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Montag, November 12, 2007

Kulturjournal vom 12.11.2007


Folgende Berichte sind für heute Abend (NDR Fernsehen, 22:30 Uhr) angekündigt:

Astrid Lindgrens 100. Geburtstag

Sie ist die beliebteste Kinderbuchautorin der Welt. Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Michel von Lönneberga faszinieren Kinder und Erwachsene bis heute. Aber sie beschrieb nicht nur die heile Bullerbüwelt, sondern nahm etwa mit der Geschichte der Brüder Löwenherz auch die Angst der Kinder vorm Sterben ernst. Am 14. November wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden.

Eric Clapton: Mein Leben

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag (22. Oktober 2007)
ISBN-10: 3462039342
ISBN-13: 978-3462039344

Er ist einer der besten Gitarristen der Welt, wenn nicht der beste überhaupt: "Clapton is God" - Eric Clapton ist Gott, so stand es einst an eine Londoner Häuserwand geschmiert. Bislang war der ganz Große in der Musik bekannt für seine Verschlossenheit. Nun hat der von Neidern einst Mister Slowhand genannte Star seine Autobiographie geschrieben: "Mein Leben" (Kiepenheuer & Witsch). Darin gibt Eric Clapton erstmals Einblick in sein Privatleben, seinen überwundenen Alkoholismus und seine Trauer über den tragischen Unfalltod seines Sohnes.

Arno Surminski: Das alte Ostpreußen

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Ellert & Richter; Auflage: 1 (September 2007)
ISBN-10: 3831902887
ISBN-13: 978-3831902880

In seinen Romanen erinnert Arno Surminski immer wieder an seine Heimat Ostpreußen, ohne dabei Ansprüche auf Restitution zu stellen. Jetzt veröffentlicht der Schriftsteller einen Fotoband: "Das alte Ostpreußen" (Verlag Ellert & Richter). Mehr als 300 Fotos, die ursprünglich aus dem Königsberger Denkmalsamt stammen, zeigen eine vergangene Welt mit ihren Städten, Kirchen, Landschaften und Menschen. Im Kulturjournal erzählt Surminski von seiner alten Heimat.

Karin Jäckel: Er war ein Mann Gottes

Broschiert: 316 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340461612X
ISBN-13: 978-3404616121

Dass Priester sich sexuell an Minderjährigen vergehen, ist eines der größten Tabus der Kirche. Jetzt sind zwei Bücher mit den Geschichten Betroffener erschienen: Kerstin Jäckel schildert in "Er war ein Mann Gottes" (Bastei Lübbe), wie ein 13-jähriges Mädchen von einem Kaplan zum Sex genötigt wurde:
Cora O. wächst in einem streng katholischen Elternhaus auf, in dem niemand höhere Achtung genießt als die geweihten Männer der Kirche. Da ist es auch selbstverständlich, dass Cora Messdienerin wird. Die 13-Jährige, die sich von ihrer Familie unverstanden fühlt, genießt die Zuwendung des Kaplans, der sie nach ihren persönlichen Lebenserfahrungen fragt, ihr Rat erteilt und verspricht, immer für sie da zu sein. Cora vertraut dem älteren Mann, und als dieser ihr auf seinem Zimmer Alkohol anbietet, fühlt sie sich geschmeichelt. Das sexuell unerfahrene Mädchen ahnt nicht, welchen perfiden Plan der Kaplan verfolgt und in welche Abhängigkeit es gerät.

Norbert Denef: Ich wurde sexuell missbraucht

Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Starks-Sture; Auflage: 1 (2007)
ISBN-10: 393958603X
ISBN-13: 978-3939586036

Norbert Denef beschreibt in "Ich wurde sexuell missbraucht" (Starks-Sture Verlag) nicht nur seine Leidensgeschichte, sondern auch, wie die katholische Kirche ihn zum Schweigen bringen wollte: als Kind wurde er über 8 Jahre lang von einem Pfarrer und einem Kirchenangestellten sexuell missbraucht. Dieser Seelenmord, wie er es selbst nennt, ließ ihn später in schwere Depressionen fallen. Nach 35 Jahren brach er sein Schweigen und erhielt von der katholischen Kirche als erstes bekanntes Missbrauchsopfer in Deutschland eine Abfindung in Höhe von 25.000 Euro, unter einer Bedingung: Er sollte sich verpflichten, über den Missbrauch weiter zu schweigen, so wie er jahrelang geschwiegen hatte, aus Angst, Scham und Schuldgefühl. Doch Norbert Denef hielt sich nicht daran und machte seinen Fall in den Medien bekannt.
Sein Buch ist Zeugnis vom Leidensweg eines Menschen, der sexuell missbraucht wurde. Es zeigt, wie zerstörerisch sexueller Missbrauch auf das gesamte weitere Leben eines Opfers einwirkt. Wie Umwelt und Familie auf seine Offenbarung reagierten und wie die katholische Kirche mit seinem Problem umging.
Mit großem Engagement sensibilisiert Norbert Denef die Gesellschaft zu diesem Thema und motiviert Betroffene, ihr Schweigen zu brechen.

