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Neuerscheinungen und Rezensionen

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Name:Ennka
Location:Hamburg, Germany

Freitag, November 03, 2006

Bücher im Fernsehen, Freitag 03.11.06


Besprochene Titel:

Joey Goebel: Freaks
Eugen Drewermann: Atem des Lebens Bd.1: Das Gehirn
Holm Friebe
/ Sascha Lobo: Wir nennen es Arbeit
Julia Gerlach: Zwischen Pop und Dschihad
Gerhard Schröder: Entscheidungen
Hilmar Thate:
Neulich, als ich noch Kind war
Nadja Klinger
/ Jens König: Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland
Morna E. Gregory / Sian James: Stille Örtchen. Ein Besuch auf den Toiletten der Welt
Vadim Glowna: Der Geschichtenerzähler
Martin Walser: Angstblüte
Udo Grashoff: In einem Anfall von Depression ... Selbsttötungen in der DDR
James Tabor: Die Jesus Dynastie

 

Themen:

Paul Auster
William Styron

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
10:15 3sat: Beckmann
11:20 arte: Kultur
19:20 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:00 NDR/HR: Herman & Tietjen
22:10 arte: Themenabend Expressionismus
22:35 ZDF: aspekte
23:30 SWR: Nachtkultur
00:00 SWR: Literatur im Foyer
02:20 3sat: Kulturzeit

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vorabend
"Gott oder Großhirn?" fragt Kulturzeit leicht reißerisch und spielt damit auf das neue Buch von Eugen Drewermann an, den die katholische Kirche bereits vor Jahren die Lehrerlaubnis entzogen hat. Drewermann beschäftigt sich neuerdings mit der Neurologie und kam im Rahmen der Recherchen zu einem simplen Schluss: Das, was wir allgemeinhin als Seele definieren, ist das Ergebnis neuronaler Verbindungen. Da diese nach dem Tod des Menschen bewiesenermaßen absterben, kann folglich unsere Seele nicht unsterblich sein. Nun ist Drewermann beileibe kein Atheist. Sein Ziel ist es, Gott aus der Platzhalterrolle für all jene Phänomene zu befreien, die wir uns auf andere Art nicht erklären können. Erst wenn die Kirche ihre Aufgabe ernst nimmt und ihre Angst vor der Wissenschaft verliert, ließe sich heute wieder glaubwürdig an Gott glauben, so seine These, die er in "Atem des Lebens 1. Das Gehirn. Die moderne Neurologie und die Frage nach Gott " nachvollziehbar ausführt. (mehr...)

Joey Goebel, heute 26 Jahre alt, spielte fünf Jahre als Leadsänger in einer Punkband. Inzwischen hat er auch zwei Romane veröffentlicht. In dem letzten, Freaks, erzählt er von einer Punkband. Von 5 Freunden, die unterschiedlicher nicht sein können, und trotzdem durch ihre Musik zueinander finden. Das Buch ist eine große Abrechnung mit dem Spießertum, ein Plädoyer fürs Andersein. Ein wenig kommt Poetry-Slam-Atmosphäre auf, wenn er auf einer Lesung plötzlich anfängt, ins Mikrophon zu rappen, auch wenn dadurch die Geschichte nicht klarer wird. Aber wahrscheinlich wäre eine lineare Geschichte auch bereits wieder spießig. Erfreuen wir uns also an dem Paukenschlag von Einstieg, den ersten Satz des Romans: "Leicht war es nicht, sechs Milliarden gebrochene Herzen auf einmal zu flicken, doch ich schaffte es." (mehr...)

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vorabend.
Nur unter den Kurzinformationen vermerkt wurde, dass der amerikanische Pulitzer-Preisträger William Styron am Mittwoch gestorben ist. Einer größeren Lesergemeinde bekannt wurde Styron durch den Roman "Sophies Entscheidung" von 1979, der drei Jahre darauf verfilmt wurde und Meryl Streep, die in der Titelrolle zu sehen war, den Oscar eintrug. Er starb nun im Alter von 81 Jahren an einer Lungenentzündung.



