Mittlerweile gehen die Verlage dazu über, neben wirklichen Neuerscheinungen immer mehr Bücher neu aufzulegen. Auch bei den Titeln, die Elke Heidenreich am 26. Juni 2007 in ihrer ZDF-Sendung "Lesen!" vorstellt, sind einige Oldies dabei, die problemlos auch Second-Hand zu haben sind - eben in anderen Ausgaben anderer Verlage. Cheevers "Wapshots" gehören ebenso dazu wie Michaels "Fluchtstücke". Als Gast begrüßt Elke Heidenreich Nike Wagner, die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner.
Oliver Hilmes
Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner
Siedler Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 478 Seiten
ISBN: 388680836X
24,95 Euro
Wagners mächtige Witwe - Oliver Hilmes erzählt das Leben
einer schillernden Frau
Oliver Hilmes erzählt auf der Basis neuer Quellenfunde das widersprüchliche
Leben der Cosima Wagner (1837-1930). Ihre Ehe mit Richard Wagner begriff
sie als künstlerische und weltanschauliche Mission. Als Festspielleiterin
auf dem Grünen Hügel in Bayreuth verhalf sie der Musik Wagners
zum großen Durchbruch. Gleichzeitig nutzte sie ihre Aura als Witwe
des Komponisten, die Gemeinde der Wagner-Verehrer schon vor 1933 zu einer
antisemitischen Sammelbewegung zu formen.
Mythos Bayreuth – das Leben der Cosima Wagner
Richard Wagner – keine andere Gestalt der deutschen Kulturgeschichte
ruft bis heute so leidenschaftliche wie widersprüchliche Reaktionen
hervor. An der posthumen Politisierung seines Werks, die von den Nationalsozialisten
dankbar aufgegriffen wurde, hatte seine Witwe Cosima maßgeblichen
Anteil.
Cosima Wagner war in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Die uneheliche
Tocher Franz Liszts und Marie d’Agoults heiratete 1857 im Alter
von 19 Jahren den Dirigenten Hans von Bülow, von dem sie nach einer
turbulenten Ehe 1870 geschieden wurde. Zu dieser Zeit lebte sie bereits
mit Richard Wagner zusammen, den sie wenig später heiratete. Nach
seinem Tod führte sie als Herrin des Hügels die Bayreuther Festspiele
erfolgreich weiter.
Oliver Hilmes zeichnet ein umfassendes, auch psychologisch überzeugendes
Charakterbild der Cosima Wagner, die es als »Gralshüterin«
des Wagner-Kults durch organisatorisches Geschick und ideologische Hartnäckigkeit
verstand, das Wagner-Bild nachhaltig zu prägen. Die Biographie entfaltet
ein faszinierendes Frauenleben und beleuchtet zugleich ein noch unbekanntes
Kapitel der europäischen Kulturgeschichte.
Das Buch erscheint pünktlich zu den Bayreuther Festspielen 2007.
(Verlagstext)
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John Cheever
Die Geschichte der Wapshots
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
DuMont Literatur und Kunst Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 383 Seiten
ISBN: 978-3-8321-8007-2
19,90 Euro
John Updike stellt ihn auf eine Stufe mit Faulkner; Jonathan Franzen
und T.C. Boyle ist er Vorbild und Lehrmeister: John Cheever gehört
ohne jede Frage zu den Großen der amerikanischen Literatur des 20.
Jahrhunderts. Berühmt wurde er durch seine Stories und diesen Roman:
›Die Geschichte der Wapshots‹, eine Familienchronik der heiter-verzweifelten
Art.
Im Mittelpunkt des Geschehens: Vater Leander, Kapitän eines kleinen
Vergnügungsdampfers, mit schriftstellerischen Neigungen und nie um
eine Lebensweisheit verlegen, Mutter Sara mit ihren Anfällen von
damenhafter Tüchtigkeit und die beiden Söhne Beverly und Moses,
die mehr schlecht als recht die amerikanischen Abenteuer des Erfolgs und
Versagens zu bestehen haben. Alles in allem eine Familie, die mit standesgemäßen
Scheuklappen über ihren drohenden Verfall hinwegsieht. ›Die
Geschichte der Wapshots‹, Gegenstück einer erhabenen Familienchronik,
ist der mehrstimmige, moderne amerikanische ›Don Quijote‹.
