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Montag, Oktober 22, 2007

Lesen! mit Elke Heidenreich am 26. Oktober 2007


Die Sommerpause ist vorbei. Am Freitag, den 26. Oktober 2007 um 22.30 Uhr wird Elke Heidenreich ihre neue Auswahl lesenswerter Bücher vorstellen. Als Gast begrüßt sie den Österreichischen Künstler André Heller.

Folgende Bücher wird sie voraussichtlich vorstellen:

Alexander Gorkow: Mona

Kiepenheuer & Witsch, 2007
Gebundene Ausgabe, 208 Seiten
ISBN 978-3-4620-39153
17,90 Euro

Blum, Spezialist für Kühlkettensysteme in einer Münchner Firma, fliegt für einen Auftrag nach Bukarest. Dort trifft er nicht nur auf den Besitzer einer Schlachthofkette und dessen sechs Handlanger, sondern auch auf: Mona. Eine Begegnung, die ein Blaufeuer der Liebe entfacht, in deren Folge es bedauerlicherweise zu ein paar Leichen kommt. Kein Preis ist zu hoch für die wahre Liebe. Innere Stabilität ist dem Naturwissenschaftler Blum wichtig. Problemen geht er nach Möglichkeit aus dem Weg, mit Frauen übt er sich lieber in der Kunst der schönen Gymnastik als des schönen Gesprächs. Wie eine Naturgewalt bricht da Mona in sein Leben ein. Dabei ist er aus beruflichen Gründen in Bukarest: Er soll sicherstellen, dass der kreuz und quer durch Rumänien führende Transport von Schlachttieren kühlungstechnisch einwandfrei vonstatten geht. Dass Blum bei diesem Auftrag nicht nur die rumänische Gesamtstromlage falsch einkalkuliert, sondern auch das Geschäftsgebaren der Rumänen nicht richtig einzuschätzen weiß, führt zu, nennen wir es: Komplikationen. Es gibt ein böses Erwachen in einer Kühlkammer, einen Ausflug nach Paris, ein Festdiner mit Freunden und Gästen aus der Fremde - und auf einmal sechs Leichen. Ein Mörder aus Liebe, begibt sich Blum mit Mona auf die Flucht. Seine Beichte, die er aus seinem Versteck an uns schickt, ist ein anrührendes, irrwitzig komisches Dokument der entzückendsten Liebesverblendung. So hinreißend falsch hat lange niemand geliebt. Alexander Gorkow variiert in »Mona« die großen Themen: Technik versus Natur, Romantik versus Abgeklärtheit. Sein Homo faber, der zum Verfechter der romantischen Liebe wird und sogar die Formel dafür gefunden zu haben meint, ist kein Ritter von trauriger Gestalt, wohl aber der rührendste, lustigste und zu Herzen gehendste Verliebte der jüngsten Zeit.

Joseph Roth: Radetzkymarsch

Kiepenheuer & Witsch, 2005
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
ISBN 978-3462034622
13,00 Euro

Joseph Roths erster internationaler Erfolgsroman - jetzt als Sonderausgabe
"Ich habe die merkwürdige Familie der Trottas, von denen ich in meinem Buch Radetzkymarsch berichten will, gekannt und geliebt, die Spartaner unter den Österreichern. An ihrem Aufstieg, an ihrem Untergang glaube ich den Willen jener unheimlichen Macht erkennen zu dürfen, die am Schicksal eines Geschlechts das einer historischen Gewalt deutet."
In diesem großen Roman, der 1932 zum ersten Mal erschienen ist und ihn international berühmt machte, erzählt Joseph Roth vom Untergang der k.u.k.-Monarchie Österreich-Ungarn am Beispiel der Familie Trotta - das wechselvolle Schicksal dreier Generationen und den Niedergang einer ganzen Familie.

Michael Frayn: Gegen Ende des Morgens

Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow
Dörlemann Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 317 Seiten
ISBN 978-3-9087-77304
21,90 Euro

»Der Himmel dunkelte sich im Laufe des Morgens immer weiter ein. Als der Kaffee die Runde machte, sah es draußen aus wie an einem Winterabend. In Dysons Abteilung stand Bob am Fenster, blickte selbstvergessen in die apokalyptische Dämmerung und aß Toffees aus einer Papiertüte. Er beobachtete die Menschen, die aus dem Durchgang zwischen Court und Fleet Street kamen. Hinter ihm steuerte John Dyson auf einen Nervenzusammenbruch zu.«
Fleet Street, Ende der sechziger Jahre. John Dyson, Leiter der Abteilung für das Kreuzworträtsel und Vermischte Meldungen, träumt von Fernsehruhm und dem Leben eines Gentleman, als sich ihm eines dämmrigen Morgens endlich seine große Chance bietet.
Mit scharfem Auge und einer gehörigen Portion britischen Humors erzählt Michael Frayn in seinem brillanten Klassiker vom Niedergang der Fleet Street.

