Bücher im Fernsehen, Mittwoch 29.11.06
| Besprochene Titel: Amanda Sthers: Die Geisterstraße
Thema: |
| Programmschema: |
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| 06:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 07:30 | MDR: quergelesen |
| 08:00 | arte: Kultur |
| 09:00 | arte: Kultur |
| 09:05 | ZDF: Volle Kanne |
| 09:15 | 3sat: Kulturzeit |
| 11:20 | arte: Kultur |
| 16:30 | RBB: FrauTV |
| 19:20 | 3sat: Kulturzeit |
| 20:00 | arte: Kultur |
| 20:40 | arte: Benutzt und gesteuert - Künstler im Netz der CIA |
| 22:00 | WDR: FrauTV |
| 01:30 | 3sat: Kulturzeit |
| 01:45 | NDR: Kulturjournal |
| 02:47 | SWR: Leute night |
| 04:30 | 3sat: Literatur im Foyer |
06:20 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von gestern Abend.
Derzeit entwickelt sich in Deutschland eine Generation junger Muslime, die
zwischen ihrer Religion und westlichen Werten keinen Widerspruch sehen: ihre
Kopftücher sind modisch, auf ihren T-Shirts steht breit "Mecca",
sie verteilen warme Mahlzeiten in den armen Stadtteilen. Die Journalistin Julia
Gerlach nennt sie in ihrem Buch "Zwischen
Pop und Dschihad. Muslimische Jugendliche in Deutschland"
Popmuslime. Sie sieht in ihnen vor allem als Verbündete gegen Fundamentalismus
und Terror. Was aber nichts daran ändert, dass sie in ihrer Auslegung des
Koran nicht weniger radikal sein müssen als ihre kampfbereiten Glaubensbrüder.
Eben nur auf angenehmere Art. (mehr...)
Jean Thomas "Tomi" Ungerer gilt als einer der besten
satirischen Zeichner und Cartoonisten unserer Zeit. Seine Werke "Die drei Räuber"
und "Kein Kuss für Mutter
" zählen zu den fantasievollsten
und frechsten Kinderbüchern überhaupt. In den USA sind selbst diese
Kinderbücher bis heute verboten. Die US-Einwanderungsbehörde setzt
ihn als "Porno-Cartoonist"auf die Schwarze Liste. Heute lebt er in
Straßburg und in Irland. Kulturzeit besuchte ihn auf der Insel. (mehr...)
Weitere Themen:
- Six Feed Under: Ausstellung in Bern über den Tod und unseren Umgang damit
- Der Papst in schwieriger Mission: als ungeliebter Gast in der Türkei
07:30 MDR: quergelesen
Thema: Italien
Büchersendungen in Fernsehen und Hörfunk für Erwachsene gibt es viele! Für Kinder nur eine: "quergelesen". Dabei ist gerade für Kinder und ihre Eltern der Büchermarkt riesig und es ist nicht einfach, sich im Bücherdschungel zurechtzufinden. Dabei will "quergelesen" dem jungen Publikum hilfreich zur Seite stehen. Die moderne Umsetzung und die Moderation von Josefine Preuß bilden eine gute Grundlage, die Brücke zwischen den konkurrierenden und in diesem Fall doch verbündeten Freizeitfaktoren Fernsehen und Buch zu schlagen.
08:00 arte: Kultur
Wiederholung von gestern Abend
Auch hier - wie in Kulturzeit gestern - eine Huldigung an Tomi Ungerer,
der heute 75 Jahre alt wird. Offensichtlich dasselbe Filmteam, das auch den
Bericht für Kulturzeit und für die Phönix-Reportage
gestern gemacht hat, hat das Videomaterial vom Irland-Besuch neu geschnitten
und sehr schön zusammengestellt. Dabei fallen auch seine berühmten
Sätze: "Unsicherheit, Lebensangst, Wut: Das ist der beste Treibstoff,
den es für einen Künstler geben kann" und "Das Leben ist
doch nur Ferien zwischen zwei Toden." Daneben stellt Elise Chassaing kurz
das Buch "Poster"
von Tomi Ungerer vor, das jetzt anscheinend in Frankreich neu herausgekommen
ist, in Deutschland allerdings bereits 1998 erschien.
Weitere Themen der Sendung
- Streit um Berliner Bahnhofsarchitektur jetzt höchstrichterlich entschieden
- CD-Neuvorstellungen: Louise attaque: En
concert - Y'a t'il quelqu'un ici ?
