Bücher im Fernsehen, Sonntag 10.12.06
| Programmschema: |
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| 09:05 | 3sat: Lyrik für alle |
| 09:15 | 3sat: Ein Ärger, ein Skandal |
| 11:00 | WDR: west.art am Sonntag |
| 11:00 | 3sat: Stadtschreiber Mainz |
| 13:30 | 3sat: Das philosophische Quartett |
| 15:00 | 3sat: Lesen mit Thomas Maurer |
| 18:05 | arte: metropolis |
| 23:00 | Das Erste: ttt-titel, thesen, temperamente |
| 23:30 | SWR: Wortwechsel |
| 00:00 | WDR: Was liest Du? |
| 01:15 | NDR: Talkshow |
| 03:30 | Das Erste: ttt-titel, thesen, temperamente |
09:05 3sat: Lyrik für alle
59. Heinrich Hoffmann von Fallersleben (2/2)
Zumindest ein Gedicht von Fallersleben kennen die meisten: 1941 schrieb er das "Lied der Deutschen", den Text der späteren Nationalhymne. Er wird gemeinhin dem Vormärz zugerechnet. Aufgewachsen in der Folgezeit der Französischen Revolution, erlebte er die napoleonische Besatzung und den Rückzug der Grande Armée. Seine eigene politische Haltung wird allgemein als Nationalliberal bezeichnet - seine sehr erfolgreich eine Gedichtsammlung "Die unpolitischen Lieder" in zwei Bänden war alles andere als unpolitisch. Er fand damit wenig Gegenliebe bei den staatlichen Stellen. Zunächst von der preußischen Regierung pensionslos seiner Professur enthoben, entzog man ihm im Jahr 1843 die Staatsbürgerschaft und verwies ihn des Landes. Erst nach der Revolution von 1948 wurde er rehabilitiert.
09:15 3sat: Ein
Ärger, ein Skandal
Soziologe Wolf Lepenies über die Nähe zwischen Westenund Islam
Schon 1995 hatte der langjährige Rektor des Berliner Wissenschaftskollegs
und Soziologe Wolf Lepenies ("Melancholie und Gesellschaft") eine
Forschungsgruppe "Moderne und Islam" lanciert. 2006 mit dem Friedenspreis
des Deutschen Buchhandel ausgezeichnet, sagt er in seiner Ansprache aus Anlass der Verleihung: "Die
Erinnerung an die engen Verflechtungen des Westens mit der islamischen Welt
ist ein Skandalon, ein Ärgernis für beide Seiten." Europa lasse
sich nicht als rein christlicher Kontinent definieren: "Europa - darin
lag seine Stärke - hatte nie eine reine Seele. Ebenso wenig aber kann der
Islam 'Reinheit' für sich beanspruchen."
Roger de Weck im Gespräch mit dem unbequemen Wissenschaftler.
11:00 WDR: west.art am Sonntag:
Thema: Von Currywurst und Trüffel. Über die Lust am Essen
Jürgen Dollase gilt als einer der einflussreichsten Restaurantkritiker
Deutschlands. „Viele glauben immer, gutes Essen sei Luxus, das ist falsch“,
meint der Kolumnist der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wer
mit seiner Familie bei MacDonalds isst, kann sich zu Hause fürs gleiche
Geld ein gutes Mahl zubereiten. Aber wir haben den Geschmack verloren, wissen
gar nicht mehr, welche Aromen- und Geschmacksnuancen mit verschiedenen Zutaten
und Gerichten verbunden sind. Da sehe ich mich gerne als Helfer auf dem Weg
zurück zum besseren, zum guten und durchaus leistbaren Essen.“ Darum
geht es auch in seinem in diesem Jahr erschienenen Buch „Die kulinarische Intelligenz “. Darin plädiert Jürgen Dollase dafür, einen
anderen Blick für unser tägliches Essen zu entwickeln und mehr auf
Qualität zu achten.
Ein Restaurantbesuch in Paris wurde zum Auslöser für seine intensive
Beschäftigung mit der guten Küche. Heute schreibt er regelmäßig
für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung“ sowie für das Magazin „Feinschmecker“.