09 :00 arte: Kultur

Wiederholung von 8:00 Uhr

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 6:20 Uhr

 

10:15 3sat: Beckmann

Wiederholung vom 30.10.06
Ein Jahr nach dem Abschied von der Macht sorgen die Memoiren des Altkanzlers für Wirbel. In seinem Buch Entscheidungen. Mein Leben in der Politik erklärt Schröder seine politischen Entscheidungen und geht mit den Gewerkschaften hart ins Gericht - und bekommt dafür von seinen Gegnern kräftig Kontra. Nach den Schlagzeilen dieser Woche gibt er jetzt sein erstes großes TV-Interview. Bei "Beckmann" nimmt Gerhard Schröder Stellung zur aktuellen Kritik und schildert ganz persönlich die Höhen und Tiefen seiner Kanzlerjahre. Im 75 Minuten langen Gespräch mit Reinhold Beckmann spricht er über seine Fehler und Erfolge, über seine Weggefährten und Nachfolger und verrät, wie sich seit seinem Abschied aus der Politik sein Privatleben verändert hat.



11:20 arte: Kultur

Wiederholung von 8:00 Uhr

 

11:15 RBB: Stilbruch

Wiederholung vom Vortag
Die digitale Bohème, was ist damit bloß gemeint? Die Autoren Holm Friebe und Sascha Lobo beschreiben in ihrem Buch einen völlig neuen Typus Arbeitnehmer: ohne Arbeitsvertrag, ohne Festanstellung verwirklichen sie völlig selbstbestimmt eigene Projekte. Wichtigstes Werkzeug hierfür: moderne Technologien wie das Internet. Die digitale Boheme repräsentiert die mutigere Alternative: Immer mehr junge Kreative entscheiden sich für das Leben in Freiheit. Ihr Hauptziel ist nicht das Geldverdienen, sondern ein selbstbestimmter Arbeitsstil, der den eigenen Motiven folgt - in unsicheren Zeiten vielleicht die überlegene Strategie. Denn ihre enge Einbindung in soziale, künstlerische und digitale Netzwerke bringt ständig neue, teilweise überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Sie schalten Werbebanner auf ihren Websites, handeln mit virtuellen Immobilien, lassen sich Projekte sponsern oder verkaufen eine Idee an einen Konzern. Ihre Produkte und ihre Arbeitsweise verändern den Charakter der Medien und des Internets, bald auch den der Gesellschaft. Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren in ihrem aktuellen Buch "Wir nennen es Arbeit" die digitale Boheme: Sie stellen erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze vor und erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen und Hintergründe. Ihre spannende Analyse einer zukunftsgewandten Daseinsform inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.

Musik und Mode statt Heiliger Krieg... Gibt es eine neue Bewegung des Pop-Islamismus? Die Autorin Julia Gerlach entwickelt ein differenziertes Bild von der neuen islamische Jugendbewegung und ihren politischen Vorstellungen. "Zwischen Pop und Dschihad" heißt ihr neues Buch, in dem sie eine Jugendszene beschreibt, die sich als Gegenpol zu Al Qaida versteht: statt langer Bärte und Schleier trägt man Jeans und modische Kopftücher. An die Stelle von Terror sollen Fortschritt und Integration in die westlichen Gesellschaften treten. Die Stars dieser Pop-islamischen Bewegung sind Prediger, Musiker und Talkmaster. Sie regen die Jugendlichen dazu an, sich in der modernen Gesellschaft zu behaupten, zu engagieren und zugleich die Regeln eines konservativen Islams zu be folgen.Julia Gerlach hat über Jahre in muslimischen Gruppen Deutschlands und der islamischen Welt recherchiert und zeichnet ein differenziertes Bild von der neuen Jugendbewegung und ihren politischen Vorstellungen. Sie plädiert vehement für eine Deeskalation in der öffentlichen Diskussion, für den Abbau der Konfrontation und eine Kooperation mit all jenen Kräften, die sich deutlich von der Gewalt distanzieren.