Für diesen Roman wurde John Cheever mit dem National Book Award ausgezeichnet,
für seine Stories erhielt er den Pulitzer-Preis. Einer der großen
Klassiker des 20. Jahrhunderts endlich in neuer Übersetzung.
John Cheever,
1912 geboren in Quincy, Massachusetts, gestorben 1982, gilt als einer
der Innovatoren der amerikanischen Erzählkunst. Im flimmernden Wechsel
zwischen Parodie, Satire und scheinbar treuherzig-naivem Bericht vom Tun
und Lassen der Ostküstenelite hat er einen Schatz an Romanen und
Stories hinterlassen, der in deutscher Sprache nie angemessen erschlossen
wurde. Thomas Gunkels Übersetzung der Wapshot-Chronik füllt
eine bislang weiße Stelle auf der Karte der modernen Weltliteratur.
(Verlagstext)
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Kathrin Aehnlich
Alle sterben, auch die Löffelstöre
Arche Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten,
ISBN: 978-3-7160-2366-2
19,00 Euro
Skarlet und Paul. Zwei Lebensläufe. Die Geschichte einer besonderen
Freundschaft. Wundervoll zart und traurig zugleich. So mühelos leicht,
so witzig und komisch erzählt, daß man lacht und weint.
(Verlagstext)
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Annette Seemann
Anna Amalia, Herzogin von Weimar
Insel Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 195 Seiten
ISBN 978-3-458-17345-8
22,80 Euro
Wer war diese Anna Amalia, die sich von der charmanten jungen Rokokoprinzessin
zur Schutzgöttin der Künste wandelte? Dieser reichbebilderte
Band illustriert den Lebensweg einer vielschichtigen Persönlichkeit,
der es gelang, die eigenen künstlerischen Interessen für die
kulturelle Entwicklung des Herzogtums Weimar fruchtbar zu machen.
Das klassische Weimar ist ohne Anna Amalia (1739–1807), die Mutter
Carl Augusts, undenkbar. Unter ihrer Regentschaft verwandelte sich die
kleine Residenz zum geistigen Zentrum der Goethezeit. Es gelang ihr, herausragende
Geister der Epoche – darunter Goethe, Wieland, Herder und Schiller
– an ihren Hof zu ziehen. Sie begründete den »Weimarer
Musenhof« mit seinen berühmten Leseabenden; sie förderte
das deutsche Theater und verband das aristokratische Rokoko mit der neuen
bürgerlichen Gefühlskultur. Ihre große Italienreise spiegelt
die Italienbegeisterung der Zeit und Goethes Einfluß.
Annette Seemann schildert den Lebensweg einer der bedeutendsten aufgeklärten
Fürstinnen ihrer Zeit. Ein Akzent ihrer Darstellung liegt auf dem
vielleicht größten Verdienst der Herzogin: der Gründung
der »Herzogin Anna Amalia Bibliothek«. Nach dem verheerenden
Brand des Jahres 2004 wird sie in Anna Amalias 200. Todesjahr nach umfangreichen
Restaurierungen wieder zur Benutzung freigegeben.
(Verlagstext)
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Wulf Kirsten
erdlebenbilder
Gedichte aus fünfzig Jahren 1954-2004
Ammann Verlag, 2004
Gebundene Ausgabe, 460 Seiten
ISBN: 978-3250-10464-3
24,90 Euro
Wulf Kirsten ist in der Nachfolge Johannes Bobrowskis und Peter Huchels
einer der großen Dichter in deutscher Sprache. Am 21.Juni 2004 feiert
er seinen 70.Geburtstag. Aus diesem Anlaß erscheint diese Sammlung
alter und neuer, bislang unveröffentlichter, Texte, welche die Entwicklung
eines Dichters aufzeigt, der sich von Anfang an, wie die ersten Texte
belegen, zur Aufgabe gemacht hat, der Sprache jene Gefühlsfelder
wiederzugewinnen, die in den Worten bewahrt sind. Sein Blick richtet sich
denn weniger auf seine gesellschaftskritische Zeitgenossenschaft als auf
die ihn umgebende üppigreiche Natur, wenn auch die Zeitgeschichte
stets im Hintergrund miterlebt ist.