2005 brachte er das mit dem Gourmand World Cookbook Award ausgezeichnete Buch
„Geschmacksschule“ heraus, das uns Konsumenten zu mündigen
Genießern machen möchte.
Michael Lüders, Nahost-Experte und Journalist, hat ein
Faible für gutes Essen und für die Märchen aus Tausendundeiner
Nacht. Beides hat er in seinem neuen Roman „Aminas
Restaurant“
verknüpft: Das marokkanische Ehepaar Sid Mohammed und Amina eröffnet
in Bremen ein Restaurant. Für die Norddeutschen wird es einen Sommer lang
zu einem wundersamen Ort der Begegnung zwischen Orient und Okzident. Während
Amina verführerische Speisen kocht, erzählt Sid Mohammed in der Tradition
der orientalischen Märchenerzähler von Liebe und Leid, Grausamkeit
und Glück. „Essen ist Leben“, sagt der Autor. „Nicht
nur weil wir essen müssen, sondern weil es auch ein interessanter Herstellungsprozess
ist, bis ein gutes Essen auf den Tisch kommt. Und weil der Akt des Essens so
viele Möglichkeiten offenbart. Er erlaubt, einen Augenblick innezuhalten
im Strom der Zeit und sich zu überlegen, was möchte ich eigentlich
in Zukunft machen, wie möchte ich leben, was ist mir wichtig.“
Dieter Müller ist einer der erfolgreichsten und kreativsten Spitzenköche
unserer Zeit. „Ich koche zuerst im Kopf“, sagt er. „Ich schmecke
schon in meiner Phantasie, was auf die Teller kommt.“ Mit seinem Küchenstil
- er selbst bezeichnet ihn als „Spagat zwischen französischer Küche
und gutbürgerlicher badischer Kost“ - ist er seit über drei
Jahrzehnten erfolgreich. Das Buch "Dieter
Müller - Einfach und genial. Rezepte aus der Kochschule des Meisters "
ist ein Wunsch vieler Müller-Fans und Schüler aus seiner Kochschule.
Forderten sie doch vom Meister Rezepte, die nicht dem Schwierigkeitsgrad und
dem notwendigen Einsatz eines Drei-Sterne-Restaurants entsprechen, also auch
zu Hause nachzukochen sind. So entstand unter Mitwirkung seines Küchenchefs
Nils Henkel dieses Werk, angefüllt mit über 100 Rezepten, tollen Fotos
und vielen Tipps und Empfehlungen. Auch wenn die Rezepte einfach sind, so bleiben
sie doch echte „Müller“, ideenreich, eben einfach genial: Crème
brûlée von der Gänseleber, Strudel von Lachsforelle und Zander
mit Sauerampfersauce, geschmorter Kaninchenkeule mit Leipziger Allerlei und
gebackener Kartoffelschnitte oder Schokoladen-Eis-Soufflé mit Erdbeermousse
und Rhabarber-kompott.
Weitere Gäste: die ehemalige Umwelt- und Verbraucherschutzministerin von Nordrhein-Westfalen, Bärbel Höhn und die Künstlerin Sonja Alhäuser
11:00 3sat: Stadtschreiber Mainz
Mit 12.500 Euro und freiem Wohnen im Stadtschreiber-Domizil im Mainzer Gutenbergmuseum
gehört der von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz vergebene Stadtschreiber-Preis
zu den höchst dotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam
mit dem ZDF realisieren die jeweiligen Stadtschreiber ein "Elektronisches
Tagebuch". Einen ungewöhnlichen Film hat der diesjährige Preisträger
Patrick Roth vorgelegt: Roth der seit 30 Jahren in Kalifornien
lebt, stellt in "In My Life- 12 Places I Remember" seine Wahlheimat
vor.
In der Live-Sendung "Stadtschreiber Mainz 2006" erzählt Patrick
Roth von den Dreharbeiten zu diesem Tagebuch und von den Schwierigkeiten, als
Filmjournalist mit einem Dokumentarfilm über die eigene Biografie umzugehen.
Mit in der Sendung ist der neue Preisträger für das Jahr 2007, der
Ende November von einer hochkarätigen Jury gewählt und in Filmen wie
im Gespräch vorgestellt wird.