Georg Forster: Reise um die Welt

Illustriert von eigener Hand.
Mit einem biographischen Essay von Klaus Harpprecht
und einem Nachwort von Frank Vorpahl
Eichborn Verlag „Die Andere Bibliothek“ Sonderband, 2007 Gebundene Ausgabe, 648 Seiten,
ISBN 978-3-8218-62033
79,00 Euro

Der Weltumsegler und Forscher, der Schriftsteller, der Aufklärer, der Revolutionär Georg Forster ist der geheime, der verdrängte, der unterschlagene Klassiker der deutschen Literatur. Goethe hat den blutjungen Autor des großen Berichts von der zweiten Weltreise des Captain Cook (1772-1775) bewundert, und er beobachtete sein Geschick bis zum einsamen Tod in einer Pariser Dachkammer mit einem beinahe brüderlichen Interesse, obwohl er die Ideen des Mitgründers der Rheinischen Republik in Mainz nicht gutheißen konnte. Aber wie sollte Goethe den Kollegen nicht schätzen, der von seiner Ankunft am schönsten Gestade der Südsee mit solch poetischem Elan zu berichten verstand? »Ein Morgen war's, schöner hat ihn schwerlich je ein Dichter beschrieben, an welchem wir die Insel O-Tahiti 2 Meilen vor uns sahen. Der Ostwind, unser bisheriger Begleiter, hatte sich gelegt: Ein vom Lande wehendes Lüftchen führte uns die erfrischendsten und herrlichsten Wohlgerüche entgegen ...« Als sein bildmächtiger Bericht von James Cooks Weltumseglung seinem erstaunten deutschen Publikum vorgelegt wurde, sprach nicht nur Wieland von einem »der merkwürdigsten Bücher unserer Zeit«: Zwischen sachlichem Bericht und episch-dramatischer Verve changiert der Ton, immer wieder unterbrochen von philosophischen Reflexionen, in denen Forster die Grundelemente des Menschseins an der sozialen Wirklichkeit misst.
Die Zeichnungen und Aquarelle alleine sind eine veritable Sensation, der großformatige Sonderband der gelungene Auftakt eines neuen Abschnitts dieser zweifellos schönsten deutschen Buchreihe.

Miriam Meckel: Das Glück der Unerreichbarkeit

Murmann Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 272 Seiten
ISBN 978-3-86774-002-9
18,00 Euro

Wir funken, simsen und mailen permanent über alle Zeitzonen und Regionen der Welt und über alle Takte des persönlichen Alltags hinweg. Jeder ist potenziell immer erreichbar. Wer nicht mindestens in Kopie und cc bedacht wird, fühlt sich nicht mehr geliebt. Die technologische Demokratisierung der Information trifft auf ein unvorbereitetes Volk im Dauerfeuer der Mitteilungen.
Miriam Meckel empfiehlt eine Denkpause. Kommunikation braucht Qualität. Und Qualität braucht Zeit. Wer sich verständigen und verstanden werden will, muss nachdenken können und sich erklären dürfen. Die neuen Kommunikationstechnologien bieten diese Chance. Aber sie verleiten auch zu Abhängigkeiten. Miriam Meckel erklärt uns die Wirkung der Technologien auf den Menschen. Sie zeigt, was es mit uns und unserem Miteinander macht, wenn alle immer auf Stand-by sind. Und sie hat eine Idee, wie wir uns trotz all dem doch noch verständigen können: Das Glück kann in der klugen Unerreichbarkeit liegen.

Katherine Mansfield: Deutsche beim Fleisch

Gelesen von Maren Eggert
1 CD, Laufzeit 80 Minuten
HörbuchHamburg, 2007
ISBN: 978-3-89903-294-9
12,95 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)

Der Erzählband In einer deutschen Pension, dem diese Erzählungen entnommen sind, gehört heute zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts. Hier zeichnet Katherine Mansfield mit feinem Humor ein Bild der deutschen Kurgäste, denen sie bei ihren langen Aufenthalten im bayerischen Wörishofen begegnete, sei es beim gemeinsamen Essen, bei der Abendunterhaltung im Salon oder bei dem ärztlich verordneten Luftbad. Ihre Geschichten zeichnen sich durch messerscharfe Momentaufnahmen, durch bissige Genreskizzen und großes stilistisches Können aus. Zu Recht gilt Katherine Mansfield, die sich eher Tschechow als den angelsächsischen Erzählern verpflichtet fühlte, als Wegbereiterin der literarischen Moderne.

Friedrich Kröhnke: Wie in schönen Filmen

Ammann Verlag, 2007
Gebundene Ausgabe, 160 Seiten
ISBN 9783250601142
17,90 Euro

»Am glücklichsten waren sie in Pratheet Thai. Friz Glück war grenzenlos an dem Mittag, als er Helen auf dem Flughafen Don Muang abholte. Er stand in einem weißen Leinenanzug wie in schönen Filmen, die in den Tropen spielen, in der Halle, als auf einem Bildschirm die Maschine der Air France als pünktlich gelandet erschien und er also wußte, daß sie jetzt hier war, auf der anderen Seite der Welt.«
Das Leben einer Frau namens Helen Herford, Jahrgang 1957. Ihr Weg führt sie vom Rand der Großstädte Nordrhein-Westfalens in die Welt, die für sie zuletzt Berlin und Estland heißt. Eine Frau, generationstypisch und höchst ungewöhnlich zugleich: typisch die Träume, Illusionen, Verletzungen, Aufbrüche ungewöhnlich Tapferkeit, Warmherzigkeit, Intelligenz und ihre lebenslange Verbindung mit einem Mann, der eigene Wege geht, sie wohnt noch nicht einmal mit ihm zusammen... Aber sie reisen miteinander! Dem Ausland, Hotels, Cafés, gilt ihre gemeinsame Liebe und den alten Filmen, die im Ausland spielen, in Hotels und Cafés, auch kitschigen zum Weinen über Liebe, Krieg und frühen Tod. Mit der Reise der beiden Lebensgefährten nach Estland nimmt die Geschichte eine atemberaubende Wendung, die dem Leser an Entsetzen, Hoffnung, Bangen wenig erspart: wie in schönen Filmen.

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