Shakespeare and more:
Neuerscheinungen und Rezensionen

Mein Foto
Name: Ennka
Standort: Hamburg, Germany

Mittwoch, Oktober 31, 2007

SWR Bestenliste November 2007


1. (-) 84 Punkte

GEORG FORSTER: Reise um die Welt

> Illustriert von eigener Hand
Mit einem biographischen Essay von Klaus Harpprecht.
Eichborn Verlag, 647 Seiten, EUR 79,00
mittelschwere Lektüre

Er war Revolutionär und Weltenumsegler, radikaler Aufklärer und Naturforscher - Georg Forster, der unbekannte Klassiker. 1772 ging er an Bord der "Resolution", Beginn einer über dreijährigen Erkundungsreise um die Welt.

Leseprobe beim Eichborn-Verlag lesen

2.-3. (-) 57 Punkte

DAVID MITCHELL: Der dreizehnte Monat

Roman. Deutsch von Volker Oldenburg.
Rowohlt Verlag, 496 Seiten, EUR 19,90
leichtere Lektüre

England, 1982. Im Dorf Swan Green wächst der 13jährige Jason Taylor auf: Er stottert und er schreibt Gedichte, die er unter Pseudonym veröffentlicht. Kein leichtes Leben für einen Pubertierenden. Und dann gibt es da noch die Scheidung seiner Eltern, eine Zigeunergruppe, den Krieg um die Falklands...

Leseprobe beim Rowohlt-Verlag lesen

2.-3. (-) 57 Punkte

BOTHO STRAUSS: Die Unbeholfenen

Bewußtseinsnovelle
Carl Hanser Verlag, 123 Seiten, EUR 12,90
schwierigere Lektüre

"Botho Strauß, der Mahner und Dichterseher, spielt mit seinen alten Themen: Er verwandelt die Schrift an der Wand in Badeschaum und den Badeschaum in die Schrift an der Wand. Das ist nicht nur raffiniert und kunstvoll, das ist von überraschender Selbstironie." (Hubert Spiegel)

Rezensionen finden Sie bei: Berliner Literaturkritik , Lyrikwelt, Perlentaucher

4.-5. (5.) 40 Punkte

DENIS JOHNSON: Der Name der Welt

Roman. Aus dem Englischen von Thomas Überhoff.
Rowohlt Verlag, 143 Seiten, EUR 14,90
mittelschwere Lektüre

Mike Reed, Assistenzprofessor für Geschichte an einer Universität im amerikanischen Mittelwesten, trifft auf einer Party eine beschwipste Schönheit: Kunststudentin, rothaarig, in einem blauen Samtkleid. Er nimmt sie kaum wahr; vier Jahre zuvor hat er seine Frau und seine Tochter bei einem Verkehrsunfall verloren, noch immer fühlt er sich im dunklen, ausweglosen Tunnel seiner Trauer gefangen. Einige Zeit später begegnet er der Studentin wieder: Bei einer gewagten Performance im Kunstseminar kommt er zu spät, muss unmittelbar vor der Bühne Platz nehmen und starrt der nackten Rothaarigen, die sich dort produziert, direkt zwischen die Beine. Zutiefst verstört spürt er ihr fortan nach, sieht sie als Nackttänzerin in einer Bar und dann als stimmgewaltige Sängerin beim Gottesdienst einer ländlichen Sekte, der Frieslander. Und wie so oft bei Johnson laufen zwei unvereinbare Existenzen auf einen Moment der Begegnung zu, der an eine Epiphanie grenzt, mit dunklen Untertönen von Verdammnis und Erlösung ...
(Verlagstext)

Leseprobe beim Rowohlt-Verlag lesen

4.-5. (-) 40 Punkte

ANNETTE PEHNT: Mobbing

Roman. Piper Verlag, 166 Seiten, EUR 16,90
mittelschwere Lektüre

Annette Pehnts Roman über das Altern wurde von Kritik und Publikum für seinen Mut und seine Klugheit hoch gelobt. Auch in ihrem neuen Buch widmet sie sich mit Empathie und feinem Blick einem Thema, das keinen kaltlässt.
Wenn das Schlimmste passiert ist, muss man sich endlich nicht mehr davor fürchten, sagte Joachim. Er warf den Briefumschlag auf den Küchentisch. Und mit einem merkwürdigen Ausdruck der Erleichterung fügte er hinzu, sie haben es geschafft. Was sie gegen ihn vorbrachten, war gelogen. Aber Feinde, Gespenster, Verschwörungen gehörten seit Jahren zu unserem Leben. Jetzt musste er wenigstens nicht mehr über die Arbeit reden, jetzt hatte er keine Arbeit mehr. Was aber würde aus ihm werden, was aus uns? ? Annette Pehnts klarer, feinsinniger Roman »Das Haus der Schildkröten«, von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen, widmete sich einem großen Tabu, dem Altern. Mit »Mobbing« gelingt ihr jetzt in der Verbindung aus Anteilnahme und literarischer Distanz ein glänzender Roman um ein drängendes Thema. "Es ist bemerkenswert, welche Entwicklung die 40jährige Annette Pehnt in den sieben Jahren ihrer schriftstellerischen Arbeit genommen hat. Man könnte sagen: von fantastischen Fluchten zum sozialen Realismus. ... 'Mobbing' jedenfalls ist ein kluger kompakter Roman über einen beispielhaften Ausschnitt unserer Gesellschaft." (Hubert Winkels)