13:30 3sat: Das philosophische Quartett
Seit Samuel Huntingtons umstrittener Epochendiagnose vom "Kampf
der Kulturen"
ist das Denken der Soziologen von der Annahme beherrscht, mit dem Zusammenbruch
des sowjetischen Imperiums entstehe eine neue Konfliktlandschaft, die von kulturellen
und religiösen Gegensätzen bestimmt wird. Geht es aber in Wahrheit
nicht um eine ganz andere Konfliktlinie, die im gegenwärtigen Lärm
der politischen Debatten weniger beachtet wird?
Im "Philosophischen Quartett" diskutieren Peter Sloterdijk und Rüdiger
Safranski mit ihren Gästen Gästen Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, Sozialpädagoge
und Gewaltforscher und Dr. Roger Willemsen, Schriftsteller und Publizist über
das Drama der Bevölkerungsexplosion.
Sie stellen traditionell auch jeder ein Buch vor. Der Tipp von Peter Sloterdijk:
Gunnar Heinsohn: "Söhne
und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen":
Was verbindet die Attentäter auf das World Trade Center vom 11. September
2001 mit den Entdeckern von Amerika im Jahre 1492? Sowohl die muslimischen Gefolgsleute
Bin Ladens wie die christliche Begleitmannschaft von Christoph Kolumbus entstammen
einem sozialen Umfeld, das sich durch einen auffälligen Überschuss
an jungen Männern kennzeichnet. Jugendliche zwischen 15 und 29 Jahren ohne
Zukunftsperspektiven im eigenen Land, die mit aggressiven Mitteln um ihre Position
kämpfen, werden zum Treibsatz für Unruhen und Kriege.
15:00 3sat: Lesen mit Thomas Maurer
Der Kabarettstar Thomas Maurer, gelernter Buchhändler, Lese-Maniac und "Was gibt es Neues?"-Rateteammitgleid, präsentiert in dieser neuen "Lesen mit Thomas Maurer"-Ausgabe Weihnachtstipps und ausgewählte Buch-Neuerscheinungen - unter anderem folgende Titel:
Imre Kertész gilt heute unangefochten als einer der
großen künstlerischen und denkerischen Deuter der Welt nach Auschwitz.
Sein Werk wird als autobiographisch gelesen, doch ist es notwendig komponiert
durch die Gesetze von Stil und Fiktion. Wie steht es mit seinem Leben in Verbindung?
Unter welchen Bedingungen ist es entstanden? Mit «Dossier
K. - Eine Ermittlung»
legt Kertész nunmehr eine Art Autobiographie vor, eine skrupulöse
(Selbst-)Befragung im Dienste persönlicher und historischer Wahrhaftigkeit.
Sie erschließt nicht nur die intimen Zusammenhänge von Leben und
Werk mitsamt ihren poetologischen Voraussetzungen, sondern ist, im besten Sinne
des Wortes, Zeitzeugenschaft – von Kertész’ familiären
Wurzeln in der versunkenen jüdischen Kultur Vorkriegsungarns über
die Schrecken des Nationalsozialismus bis hin zu einem politisch bewussten Leben
zwischen stalinistischen Schauprozessen, Aufstand und Diktatur.
Werner Schneyder, einer der vielseitigsten Künstler
und Autoren wird am 25. Januar 2007 70 Jahre alt. Anlass für ihn Rückschau
zu halten. Deswegen hat er nun seine Autobiografie "Ich, Werner Schneyder. Meine 12 Leben" vorgelegt. Er
erinnert er sich an Pointen, Pleiten und Triumphe und belegt diese mit den Highlights
aus seinem schriftstellerischen Werk. Ob Journalist, Dichter oder Kabarettist
- unvergesslich die Zusammenarbeit mit Dieter Hildebrandt -, Sänger, Stückeschreiber,
Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler oder Box-Kommentator: Immer ist die sprachliche
Pointe, der humoristische Ton aber auch das politische Engagement sein Markenzeichen.
Bei welcher Entscheidung weiß man schon, wohin sie einen führt?