Leseprobe
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Anne Michaels
Fluchtstücke
Aus dem Englischen von Beatrice Howeg
Berliner Taschenbuch Verlag, 2004
Broschierte Ausgabe, 384 Seiten
ISBN 978-3-8333-0042-4
8,90 Euro
Der siebenjährige polnisch-jüdische Jakob wird Zeuge, wie seine
Familie von deutschen Soldaten ermordet wird. Er flüchtet sich in
die Ausgrabungsstätte der versunkenen Stadt Biskupin. Dort entdeckt
ihn ein griechischer Archäologe, der ihn nach Griechenland schmuggelt.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebt Jakob mit Athos, der ihn alles
lehrt, was er weiß: Geographie, Geologie, Dichtkunst, Botanik, Archäologie.
Langsam taucht Jakob aus seiner Verstörung auf und kehrt in die Welt
zurück.
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Johannes Thiele
Romy Schneider
Ihre Filme / Ihr Leben / Ihre Seele
Brandstätter Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
ISBN 978-3-85033-044-2
49,90 Euro
Sie war der einzige weibliche Filmstar Deutschlands von internationalem
Rang nach dem Krieg. Als süße junge Kaiserin »Sissi«
eroberte sie ein Millionenpublikum, ihr Durchbruch als ernsthafte Charakterschauspielerin
war von Schmerzen, Depressionen und Süchten begleitet.
Sie hat über 50 Filme gedreht und rang um Perfektion, war aber nur
selten glücklich über ihre Erfolge.
Sie war ein deutscher Vorzeige-Weltstar, von dem Publikum und Presse alles
erwartete, dem es aber nie den kleinsten Fehler verzieh. Eine Frau, die
– von Selbstzweifeln und Ängsten gepeinigt – die Last
ihrer ersten Erfolge als »Sissi« nie ganz abstreifen konnte.
Die Triumphe der späteren Jahre, ihr Durchbruch als ernsthafte Charakterschauspielerin
bewahrten sie jedoch nicht vor den Abgründen ihres privaten Scheiterns.
Romy Schneider starb im Mai 1982, 43-jährig.
Johannes Thiele bringt zum 25. Todestag von Romy Schneider einen konkurrenzlosen
Bildband heraus, der mit dem Anspruch umfassender Visualisierung der Schauspielerin,
ihres Lebens und ihrer Filmkarriere, hinter den vielen Bildern und Facetten
den Menschen Romy Schneider sichtbar werden lässt. Von allen Romy-Publikationen
ist dies das visuell opulenteste und maßgebliche Werk auf dem neuesten
Stand – ein Kultbuch über einen Kultstar.
(Verlagstext)
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Oskar Maria Graf
Das Leben meiner Mutter
Gelesen von Gustl Bayrhammer,
der hörverlag, München, 2007
ISBN 978-3-423-10044-1
24,95 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)
Eine Familien- und Zeitchronik - bewegend erzählt
Es sind harte Zeiten für die oberbayrische Bauernfamilie wie jene,
in der Oskar Maria Graf aufwächst. Vor allem die Mutter mit ihrer
besonderen, stillen Art hält die Familie durch die bewegten Zeiten
zusammen: eine einfache Frau, die sich mit Worten oft schwer tut - ein
Seufzer sagt meist alles.
Doch mehr noch als ein intimes Personenportrait ist "Das Leben meiner
Mutter" vor allem ein packendes Zeitdokument und die Chronik einer
untergegangenen Epoche.
Der große Volksschauspieler Gustl Bayrhammer liest anrührend
und zugleich temperamentvoll, ohne Pathos und immer mit einem Lachen in
der Stimme.
(Verlagstext)
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