Felicitas Mayall: Wolfstod
Titel: Wolfstod
Autorin: Felicitas Mayall
Gebundene Ausgabe: 397 Seiten
Verlag: Kindler (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405105
ISBN-13: 978-3463405100
Nachdem ich in den letzten Wochen diverse Frankreich-Romane verschlungen habe, gönnte ich mir nun einen literarischen Trip in die Toskana. Für meinen Zweck war Felicitas Mayalls Roman „Wolfstod“ genau das Richtige. Das Setting wird ausführlich beschrieben, nicht frei von Klischees - aber ist nicht die ganze Toskana ein einzig großes Aussteigerklischee? Lasst die Grillen zirpen, den Lavendel blühen und das Olivenöl tropfen, erst dann stellt sich die wirkliche Urlaubsstimmung ein.
Seit Mankell ist es üblich geworden, dass sich Kommissare um ihre alten Väter kümmern. In diesem Fall sind sowohl die deutsche Kommissarin Laura Gottberg von der Münchner Polizei als auch ihr italienisches Pendant Commissario Guerrini mit einem solchen Vater gesegnet. Als Gottberg zwecks Amtshilfe nach Italien beordert wird, um den Mord an einem deutschen Schriftsteller zu klären, nimmt sie kurzerhand diesen Vater mit. Gegenüber Mankell entwickeln die alten Herren der beiden Polizisten ein stärkeres Eigenleben. Und letztlich lösen die beiden Rentner den Fall en passant, während ihre Kinder eher mit sich selbst beschäftigt sind.
Als Krimi taugt der Roman nur bedingt. Zu deutlich wird, dass Felicitas Mayall eigentlich Barbara Veit heißt, und unter diesem Namen zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht hat. Einigen Plotpunkte wie dem verschwundenen Laptop des Schriftstellers ist dies deutlich anzumerken. Auch die Sprache ist sehr einfach bis flapsig im Ton. Und eine saubere Struktur fehlt dem Roman völlig. Nebenfäden verschwinden im Nichts, Nebenhandlungen drängen sich in den Vordergrund und Lösungen tauchen ex machina auf. Ich mag Autoren, die einfach drauflos schreiben, ohne vorher jedes Kapitel festzulegen. Aber Frau Veit hätte sich die Mühe einer zweiten, strukturierenden Bearbeitungsstufe machen können. Oder einen Lektor benötigt, der vom Literaturbetrieb nicht völlig aufgefressen wurde.
Angenehm hingegen die pittoresken Beschreibungen und der oft amüsante Blick auf die Protagonisten und ihre Marotten. Hier kommt Veits/Mayalls Stärke zum Tragen, und hier macht der Roman Lesespaß. Wer sich also nur ein wenig gedanklich in die Toskana verkrümeln will, liegt mit „Wolfstod“ absolut richtig. Als Buch zum Wegträumen ist es empfehlenswert.
Verlagstext:
«Der Schriftsteller Wolf Altlander wird in seiner Villa südlich von Siena tot aufgefunden, in seinem Sessel sitzend. Für Commissario Angelo Guerrini deutet alles auf Selbstmord hin. Doch als sich die Vermutung erhärtet, Altlander habe mit seinem neuen, kurz vor der Veröffentlichung stehenden Buch die Todfeindschaft einer «angesehenen Person» auf sich gezogen, gerät der Commissario ins Grübeln.
Und auf einmal steht die Option Mord im Raum. Willkommene Gelegenheit für Guerrini, ermittlerischen Beistand aus Deutschland anzufordern. Nicht irgendwelchen, sondern den von Laura Gottberg, Kommissarin aus München und Hin-und-wieder-Geliebte des Kommissars aus Siena.
Erste Verdächtige werden verhört: Altlanders Lebensgefährte Enzo Leone, und die Nachbarin und enge Vertraute des Toten, Elsa Michelangeli. Ein Mann in einem schwarzen Geländewagen legt es offenbar darauf an, alle aus dem Weg zu räumen, die mit Altlanders Tod näher befasst sind. Zeugen sind sich sicher, bei den Mordanschlägen auf Elsa, Enzo und die beiden Kommissare einen Chinesen beobachtet zu haben.
Die Spur führt zu Guerinis altem Schulkameraden Montelli. Doch was sollte der misanthropische Altlander ausgerechnet mit Montelli, dem Eigentümer der größten Textilfabrik Italiens, zu schaffen haben? Langsam, Stück für Stück, beginnt sich das Puzzle zusammenzusetzen ?»