Teresa und Maya waren Freundinnen von Kindesbeinen an. Doch später landet
ausgerechnet die stille, ernste Teresa in einer Werbeagentur, während sich
die früher so unbändige Maya einer strengen Religionsgemeinschaft
anschließt. Mayas Weg führt an den Fuß des Himalaja, wo sie
mit Ehemann und Kindern in einem freiwilligen Korsett von Regeln und Geboten
lebt. Teresa indessen genießt ihre Unabhängigkeit, ihre lockere Beziehung
zu Max, den sie am Wochenende in seinem Haus auf dem Land besucht. Nachdem die
beiden jahrelang nichts mehr voneinander gehört haben, taucht Maya eines
Tages unvermutet wieder in ihrer Heimatstadt auf …
In ihrem zweiten Roman "Falsche Fragen" erzählt Kirstin Breitenfellner
von einer Freundschaft, der die Grundlage abhanden gekommen ist - und von einer
außergewöhnlichen Begegnung, bei der zwei Weltbilder, zwei Denkweisen,
zwei Persönlichkeiten aufeinander prallen. Vor dem Hintergrund neuer Fundamentalismen
in Politik und Religion geht es um das große, ewig aktuelle Thema der
Freiheit. Wer zahlt einen höheren Preis? Jene, die ein so genanntes unabhängiges
Leben wählen? Oder jene, die dem Reiz erliegen, diese komplizierte Freiheit
aufzugeben zugunsten eines Systems, das alle Fragen ein für allemal zu
beantworten scheint?
In den Erzählungen seines neuen Buches "In die Lagune" kehrt der große Maler und Essayist Giuseppe Zigaina zurück zu den Landschaften seiner Erinnerung: zu den Flussauen um Cervignano und Aquileia, zur Lagune von Grado, zum Internat im heute slowenischen Tolmin. Mit der Detailfreude des Zeichners und Malers evoziert der Autor die Düfte der Felder Friauls, die bange Erwartung und Freude der Wallfahrer flussabwärts Richtung Grado beim Anblick des Doms im Licht der aufgehenden Sonne, die Weichheit der mütterlichen Haut, die bedrohliche Ungewissheit bei der Zugfahrt zu einem Gerichtsprozess, die Neugier bei nächtlichen Ausflügen mit dem Fahrrad. Meisterhaft erzählt Zigaina von Menschen auf dem Land und in der Lagune, von einer vergangenen Welt, die noch beseelt war von Geheimnissen und Menschenvertrauen, und nicht zuletzt von seiner langjährigen Freundschaft mit Pier Paolo Pasolini und der unvergesslichen „la divina“, Maria Callas, sowie von der Liebe und dem Missverständnis zwischen diesen beiden.
Hellmuth Karasek unternimmt in seinem neuen Buch "Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten"
den Versuch, dem Alter die Altersmilde zu nehmen, und zeigt in autobiografischen
und generationsbiografischen Geschichten, dass das Leben komisch ist, gerade
dann, wenn das Lachen bestenfalls sardonisch sein kann. Er erzählt von
der Liebe und der Erinnerung daran, von der Wohltat und dem Schrecken des Vergessens
und von der Zukunft. Komisch, poetisch, bewegend.
Wer alt wird, hat Glück - schon allein weil er erlebt und erkennt, welches
Unglück das Alter ist: Ein Fluch, den man zum Segen erklären muss;
nichts anderes bleibt einem übrig. Wie will man auch unabwendbarem Verfall
und unaufhaltsamer Zerstörung anders begegnen als mit Trotz? Oder ist der
glücklicher, dem das Alter erspart bleibt? Und was ist mit den Jungen,
denen eine stetig wachsende Zahl von Alten im Weg steht? Hellmuth Karasek, der
»publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte« (Gerhard
Stadelmaier), sieht das Leben als Fallbeispiel - jedenfalls solange man noch
aufstehen kann. »Weil Spottlust nicht denkbar ist ohne Unerschrockenheit,
sind auch die gängigen Tabus der Zivilisationskultur dem Karasek keinen
Pfifferling wert ... Ein bonmotgesegneter Satiriker.« (Ruprecht Skasa-Weiß,
Stuttgarter Zeitung)
18:05 arte: metropolis
Wer ist Ségolène Royal? Marc Lambron, Autor diverser Romane, ist
dieser Frage nachgegangen. Da sein neues Buch "Mignonne,
allons voir..."
