Shakespeare and more:
Neuerscheinungen und Rezensionen

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Dienstag, März 04, 2008

Neuerscheinungen rund um Shakespeare März 2008


Autor: William Shakespeare
Titel: Hamlet
Übersetzer: August W. von Schlegel
Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (1. März 2008)
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 6,50
ISBN-10: 3596900344
ISBN-13: 978-3596900343

Hamlet ist der größte Zweifler der Weltliteratur. Vor allem seine berühmte Frage nach Sein oder Nichtsein, die Frage also nach dem Sinn des Lebens inmitten von Vergänglichkeit und Tod, hat nichts von ihrer Dringlichkeit verloren. So verständlich jedoch sein Grübeln und Zögern, so großartig seine Monologe in der Praxis ist er alles andere als ein strahlender Held: Wenn er handelt, hat es stets fatale Folgen, und Ophelia, seine Geliebte, treibt er mit seiner typisch männlichen Beziehungsunfähigkeit buchstäblich in den Wahnsinn.
(Verlagstext)
Augenscheinlich plant der Fischer-Verlag derzeit eine Neuausgabe der Werke Shakespeares als preiswerte Paperbacks. Nun ist über Hamlet, der diese Edition eröffnet, nicht viel über die Edition zu erfahren. Schon bei den für April angekündigten Folgebänden sieht die Lage besser aus. Ich zitiere den Verlagstext: "Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK, und den Beiträgen zu beiden Werken aus der dritten, völlig neu bearbeiteten Auflage von Kindlers Literatur Lexikon." Das klingt zumindest vielversprechend.

Autor: Björn Quiring
Titel: Shakespeares Fluch - Die Aporien ritueller Exklusion im Königsdrama der englischen Renaissance
Broschiert: 280 Seiten
Verlag: Fink (Wilhelm); Auflage: 1 (März 2008)
Sprache: Deutsch
Preis: 34,90 Euro
ISBN-10: 3770545826
ISBN-13: 978-3770545827

Seit der Antike repräsentiert der Fluch die Gewalt des Gottesgerichts in der Sprache und changiert dabei zwischen Verkündigung und Vollzug. Auch im Übergang zur Neuzeit verschwindet dieses sakrale Supplement der Rechtsprechung nicht: Eine Abundanz von zitierten Flüchen und seiner Derivate Segen, Prophetie und Eid spielt speziell in der Genese des frühneuzeitlichen Theaters eine entscheidende Rolle. An Shakespeares Historiendramen treten solche Verstrickungen besonders prononciert hervor: Ob "Richard III" die Eucharistie und die Exkommunikation für das Theater in Beschlag nimmt, "King John" das Gottesurteil in die Warenform überführt oder "King Lear" die wuchernden Aporien des Naturrechts entfaltet - immer erweisen sich in unerwarteten Überlagerungen von Theologie-, Theater- und Rechtsgeschichte Shakespeares Performanzen des Fluchs als ideale Leitfossilien einer von ihren mythischen Latenzen überwältigten Säkularisierung.
(Verlagstext)

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