Rezensionen finden Sie beim: Domradio (Audio), NDR (Audio), Dooyoo (mit kleiner Leseprobe), Unterhaltung-Themenguide.de
Autorin: Felicitas Mayall
Gebundene Ausgabe: 397 Seiten
Verlag: Kindler (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405105
ISBN-13: 978-3463405100
Nachdem ich in den letzten Wochen diverse Frankreich-Romane verschlungen habe, gönnte ich mir nun einen literarischen Trip in die Toskana. Für meinen Zweck war Felicitas Mayalls Roman „Wolfstod“ genau das Richtige. Das Setting wird ausführlich beschrieben, nicht frei von Klischees - aber ist nicht die ganze Toskana ein einzig großes Aussteigerklischee? Lasst die Grillen zirpen, den Lavendel blühen und das Olivenöl tropfen, erst dann stellt sich die wirkliche Urlaubsstimmung ein.
Seit Mankell ist es üblich geworden, dass sich Kommissare um ihre alten Väter kümmern. In diesem Fall sind sowohl die deutsche Kommissarin Laura Gottberg von der Münchner Polizei als auch ihr italienisches Pendant Commissario Guerrini mit einem solchen Vater gesegnet. Als Gottberg zwecks Amtshilfe nach Italien beordert wird, um den Mord an einem deutschen Schriftsteller zu klären, nimmt sie kurzerhand diesen Vater mit. Gegenüber Mankell entwickeln die alten Herren der beiden Polizisten ein stärkeres Eigenleben. Und letztlich lösen die beiden Rentner den Fall en passant, während ihre Kinder eher mit sich selbst beschäftigt sind.
Als Krimi taugt der Roman nur bedingt. Zu deutlich wird, dass Felicitas Mayall eigentlich Barbara Veit heißt, und unter diesem Namen zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht hat. Einigen Plotpunkte wie dem verschwundenen Laptop des Schriftstellers ist dies deutlich anzumerken. Auch die Sprache ist sehr einfach bis flapsig im Ton. Und eine saubere Struktur fehlt dem Roman völlig. Nebenfäden verschwinden im Nichts, Nebenhandlungen drängen sich in den Vordergrund und Lösungen tauchen ex machina auf. Ich mag Autoren, die einfach drauflos schreiben, ohne vorher jedes Kapitel festzulegen. Aber Frau Veit hätte sich die Mühe einer zweiten, strukturierenden Bearbeitungsstufe machen können. Oder einen Lektor benötigt, der vom Literaturbetrieb nicht völlig aufgefressen wurde.
Angenehm hingegen die pittoresken Beschreibungen und der oft amüsante Blick auf die Protagonisten und ihre Marotten. Hier kommt Veits/Mayalls Stärke zum Tragen, und hier macht der Roman Lesespaß. Wer sich also nur ein wenig gedanklich in die Toskana verkrümeln will, liegt mit „Wolfstod“ absolut richtig. Als Buch zum Wegträumen ist es empfehlenswert.
Verlagstext:
«Der Schriftsteller Wolf Altlander wird in seiner Villa südlich von Siena tot aufgefunden, in seinem Sessel sitzend. Für Commissario Angelo Guerrini deutet alles auf Selbstmord hin. Doch als sich die Vermutung erhärtet, Altlander habe mit seinem neuen, kurz vor der Veröffentlichung stehenden Buch die Todfeindschaft einer «angesehenen Person» auf sich gezogen, gerät der Commissario ins Grübeln.
Und auf einmal steht die Option Mord im Raum. Willkommene Gelegenheit für Guerrini, ermittlerischen Beistand aus Deutschland anzufordern. Nicht irgendwelchen, sondern den von Laura Gottberg, Kommissarin aus München und Hin-und-wieder-Geliebte des Kommissars aus Siena.
Erste Verdächtige werden verhört: Altlanders Lebensgefährte Enzo Leone, und die Nachbarin und enge Vertraute des Toten, Elsa Michelangeli. Ein Mann in einem schwarzen Geländewagen legt es offenbar darauf an, alle aus dem Weg zu räumen, die mit Altlanders Tod näher befasst sind. Zeugen sind sich sicher, bei den Mordanschlägen auf Elsa, Enzo und die beiden Kommissare einen Chinesen beobachtet zu haben.
Die Spur führt zu Guerinis altem Schulkameraden Montelli. Doch was sollte der misanthropische Altlander ausgerechnet mit Montelli, dem Eigentümer der größten Textilfabrik Italiens, zu schaffen haben? Langsam, Stück für Stück, beginnt sich das Puzzle zusammenzusetzen ?»
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