noch nicht auf Deutsch erschienen ist, hier auch ein (zumindest für mich)
in seiner Poesie unübersetzbares Zitat über die französische
Präsidentschaftskandidatin: «Elle ressemble parfois à
une Fée bleue effleurant de sa baguette magique les mannequins de bois
d'un pays exténué. Parle-t-elle un langage secrètement
religieux à une France orpheline de ses croyances ? Est-elle un virus
qui s'attaque simultanément à trois familles désorientées
- les marxistes, les libertaires, les socialistes ? Manifeste-t-elle, après
François Mitterrand, l'inconscient de droite de la gauche ? Peut-être
un jour se retournera-t-on sur le moment Ségolène, en se demandant
comment pareil engouement a frappé les esprits à la manière
d'une insolation. Mais tout symptôme énonce une vérité.
Allons voir de plus près ce que cette rose nous dit.» So viel
ist sicher: sollte Madame Ségolène tatsächlich die Präsidentschaft
gewinnen, wird das Buch bald auch in Deutsch zu haben sein.
Virginie Despente kennen wir vor allem durch ihren Skandal-Roman "Baise-moi
- Fick mich".
In Frankreich ist jetzt ihr neues Buch "King
Kong Théorie"
erschienen. Ein Sachbuch. Ein Manifest des neuen Feminismus, wie es wohl nur
in Frankreich entstehen kann. Despente setzt sich in ihm sehr wohldurchdacht
mit der Gewalt, mit Pornografie und Prostitution auseinander. Mit der Beziehung
zwischen Männern und Frauen und den Werten, die sie mit sich herumschleppen.
Wie nebenbei geht sie auf die großen amerikanischen Feministinnen von
Angela Davis und Joan Rivière über Gail Pheterson bis Judith Butler
ein. Und erklärt, wie sie vom gewalttätigen Punk zu jener Virginie
Despente geworden ist, die durch die französischen Talkshows geistert.
Weitere Themen:
- Ausstellung: Antonin Artaud - Größe, Maßlosigkeit und Wahn in der Französischen Nationalbibliothek.
- Geschichte: Der DDR-Spionagechef Markus Wolf offenbart posthum einige seiner Geheimnisse.
23:00 Das Erste: ttt - titel, thesen, temperamente
Folgende Themen sind geplant:
- Rote Karte dem Rassismus: Neue Leitwährung Fußball?
- Hollywoods tough guy: Zum 50. Todestag von Humphrey Bogart (neue Biografie bei amazon ansehen
)
- In Wasser gebaut: Die Schätze von Angkor in Bonn
- Historisches Panorama: Thomas Harlans "Heldenfriedhof"
- Kino-Romantiker: Portrait des Kamera-Magiers Christopher Doyle
23:30 MDR: Fröhlich lesen
Norbert Horst, diesjähriger Krimipreisträger und
im wirklichen Leben Kriminalhauptkommissar, stellt seinen druckfrischen Roman
"Blutskizzen"
vor: Anstatt mit seinem Neffen endlich ins Stadion zu gehen, wird Kriminalhauptkommissar
Konstantin Kirchenberg zu einem Tatort gerufen. Ein alter Mann wurde nackt und
gefesselt in einem Müllcontainer gefunden, und es ist schon die zweite
nackte männliche Leiche innerhalb weniger Wochen. Handelt es sich um einen
Serienmörder? Während Kirchenbergs Ermittlungen tauchen weitere Opfer
auf, die auf ähnliche Weise ums Leben gekommen sind. Und es gibt auch einen
Tatverdächtigen, einen unauffälligen Familienvater, der in das Visier
der Polizei gerät. Werden Kirchenberg und sein Team es schaffen, den Mörder
zu überführen? Der Leser wird in die sehr authentische Ermittlungsarbeit
der Mordkommission hineingesogen und durch Norbert Horst außerordentlichen
Schreibstil ebenso in die Gedankenwelt des Kommissars. Endlich eine andere Sicht
in Sachen Kriminalliteratur, die sich dem Leser erschließt. Nicht umsonst
erhielt der Autor für jedes seiner bislang erschienenen Bücher einen
Krimi-Preis.
