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Montag, März 31, 2008

SWR Bestenliste April 2008


Martin Walser ist der einzige, der den Sprung von der Bestenliste des Vormonats geschafft hat. Ansonsten wurde völlig neu gemischt. Doch finden sich hier einige der "üblichen Verdächtigen" der deutschen Literaturszene: Feridun Zaimoglu ist dabei, der seit "Leyla" zu den anerkannt Großen gehört. Ebenso Silvia Bovenschen, seinerzeit sehr gelobt für ihr sehr persönliches Buch "Älter werden". Yasmina Reza macht derzeit durch Theaterstücke ("Der Gott des Gemetzels") ebenso von sich reden wie durch ihre Präenz als Histografin des muslimischen Glaubens. Nun hat sie eine lesenswerte Biografie über den neuen franzöischen Regierungschef Sarkozy geschrieben. Literarisch genug, um auf dieser Bestenliste Platz zu finden.

1. (-) 68 Punkte

MARCEL BEYER: Kaltenburg

Roman.

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Auflage: 1 (18. März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 351841920X
ISBN-13: 978-3518419205
Mittelschwere Lektüre

Die Lebensgeschichten zweier Ornithologen in den Extremen des 20. Jahrhunderts. Der eine berühmt, auch berüchtigt für seine Schlüsse von der Natur auf die Gesellschaft, der andere, mittelmässig, sein Biograph:
Ludwig Kaltenburg, geboren 1903, Biologe, arbeitet Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts in Posen. Dort begegnet er zum ersten Mal dem Ich-Erzähler, zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind. Im Gefolge des Zusammenbruchs des „Dritten Reichs“ flüchtet der Junge mit seinen Eltern nach Dresden. Dessen Bombardierung im Februar 1945 überlebt er und beginnt ein Studium der Ornithologie, das ihn erneut in engen Kontakt zu Kaltenburg bringt. Der kann in Dresden ein eigenes Institut gründen und sich internationales Renommee erwerben. Wie erfahren die beiden Wissenschaftler, der angehende und der erfolgreiche, die Gründung und Konsolidierung der DDR in Dresden, welche Wendungen nehmen die Lebensläufe der beiden in den unterschiedlichen Stadien der DDR, wie erlebt der Ornithologe schließlich das Ende der DDR?

(Leseprobe beim Suhrkamp-Verlag)

2. (-) 65 Punkte

FERIDUN ZAIMOGLU: Liebesbrand

Roman.

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462039695
ISBN-13: 978-3462039696
Leichtere Lektüre

Feridun Zaimoglu beschwört die großen Gefühle. Am Anfang ist es fast zu Ende: Das Leben von Richard, sowieso nicht in bester Verfassung, droht bei einem Busunglück zu verlöschen. Doch er wird gerettet und begegnet einer engelsgleichen Erscheinung. Eine junge schöne Frau übernimmt die Erstversorgung und verschwindet in einem Auto mit deutschem Kennzeichen. Fortan ist der Erzähler in Liebe entflammt und macht sich auf die Suche. Nach seinem Bestseller »Leyla« begibt sich Feridun Zaimoglu mit »Liebesbrand« hinein in die bundesrepublikanische Gegenwart. Seine Hauptfigur ist ein junger Aktienhändler, der rechtzeitig vor dem Börsenkrach aus dem Geschäft ausgestiegen ist; jetzt lebt er in Kiel und sehnt sich nach einer neuen Versuchung. Er kann zwar einen Familienzwist bei entfernten Verwandten im Ausland schlichten, es kostet ihn aber eine Menge Geld und fast das Leben. Mit zahlreichen Blessuren am Körper, dem Bild eines Ringes mit blauem Emaillekopf im Gedächtnis und einer Haarspange im Gepäck kehrt er nach Deutschland zurück. Dort begibt er sich auf die unermüdliche Suche nach der Frau seines Lebens, die ihn nach Nienburg an der Weser und weiter nach Prag und Wien führt. Unterwegs wird er geliebt und verstoßen, angegriffen und gehasst, erleuchtet und enttäuscht. Die Hoffnung aber, dass er sich nicht vergeblich sehnt, gibt er nicht auf. Feridun Zaimoglu gelingt es, eine Liebesgeschichte unserer Tage in der Tradition der deutschen Romantik zu erzählen. Der Suchende strebt nicht nach Perfektion, aber nach Erfüllung, sogar nach Erlösung und begegnet dabei immer neuen Anfechtungen und Herausforderungen. Gut, dass es den Freund und Helfer Gabriel gibt, der dem Erzähler beisteht und ihm beizeiten den Kopf zurechtrückt. Mit Mut zum Pathos und feiner Ironie erzählt der Roman von einer großen Liebesbeschwörung rasant, berührend und komisch.

