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Donnerstag, November 15, 2007

Lyrik für alle, 3sat sonntags 9:05 Uhr


Lutz Görner hatte 2004 mit "Lyrik der Welt" 50 neue Folgen mit Gedichten aus aller Welt gestaltet, fünfzig mal 10 Minuten Weltliteratur, die nun in die Chronologie der Gesamtreihe "Lyrik für alle" eingereiht werden.
Görner widmet sich seit vielen Jahren der Innenbetrachtung von Gedichten, durch die seine Zuschauer die Meisterwerke der Dichtkunst neu entdecken können. Er schafft dank seiner sprachlichen und mimischen Interpretationsmöglichkeiten eine Atmosphäre, die es erlaubt, Gedichte fernab von trockener Interpretation neu zu sehen und zu erleben. Er rezitiert und erzählt, beschreibt die Zeit, in der die Gedichte entstanden sind, porträtiert die Poeten und skizziert mit Anekdoten das Charakteristische an ihnen.
Ausgestrahlt werden diese Folgen jeweils sonntags um 9:05 Uhr auf 3sat. Im ZDF Theaterkanal werden sie in unregelmäßigen Abständen wiederholt. Die nächsten Folgen:

Sonntag, 18. November 2007, 9:05 Uhr 3sat

Charles Baudelaire

Charles Baudelaire wurde am 9. April 1821 in Paris geboren und starb ebenda am 31. August 1867. Seine Kindheit war durch den frühen Tod des Vaters und die neue Heirat der Mutter sehr unglücklich. Kaum volljährig, verprasste er das väterliche Vermögen als großstädtischer Dandy und war seither ständig in Geldnöten. Ab 1845 übersetzte er als Kunstkritiker mit zukunftsweisendem Gespür Poe und De Quincey. Außerdem entdeckte Baudelaire die Musik Richard Wagners für Frankreich.
In den 140 Jahren seit Erscheinen ist sein Zyklus »Les Fleurs du Mal« zum Inbegriff obsessiven und schonungslosen Schreibens geworden. Charles Baudelaire brachte die Befindlichkeit des modernen Großstadtmenschen mit an Magie grenzender Sprachbeherrschung erstmals zum Ausdruck.

Sonntag, 25. November 2007, 9:05 Uhr 3sat

Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke hat mit seiner Lyrik ein Werk geschaffen, das in seiner Gesamtheit zum Grundbestand der deutschen Literatur gehört und zugleich, über die Zeiten hinweg, populär geblieben ist. Seine Texte sind ein nicht abreißender poetischer Gedankenstrom um die großen Fragen der Menschheit, und die Eleganz und die Widerständigkeit ihrer Sprache machen sie, einmal gelesen, zu Lebensbegleitern, die einen immer wieder wie eine geliebte Melodie gefangennehmen.

Sonntag, 9. Dezember 2007, 9:05 Uhr 3sat

Stefan George

George, den Gottfried Benn »das großartigste Ausstrahlungsphänomen« nannte, »das die deutsche Geistesgeschichte je gesehen hat«, erfährt in den letzten Jahren ein größer werdendes Interesse. Symposien und eine beträchtliche Zahl neuer Einzeluntersuchungen zum Werk und zum George-Kreis belegen dies. Nicht zuletzt aber ist es der Fortgang der »Sämtlichen Werke in 18 Bänden«, herausgegeben von der George-Stiftung, der diese Wirkung zeitigt. Wiederzuentdecken ist das erstaunlich zeitlos gebliebene, die deutsche Sprache zu ihrer äußersten Höhe führende Werk eines Dichters, der viele Leser tief berührte. »George hat vielleicht die besten Gedichte seit Goethe gemacht. Er hat vielleicht das reinste Leben seit Nietzsche geführt«, schreibt Ludwig Marcuse. Wulf Kirsten, George mit Ernst Jünger vergleichend, sagt: »Beide streben, der eine im Vers, der andere in der Prosa, das gleiche sprachliche Absolute an.«

Wiederholungen auf dem ZDF Theater-Kanal:
Mo 19. November 2007 11:30 Uhr
Sa 24. November 2007 11:30 Uhr
Di 27. November 2007 16:30 Uhr
Do 29. November 2007 11:30 Uhr
So 02. Dezember 2007 14:45 Uhr
Mi 05. Dezember 2007 09:45 Uhr
Mo 10. Dezember 2007 09:45 Uhr

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