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Freitag, März 02, 2007

KrimiWelt Bestenliste März 2007


  1. John Harvey: Schrei nicht so laut
  2. Reggie Nadelson: Rote Wasser
  3. Gianrico Carofiglio: In freiem Fall
  4. Benjamin Black: Nicht frei von Sünde
  5. Fred Vargas: Die dritte Jungfrau
  6. David Peace: 1980
  7. Max Bronski: München Blues
  8. Peter Temple: Kalter August
  9. Olivier Mau: Myrtille am Strand
    Qiu Xiaolong: Rote Ratten

Viele neue Titel auf der KrimiWelt Bestenliste von arte, nordwest radio und die welt. Gegenüber dem Vormonat haben sich nur drei Titel gehalten (darunter die beiden Spitzenplätze), der ganze Rest ist neu. Ob das nun für eine Frühlingsoffensive der Verlage spricht oder nur mehr Zeit zum Lesen bei den Juroren, bedarf einer genaueren Analyse der Titel. Ich hoffe, ich finde dafür in den nächsten Tagen Zeit.

1. Rang

(im Februar auf Rang 1)
John Harvey: Schrei nicht so laut
Aus dem Englischen von Sophie Kreutzfeldt
dtv, TB, 448 S., 9,90 €

Nottingham/Huddersfield/Whitby: Das Verschwinden von Susan Blacklock vor 14 Jahren lässt Ex-Inspektor Frank Elder nicht in Ruhe. Als ein Verdächtiger von damals aus dem Knast entlassen wird, wacht der Hass wieder auf in Mittel-England. Erster Band von Harveys Elder-Trilogie, realitätsnah fein gegen die Genre-Erwartungen erzählt.


2. Rang

(im Februar auf Rang 2)
Reggie Nadelson: Rote Wasser
Aus dem Amerikanischen von Claudia Feldmann
Piper, TB, 382 S., 14,00 €

Red Hook, New York: Artie Cohens alter Freund Sid hat Angst, doch rückt er nicht recht mit der Sprache heraus. Dann schwimmt ein Penner tot unter dem Pier, Sid wird erschlagen. Statt auf Hochzeitsreise begibt Artie sich in die russische Community, die panisch nur eins will: Sicherheit. Egal, wer sie garantiert. Nadelson - eine Meisterin düsterer Atmosphäre.


3. Rang

Gianrico Carofiglio: In freiem Fall
Aus dem Italienischen von Claudia Schmitt
Goldmann, geb., 222 S., 17,95 €

Bari: Keiner will Martina Fumai gegen den Vergewaltiger Scianatico vertreten, kann sein Vater doch über Juristenkarrieren entscheiden. Nur Avoccato Guerrieri fürchtet sich nicht. Böses tut sich auf: Stalking, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch. Der sanfte, schlaue Anwalt gibt nicht auf. Leiser Gerichtsthriller.


4. Rang

Benjamin Black: Nicht frei von Sünde
Aus dem Englischen von Christa Schuenke
Kiepenheuer&Witsch, geb., 432 S., 19,90 €

Dublin/Boston: Obwohl er in der Pathologie beginnt, hat Booker-Prize-Träger John Banville als Benjamin Black keinen Forensikerthriller geschrieben. Es ist ein komplexes Familiendrama um Heuchelei, dynastische Macht und Schuld, dem Pathologe Quirke nachgeht. Fast erstickt er im Gespinst des Verbrechens: Die Gewalt liegt in seiner Familie.


5. Rang

Fred Vargas: Die dritte Jungfrau
Aus dem Französischen von Julia Schoch
Aufbau, geb., 480 S., 19,95 €

Paris/Normandie: Alles zwiefach. Kommissar Adamsberg erwächst ein Rivale. Die Gerichtsmedizinerin jagt Verbrecher mit gespaltener Persönlichkeit. Realität und Magie – was zählt mehr? Jungfrauen, Hirsche, winzige Knochen, ein Lebenselixier – daraus hat Fred Vargas ihren bisher tollsten, straffsten Roman gesponnen.


6. Rang

David Peace: 1980
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Liebeskind, geb., 464 S., 22,00 €

Manchester/Yorkshire: 13 Frauen hat der Yorkshire Ripper umgebracht. Panik. Peter Hunter, Polizei Manchester, soll die Ermittlungen von Yorkshire überprüfen. Rivalität, Hass, Neid. Als Hunter auf Spuren zu Ex-Polizisten stößt, brennt sein Haus. Band des 3 des Red-Riding-Quartetts: Winterdunkel, Mord und Lügen. Mehr!


7. Rang

Max Bronski: München Blues
Kunstmann, geb., 174 S., 16,90

München: Oktoberfest. Vor Gossecs Laden liegt der Staatssekretär. Bierleiche. Gossec, hilfsbereit wie ein Pfadfinder, greift dem Mann unter die Arme. Dafür gibt’s Prügel. Hätte Gossec nicht zum Totschläger gegriffen, wäre er tot wie Mongolen-Adi. Ja so san’s, die Bayersleut. Sentimental, bis man sie reizt.



8. Rang

Peter Temple: Kalter August
Aus dem Englischen von Hans M. Herzog
C. Bertelsmann, geb., 444 S., 19,95 €

Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Vom Morddezernat beurlaubt, macht er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ein Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.


9. Rang

(im Februar auf Rang 8)
Olivier Mau: Myrtille am Strand
Aus dem Französischen von Richard Betzenbichler
Funny Crimes im Shayol Verlag, TB, 200 S., 12,90 €

Côte d’Azur: Myrtille Xiao-Mei ist Polizistin aus Paris. Kaum hat sie ihren Fuß auf südfranzösischen Boden gesetzt, knallt es. Eigentlich will sie nur ihren Vater beerdigen. Doch die Promisiedlung am Cap, wo der reiche Schriftsteller wohnte und sie erbt, entpuppt sich als Killerkolonie. Action grotesque, französisch: pulpe!


Qiu Xiaolong: Rote Ratten
Aus dem Amerikanischen von Susanne Hornfeck
Zsolnay, geb., 384 S., 23,50 €

Shanghai/St.Louis: Endlich bläst die Partei gegen die Korruption. Oberinspektor Chen soll ein Netzwerk „Roter Ratten“ zerschlagen. Kaum hat er die ersten Fragen gestellt, ist eine Zeugin tot, und er wird mit einer Schriftstellerdelegation in die USA geschickt. China auf dem materialistischen Weg, ein Mann in der Zerreißprobe.

Wie immer lässt sich diese Liste bei arte.tv auch als pdf-Datei downloaden

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