Stephan Harbort, ebenfalls Ermittler bei der Kripo, wird über
sein neues Buch: "Das
Serienmörder-Prinzip. Was zwingt Menschen zum Bösen?"
berichten. Wer sich mit Serienmördern beschäftigt, wird sehr schnell
auf ihn stoßen: Stephan Harbort ist der Experte beim Thema Serienmord.
Seit 15 Jahren setzt er sich nicht nur mit den Taten, sondern gerade mit den
Tätern auseinander. Was macht einen Menschen zum mehrfachen Mörder?
Welche gemeinsamen Merkmale weisen Serienmörder auf? Kann man ein Serienmörder-Profil
erstellen, vielleicht sogar ein Frühwarnsystem entwickeln, damit es gar
nicht erst zu diesen grausamen Taten kommt? Auf sehr vorsichtige und eindringliche
Art schreibt Stephan Harbort in seinem neuen Buch über die Menschen, die
hinter den furchtbaren Morden stecken und versucht, die vielfältigen Zusammenhänge
und Ursachen des Gewaltphänomens aufzudecken. Harbort ist hauptberuflich
ebenfalls Kriminalhauptkommissar, entwickelte Fahndungsmethoden zur Überführung
von Serientätern und berät sogar viele Fernsehsender bei ihren Krimi-Produktionen.
23:30 SWR: Wortwechsel
Das Verwöhnaroma, die Krönung der schönsten Stunden - wer in
die Familie Jacobs hineingeboren wird, ist Teil einer Legende. Doch Louise Jacobs,
heute 23 Jahre alt, ist immer wieder erstaunt, wie wenig bei ihr daheim über
frühere Generationen ihrer Familie gesprochen wird. Entstanden gegen den
Willen ihrer Familie - "Ich sollte dieses Buch nicht schreiben. Nie war
die Geschichte unserer Familie bei uns ein Thema." - wird in ihrem Debüt
die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts zum Familienroman: "Cafe Heimat. Die Geschichte meiner Familie". Birgitta
Weber spricht mit Louise Jacobs über ihre Familie, die Geschichte der Firma
Jacobs, die Entstehung ihres Buches und ihre ganz persönliche Begegnung
mit ihren Vorfahren.
00:00 WDR: Was liest Du? Literarische Comedy mit Jürgen von der Lippe
Ich hatte mich ja bereits an anderer Stelle als Adrian Plass/Adrian Mole-Fan geoutet. Nachdem ich sämtliche Folgen des "frommen Chaoten" gelesen hatte, etndeckte ich voller Freude, dass mit Adrian Mole die Figur des Adrian Plass mehr oder weniger eins zu eins auferstanden war. Sieht man einmal von seiner sonderbaren Wandlung vom bekennenden Christen zum nachdenklich agnostischen Häretiker einmal ab. Der Fairness halber muss gesagt sein, dass Sue Townsends "Adrian Mole" bereits 1982 das Licht der Welt erblickte, während er meines Wissens erst 1987 christianisiert wurde. Aber ähnlich (wenn auch unwesentlich früher) erging es ja auch Ostern und dem Weihnachtsfest. Und trotzdem hindert uns nichts daran, beides frenetisch zu feiern.
Gut. Adrian ist in "Adrian
Mole und die Achse des Bösen",
im mittlerweile 5 Band der Serie, in die Jahre gekommen. Er arbeitet in einer
Buchhandlung, und liebt eine Frau, die allerdings von ihm als Lebenspartner
nicht überzeugt ist. Eines Tages betritt ein hässliches Entlein den
Laden, und irgendwie bleibt Adrian an ihr kleben. So ist das, wenn man sich
in Liebesdingen treiben lässt. Zunächst gilt es, mit ihren Verschrobenheiten
fertig zu werden, dann mit denen der ökofaschistischen Eltern. Und schließlich
wird das Entlein schwanger. Dringender Zeitpunkt für Adrian, sich aus dem
Staub zu machen. In mehreren Briefen versucht er seinen strategischen Rückzug.
Von all dem und vielem mehr lesen Jürgen von der Lippe und Ralf Schmitz
heute nacht.