(Leseprobe beim Verlag Kiepenheuer & Witsch )

3. (-) 49 Punkte

CLEMENS MEYER: Die Nacht, die Lichter

Stories

Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Fischer (S.), Frankfurt
Auflage: 2., Aufl. (Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100486013
ISBN-13: 978-3100486011
Leichtere Lektüre

Die Kurzgeschichten des diesjährigen Leipziger Bücherpreisträgers: Nachtgestalten mit Träumen, die sich manchmal in Alpträume verwandeln.
Er setzt alles auf eine Karte, der Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure OP zahlen zu können. Sie will es allen zeigen, die junge Frau, und sich vom Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen. Sie reden eine Nacht lang, der junge Mann und eine alte Freundin, haben einander zufällig wiedergetroffen, sie denkt vielleicht an ein gemeinsames Leben, doch er weiß, dass es anders kommen wird.
Clemens Meyer erzählt von der Hoffnung, einmal im Leben den großen Gewinn einzustreichen, von dem Willen, etwas aus sich zu machen, und der verpassten Liebe. Seine Geschichten spielen in der stillen Wohnung, in der Lagerhalle und am Fluss. Seine Helden sind dem Leben ausgesetzt, es sind die Heimatlosen und Träumer, die die nächtliche Stadt durchstreifen. Meyer trifft die Töne unserer Zeit: In seinen rauen, präzisen und zarten Sätzen spricht er von verlorenen Illusionen, von Sehnsucht und Einsamkeit.

(Leseprobe beim S. Fischer Verlag)

4. (6) 45 Punkte

MARTIN WALSER: Ein liebender Mann

Roman.

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag
Erscheinungsdatum: 29. Februar 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349807363X
ISBN-13: 978-3498073633
leichtere Lektüre

Der 73-jährige Goethe Witwer und so berühmt, dass sein Diener Stadelmann heimlich Haare von ihm verkauft liebt die 19-jährige Ulrike von Levetzow.
1823 in Marienbad werden Blicke getauscht, Worte gewechselt, die beiden küssen einander auf die Goethe sche Art. Er sagt: Beim Küssen kommt es nicht auf die Münder, die Lippen an, sondern auf die Seelen. «Das war sein Zustand: Ulrike oder nichts.» Aber sein Alter holt ihn ein. Auf einem Kostümball stürzt er, und bei einem Tanztee will sie ein Jüngerer verführen. Der Heiratsantrag, den er Ulrike trotzdem macht, erreicht sie erst, als ihre Mutter mit ihr nach Karlsbad weiterreisen will. Goethe, mal hoffend, mal verzweifelnd, schreibt die «Marienbader Elegie». Zurück in Weimar, lässt ihn die eifersüchtige Schwiegertochter Ottilie nicht mehr aus den Augen. Martin Walsers neuer Roman erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe: bewegend, aufwühlend und zart. Die glaubwürdigkeit, die Wucht der Empfindungen und ihres Ausdrucks das alles zeugt von einer Kraft und (Sprach-)Leidenschaft ohne Beispiel.

(Leseprobe beim Rowohlt Verlag)

5. (-) 42 Punkte

YASMINA REZA: Frühmorgens, abends oder nachts

Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel.

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Hanser Belletristik
Auflage: 1 (8. März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446230297
ISBN-13: 978-3446230293
Mittelschwere Lektüre

Ob sie ihn auf seiner Wahlkampftour begleiten dürfe, hat Yasmina Reza im Frühjahr 2006 den damaligen französischen Innenminister Nicolas Sarkozy gefragt, und er hat sofort zugestimmt: Ein Jahr lang ist sie ihm gefolgt, von Paris bis in die tiefste Provinz, nach New York, London und Berlin, in Stahlfabriken, Schulen und Krankenhäuser und zu internen Besprechungen, bei denen kein Journalist zugelassen war. Reza erlebt den heutigen Präsidenten von Frankreich hinter den Kulissen aus nächster Nähe. Scharfsichtig, distanziert und bisweilen ironisch erzählt sie vom Leben Sarkozys, vom Pathos des politischen Alltags und seiner Monotonie. Zugleich beschreibt die meistgespielte Autorin des Gegenwartstheaters die Politik als suggestive Inszenierung. Rezas Wahlkampf-Tagebuch ist voller brillanter Beobachtungen und Details - eine Begegnung von Literatur und Politik auf höchstem Niveau.