; Phil Pace: There is a place und Subtle: For Hero for Fool
- Das neue ABBA-Museum in Stockholm (ab 2008)
- Danyel Waro und Titi Robin en tour: auf dem Festival Africolor im Paris und demnächst in Rennes beim Transmusicales
09:00 arte: Kultur
Wiederholung vom Vortag. Themen s. 08:00 Uhr
09:15 3sat: Kulturzeit
Wiederholung vom Vortag. Themen s. 06:20 Uhr
11:20 arte: Kultur
Wiederholung vom Vortag. Themen s. 08:00 Uhr
16:30 RBB: FrauTV
Etwa vier Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an behandlungsbedürftigen Depressionen – Tendenz steigend - vor allem in Industrieländern wächst die Zahl der Depressiven. Bei Frauen wird Depression etwa doppelt so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Mediziner vermuten hier allerdings eine statistische Unschärfe: Depressive Frauen sprechen offener über ihre Beschwerden und wenden sich eher Hilfe suchend an einen Arzt. (mehr...)
Buchtipps zum Thema:
- Günter Niklewski u.a.: „Depressionen
überwinden
“
- Ulrich Hegerl, Svenja Niscken: „Depressionen
bewältigen, die Lebensfreude wiederfinden
“
- Formularende BApK / Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (Hg.):
„Mit
psychisch Kranken leben
“
- Gisela Noy: „Grauzeit.
Mein Weg aus der Depression
“
Die frauTV-Reportage über den „Kölnberg“ in Köln-Meschenich zeigt, wo viele Arme in der Rheinmetropole leben. Medien nennen den „Kölnberg“ oft das Ghetto der Verlierer. Insgesamt leben über 4000 Menschen aus 61 Nationen hier. Armut und Arbeitslosigkeit fördern Kriminalität und Gewalt. Fahrstühle und Hauseingänge werden auf dem „Kölnberg“ rund um die Uhr mit Kameras bewacht. (mehr...)
Buchtipp:
- Nadja Klinger, Jens König: „Einfach
abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland
“
Weiteres Thema der Sendung:
- Friseuse. Ein Lehrling auf dem Weg zu seiner Prüfung
19:20 3sat: Kulturzeit
Kulturzeit gehört zu den etwas aktuelleren Kultursendungen des dt. Fernsehens. Daher werden die Themen des Tages meistens erst im Lauf des Tages bekannt gegeben. Voraussichtlich heute:
- On the Borderline: Hungern um Aufmerksamkeit
- Preisgekrönter Spielfilm: Chris Kraus: "Vier Minuten"
20:00 arte: Kultur
Täglich von montags bis samstags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene.
20:40 arte: Benutzt und gesteuert - Künstler im Netz der CIA
Der amerikanische Geheimdienst CIA finanzierte nach dem Zweiten Weltkrieg enorme Summen, um hochrangige europäische Künstler und Schriftsteller zu manipulieren. Die Dokumentation weist nach, dass die Einflussnahme des CIA bis in die Redaktionen westdeutscher Verlage und Sendeanstalten reichte und dass prominente Künstler wie der spätere Nobelpreisträger Heinrich Böll unwissentlich für den amerikanischen Geheimdienst tätig waren. "Benutzt und gesteuert - Künstler im Netz der CIA" folgt den Spuren der geheimdienstlichen Kulturarbeit anhand zahlreicher Dokumente, die in US-Archiven lagern und über die damaligen Arbeitszentren in der Bundesrepublik Auskunft geben. Die Dokumentation entstand nach dreijähriger Recherchearbeit, die Anlass zur Neubewertung der Kulturszene im Nachkriegseuropa gibt. (mehr...)
22:00 WDR: FrauTV
Diese Woche wieder mit Vor-gelesen: Buchtipps von Christine Westermann
- Amanda Sthers: „Die
Geisterstraße
“
Simon und Alfred sind die letzten beiden Juden in Kabul, und sie mögen sich nicht. Sie haben sich miteinander arrangiert, um wenigstens im bescheidenen Maße die jüdischen Feste und Riten aufrecht zu erhalten. Von den zehn Juden, die es für eine Synagoge braucht, muss man sich die fehlenden acht dann einfach vorstellen. So sind sie über die Jahre ein wenig kauzig geworden. Erst als die junge Afghanin Naema, die von einem amerikanischen Journalisten geschwängert wurde, Alfreds Hilfe sucht, bricht auch bei ihnen wieder Leidenschaft ins Leben, und voller Aktionismus versuchen sie, Naema zu retten. - Jon Kalman Stefansson: „Verschiedenes
über Riesenkiefern und die Zeit
“
Ein ganz besonderer Sommer: Zehn Jahre ist er jung und steht vor dem ersten Abenteuer seines Lebens: einer Flugreise zu den Großeltern nach Norwegen. Lange Sommerferien also im "heißen" Süden mit neuen Freunden und Erfahrungen. Mit leichter Hand entwirft Jón Kalman Stefánsson in zahlreichen Episoden die Poesie eines – seines eigenen – Kinder-Sommers, an dessen Rändern das Wissen um die Vergänglichkeit aufscheint.