 

13:00 MDR: artour

Wie glücklich waren die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies wirklich? Die DDR gehörte zu den Staaten, in denen überdurchschnittlich viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten nahm der »erste sozialistische Staat auf deutschem Boden« einen Spitzenplatz ein.
Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff hat mehrere tausend Suizidfälle ausgewertet und fertigte mit In einem Anfall von Depression ... Selbsttötungen in der DDR erstmalig eine Analyse des Selbstmordgeschehens für die gesamte Zeit der DDR an. Dabei zeigt er unterschiedliche Arten im Umgang mit Selbsttötungen auf und geht auf entsprechende Entwicklungen im medizinischen Bereich ein. Zugleich behandelt er den durch Partei und Staat vorgegebenen ideologischen Diskurs dazu und die damit verbundenen kulturellen Praktiken. Der Zusammenhang zwischen Repression und Suiziden wird anhand von bisher unveröffentlichtem statistischem Material wissenschaftlich erörtert. (Leseprobe beim Verlag ansehen)

 

16:30 arte: Paul Auster - Mein Leben

"Kunst ist eine Krankheit", sagt der Schriftsteller Paul Auster und meint damit seine Besessenheit für das Schreiben. Sein erster großer Erfolg gelingt ihm 1986 mit der "New York Trilogie". Inzwischen gehört er zu den wenigen Autoren, die von ihrer Kunst leben können. Victor Grandits und Jessica Krauss haben den Schriftsteller, der im nächsten Februar 60 Jahre alt wird, in seinem Haus in Brooklyn besucht. (mehr...)

 

19:20 3sat: Kulturzeit

Eine wirkliche Themenübersicht wird sich erst heute im Laufe des Tages herauskristallisieren. Schauen Sie doch einfach mal auf der Homepage zur Sendung nach. Vielleicht finden Sie dort bereits mehr...

 

20:00 arte: Kultur

Die große Kulturwundertüte artes: Keiner weiß, was drin sein wird. Aber es lohnt sich allemal, sie aufzumachen. :-) Wie immer mit einer bunten Mischung aus kulturellen Versatzstücken aller Couleur.

 

22:00 NDR/HR: Herman & Tietjen

Eine tragende Rolle spielt Literatur in dieser Sendung nicht. Von den zahlreichen Gästen (Barbara Eligmann, Cornelia Poletto, Elisabeth Lanz, Hilmar Thate, Martin 'Maddin' Schneider, Volker Beck, Norman Stadler, Walter Wüllenweber, Ludger Pistor) ist lediglich Hilmar Thate anwesend, um seine Autobiografie "Neulich, als ich noch Kind war" vorzustellen. Immerhin verkörpert er fünf Jahrzehnte deutscher Theater- und Filmgeschichte – ein reiches Leben, voll an Anekdoten, Begegnungen, Erinnerungen. (mehr...)

22:10 arte: Themenabend Expressionismus

Wahnsinn, Liebe, Rausch
Programm des Expressionismus war die Kampfansage an die bestehende Kunst und die bürgerliche Gesellschaft. Der Expressionismus war eine Revolte der Maler und Schriftsteller. Für alle expressionistischen Künstler - ob Maler, Filmemacher oder Schriftsteller - galt die Kunst als Waffe, als kämpferische Handlungsform, mit der man sich von den Zwängen der Gesellschaft befreite und versuchte, den "neuen Menschen" zu schaffen. Zu den bedeutendsten Künstlern dieser Zeit gehörten George Grosz, Otto Dix, Max Beckmann, Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Emil Nolde, Franz Marc, Ludwig Kirchner und Wassili Kandinsky.
Das Aufbegehren drückte sich zunächst formal aus. Indem sie die Wirklichkeit nicht mehr getreu wiedergaben, brachen die Künstler mit der Tradition der abendländischen Kunst. Ähnlichkeit wird bewusst abgelehnt. Der formale oder inhaltliche Bruch mit der Gesellschaft wird zum Sandkorn im Getriebe der etablierten Ordnung. (mehr...)

22:35 ZDF: aspekte

Wie sah Jesus Christus eigentlich aus? Hundertfach wurde er gemalt, doch sein wirkliches Antlitz kennt niemand. Ähnlich steht es mit der Bibel: Hier berichten zahlreiche Evangelisten und Apostel was sie von Jesus gehört haben - mal 50, mal 200 Jahre nach der Kreuzigung. Aber was ist dran an diesen Geschichten? Dieser Frage geht seit 30 Jahren der renommierte amerikanische Bibelforscher James Tabor nach. Sein Bestseller "Die Jesus Dynastie" sorgt seit Monaten für eine hitzige Mediendebatte in den USA. Denn Tabor stellt mal die unbefleckte Empfängnis Maria in Frage, mal fahndet er nach Jesus biologischem Vater. Vor allem aber behauptet er, dass die Führer der ersten Christen jahrzehntelang aus der Familie Jesu stammten.

 

23:30 SWR: Nachtkultur

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, die Gefahr ins soziale Abseits zu geraten ist so hoch wie nie. Elf Millionen sind arm oder von Armut bedroht, fünf Millionen haben keine Arbeit, knapp drei Millionen sind Hartz IV-Empfänger. Abstrakte Statistik-Zahlen zwar, doch dahinter verbergen sich zum Teil dramatische Einzelschicksale. Die Journalisten Nadja Klinger und Jens König haben zwölf Betroffene porträtiert und jetzt einen "wahren Bericht über die neue Armut in Deutschland" vorgelegt. In ihrem Buch "Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland" schildern sie, wie Menschen auf unterschiedlichste Weise abgestürzt und ins soziale Abseits geraten sind - vom arbeitslosen Akademiker über den Schulversager und die Alleinerziehende bis hin zum Obdachlosen. Sie zeichnen damit nicht nur ein facettenreiches Bild der neuen Unterschicht, die Beispiele sind auch ein Indiz dafür, dass es wirklich jeden treffen kann.

Lokus, Pissoir, Donnerbalken, WC, Toilette oder einfach Klo... Begriffe, die alle für ein und dieselbe profane Einrichtung stehen. Wie unterschiedlich und vielfältig die sanitären Anlagen rund um den Globus sind, das zeigt das kleine Büchlein "Stille Örtchen", das bei Knesebeck erschienen ist. Warum ausgerechnet ein Buch über Klos? "Toiletten sind wie Fenster, die uns Einblicke in eine spezifische Bevölkerungsgruppe oder Kultur ermöglichen", schreiben die Autoren Morna E. Gregory und Sian James im Vorwort. Und so haben sich die beiden auf die Spuren der WCs dieser Welt begeben, sie aufgesucht, fotografiert und dabei teilweise ungewohnte Erkenntnisse gewonnen. Denn auf der Toilette sind zwar alle gleich, doch wie sie aussehen und wo sie stehen, das ist von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent sehr verschieden.
Warum zum Beispiel verwenden die Franzosen Stehtoiletten? Warum sind die Pissoirs in London auf dem Boden und nicht an der Wand installiert? Oder weshalb fertigen die Chinesen ihre WCs aus Gold? Fragen auf die man in diesem Buch Antworten findet. Nachtkultur über eine etwas andere, ziemlich kuriose Kulturgeschichte, bei der es mehr zu entdecken gibt, als man zunächst vermutet.

Der Schauspieler Vadim Glowna packt aus. In seinen Rollen, wie privat: Vadim Glowna sieht meistens etwas unglücklich aus. Dabei läuft bei ihm doch alles wie am Schnürchen - ob als gefragter Charakterdarsteller, als Regisseur und wie jüngst, auch als Autor seiner Memoiren, die er unter dem Titel "Der Geschichtenerzähler" veröffentlicht hat. Außerdem kommt am 2. November sein neuer Film ins Kino.

 

00:00 SWR: Literatur im Foyer

Die Liebe und das Leben - Martin Walser präsentiert seinen neuen Roman Angstblüte
Walser hat es schon immer verstanden, zu provozieren, Debatten auszulösen, Meinungen zu produzieren. Über seine Ansichten und seine Einsichten wurde schon oft, und oft erbittert, gestritten. Der neue Roman ist ein wahres Meisterstück geworden, meinen die Macher von "Literatur im Foyer": unvergessliche Gestalten, komische, tragische und kuriose Szenen sehen sie in ihm. Alle Themen Walsers seien noch einmal angespielt: Liebe und Macht. Freundschaft und Geld. Erotik, Sexualität und das Verlangen nach Anerkennung. Das Altern und jene Jugend, die dem Lauf der Zeit spielend widersteht, manchmal nur mit einem Augenzwinkern. Walser hat alle seine Stärken noch einmal versammelt: Witz und Ironie, subtile Beobachtung, genaue Beschreibung und eine souveräne Gelassenheit, die den großen Meister auf der Höhe seines Könnens zeigt. Mit Martin Walser sprechen und streiten unter anderem Dieter Borchmeyer (Universität Heidelberg), Jörg Magenau (Publizist) Berlin und Felicitas von Lovenberg (FAZ) Frankfurt am Main. Es moderiert Martin Lüdke.

 

03:15 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 19:20 Uhr