6. - 7. (-) 31 Punkte

WILLA CATHER: Meine Antonia

Roman. Aus dem Amerikanischen von Stefanie Kremer.

Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
Verlag: Knaus
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3813503127
ISBN-13: 978-3813503128
Leichtere Lektüre

Die unendlichen Weiten des Graslands, die Prärie im Herzen Nordamerikas - hierher zieht es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die böhmische Familie Shimerda. Wie Millionen Menschen aus der Alten Welt erhofft sie sich ein besseres Leben. Als der Nachbarjunge Jim die kleine Antonia zum ersten Mal sieht, lebt deren Familie noch in einem armseligen Erdloch. Doch das Mädchen lässt sich weder von harter Arbeit, vom tragischen Tod ihres Vaters noch von den viktorianischen Rollenvorstellungen daran hindern, die ungezähmte Natur zu erkunden, sich von der Grenzenlosigkeit des Landes mitreißen zu lassen, sich ihrem Lebenshunger hinzugeben. Antonia ist klug, zielstrebig und schön. Wild entschlossen nimmt sie ihr Schicksal in die Hand. Eine unsentimentale, meisterhaft erzählte Hommage an eine grandiose Natur und an jene Menschen, die in der Neuen Welt für ein freies Leben aus eigener Kraft kämpften. In der Neuübersetzung von Stefanie Kremer, mit einem Nachwort von Elke Schmitter:
"Wer Meine Antonia einmal gelesen hat, vergisst es nicht mehr. Ihre Heldin gehört jenem Kosmos an, in dem Oblomow und die Buddenbrooks, Emma Bovary und Anna Karenina, Lady Chatterley und Tom Saywer miteinander verkehren; sie alle lebendig genug, um ihre Schöpfer zu überleben." (Elke Schmitter)

(Leseprobe bei Random House)

6.-7. (-) 31 Punkte

BRUNO SCHULZ: Die Zimtläden

Aus dem Polnischen von Doreen Daume.

Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
Verlag: Hanser
Auflage: 1 (März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446230033
ISBN-13: 978-3446230033
Mittelschwere Lektüre

Einer der großen polnischen Erzähler des 20. Jahrhunderts, von den Nazis 1942 im Drohobyczer Ghetto erschossen. Eine Neuübersetzung seines Hauptwerks.
Die Zimtläden erzählt von der versunkenen Welt des Schtetls in Galizien: der verschrobene Vater und seine böse Gegenspielerin Adela, verwunschene Gärten und modrige Hauseingänge, überraschend entdeckte Zimmer hinter vernagelten Türen, wo die Tapeten zu leben anfangen, das flirrende Paradies des Sommers, ein Sturm, der das Gerümpel auf dem Speicher in Wallung bringt, Nächte, in denen Schneiderpuppen zum Leben erwachen. Doreen Daume hat eine neue Sprache gefunden für das an Wortschöpfungen und atmosphärischen Bildern reiche polnische Original; mit der Verbindung von Werktreue und Erfindungsgabe hat sie einen Text von hoher Eindringlichkeit geschaffen. Sie wurde dafür mit dem renommierten Zuger Übersetzerstipendium ausgezeichnet.

8. - 9. (-) 28 Punkte

WJATSCHESLAW KUPRIJANOW: Im Geheimzentrum

Erzählungen. Aus dem Russischen von Peter Steger.

Broschiert: 164 Seiten
Verlag: Erata Literaturverlag
Erscheinungsdatum: 28. Februar 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866600488
ISBN-13: 978-3866600485
Mittelschwere Lektüre

