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Neuerscheinungen und Rezensionen

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Location:Hamburg, Germany

Freitag, November 17, 2006

Bücher im Fernsehen, Freitag 17.11.06


Besprochene Titel:

Michael Good: Die Suche. Karl Plagge, der Wehrmachtsoffizier, der Juden rettete
Frans de Waal: Der Affe in uns. Warum wir sind, wie wir sind
Walter und Inge Jens: Frau Thomas Mann / Katies Mutter
Nadja Klinger/Jens König: Einfach abgehängt
Gerhard Schröder: Entscheidungen. Mein Leben in der Politik
Karl-Otto Dummer: Viermastbark Pamir
Sabine Kuegler: Dschungelkind / Ruf des Dschungels
Werner Schneyder: Ich, Werner Schneyder. Meine 12 Leben
Wolf von Lojewski: Der schöne Schein der Wahrheit
Stephan Grünewald: Deutschland auf der Couch
Peter Oehlerking: Apunkt. Angst
Erich Lessing: Budapest 1956
Richard Schickel: BOGART. Die erste autorisierte Biografie
Peter Sloterdijk: Zorn und Zeit
Uwe-Karsten Heye: Vom Glück nur ein Schatten

 

Themen:

Stefan Zweigs 125. Geburtstag

Programmschema:
06:20 3sat: Kulturzeit
08:00 arte: Kultur
09:00 arte: Kultur
09:05 3sat: Kulturzeit
11:15 RBB: Stilbruch
11:20 arte: Kultur
13:00 MDR: artour
19:20 3sat: Kulturzeit
20:00 arte: Kultur
22:00 NDR/HR: 3nach9
22:01 SWR: Nachtcafé
22:35 ZDF: aspekte
23:30 SWR: Nachtkultur
00:00 SWR: Literatur im Foyer
04:35 SWR: Leute night

 

06:20 3sat Kulturzeit

Wiederholung vom Vorabend

Ähnlich wie Oskar Schindler rettete in Wilna Karl Plagge hunderten von Juden das Leben, indem er sie als unabkömmlich für sein Arbeitslager erklärte. Als die SS das Lager ein Jahr später komplett übernimmt, warnt er die Juden, so dass sie sich rechtzeitig verstecken können. Unter den Juden, die auf diese Art überleben, ist auch die heute 77jährige Pearl Good. Ihr Sohn Michael Good hat sich daran gesetzt und alles recherchiert, was es über den Major Plagge zu wissen gab. Sein Buch "Die Suche. Karl Plagge, der Wehrmachtsoffizier, der Juden rettete" berichtet von seiner Spurensuche. (mehr...)

Für manchen ist es vielleicht nicht hilfreich, ständig mit den eigenen Vorfahren verglichen zu werden. "Onkel Herbert war genauso" ist ein Satz, dessen Bedeutungskontext nur in Maßen einleuchtet. Frans de Waal geht nun einen entscheidenden Schritt weiter. Er versucht, ganz im Sinne Darwins, unser Verhalten anhand von Beobachtungen an Primaten zu erklären. "Der Affe in uns. Warum wir sind, wie wir sind" zeigt zumindest auf, das unsere Art, auf unser Umfeld zu reagieren, so modern nun auch wieder nicht ist, wie wir uns das zuweilen einreden. Und sein Vergleich zwischen Primaten, Managern und Politikern ist für mehr als ein Schmunzeln gut. (mehr...)

Weitere Themen

 

08:00 arte: Kultur

Wiederholung vom Vorabend. Keine Buchtipps. Dafür:

  • Der belgische Sänger Arno
  • Rücktritt Michael Schindhelms als Generaldirektor der Berliner Opern-Stiftung
  • Tate Britain zeigt Hohlbein
  • "Picasso und der Zirkus" im Picasso-Museum Barcelona



09 :00 arte: Kultur

Wiederholung von 8:00 Uhr

 

09:05 3sat: Kulturzeit

Wiederholung von 6:20 Uhr

 

11:20 arte: Kultur

Wiederholung von 8:00 Uhr

 

11:15 RBB: Stilbruch

Wiederholung vom Vortag

Das Leben der Katharina Pringsheim ist Thema eines Romans, den der Tübinger Professor Walter Jens zusammen mit seiner Frau Inge geschrieben hat. Mit diesem Buch "Frau Thomas Mann" haben es die beiden sogar auf die Bestsellerliste geschafft. Jetzt haben sie einen zweiten Band, "Katias Mutter. Das außerordentliche Leben der Hedwig Pringsheim " nachgelegt.