Rezensionen finden Sie bei: Frankfurter Rundschau , NRZ (bei Lyrikwelt lesen), Zeit

6. (-) 37 Punkte

GEORG M. OSWALD: Vom Geist der Gesetze

Roman. Rowohlt Verlag, 352 Seiten, EUR 19,90
leichtere Lektüre

Montesquieus "Vom Geist der Gesetze" aus dem Jahr 1748 beschreibt "den Bezug, den die Gesetze zum Aufbau jeder Regierung, zu den Sitten, zum Klima, der Religion, dem Handel usw. haben" müssen. 2007 testen Oswalds Helden, ob ihre Leben noch zum Geist der heutigen Gesetze passen.

Leseprobe beim Rowohlt-Verlag lesen

7. (-) 34 Punkte

ALEX CAPUS: Eine Frage der Zeit

Roman. Knaus Verlag, 304 Seiten, EUR 19,95
leichtere Lektüre

Deutschland, 1913. Auf Befehl des Kaisers montieren drei Werftarbeiter ein Dampfschiff am Ufer des Tanganika-Sees. Zur gleichen Zeit schleppen britische Soldaten zwei Kanonenboote übers Land an den See. Als der Erste Weltkrieg beginnt, stehen sie sich gegenüber...

Leseprobe auf der Homepage des Autors lesen

8. (-) 28 Punkte

HARTMUT LANGE: Der Therapeut

Drei Novellen.
Diogenes Verlag, 160 Seiten, EUR 18,90
mittelschwere Lektüre

Berliner Seen, verschwiegene Gewässer mit ungeahntem Sog: der ideale Ort, um zu verschwinden oder jemanden verschwinden zu lassen. Ihr Gegenstück, die ausgeleuchtete Öffentlichkeit: eine Theaterbühne als Ort für einen kunstvoll inszenierten Abgang.
Zwei Jahre scheint der Philosophiedozent Wernigerode mit einer jungen Araberin zusammenzuleben, doch dann ist sie plötzlich weg. Ihr Bruder taucht auf, Wernigerode fliegt nach Nordafrika, aber die Puzzlesteine der Wahrnehmung ergeben kein Ganzes mehr.
Geschichten vom Verschwinden, vom Entgleiten der sinnlichen Gewissheit.

Eine Rezension finden Sie bei RBB Kulturradio

9.-10. (6.-7.) 25 Punkte

ULRICH PELTZER: Teil der Lösung

Roman. Ammann Verlag, 448 Seiten, EUR 19,90
mittelschwere Lektüre

"Entweder Du bist ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung. Dazwischen gibt es nichts", Holger Meins,1974. Damals glaubte zumindest die RAF zu wissen, wo es langgeht. Der Held im neuen Roman von Ulrich Peltzer kennt zwar die Probleme: Globalisierung, Überwachung, Arbeitslosigkeit, aber weiß nicht einmal, ob es überhaupt eine Lösung gibt.

Leseprobe bei perlentaucher.de lesen

9.-10. (-) 25 Punkte

JOSEF WINKLER: Roppongi

Requiem für einen Vater
Suhrkamp Verlag, 160 Seiten, EUR 16,80
mittelschwere Lektüre

»Als ich mich vor drei Jahren mit meiner Familie in Tokio aufhielt, wo wir im Stadtteil Roppongi wohnten«, schreibt Josef Winkler über sein neues Buch, »starb im Alter von 99 Jahren mein Vater, der mir ein Jahr vor seinem Tod, nachdem er erfahren hatte, daß ich in meinem letzten Prosaband einem Bauern aus meinem Heimatdorf weder Kornblumen noch Pfingstrosen gestreut hatte, in einem kurzen, aber dramatischen Telefonmonolog mitteilte, daß, wenn es soweit sei, ich nicht zu seinem Begräbnis kommen solle. Als wir von seinem Ableben erfuhren, stand ich in der österreichischen Botschaft in Tokio vor einer wandgroßen Glasscheibe. Ich schaute hinaus auf einen Teich mit orangefarbenen Wakinfischen, als ein Reiher mit weit auseinandergebreiteten Flügeln am Rande des Teiches aufsetzte. Der tote Vater hat sich also, dachte ich in diesem Augenblick der Trauer und des Glücks, in der Gestalt eines weißen Reihers noch einmal bei mir blicken lassen, bevor er unter die Erde geschaufelt wird mit seinen langen, dünnen roten Beinen, mit seinem erdig gewordenen spitzen langen Schnabel, auf der Suche nach den Würmern seines zukünftigen Grabes in Roppongi. Sein Fluch war in Erfüllung gegangen; wir reisten nicht zurück, sondern blieben in Roppongi.«
(Verlagstext)



Hörprobe bei podcast.de hören

Labels: