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Montag, April 28, 2008

Lesen! mit Elke Heidenreich, 01. Mai 2008 um 22.45 Uhr


Am 01. Mai 2008 um 22.45 Uhr wird die "Vielleserin" Elke Heidenreich wieder mehrere Bücher vorstellen. Als Gast begrüßt sie diesmal den Theater-Regisseur Claus Peymann. Anbei finden Sie die Bücherliste.

Ab dieser Sendung wird sich der Internet-Auftritt von Elke Heidenreichs Buchpräsentation mit neuen Inhalten vorstellen. Unter anderem bieten der Sender ab diesem Tag zu jeder neuen Lesen!-Sendung ein kleines Quiz an, bei dem es einen literarisch wertvollen Preis zu gewinnen gibt.

Auf den Internetseiten des ZDF können Sie auch die ganze Sendung als Online-Stream sehen oder einzelne Beiträge/Rezensionen nachlesen: http://lesen.zdf.de


Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

Aus dem Französischen von Hainer Kober
Berlin Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 1392 Seiten
ISBN: 978-3827007384
36,00 Euro

Der fiktive Lebensbericht eines hohen SS-Offiziers, ein Epos, das ein detailliertes Bild des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten zeichnet. Die Wohlgesinnten wurden von der Kritik als ein neues Krieg und Frieden gefeiert: die fiktiven Lebenserinnerungen des SS-Obersturmführers Maximilian Aue, Jahrgang 1913, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, promovierter Jurist, frühes NSDAP-Mitglied, in die SS eingetreten, um sich der Strafverfolgung nach ß175 zu entziehen, aber lebenslang seiner Zwillingsschwester inzestuös verbunden. Es sind die verstörenden Erinnerungen an die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und an das Grauen der Verfolgung und Vernichtung der Juden von Juni 1941 bis April 1945, an die Einsatzkommandos und Massenhinrichtungen in der Ukraine und im Kaukasus, an Babi Jar, den Kessel von Stalingrad, Auschwitz und Krakau, an Mittelbau Dora, das besetzte Paris oder das kriegszerstörte Berlin. Es sind die beklemmenden Erinnerungen an all die Begegnungen mit den Nazigrößen, an Himmler, in dessen persönlichen Stab Aue 1943 aufgenommen wird, an Abendessen mit Eichmann, an Heydrich, Höß oder Speer. Es ist ein erschreckend detailgenauer Roman über die nazistischen Verbrechen, konsequent erzählt aus der Perspektive eines Täters, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die sichere Existenz eines Fabrikdirektors in Frankreich gerettet hat. "Es ist eines der eindrucksvollsten Bücher, die je über den Nazismus geschrieben wurden."

Carlo Fruttero, Franco Lucentini: Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz

Gelesen von Sophie Rois
Patmos Verlag, 2007
5 Audio-CDs, Spielzeit 404 Minuten
ISBN: 978-3491912540
24,95 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)

David Ashver Silvera ist polyglotter Reiseleiter ohne festen Wohnsitz. Aber was führt ihn im kalten November ausgerechnet nach Venedig? Das fragt sich auch die römische Principessa, die dort eine wertvolle Bildersammlung begutachten soll. Während sie einem gerissenen Kunstschmuggel auf die Spur zu kommen versucht, lässt sie sich auf eine stürmische Liebesaffäre mit dem geheimnisvollen Fremden ein. Der jedoch erscheint in immer neuen Masken und versteht merkwürdigerweise verblüffend viel von alten Gemälden. Wer also ist ihr Liebhaber?
Ein federleichter, vergnüglicher und zugleich tiefsinniger Roman um Vergänglichkeit, Liebe und Tod.

Als Taschenbuch:

Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz.

Aus dem Italienischen von Dora Winkler
Piper Verlag, 2007
Broschierte Ausgabe, 320 Seiten,
ISBN 978-3-49224-883-9
10,00 Euro

Eine stürmische Romanze bahnt sich an zwischen Mr. Silvera, dem geheimnisvollen, polyglotten Reiseleiter mit verblüffend profunder Kenntnis von Venedigs Historie und Kunst, und der römischen Principessa, die im Auftrag eines Auktionshauses eine venezianische Gemäldesammlung begutachtet. Doch was weiß der 'Mystery Man' über den raffinierten Kunstschmuggel, dem die Aristokratin mit seiner Hilfe auf die Spur zu kommen versucht? Dieser Roman ist eine bittersüße Liebesgeschichte, eine faszinierende Hommage an Venedig und zugleich ein aufregender Krimi.

«Eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich kenne.» Elke Heidenreich

Arnon Grünberg: Tirza

Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
Diogenes Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 576 Seiten
ISBN: 978-3257066371
21,90 Euro

Jürgen Hofmeester, Ende fünfzig, wohlhabend, aber freigestellt, geht ganz auf in seiner Vaterrolle. Vor allem, seit seine Frau ihn verlassen hat. Tirza, so heißt sein Augenstern, die jüngere Tochter. Nach dem Abitur will sie auf Reisen nach Afrika gehen. Dann hat Hofmeester ausgedient, wird keine Rolle mehr spielen, und deshalb fällt er aus der Rolle.