Verschiedenes über Riesenkiefern und die Zeit wurde für den Großen Preis des Nordischen Rates nominiert. 2005 erhielt Stefansson, 1963 geboren und mit Lyrik und Romanen hervorgertreten, bereits den isländischen Literaturpreis.
"Jón Kalman Stefánsson erzählt in jenem typisch isländischen Ton, bei dem Lachen und Schmerz manchmal ein Wort voneinander entfernt sind, Wunder aber jederzeit geschehen können." (KulturSpiegel)
Weitere Themen:
01:30 3sat: Kulturzeit
Wiederholung von 19:20 Uhr
01:45 NDR: Kulturjournal
Wiederholung vom Montag
1874 erschien eine Art Ratgeber zum Sexualverhalten, eher nüchtern geschrieben,
aber mit einer detaillierten "Beschreibung der männlichen und weiblichen
Geschlechtsteile". Zur damaligen Zeit war diese Schrift Pornografie, die
dem Verlag die Beschlagnahme der gesamten Titel einbrachte. Daraufhin bekam
der junge Karl May den Auftrag, das Werk abzuändern und
salonfähig zu machen. May tat es: verkitscht, religiös verbrämt
und pseudowissenschaftlich-philosophisch. Seine Autorenschaft blieb lange geheim
- sonst hätte es Winnetou wohl nie gegeben. Jetzt ist "Das
Buch der Liebe"
neu editiert.
Alle werden alt, aber älter werden will fast niemand. Dabei beginnt es
mit der Geburt, es gibt keine Aussicht auf Umkehr, und schließlich kommen
die Tage des Rückblicks. Silvia Bovenschen, geboren 1946,
Publizistin und Essayistin, hat darüber ein Buch geschrieben: "Älter
werden"
(S. Fischer Verlag). Darin gibt sie persönlich erzählend und kommentierend
einen Rückblick auf das gelebte Leben, beschreibt das Älterwerden
tröstlich, aber ohne zu beschönigen.
Kinderfreund und "Porno-Cartoonist", Gesellschaftskritiker und Liederbuchillustrator, Zyniker und Spielzeugsammler - Tomi Ungerer hat viele Gesichter, und noch niemandem ist es gelungen, ihn auf einen Nenner zu bringen. Als Illustrator und Schriftsteller hat Tomi Ungerer rund 150 Bücher vorgelegt, Bücher, die ihm heute wie ein Wegweiser durch sein Leben erscheinen. Am 28. November wird "einer der brilliantesten Zeichner unserer Zeit", so die New York Times, 75 Jahre alt. Im Kulturjournal erzählt Tomi Ungerer, wie Skepsis und Ängste, aber auch Kreativität und Neugier, Liebe und Wut ihn 75 Jahre lang jung gehalten haben.
Und natürlich mit den Büchertipps von Paul Kersten, der wie jede Woche drei aktuelle Titel vorstellt. Und da es sich heute nacht um eine Wiederholung handelt, ist auch bekannt, um welche Bücher es gehen wird. Außerdem lassen sich seine Tipps als Video-Podcast abonieren. Also, folgender Bücher hat sich Paul Kersten angenommen:
- Johan Rapp: Grad?
hatt? ich?s noch - Handbuch für Zerstreute
- Kitty Fitzgerald: Pigtopia
- Herrmann Evers: Super, Eva!
Weitere Themen heute:
- Schlossherren gesucht - größtes Barockschloss im Nordosten zu verkaufen
- Krise am Hamburger Schauspielhaus? - Ein Intendant verteidigt sich
02:47 SWR: Leute night
Folgende Gäste werden heute Nacht anwesend sein, leider keine Büchermenschen. Auch hat der Azubi beim SWR offensichtlich keine Lust gehabt, die Links zu den einzelnen Beiträgen zu setzen und hat statt dessen einen Standardlink zu größtenteils veralteten Folgen benutzt. Aber egal, die meisten der Anwesenden kennen wir ohnehin aus Funk und Fernsehen...
