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Location:Hamburg, Germany

Sonntag, Dezember 17, 2006

Bücher im Fernsehen, Sonntag 17.12.06


Besprochene Titel:

Geschichten aus 1001 Nacht
Alexander Kluge: Tür an Tür mit einem anderen Leben
Rudolf Schröck: Das Doppelleben des Charles A. Lindbergh
Jan Schönfelder/Rainer Erices: Westbesuch. Die geheime DDR-Reise von Helmut Kohl
Droste, Heidelbach, Klink: Wurst
Peter Sloterdijk: Zorn und Zeit
Max Goldt: Für Nächte am offenen Fenster
William Kotzwinkle: Ein Bär will nach oben

 

Themen:

Václav Havel
Robert Walser
Leo Tolstoi

Programmschema:
06:55 Phönix: RomanWelten
07:30 SWR: Literatur im Foyer
09:05 3sat: Lyrik für alle
09:45 Phönix: Václav Havel - Mein Prag
10:15 3sat: Robert Walser - ein Poetenleben
11:00 WDR: west.art am Sonntag
13:30 3sat: Literatur im Foyer
18:05 arte: metropolis
20:46 arte: Themenabend Leo Tolstoi
23:00 Das Erste: ttt-titel, thesen, temperamente
23:30 Das Erste: druckfrisch
00:00 WDR: Was liest Du?
01:15 NDR: Talkshow
01:41 SWR: Menschen der Woche
03:30 Das Erste: ttt-titel, thesen, temperamente

 

 

06:55 Phönix: RomanWelten

Die meisten Literaturkenner stimmen überein, dass die Märchen "1001 Nacht" eine Sammlung von alten Geschichten sind, die ursprünglich aus Indien und Persien stammen. Wahrscheinlich im frühen 8. Jahrhundert wurden diese Geschichten ins Arabische übersetzt. Außer Indien und Persien nahmen auch andere Kulturen des Vorderen Orients Einfluss auf "1001 Nacht". So gibt es deutliche Anklänge an das babylonische Gilgamesch-Epos.

 

07:30 SWR: Literatur im Foyer

Thema: Was die Welt im Innersten zusammenhält. Oskar Negt / Alexander Kluge - der eine erzählt, der andere deutet Geschichte(n). Dreihundertfünfzig neuen Geschichten von Alexander Kluge. Die Fortsetzung seiner großen Welt-Erzählung. Erst kam die "Chronik der Gefühle", dann die "Lücke, die der Teufel lässt" und jetzt "Tür an Tür mit einem anderen Leben". Die Geschichten sind anders. Die Fragen sind die gleichen. Eine abenteuerliche Gedankenreise, die, fast konsequent, bei
Oskar Negts Deutung von Goethes "Faust" als Handbuch der Politischen Philosophie endet.

Weitere Gäste: Manfred Schneider (Literaturwissenschaftler, Universität Bochum), Meike Fessmann (Literaturkritikerin, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel), Stephan Speicher (Kulturjournalist, Berliner Zeitung)

 

09:05 3sat: Lyrik für alle

60. August Kopisch

Eigentlich ist Kopisch verhinderter Maler: erst nachdem er sich bei einer Schlittschuhfahrt die Hand brach, die danach nie wieder voll beweglich wurde, wendete er sich der Literatur zu. Sein Stil war volkstümlich. Oft nahm er sich Stoffe aus Sagen und Märchen vor, um sie zu bearbeiten. So stammen Gedichte wie "Die Heinzelmännchen von Köln", "Der Nöck" und "Der Mäuseturm" von ihm. Offiziell wird er der späten Romantik zugerechnet.

 

09:45 Phönix: Václav Havel - Mein Prag

Der Schriftsteller und Dramatiker Václav Havel, 1936 in Prag geboren, spricht in diesem Film u.a. über seine Erinnerungen an das Ende des "Prager Frühlings", seinen Rollenwechsel vom Staatsfeind zum Staatspräsidenten und seine Familie. Außerdem stellt Havel "sein" Prag vor: seine Wohnung, die Theater, an denen er gewirkt hat, die Gefängnisse, in denen er einsaß, die Prager Burg, in der er als Staatspräsident residierte und sein Landhaus in Hradecek. (mehr...)