Romain Gary: Frühes Versprechen

Aus dem Französischen von Giò Waeckerlin Induni
SchirmerGraf Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
ISBN 978-3-86555-049-1
22,80 Euro

Erst sollte er Geigenvirtuose werden wie Yehudi Menuhin, dann Tänzer wie Nijinsky, um Himmels willen kein armer Schlucker wie Van Gogh, dann doch lieber ein Victor Hugo, ein Tolstoi, ein Goethe. Madame Kacew, die exaltierte Schauspielerin aus Kursk hatte nur eines im Sinn: Ihr Sohn würde die ihm unwürdige Welt der Gaukler und Gelegenheitsarbeiter überwinden, in der er aufgewachsen ist, sie würde ihn zum waschechten Franzosen machen, der für De Gaulle in den Krieg zieht, höchste diplomatische Weihen erfährt und zum gefeierten Bestsellerautor avanciert. Die schönsten Frauen würden ihm zu Füßen liegen, wobei natürlich keine ihm, das heißt ihr, Madame Kacew, das Wasser reichen könnte. Den einzigartigen Fall, wo nicht die Wirklichkeit zu Literatur, sondern die Literatur zur Wirklichkeit wurde, schildert Romain Gary mit brillanter Selbstironie, mit unerbittlichem Humor und mit unendlicher Liebe für die verrückteste, anstrengendste, ungewöhnlichste Mutter der Welt.

Martha Gellhorn: Muntere Geschichten für müde Menschen

Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow
Dörlemann Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 260 Seiten
ISBN: 978-3-908777-44-1
21,90 Euro

Mrs. Lingard ist ein altmodischer Mensch: »Sie nimmt Freundschaften ernst.« Und so hilft sie unermüdlich ihren Freunden, Claud Roylands jedoch kann sie nicht vor seinem Liebesglück bewahren.
Théodore erklimmt mühelos die Karriereleitern von Paris, London und New York. Sein Herz aus Eis schmilzt erst, als er in Anne Farleigh seine Schneekönigin findet. Mrs. Hapgood bekämpft ihren Ehekummer mit Wein und exzessiven Einkäufen. Auch die selbstauferlegte Ausbildung zum »leichten Mädchen« führt sie nicht ins Glück. Doch Rettung naht - wenngleich von unerwarteter Seite - aus der staubigen Tiefe des Bücherschranks.

Hrsg. im Auftrag des
Moses Mendelssohn Zentrums

Bibliothek verbrannter Bücher

Eine Auswahl der von den Nationalsozialisten verfemten und verbotenen Literatur
Die ersten zehn Bände im Schuber
Georg Olms Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-487-13608-0
84,00 Euro

Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und an anderen zentralen Orten deutscher Städte war der Auftakt zur Vertreibung und Verfolgung zahlreicher vom NS-Regime verfemter Autoren: Ein barbarischer Akt, dessen Auswirkungen wir bis heute spüren.
Die "Bibliothek verbrannter Bücher", ein Mahnmal ganz besonderer Art, soll speziell an Oberschulen und Gymnasien ihren Platz finden. Nicht nur bekannte Autoren wie Franz Kafka, Anna Seghers, Kurt Tucholsky oder Jack London wird sie enthalten, sondern auch solche Autoren, die vor 1933 gelesen, aber heute weitgehend vergessen sind, und die gleichwohl repräsentativ für Kultur und Literatur der Zeit bleiben.

«Die Bücher sind nachgedruckt, so wie sie damals rausgekommen sind: in der schönen, alten Schrift, mit Bildchen drin.» Elke Heidenreich

Volker Weidermann: Das Buch der verbrannten Bücher

Kiepenheuer&Witsch, 2008
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten
ISBN 978-3-462-03962-7
18,95 Euro

Nach dem überwältigenden Erfolg der »Lichtjahre«, seiner kurzen Geschichte der deutschen Literatur nach 1945, wendet Volker Weidermann den Blick zurück auf den Tag, an dem in Deutschland die Bücher brannten. Seine Mission: diese Bücher, diese Autoren dem Vergessen entreißen! Es wurde angekündigt als »Aktion wider den undeutschen Geist«: Die akribische landesweite Vorbereitung gipfelte am 10. Mai 1933 in der Errichtung von Scheiterhaufen in vielen deutschen Städten, auf die dann Studenten, Bibliothekare, Professoren und SA-Leute in einer gespenstischen Feierstunde die Bücher warfen, die nicht mit ihrer menschenverachtenden Ideologie vereinbar waren. Unvergessen die Tonbandmitschnitte, die dokumentieren, wie Joseph Goebbels auf dem Platz neben der Berliner Staatsoper mit den Worten »Und wir übergeben den Flammen die Werke von ...« die Autoren aufrief, von denen einige sogar anwesend waren. Volker Weidermann erzählt, wie dieser Tag verlief, an dem es trotzig regnete, er erzählt von dem Bibliothekar Bermann, der die Urliste aller Listen erstellte, nach denen dann Bücher aus den Regalen entfernt wurden, und er erzählt von den Werken und ihren Autoren und davon, wie willfährige Buchhändler und Bibliothekare ihre Bibliotheken und Buchhandlungen säuberten, so gründlich, dass viele Werke und Autoren danach nicht wieder zum Vorschein kamen. Das Ergebnis sind 124 Lebens- und Werkgeschichten von Schriftstellern, darunter neben Klassikern wie Kästner, Tucholsky, Zweig, Brecht und Remarque auch völlig vergessene wie Rudolf Braune, ausländische Autoren wie Jack London, und sehr viele, wie z. B. Hermann Essig, die unbedingt wiedergelesen werden sollten. Ein Buch über Bücher, Schicksale und ein Land, in dem zuerst Bücher verbrannt wurden und dann Menschen.

Die nächste Lesen!-Sendung sehen Sie am Freitag, den 04. Juli 2008.

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