- 02:47 Ruth Maria Kubitschek, Schauspielerin (Folge 839)
- 03:25 Kurt Beck, Ministerpräsident RP (Folge 833)
- 04:20 Franklin, Magier (Folge 761)
- 04:55 Ruth Maria Kubitschek, Schauspielerin (Folge 839)
04:30 3sat: Literatur im Foyer
mit
Thea Dorn und den Gästen Wolf Haas, Christoph Peters, Michael Stürmer
und Gabor Steingart.
Erstsendung 10.11.2006
Wolf Haas, der Erfinder des schon legendären Ex-Polizisten
Brenner, hat jetzt einen Roman über die Liebe geschrieben: "Das
Wetter vor 15 Jahren":
Niederschlagsmengen, Luftdruckschwankungen, Wolkenbewegungen - Vittorio Kowalski
weiß alles über das Wetter. Und dann wird er auch noch Wettkönig
bei "Wetten dass...?" Nur eine weiß, woher die Leidenschaft
fürs Wetter herkommt: die einstige Liebe Anni. Aber der Roman ist mehr,
doppelbödiger. Denn Haas begnügt sich nicht damit, eine Geschichte
zu erzählen. Im Interview mit einer Kulturjournalistin enthüllt er
nach und nach die Techniken, mit denen er den Roman entwickelt hat - und das
im Roman selbst.
Der Historiker Michael Stürmer beschreibt eine "Welt
ohne Weltordnung. Wer wird die Erde erben?":
Massenvernichtungswaffen in vielen Händen, Terror, Staaten vor dem Verfall.
Kann es eine Stabilität geben? Mit sprachlicher Eleganz und intellektueller
Brillanz, in kräftigen Sprachbildern stellt Michael Stürmer das Mit-
und Gegeneinander politischer, militärischer, ökonomischer und kultureller
Faktoren dar. Und er beschreibt den Wandel der Interessenlagen und Allianzen.
Wo stehen heute die USA, Russland, China und Europa? Wer wird die Erde erben?
So wird sein Buch zu einer Analyse der weltpolitischen Potenzen im 21. Jahrhundert.
Gabor Steingart vom Nachrichtenmagazin "Der SPIEGEL"
diagnostiziert die politischen Folgen der Globalisierung: Wer gewinnt? Wer verliert?
Ein "Weltkrieg
um Wohlstand. Wie Macht und Reichtum neu verteilt werden ".
Die Folgen spüren wir täglich: Wanderten zuerst die einfachen Industriearbeitsplätze
aus, gilt die neueste Angriffswelle dem Mittelstand und den High-Tech-Jobs.
Das Zeitalter westlicher Dominanz geht zu Ende. Der Westen besitzt eine Vorahnung,
aber keine ernstzunehmende Bedrohungsanalyse, sagt Gabor Steingart. Sein neuestes
Buch liefert sie: schonungslos und realistisch.
Der Schriftsteller Christoph Peters packt ein ganz heißes
Eisen an: In seinem neuen Roman "Ein
Zimmer im Haus des Krieges"
schlüpft er in die Haut eines fundamentalistischen Attentäters. Ein
junger Deutscher, perspektivlos, zum Islam konvertiert und dann auf dem Weg
nach Luxor, um mit einer kleine Gruppe islamischer Terroristen einen Anschlag
zu verüben. Doch als die Attentäter den Nil überqueren, geraten
sie in einen Hinterhalt von Polizei und Militär. Nur wenige überleben,
darunter Sawatzky. Mit dem Fall betraut wird Claus Cismar, der deutsche Botschafter
in Ägypten. Cismar, der in jungen Jahren selbst politisch radikale Ideen
verfolgte und zum Sympathisantenkreis der RAF gehörte, versucht in langen
Gesprächen mit Sawatzky hinter die Motive von dessen Tat zu gelangen. Je
länger die Gespräche freilich dauern, desto mehr zeigt sich, dass
nicht nur Sawatzkys Motive, sondern auch Cismars persönliche Werte und
sein eigener Lebensentwurf auf dem Prüfstand stehen.
(Texte auf dieser Seite unter Verwendung von Senderinformationen und Verlagsangaben!)


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