10:15 3sat: Robert Walser - ein Poetenleben

Biel 1878 - Herisau 1956. Dokumentation von Ernst Buchmüller, Erstsendung 18.10.2003

Von Robert Walser (1878 - 1956) gibt es weder Film- noch Tonaufnahmen, geblieben sind nur seine Bücher.
Ernst Buchmüller begibt sich auf die Suche nach den Spuren des Schweizer Schriftstellers. Ausschnitte aus Walsers literarischem Werk erzählen mit Humor und Selbstironie die Geschichte von dessen Leben.

 

11:00 WDR: west.art am Sonntag:

Thema: Von Familie und anderen Katastrophen

Kaum etwas hat die Gemüter in diesem Jahr so erhitzt wie das Thema Familie. Was also läge näher, als am 17. Dezember 2006 bei west.art am sonntag über „Familie und andere Katastrophen“ nachzudenken. Schließlich steht mit Weihnachten das Familienfest schlechthin vor der Tür. (mehr...)

Dyrk Hesshaimer kannte seinen Vater, der oft zu Besuch nach München kam und sich dann liebevoll um die Kinder kümmerte, nur unter dem falschen Namen Careu Kent. Was der Vater genau machte, wusste Dyrk Hesshaimer nicht. „In den 60ern wurde auch nicht so viel nachgefragt, weil an dem Ort, wo wir wohnten, viele Flüchtlinge und auseinander gerissene Familien lebten.“ Als Charles Lindbergh 1974 starb, entdeckte Dyrk Hesshaimer die Ähnlichkeit zwischen einem Zeitungsfoto und einem Bild aus dem Familienfotoalbum. Aber erst 1983 bestätigte die Mutter den Verdacht. Auf ihren Wunsch schwiegen die Kinder weiterhin und gingen erst an die Öffentlichkeit, nachdem auch die Mutter 2001 gestorben war. Gemeinsam mit dem Journalisten Rudolf Schröck haben Dyrk Hesshaimer, seine Schwester und sein Bruder ihre Geschichte aufgeschrieben. „Das Doppelleben des Charles A. Lindbergh“ erschien 2005.

Weitere Gäste sind: Alice Brauner, Produzentin und Tochter von Artur Brauner - Ute Diehl, Regisseurin ("Die Özdags") und Selga Özdag, eines der sieben Kinder aus der Özdag-Familie, Selda ist selber Mutter von drei Kindern - Frido Mann, Professor für Psychologie und Lieblingsenkel von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann

 

13:30 3sat: Literatur im Foyer

Wiederholung vom 15.12.06. Themen s. 07:30 Uhr SWR

 

18:05 arte: metropolis

Themen:

  • Die Restauration des Friedhofs von Sopianae
  • Ferran Adria – Grenzgänge zwischen Kulinarik und Kunst
  • Porträt: Xiao Hui Wang
  • Metropolenreport

 

20:45 arte: Themenabend Leo Tolstoi

Der Themenabend ist dem wohl bedeutendsten realistischen Romancier Russlands gewidmet: Leo Nikolajewitsch Tolstoi (1828 - 1910). Im Mittelpunkt des Abends steht die Verfilmung einer seiner wichtigsten Romane, des literarischen Welterfolgs "Krieg und Frieden". (mehr...)

  • 20:45 Krieg und Frieden (Spielfilm, USA / Italien 1956. Regie: King Vidor, mit Audrey Hepburn und Anita Ekberg)
  • 00:05 Leo Tolstoi - Größer als die anderen
    Die Dokumentation zeigt, dass nicht nur die weltweit bekannten Romane Tolstojs stark von der Persönlichkeit und den Erfahrungen des Autors geprägt sind. Deutlich wird, dass ständiges Thema des Schriftstellers und Moralisten Leo Tolstoj er selbst war, ein Mensch in seinen Widersprüchen. (mehr...)