Weitere Themen:

  • Der "neue Bond": Berliner Schauspieler als gefährlicher Feind von 007
  • Internationaler Beifall: "Young @ Heart" rocken die Bühnen heiß
  • FilmFestival Cottbus - Schwerpunkt: Filme aus Rumänien
  • Im Hinterzimmer der Macht - Zehn Jahre "Café Einstein" Unter den Linden
  • Vorsicht Kultur!

 

13:00 MDR: artour

Leben mit Hartz 4 heißt gut rechnen können. Und da immer mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit abdriften, teilen sich auch immer weniger Menschen den Reichtum. Dem Rest bleibt ein Leben am Existenzminimum. Ähnlich wie west.art eine halbe Stunde später beschäftigt sich auch artour mit dem neuen Buch von Nadja Klinger und Jens König "Einfach abgehängt". Darin werden Menschen porträtiert, die aus irgendwelchen Gründen aus dem normalen Erwerbsleben herausgepurzelt sind. Und die nun ganz unten leben. Zu zeigen, dass dies nicht nur ein Problem der Betroffenen ist, sondern jeden berührt, ist eine der Stärken dieses Buches.

Stefan Zweig wurde vor 125 Jahren, am 28. November 1881, in Wien geboren. Grund genug, in artour auf sein Leben zurückzublicken: auf seine Bücher "Vergessene Träume" und "Sternstunden der Menschheit", und auf seinen Selbstmord 1942 in Brasilien, aus Trauer über das, was sich im Europa jener Jahre abspielte. Als Jude hat er sich nie gesehen. Seine Eltern waren nicht religiös, er selbst empfand sich bestenfalls als "Juden aus Zufall".

Weitere Themen:

  • Die Bosnische Pyramide: Weltwunder oder Laune der Natur?
  • Geschichte Mitteldeutschlands: Reinhard Heydrich - Der Henker aus Halle
  • Milos Formans Meisterwerk: "Goyas Geister"

 

19:20 3sat: Kulturzeit

Eine wirkliche Themenübersicht wird sich erst heute im Laufe des Tages herauskristallisieren. Schauen Sie doch einfach mal auf der Homepage zur Sendung nach. Geplant sind zunächst folgende Themen:

  • Leichen für eine tote Stadt. Plastinator Gunther von Hagen in Guben
  • Hans Haacke
  • Hörbuch-Tipps

 

20:00 arte: Kultur

Die große Kulturwundertüte artes: Keiner weiß, was drin sein wird. Aber es lohnt sich allemal, sie aufzumachen. :-) Wie immer mit einer bunten Mischung aus kulturellen Versatzstücken aller Couleur.

 

22:00 NDR/HR: 3nach9

Gäste: Gerhard Schröder, Ex-Bundeskanzler, Jan Josef Liefers, Schauspieler, Karl-Otto Dummer, Überlebender der 'Pamir'-Katastrophe, Sabine Kuegler, Autorin / Dschungelkind, Werner Schneyder, Kabarettist, Wolf von Lojewski, Journalist und Yvonne Catterfeld, Schauspielerin und Sängerin.

Folgende aktuelle Bücher der Gäste sind derzeit lieferbar:

 

22:01 SWR: Nachtcafé

Thema: "Von Draufgängern und Angshasen"

Gäste im Studio: Ralf Moeller, Jutta Kleinschmidt, Stephan Grünewald, Reinhard Schweitzer, Peter Wigbers, Ruht Baunach, Dennis Besseler

Zwei der Gäste sind wegen ihrer Bücher, bzw. der darin geschilderten Erfahrungen dabei. Stephan Grünewald beschreibt in seinem Buch "Deutschland auf der Couch. Eine Gesellschaft zwischen Stillstand und Leidenschaft", was heraus kommt, wenn man Tausende von Deutschen auf die Couch legt und sie nach Ihren Wünschen, Hoffnungen und Ängsten befragt. Seiner Meinung nach gehen den Deutschen die Visionen verloren. Zwar sind sie - solange noch im Arbeitsalltag - hektisch produktiv. Dafür fehlt ihnen aber ein großes Ziel, auf das sie allen Widerständen zum Trotz zugehen. Ständige Überforderung, gepaart mit einer latenten Sinnlosigkeit führten zu einem Zustand, den er als "rasenden Stillstand" beschreibt.