Ein Unbekannter der zeitgenössischen russischen Literatur, Mathematiker, Sprachwissenschaftler und Autor von Gedichten und Geschichten. Sein Witz erinnert an die Prosa von Daniil Charms, dem Meister der Groteske.
«Kuprijanow scheint mir einer der Dichter zu sein, deren Bewußtsein schon von der Geozentrik zur Kosmosweite übergegangen ist. Das gibt seinen Gedichten die große Perspektive, die Sicht des Menschenlebens von oben her. Das aber bringt die Erde nicht zum Verschwinden, unser Leben nicht zur Bedeutungslosigkeit. Als unser Himmelskörper wird die Erde nicht zu Nichts, wie nichtig klein sie auch im Vergleich zu den Dimensionen des Kosmos erscheinen mag. Sie ist „ein würdiger Platz“, der uns erlaubt, „einander nicht zu bedrängen und nicht auseinander zu fallen“ ? ja gar mit einer Aufgabe für die Schulkinder auf anderen Planeten versehen. Der hoffnungsvolle Ton ist bei diesem Russen stärker als der erschrocken-verzweifelte, der vielen westlichen Dichtern heute näher liegt. Der Kosmos wartet bei diesem Dichter sozusagen darauf, daß auf unserem winzigen Erdpunkt doch noch „Deutung“ sich ergibt, die sich für Himmelsbewohner zu lesen lohnt, daß „unausdeutbare Gedankenblitze“ auf der Erde aufleuchten, die weithin im Kosmos zur Kenntnis genommen werden, daß es sich für die Sonne lohnt, stille zu stehen um des Wortes willen, „das alle Schlachten beenden kann“. Dieses Wort steht nicht in unserer Macht, aber es ist unsere Hoffnung. Die Proben einer hoffnungsgetragenen Dichtung, die uns hier vorgelegt werden, machen Verlangen nach mehr. Es wartet viel auf uns dort in den östlichen Weiten, wenn wir endlich den längst nicht mehr eisernen Vorhang vor uns durchstoßen und dem zuhören, was hinter ihm entstanden ist.» Helmut Gollwitzer

(Leseprobe beim Erata Literaturverlag)

8. - 9. (-) 28 Punkte

MARTIN MOSEBACH: Stadt der wilden Hunde

Nachrichten aus dem alltäglichen Indien

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Hanser
Auflage: 1 (März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446230262
ISBN-13: 978-3446230262
Mittelschwere Lektüre

Der Büchnerpreisträger Martin Mosebach auf seiner Reise durch Indien. Nach dem Roman Das Beben jetzt das essayistische Porträt eines Landes zwischen Tradition und Aufbruch:
Ein überraschender Blick auf das Land und seine Menschen, der zeigt, was die Erfahrung der Fremde für das eigene Leben bedeuten kann. Mosebach berichtet von seinen Eindrücken und Begegnungen aus einer Provinzhauptstadt im Bundesstaat Rajasthan: von dem Sandsturm in der Wüste und dem Rattentempel in Deshnok, vom Gott der wilden Hunde und dem Heiligen des Shivatempels, von den Kasten und der Konfrontation mit dem uralten Königtum, aber auch von der Einladung zum Essen bei einer indischen Familie, von den Frauen und Töchtern, die das Leben im Haus bestimmen. Nur wenige deutsche Schriftsteller der jüngsten Zeit haben sich so tief eingelassen auf die verstörende Erfahrung einer ganz und gar anderen Tradition.

10. (-) 27. Punkte

SILVIA BOVENSCHEN: Verschwunden

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Fischer (S.), Frankfurt
Auflage: 1 (März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100035135
ISBN-13: 978-3100035134
Mittelschwere Lektüre

Nach dem großen Erfolg von "Älter werden" jetzt "Verschwunden": Ein Erzählreigen über Menschen und Dinge, die verloren gehen. Im Mittelpunkt: Daniela, eine Scheherazade, die gegen das eigene Verschwinden anerzählt.
Ein Freundeskreis, ein fester Kern, einige lose Bekannte. Von ihnen allen lässt sich Daniela Geschichten vom Verschwinden erzählen. Gustav erzählt ihr von einer Frau, die auf offner Strecke aus dem Zug steigt, Josepha vom Riesen auf einer Nordseeinsel, eine nervöse Dame beichtet einen Anschlag auf das Christkind, und Olga ist verzweifelt, weil in ihrer Wohnung eingebrochen wurde, man hat ihr den Laptop gestohlen, nun ist alles weg, ihre Adressen, ihre Mails, alle ihre Aufzeichnungen. Auch die Beamten der Spurensicherung glauben an die Endgültigkeit dieses Verschwindens. Konrad erzählt von Isolde, deren neuer Freund, in den sie sich so sehr verliebt hatte, plötzlich und ohne Ankündigung vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.
Daniela kommt nicht mehr hinaus in die Welt, ist also angewiesen auf die Erlebnisse anderer. Oder ist das vielleicht nur ein Vorwand? Versucht Daniela in Wahrheit mit den Geschichten vom Verschwinden gegen das Verschwinden anzukämpfen? Denn nichts ist unheimlicher als die Lücke, die jemand hinterlässt, der verschwindet. Bald reden und schreiben alle nur noch vom Verschwinden. Das hat Daniela erreicht. Mit radikalen Auswirkungen.

(Leseprobe beim S. Fischer Verlag)

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