Etwas subtiler geht es in Arto Paasilinnas Roman "Im
Jenseits ist die Hölle los"
zu. Bereits auf den ersten Seiten endet das Leben des Protagonisten, als er
eine schöne Frau betrachtend unbedarft auf die Straße tritt und von
einem Auto überrollt wird. Paasilinnas Version vom Leben nach dem Tod ist
frei jeglicher Orthodoxie. Gut, auch bei ihm tritt die Seele aus dem Körper
und wandert herum - was aufgrund ihres Schwebezustands ungeahnte Perspektiven
ermöglicht. Aber nicht erst, als er einem katholischen Bischof begegnet,
wird klar, dass einige Dogmen wirklich für die Katz waren. Denn er hat
unter anderem auch die Gelegenheit, Jesus selbst beim Predigen zuzuhören.
Und er trifft endlich seine große Liebe. Aber nichts währt ewig -
nicht einmal die Ewigkeit.
01:15 NDR: Talkshow
Jutta Speidel wurde bekannt durch erfolgreiche TV-Serien wie "Drei sind
einer zu viel" oder "Forsthaus Falkenau". Im April hat sie sich
von ihrer Erfolgsrolle verabschiedet. Sie wollte frei sein für Neues. Am
6. Oktober hat sie eins ihrer neuen Projekte veröffentlicht. Gemeinsam
mit ihrem Lebensgefährten Bruno Maccallini hat sie die alttestamentarische
Schrift "Das
Hohelied der Liebe"
aufgenommen – 2500 Jahre alte biblische Verse, die in kunstvoller, poetischer
Weise die Liebe feiern. Sie wird erzählen, warum sie diese Verse ausgewählt
hat und was sie ihr bedeuten.
Viel Unwahres ist über die Fütterung frei lebender Vögel geschrieben
worden und hat die Vogelfreunde oft verunsichert. Nun hat sich Professor Peter
Berthold, langjähriger Direktor des Max-Planck-Institutes für
Ornithologie, der Vogelwarte Rudolfszell, des Themas angenommen und beweist
in seinem Buch "Vögel
füttern, aber richtig":
"Vogelfütterung leistet, wenn sie verantwortungsvoll durchgeführt
wird, einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz und zum Erhalt unserer Artenvielfalt."
Gemeinsam mit seiner Frau hat Prof. Dr. Berthold in 15 Jahren Forschungsarbeit
neue bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen. Was wir also für unsere kleinen
gefiederten Freunde diesen Winter am besten tun, und was wir besser unterlassen
sollten, erfahren wir in der NDR Talk Show vom renommierten Ornithologen Prof.
Dr. Peter Berthold selbst.
Der Autor Peter Richter, selber oft genug Opfer von Wohnungs-Ratgebern, hält
uns mit "Deutsches Haus ? eine Einrichtungsfibel" den Spiegel
vor das Gesicht. Denn nichts zeige die Lage des Landes und die Lebenslügen
seiner Bewohner zuverlässiger als die Einrichtungen der Deutschen. Es seien
die öffentlichsten aller Bühnen, Aufführungsorte absurder Dramen
und grotesker Komödien, kurz: der ganz normale deutsche Wohnwahnsinn. Man
weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn man Peter Richter bei
seiner Besichtigung des deutschen Wohnwahnsinns folgt. Die Wohnung als Weltanschauung:
eine Besichtigung der deutschen Wohnwelten und Einrichtungsexzesse - klug, pointiert
und komisch!
Weitere Gäste:
- Yared Terfa Dibaba: Zwischen Plattdeutsch und Oromo: Das wechselvolle Leben eines Multi-Talents
- Michelle: Über gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Schattenseiten des Ruhms
- Robert Stadlober: Wo Wahrheit, Wahn und Phantasie verschwimmen: Die Abenteuer des Peer Gynt
- Mirja Boes: Plaudern aus dem Nähkästchen: die Geheimnisse der rosaroten Tagebücher
- Hans-Peter Korff : Mit "Agathe" auf Verbrecherjagd: "Die Tote im Bootshaus"
02:00 SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche
Wiederholung vom 09.12.06
Dr. Henning Scherf gehört zu den bekanntesten und beliebtesten
Politikern in Deutschland. Von 1995 bis 2005 war er Bürgermeister von Bremen.
