Versatzstücken aller Couleur.
22:00 NDR/HR: Herman & Tietjen
Eine tragende Rolle spielt Literatur in dieser Sendung nicht. Von den zahlreichen
Gästen (Barbara Eligmann, Cornelia Poletto, Elisabeth Lanz, Hilmar
Thate, Martin 'Maddin' Schneider, Volker Beck, Norman Stadler, Walter
Wüllenweber, Ludger Pistor) ist lediglich Hilmar Thate anwesend, um seine
Autobiografie "Neulich,
als ich noch Kind war"
vorzustellen. Immerhin verkörpert er fünf Jahrzehnte deutscher Theater-
und Filmgeschichte – ein reiches Leben, voll an Anekdoten, Begegnungen,
Erinnerungen. (mehr...)
22:10 arte: Themenabend Expressionismus
Wahnsinn, Liebe, Rausch
Programm des Expressionismus war die Kampfansage an die bestehende Kunst und
die bürgerliche Gesellschaft. Der Expressionismus war eine Revolte der
Maler und Schriftsteller. Für alle expressionistischen Künstler -
ob Maler, Filmemacher oder Schriftsteller - galt die Kunst als Waffe, als kämpferische
Handlungsform, mit der man sich von den Zwängen der Gesellschaft befreite
und versuchte, den "neuen Menschen" zu schaffen. Zu den bedeutendsten
Künstlern dieser Zeit gehörten George Grosz, Otto Dix, Max Beckmann,
Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Emil Nolde, Franz Marc, Ludwig Kirchner und Wassili
Kandinsky.
Das Aufbegehren drückte sich zunächst formal aus. Indem sie die Wirklichkeit
nicht mehr getreu wiedergaben, brachen die Künstler mit der Tradition der
abendländischen Kunst. Ähnlichkeit wird bewusst abgelehnt. Der formale
oder inhaltliche Bruch mit der Gesellschaft wird zum Sandkorn im Getriebe der
etablierten Ordnung. (mehr...)
22:35 ZDF: aspekte
Wie sah Jesus Christus eigentlich aus? Hundertfach wurde er gemalt, doch sein
wirkliches Antlitz kennt niemand. Ähnlich steht es mit der Bibel: Hier
berichten zahlreiche Evangelisten und Apostel was sie von Jesus gehört
haben - mal 50, mal 200 Jahre nach der Kreuzigung. Aber was ist dran an diesen
Geschichten? Dieser Frage geht seit 30 Jahren der renommierte amerikanische
Bibelforscher James Tabor nach. Sein Bestseller "Die
Jesus Dynastie"
sorgt seit Monaten für eine hitzige Mediendebatte in den USA. Denn Tabor
stellt mal die unbefleckte Empfängnis Maria in Frage, mal fahndet er nach
Jesus biologischem Vater. Vor allem aber behauptet er, dass die Führer
der ersten Christen jahrzehntelang aus der Familie Jesu stammten.
23:30 SWR: Nachtkultur
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, die Gefahr
ins soziale Abseits zu geraten ist so hoch wie nie. Elf Millionen sind arm oder
von Armut bedroht, fünf Millionen haben keine Arbeit, knapp drei Millionen
sind Hartz IV-Empfänger. Abstrakte Statistik-Zahlen zwar, doch dahinter
verbergen sich zum Teil dramatische Einzelschicksale. Die Journalisten Nadja
Klinger und Jens König haben zwölf Betroffene
porträtiert und jetzt einen "wahren Bericht über die neue Armut
in Deutschland" vorgelegt. In ihrem Buch "Einfach
abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland"
schildern sie, wie Menschen auf unterschiedlichste Weise abgestürzt und
ins soziale Abseits geraten sind - vom arbeitslosen Akademiker über den
Schulversager und die Alleinerziehende bis hin zum Obdachlosen. Sie zeichnen
damit nicht nur ein facettenreiches Bild der neuen Unterschicht, die Beispiele
sind auch ein Indiz dafür, dass es wirklich jeden treffen kann.
Lokus, Pissoir, Donnerbalken, WC, Toilette oder einfach Klo... Begriffe, die
alle für ein und dieselbe profane Einrichtung stehen. Wie unterschiedlich
und vielfältig die sanitären Anlagen rund um den Globus sind, das
zeigt das kleine Büchlein "Stille
Örtchen",
das bei Knesebeck erschienen ist. Warum ausgerechnet ein Buch über Klos?
"Toiletten sind wie Fenster, die uns Einblicke in eine spezifische Bevölkerungsgruppe
oder Kultur ermöglichen", schreiben die Autoren Morna E. Gregory
und Sian James im Vorwort. Und so haben sich die beiden auf
die Spuren der WCs dieser Welt begeben, sie aufgesucht, fotografiert und dabei
teilweise ungewohnte Erkenntnisse gewonnen. Denn auf der Toilette sind zwar
alle gleich, doch wie sie aussehen und wo sie stehen, das ist von Land zu Land,
von Kontinent zu Kontinent sehr verschieden.
Warum zum Beispiel verwenden die Franzosen Stehtoiletten? Warum sind die Pissoirs
in London auf dem Boden und nicht an der Wand installiert? Oder weshalb fertigen
die Chinesen ihre WCs aus Gold? Fragen auf die man in diesem Buch Antworten
findet. Nachtkultur über eine etwas andere, ziemlich kuriose Kulturgeschichte,
bei der es mehr zu entdecken gibt, als man zunächst vermutet.
Der Schauspieler Vadim Glowna packt aus. In seinen Rollen,
wie privat: Vadim Glowna sieht meistens etwas unglücklich aus. Dabei läuft
bei ihm doch alles wie am Schnürchen - ob als gefragter Charakterdarsteller,
als Regisseur und wie jüngst, auch als Autor seiner Memoiren, die er unter
dem Titel "Der
Geschichtenerzähler"
veröffentlicht hat. Außerdem kommt am 2. November sein neuer Film
ins Kino.
00:00 SWR: Literatur im Foyer
Die Liebe und das Leben - Martin Walser präsentiert seinen
neuen Roman Angstblüte
Walser hat es schon immer verstanden, zu provozieren, Debatten auszulösen,
Meinungen zu produzieren. Über seine Ansichten und seine Einsichten wurde
schon oft, und oft erbittert, gestritten. Der neue Roman ist ein wahres Meisterstück
geworden, meinen die Macher von "Literatur im Foyer": unvergessliche
Gestalten, komische, tragische und kuriose Szenen sehen sie in ihm. Alle Themen
Walsers seien noch einmal angespielt: Liebe und Macht. Freundschaft und Geld.
Erotik, Sexualität und das Verlangen nach Anerkennung. Das Altern und jene
Jugend, die dem Lauf der Zeit spielend widersteht, manchmal nur mit einem Augenzwinkern.
Walser hat alle seine Stärken noch einmal versammelt: Witz und Ironie,
subtile Beobachtung, genaue Beschreibung und eine souveräne Gelassenheit,
die den großen Meister auf der Höhe seines Könnens zeigt. Mit
Martin Walser sprechen und streiten unter anderem Dieter Borchmeyer (Universität
Heidelberg), Jörg Magenau (Publizist) Berlin und Felicitas von Lovenberg
(FAZ) Frankfurt am Main. Es moderiert Martin Lüdke.
03:15 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 19:20 Uhr


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