Nicht weniger treffend geht es bei Peter Wigbers zu, der sehr persönlich über seinen Niedergang und die damit ausgelöste Angstattacken redet. Und darüber, wie er sich aus dem Schlamassel wieder befreite. Für viele gilt sein Buch "Apunkt. Angst", das er unter dem Namen Peter Oehlerking veröffentlichte, als eines der besten, weil am tiefsten gehenden zu diesem Thema. Selten wurde das Krankheitsbild der Angstattacken so plastisch und miterlebbar geschildert.

 

22:35 ZDF: aspekte

Geplante Themen:

  • Was Ghetto-Kids James Bond beibrachten: Der Trendsport "Parkour"
  • Politkunst-Veteran: Hans Haacke provoziert noch immer
  • SOKO Literatur: Polizisten schreiben
  • Nobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisiert den globalen Kapitalismus

Die Sendung ist zeitgleich auch als Video-Livestream im Internet zu sehen.

 

23:30 SWR: Nachtkultur

Der österreichische Fotorgraf Erich Lessing war 1956 viel im Ostblock unterwegs. Immer getrieben von der Erwartung, dass im Osten etwas wichtiges passieren würde, überredete er das Magazin "Life" dazu, ihn als Fotoreporter für die DDR, Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn zu engagieren. Die Ereignisse gaben ihm Recht. Jetzt erscheint ein reich kommentierter Bildband, der seine Fotos vor, während und nach dem Ungarnaufstand vereint. "Budapest 1956. Die ungarische Revolution" heißt er. (mehr...)

Im Januar 2007 nähert sich der 50. Todestag von Humphrey Bogart. Anlass genug für eine neue Biografie - die erste autorisierte überhaupt. Viele neue Fotos, einige private Dokumente und Details, die bisher vergraben waren, nun aber dank der Hilfe von Bogeys letzter Ehefrau Lauren Bacall und ihrem gemeinsamen Sohn Steve ans Licht kommen. Ein Muss für jeden Fan, und sicherlich ein lesenswertes Buch für jeden Filmfan. Denn "Africa Queen", "Casablanca" und "Der Schatz der Sierra Madre" und viele andere nennenswerte Streifen gehören dank Bogard zu den Klassikern des Filmgenres. "Bogart. Die erste autorisierte Biografie" vom Filmkritiker, Dokumentarfilmer und Kinohistoriker Richard Schickel. (mehr...)

Weitere Themen:

 

00:00 SWR: Literatur im Foyer

Zorn und Zeit. Politisch-psychologischer Versuch, so nennt Peter Sloterdijk seine Umdeutung der Weltgeschichte. Er hat sie neu geschrieben, aus der Perspektive des Zorns. Unsere Geschichte erscheint hier als ein Prozess der Zähmung elementarer menschlicher Regungen: Am Anfang steht die Wut des Achilles. Am Ende versammeln sich die Zukurzgekommenen unserer Gesellschaften bei den "Zornsparkassen", bei denen die Wut der Ohnmächtigen angelegt wird. Ein großer Wurf. Eine kühner Gedankenflug. Überhaupt: Eine strittige Geschichte.

 

04:35 SWR: Leute night

Uwe-Karsten Heye war Regierungssprecher unter Gerhard Schröder und während der rot-grünen Koalition einer seiner engsten und wichtigsten Berater. Unter Journalisten gilt Heye deshalb auch als eine Art "Ghostwriter" der Schröder'schen Autobiografie "Entscheidungen". Heute engagiert sich Heye besonders im Verein "Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland!" Heye warnt vor Neonazis und hat mit seiner Aussage, Schwarzafrikaner sollten bestimmte Gegenden in Ostdeutschland unter allen Umständen meiden, eine erregte Debatte ausgelöst.
Im Februar nun veröffentlichte er seine Familiengeschichte unter dem Titel "Vom Glück nur ein Schatten": Die Eltern von Uwe-Karsten Heye, durch Krieg und Flucht auseinander gerissen, leben zwanzig Jahre in dem Glauben, dass ihre Angehörigen umgekommen seien. Als sie sich schließlich unverhofft wieder begegnen, müssen sie feststellen, dass die schwere Zeit sie beide so verändert hat, dass sie keinen Zugang mehr zueinander finden. Dieses Schicksal steht stellvertretend für das vieler Ostflüchtlinge am Ende des Zweiten Weltkriegs.

(Alle Texte auf dieser Seite unter Nutzung der Sender- und Verlagsangaben - und daher ohne Gewähr)