 

23:00 Das Erste: ttt - titel, thesen, temperamente

Es war eine geheimnisvolle Reise, die Helmut Kohl im Mai 1988 in die DDR unternahm, privat und ohne jede Presse. Begleitet wurde der deutsche Bundeskanzler von seiner Frau, seinem Sohn Peter, Regierungssprecher Friedhelm Ost und Wolfgang Bergsdorf aus dem Bundespresseamt. Kohl hatte Honecker 1987 um diesen Privatbesuch gebeten, den ersten und einzigen eines deutschen Bundeskanzlers in der DDR. Zwei Historiker haben jetzt in einem detailreichen Buch die Stationen dieser dreitägigen Reise rekonstruiert: "Westbesuch. Die geheime DDR-Reise von Helmut Kohl" (mehr...)

Weitere Themen:

  • Spielbergs Shoa-Foundation in Deutschland
  • 50 Jahre Lach- und Schießgesellschaft - ein Kabarettmythos feiert sich
  • Lebensgefahr für Journalisten in Russland - wie die freie Presse eingeschüchtert wird

 

23:30 Das Erste: druckfrisch

In dieser Ausgabe von „Druckfrisch“ geht es um die Wurst, das Buch gleichen Titels von Wiglaf Droste, Nikolaus Heidelbach und Vincent Klink. Moderator Denis Scheck hat den Fernsehkoch und Stuttgarter Spitzengastronom Vincent Klink getroffen und mit ihm über dieses universelle, weit unterschätzte Kulturgut gesprochen. Mit Peter Sloterdijk begibt sich Denis Scheck auf die archaische Ebene von „Zorn und Zeit“, dem jüngsten Werk des Philosophen. Außerdem gibt es, wie immer vor Weihnachten, Schecks ultimative Bücherempfehlung für den Gabentisch. (mehr...)

 

00:00 WDR: Was liest Du? Literarische Comedy mit Jürgen von der Lippe

Ein Bär im Literaturbetrieb, ein Kolumnenschreiber, der sich unter anderem Gedanken über Quitten zwischen Emden und Zittau und darüber macht, ob Claudia Schiffers Schwester schwitzte - in "Was liest Du?", der langen Büchernacht im WDR Fernsehen, wird wieder einiges geboten. Diesmal begrüßt Gastgeber Jürgen von der Lippe die Humorfachfrau Cordula Stratmann, die man regelmäßig in der "Schillerstraße" antrifft und manchmal auch "Annemie Hülchrath" nennen darf. Heute erhält sie die Möglichkeit, ihr "komisches" Lieblingsbuch vorzustellen, und was macht sie? Greift hundertprozentig geschmackssicher zu Max Goldts Sammelband "Für Nächte am offenen Fenster. Die prachtvollsten Texte von 1988 bis 2002 ". Gut so.

Max Goldt - Musiker (Foyer des Arts), Comic-Erfinder (Katz & Goldt) und vor allen Dingen: Kolumnenschreiber. Seine Reflexionen direkt aus dem Alltag schlagen wilde Haken, trotzen dem Begriff "Wortwitz" ganz neue Dimensionen ab, eröffnen dem Leser bislang nicht für möglich gehaltene Perspektiven und bringen Themen unter einen Hut, von denen man vorher nicht dachte, dass sie auch nur im Entferntesten irgendetwas miteinander zu tun haben. Haben sie aber. Zumindest, wenn Max Goldt über sie nachdenkt und schreibt.

"Für Nächte am offenen Fenster" ist eine Zusammenstellung der - so der Untertitel - "prachtvollsten Texte von 1988 bis 2002". Cordula Stratmann hat also die Qual der Wahl. Wird sie die legendäre "Radiotrinkerin" zu Wort kommen lassen? Oder doch lieber die nicht minder legendäre Kolumne "Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Klunker" vorlesen? Einfach abwarten und WDR Fernsehen einschalten, "Was liest Du?" bringt Klarheit.

Jürgen von der Lippe stellt William Kotzwinkles "Ein Bär will nach oben" vor, eine funkelnde Satire auf den Literaturbetrieb, in dem sich der 63jährige Schriftsteller glänzend auskennt. Los geht es damit, dass ein Bär mitten im Wald ein Manuskript findet. An der Story hat er nichts auszusetzen: viel Sex und Angeln, das kann man machen. Also nichts wie hin zu einem Verleger. Und schon klettert er unter dem Namen Hal Jam im Rekordtempo die Karriereleiter empor. Dass er sich gelegentlich völlig unmotiviert auf dem Boden räkelt und fortgesetzt ein entschiedenes Brummen von sich gibt, gefährdet seinen donnerhallgleichen Ruf keinesfalls - im Gegenteil: Ist er nicht ein herrlicher Exzentriker, dieser Hal Jam? Und so talentiert! Ein Buch über Literatur in der langen Büchernacht des WDR Fernsehens - das passt. Zumal "Ein Bär will nach oben" wirklich sehr, sehr komisch ist. Wovon man sich am 16. Dezember dann ja auch selbst überzeugen kann.

 

01:41 SWR: Frank Elstner: Menschen der Woche

Wiederholung vom 16.12.06

Er ist ein Urgestein der deutschen Fernsehunterhaltung und einer der beliebtesten ZDF-Moderatoren: Dieter Thomas Heck. Seine Aufgabe sieht er darin, Menschen zu unterhalten und Freude zu bereiten. Genau das will er auch mit seinem Weihnachts-Lesebuch: Weihnachtsgeschichten für Millionen - unterhaltsame und besinnliche Momente schenken. Mit Geschichten von: Hans Christian Andersen, Hans Fallada, Karl Haiding, Agnes Harder, Selma Lagerlöf, Theodor Storm, Horst Weimann u.a

Ende Oktober 2005 kehrte Sabine Kuegler nach 15 Jahren für vier Wochen zurück in den Dschungel von West-Papua, zu ihren Fayu, mit denen sie ihre Kindheit und zwölf Jahre ihres Lebens verbracht hatte. Sie musste erkennen, dass die Menschen und ihr Lebensraum mittlerweile bedroht sind. Es entstand ihr zweites Buch "Ruf des Dschungels": Das abgeschiedene Leben der Fayu ist bedroht, die Zivilisation unaufhaltsam auf dem Vormarsch, mächtige wirtschaftliche Interessen drängen den Dschungel immer weiter zurück und gefährden das Leben der Ureinwohner. Und Sabine Kuegler erkennt: Sie muss das Kind in sich zurücklassen, um den Ort und die Menschen ihrer Kindheit zu retten. Doch der Abschied von der Unschuld enthält auch ein Versprechen: die Ankunft im Land ihrer Träume.

Vadim Glowna hat sich als Seemann, Taxifahrer und Hotelpage durchgeschlagen, bevor er Schauspieler wurde. Nach Lehrjahren bei Gustav Gründgens landete er in den 60ern beim Film. Glowna gilt als einer der wenigen Deutschen Schauspieler, die den Sprung ins internationale Kino geschafft haben. Auch als Regisseur und Produzent ist Glowna erfolgreich. Für seinen Kinofilm "Desperado City", erhielt er 1981 die Goldene Palme in Cannes. Im September dieses Jahres ist seine Autobiographie "Der Geschichtenerzähler" beim Ullstein Verlag erschienen.

Weitere Gäste der Sendung: Miro Nemec, Dr. Ulrich Volz

 

03:30 Das Erste: ttt - titel, thesen, temperamente

Wiederholung von 23:00 Uhr

 

(Alle Texte auf dieser Seite unter Verwendung der Original-Senderinformationen und Verlagsangaben!)