Shakespeare: Mass fuer Mass
Für seine Spielzeit 2007/2008 hat das Hamburger Thalia-Theater das Shakespeare-Stück "Maß für Maß" ins Programm genommen. Und die Welt jubelt, Shakespeare hätte bei diesem Spiel auf die Bergpredigt zurückgegriffen: "... und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden" (Matth. 7,2). Ob dies tatsächlich in der Ambition Shakespeares lag, mag in Ruhe bezweifelt werden.
Nichts desto trotz hat das Wiener Burgtheater zu deren damaliger Premiere des Stücks den Kardinal Christoph Schönborn eingeladen, über die "Kraft des Verzeihens" zu dozieren. Der Wiener Erzbischof sorgte mit seinem Vortrag für die theologische "Einbegleitung" von Shakespeares Tragik-Komödie.
Shakespeares Tragikkomödie "Maß für Maß" wirft zugegebenermaßen viele politische, ethische und theologische Fragen auf. Für Kardinal Christoph Schönborn ist das Stück "vor allem die Thematisierung des Verzeihens!" Alle Protagonisten würden über ihren Rigorismus oder Laxismus hinausgeführt und letztlich vor ihre eigene Schuld gestellt. Die menschliche Moral werde "nicht aufgehoben, sondern überboten", so der Kardinal.
In "Maß für Maß" zeigt Shakespeare ein sittlich verfallenes, dekadentes "Wien": Korruption, sexuelle Ausbeutung, Verrohung der Sitten - die Liste der Laster ist lang. Um sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Zustände zu machen, denkt sich Herzog Vincentio eine List aus. Er übergibt die Amtsgeschäfte zum Schein an den rigorosen Moralisten Angelo und begibt sich selbst als Mönch verkleidet in die Stadt. Doch der vermeintlich integre Angelo erliegt den Verlockungen der Macht?
Die Rede des Kardinals ist über einen Online-Stream des ORF dokumentiert. Mit seiner über eine Stunde Länge ist die Ansprache ein wenig langatmig geraten und braucht einen Moment, um zum Zentrum zu stoßen. Auch die wiederholten Zitate aus der Wikipedia wirken wenig profund. Wer aber ein wenig Zeit hat und sich für Shakespeare und die moralischen Implikationen des Stücks interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen.
Nichts desto trotz hat das Wiener Burgtheater zu deren damaliger Premiere des Stücks den Kardinal Christoph Schönborn eingeladen, über die "Kraft des Verzeihens" zu dozieren. Der Wiener Erzbischof sorgte mit seinem Vortrag für die theologische "Einbegleitung" von Shakespeares Tragik-Komödie.
Shakespeares Tragikkomödie "Maß für Maß" wirft zugegebenermaßen viele politische, ethische und theologische Fragen auf. Für Kardinal Christoph Schönborn ist das Stück "vor allem die Thematisierung des Verzeihens!" Alle Protagonisten würden über ihren Rigorismus oder Laxismus hinausgeführt und letztlich vor ihre eigene Schuld gestellt. Die menschliche Moral werde "nicht aufgehoben, sondern überboten", so der Kardinal.
In "Maß für Maß" zeigt Shakespeare ein sittlich verfallenes, dekadentes "Wien": Korruption, sexuelle Ausbeutung, Verrohung der Sitten - die Liste der Laster ist lang. Um sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Zustände zu machen, denkt sich Herzog Vincentio eine List aus. Er übergibt die Amtsgeschäfte zum Schein an den rigorosen Moralisten Angelo und begibt sich selbst als Mönch verkleidet in die Stadt. Doch der vermeintlich integre Angelo erliegt den Verlockungen der Macht?
Die Rede des Kardinals ist über einen Online-Stream des ORF dokumentiert. Mit seiner über eine Stunde Länge ist die Ansprache ein wenig langatmig geraten und braucht einen Moment, um zum Zentrum zu stoßen. Auch die wiederholten Zitate aus der Wikipedia wirken wenig profund. Wer aber ein wenig Zeit hat und sich für Shakespeare und die moralischen Implikationen des Stücks interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen.


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