Brian M. Fagan (Hrg.): Entdeckungen! Neue Schätze der Archäologie

Deutsche Erstausgabe
Deutsch von Heike Rosbach
320 Illustrationen, davon 312 farbig
256 Seiten
Großformat 21x27 cm
Fadenheftung
Fester Einband
Nur bei Zweitausendeins

Die Geschichte der Menschheit ist voller Rätsel, das Gedächtnis der Welt voller blinder Flecken: Ganze Völker erlöschen, mächtige Reiche versinken, Städte verschwinden, als hätte es sie nie gegeben. Was bleibt, ist ein Abglanz in unglaublichen, mythischen Erzählungen, geplünderte Gräber und Scherben. In den letzten Jahren hat die moderne Archäologie enorme Fortschritte gemacht - riesige Schätze wurden gefunden, das Licht in die ferne Vergangenheit strahlt heller denn je ...
"Entdeckungen", ein umfangreicher Text-/Bildband, der nur über die Geschäftstellen von 2001 zu haben ist, stellt die größten und erstaunlichsten Entdeckungen der Archäologie der letzten 15 Jahre vor. Von ihren Funden berichten die Archäologen, allesamt renommierte Forscher, jeweils selbst, darunter die Ägyptologen Zahi Hawass und Kent Weeks und Pioniere der Unterwasser-Archäologie wie Franck Goddio.
Herausgeber Brian M. Fagan, Professor em. der Anthropologie an der University of California at Santa Barbara, gehört zu den weltweit namhaftesten Experten für die Vor- und Frühgeschichte der Menschen und ist Autor zahlreicher Bücher über Archäologie.
(Verlagstext)

Knud Romer: Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod

Gebundene Ausgabe: 169 Seiten
Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 1 (August 2007)
ISBN-10: 3458173609
ISBN-13: 978-3458173601

Knud Romer hat mit seinem ersten Roman in Dänemark einen Skandal ausgelöst. Wild, drastisch, zärtlich, todernst und komisch zugleich erzählt er die so dramatische wie gewöhnliche Geschichte seiner deutsch-dänischen Familie und schreibt sich den Alptraum seiner Jugend im dänischen Nykøbing von der Seele.
Ein »deutsches Schwein« ist Knud für seine Mitschüler in Nykøbing noch in den sechziger und siebziger Jahren, weil er anders ist als die anderen: Er trägt Lederhosen, singt deutsche Lieder und bekommt in Dänemark unübliche Pausenbrote mit in die Schule. Und ausgerechnet seine Mutter, deren erster Verlobter als Mitglied der »Roten Kapelle« von den Nazis hingerichtet wurde, wird als »Hitlerliebchen« beschimpft.
Quer durch Dänemark und Deutschland führt die Geschichte seiner Familie über drei Generationen. Der dänische Großvater scheitert bei all seinen Unternehmungen und sitzt am Ende nur noch am Bahnhof und schaut den Zügen hinterher. Dessen Sohn, Knuds Vater, hingegen ist so bemüht, alles korrekt und vorbildlich zu erledigen, daß er sogar dem deutschen Heer beim Einmarsch in Dänemark behilflich ist und den Soldaten den rechten Weg nach Kopenhagen zeigt. Die deutsche Großmutter wird beim Bombenangriff auf Magdeburg schwer verletzt; grausam entstellt, ist sie für den Enkel trotzdem eine Figur von klassischer Schönheit. Onkel Hermann schließlich aus Oberfranken schenkt Knud bei jedem Besuch Splitter einer Handgranate, die ihm nach und nach aus der Haut wachsen - und liefert damit das Material für Knuds großen Befreiungsschlag ...

Stewart O'Nan: Letzte Nacht

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: MAREBUCHVERLAG; Auflage: 1 (17. September 2007)
ISBN-10: 3866480741
ISBN-13: 978-3866480742
Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12 x 1,8 cm

Ein grauer Winterabend Ende Dezember. Ein riesiger Parkplatz, den der Schnee wie ein weißes Tuch bedeckt, hier und da von Bulldozern zusammengeschoben: Eisberge, die in der Leere treiben. Unweit der Auffahrt zum Highway ein dunkler Kasten mit einer roten Leuchtreklame ein Hummerrestaurant der Red-Lobster-Kette. Morgen wird dieses Restaurant geschlossen. Zum letzten Mal öffnet der Leiter der Filiale die Tür, kontrolliert die Fritteuse, den Grill und die Eismaschine. Zum letzten Mal kommen die Angestellten zur Arbeit und binden sich ihre Schürzen um. Zum letzten Mal geht das Leben der Menschen im Red Lobster seinen gewohnten Gang, bevor es sich für immer verändern wird. Stewart O Nan legt mit Letzte Nacht ein Meisterstück der Erzählkunst vor, in dem ein kleines Restaurant zu einem Universum erloschener Träume und unbesiegbarer Hoffnung wird: «Ein zutiefst bewegender Roman darüber, wie wir arbeiten, wie wir leben und wie wir den nächsten Tag erreichen, ohne den Verstand zu verlieren» (Stephen King).

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