Shakespeare and more:
Neuerscheinungen und Rezensionen

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Montag, März 19, 2007

Neue antiquarische Zugänge März


Als ich heute in den Laden kam, stapelten sich vor der Tür bereits die Büchersendungen, die der Briefträger aus lauter Verzweiflung dort abgelegt hat. Bisher ist auf diese Art nichts weg gekommen – ich werte das mal als gutes Zeichen.
Frisch dabei – wenn auch antiquarisch – sind zwei Bücher von William R. Hartston, auf die ich zunächst lediglich aufmerksam wurde, weil ein Namensvetter von mir (Norbert Krüger) sie übersetzt hat: „Wie man beim Schach bescheißt“ und „Schach und Sex und Rock’n Roll“ Kaum hatte ich mir ein erstes Exemplar des ersten Bandes zusenden lassen, war es auch bereits wieder verkauft. Auch Band zwei ging heute gleich wieder in die Post. Mittlerweile habe ich wieder je ein Exemplar in Reserve.

Neu hereingekommen ist auch Bettina Selbys Rad-Reisebericht „Timbuktu – Eine Frau in Schwarzafrika allein mit dem Fahrrad unterwegs“. Ich mag ihre Reisebände ganz gern, leider sind die meisten Bände vom Verlag nicht mehr zu beziehen und somit nur noch antiquarisch zu haben. Hier bei Shakespeare werden sie immer mal wieder nachgefragt.

Endlich komme ich auch dazu, wieder ein paar Bände aus dem Regal „Amerikanische Literatur“ online zu stellen. Michael CrichtonsWelt in Angst“ habe ich in Restauflage bekommen, als Mängelexemplar am unteren Schnitt gekennzeichnet, aber ohne sichtliche Mängel. Ebenso wie bei Frank Schätzing geht es hier um das Ökosystem, um Tsunamis insbesondere, wobei Crichtons Ton ein wenig predigend auf mich wirkt. Aber spannend ist er, ohne Frage.

Alan JuddsTeufels Werk“ wollte ich immer einmal lesen, weil es darin um einen Schriftsteller geht, der sich, um endlich erfolgreich zu werden, mit den Mächten der Finsternis einlässt. Ich habe eine schön gebundene Ausgabe der Büchergilde Gutenberg im Schrank stehen, die für ihre liebevolle Buchgestaltung ja bekannt ist.

Zu den Literaturverfilmungen, die ich unbedingt noch einmal lesen wollte, gehört Thomas KeneallysSchindlers Liste“. Eigentlich ist er ja Australier, aber da unser Regal mit australischer Belletristik noch kaum nennenswert gefüllt ist, lief er der Einfachkeit halber bei den Amis mit. Die Story des Tatsachen-Romans ist spätestens seit der Verfilmung durch Steven Spielberg bekannt, aber natürlich ist der Roman um einiges reicher an Fakten, als ein Spielfilm dies sein kann.

Ein wenig Beat-Generation kommt mit Jack KerouacsUnterwegs“ daher. Ich meine mich zu erinnern, dass man uns mit dem Buch seinerzeit sogar im Englisch-Unterricht gequält hat. Und dann ist es eben wie mit jedem Buch, das im Unterricht zerpflückt wird: es kann noch so gut sein – die Antipathie dagegen muss erst einmal überwunden werden. Trotzdem ist es ein Klassiker, ebenso wie Ken Keseys Romane „Einer flog über das Kuckucksnest“, den wir als Teenager verschlungen haben (und den es bei Shakespeare auch im Original auf englisch gibt), sowie sein zweiter, atmosphärisch noch besserer Roman „Sometimes in great notion“, der mir Oregon mit allen Sinnen nahe brachte. Absolut lesenswert.

Dem Stephen-King-Hype habe ich mich lange Zeit verwehrt. Irgendwann, mittlerweile war ich in den Dreißigern, ging ich dann zu einem Buchhändler meines Vertrauens und fragte ihn, welchen King er mir denn als Einstieg empfehlen würde. Nach kurzem Zögern griff er zu „Es“ und reichte es mir in die Hand. Heute denke ich, es war eine gute Wahl. Schon wie King die Angst eines Kindes vor der Kellertreppe beschreibt, ist lesenswert. Er braucht keinen esoterischen Schnickschnack, um Horror zu erzeugen. Deswegen gehören auch „Das Mädchen“ und „Das Spiel“ zu meinen Lieblingsbüchern von ihm. Beide beziehen ihre Kraft vor allem aus der Psyche der Protagonisten, nicht aus irgendwelchen mystischen Anlehnungen. Ich habe nichts gegen Fantasy oder esoterisches Gedankengut, aber King scheint mir da am stärksten und glaubhaftesten, wo er sich nicht allzu weit von der Realität entfernt.

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