Er schrieb das Buch "Grau
ist bunt. Was im Alter möglich ist"
und meint: "Wir haben unseren Job an den Nagel gehängt, nicht unser
Leben. Das Alter ist die beste Zeit meines Lebens." Der Angst vor dem Alter
und der Panik vor einer immer älter werdenden Republik stellt Scherf ein
ganz neues Altersbild entgegen. Und eine alternative Lebensform, die er selbst
in seiner Alters-WG praktiziert. Veränderungen, die sich durch das Altern
ergeben, bergen neue Chancen: In seinem ebenso persönlichen wie politischen
Buch zeigt er, wie wir sie nutzen können.
Am 1. September 2006 moderierte Tom Buhrow erstmals die Tagesthemen
als Nachfolger von Ulrich Wickert, der die ARD-Nachrichtensendung nach 15 Jahren
abgab. Zusammen mit seiner Frau Sabine Stamer schrieb der bisherige
ARD-Studioleiter Washington das Buch "Mein
Amerika - Dein Amerika".
Sie kennen nicht nur das offizielle, sondern auch das private Amerika mit all
seinen Besonderheiten, seinen liebenswerten und skurrilen Seiten, seinen oft
heftigen inneren Widersprüchen. Wieso man über die Frage «How
are you?» nicht lange nachdenken sollte, weshalb viele Gläubige weite
Wege zu ihrer Kirche in Kauf nehmen, warum das Auto für Heranwachsende
der wichtigste Ort auf Erden ist und ein Friedhofsbesuch nicht lange dauern
muss: Anhand eigener Erlebnisse und Erfahrungen, angereichert mit Hintergrundwissen,
Fakten und Zahlen, machen uns die Autoren mit dem heutigen Alltag Amerikas vertraut,
mit Sitten und Unsitten, Freiheiten und ungeschriebenen Gesetzen, Politik und
Privatleben. Ein kenntnisreiches, originelles und unterhaltsames Porträt
des heutigen Amerikas – eines Landes, dessen Entdeckung immer wieder aufs
Neue lohnt.
Weitere Gäste im Studio: Ingo Naujoks, Dr. Thomas Meyer, Erich Schmidt-Eenboom
Kaum ein anderes Tier hat die Fantasie des Menschen derart angeregt und in
seiner Kulturgeschichte eine so große Rolle gespielt wie der Wolf. Als
geheimnisvolle Gestalt taucht er in vielen Legenden, Mythen und Märchen
auf. Als Sinnbild des Bösen, das den Menschen bedrängt und ihm schadet,
wurde er gnadenlos verfolgt und nahezu ausgerottet. Auch heute noch ist das
Verhältnis zwischen Mensch und Wolf von großen Gegensätzen geprägt
und reicht vom Bild der reißenden Bestie bis hin zu einer tiefen Faszination
und zu unkritischer Verherrlichung. Wer sich jedoch ohne Vorurteile, mit Einfühlung
und Geduld diesem Tier nähert, sich mit seiner Lebensweise und den ökologischen
Zusammenhängen befasst, erfährt und erlebt den Wolf als äußerst
vielschichtiges, sensibles und faszinierendes Wesen.
Tanja Askani, Falknerin im Wildpark Lüneburger Heide,
gehört zu den wenigen Menschen, denen es gelang, mit Wölfen eine enge
Beziehung aufzubauen. 1998 zog sie ihren ersten verwaisten Polarwolfswelpen
mit d er Hand auf - damit war der Grundstein für ihre Liebe zu den Wölfen
gelegt. Heute betreut sie im Wildpark Lüneburger Heide mehrere Wolfsrudel.
Das Buch "Wolfsspuren. Die Frau, die mit den Wölfen lebt" folgt ihrem Weg, ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit
den Wölfen und erschließt zugleich eine Fülle an fundiertem
Wissen, an neuartigen und überraschenden Erkenntnissen über dieses
faszinierende Tier, die so bisher in keinem anderen Buch zu finden sind.
03:30 Das Erste: ttt - titel, thesen, temperamente
Wiederholung von 23:00 Uhr
(Alle Texte auf dieser Seite unter Verwendung der Original-Senderinformationen und Verlagsangaben!)


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