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Montag, Mai 05, 2008

KrimiWelt Bestenliste Mai 2008


Neu im Mai 2008 sind lediglich die hinteren Plätze dieser KrimiWelt Bestenliste. Auf den vorderen drängen sich die Kandidaten des Vormonats -lesenswert, aber eben schon ein wenig länger auf dem Markt. Aber wer kommt auch schon dazu, jeden Monat 10 neue Krimis zu lesen. Da ist es ganz gut, dass die Titel sich ein wenig länger auf der Bestenliste halten. Hier die Bestplatzierten Mai:

1. Rang
(im April auf Rang 1)

Robert Littell: Die Söhne Abrahams

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, geb., 352 S., 17,90 €

Heilige Stadt Jerusalem: Der bekannte ultraorthodoxe Rabbi Isaac Apfulbaum wird entführt. Der Täter: Dr. al-Shaath, ein Führer der Hamas. Er verlangt von Israel die Freilassung aller politischen Gefangenen und will so eine Friedenslösung zwischen Israel und Palästina verhindern. Der Mossad holt seinen Agenten Elihu aus dem Ruhestand und beauftragt ihn, den Rabbi zu befreien. Doch unterdessen entdecken Geisel und Geiselnehmer immer mehr Gemeinsamkeiten. Und noch während Elihu sich auf einen Befreiungsschlag vorbereitet, rückt plötzlich eine ganz andere Lösung ins Blickfeld ...

2. Rang (im April auf Rang 7)

Lee Child: Sniper

Aus dem Englischen von Wulf Bergner
Blanvalet, geb., 480 S., 19,95 €

Nowhere in Indiana: Fünf Menschen sterben im Kugelhagel eines Heckenschützen - und die Spur führt zweifelsfrei zu James Barr. "Holt Jack Reacher", sind die einzigen Worte des Gefangenen - ausgerechnet Jack Reacher, der einst geschworen hatte, Barr eines Tages hinter Gitter zu bringen. Der unerwartete Hilferuf ist für den genialen Ex-Ermittler der Militärpolizei Indiz genug, dass der vermeintlich todsichere Fall zwar tödlich, aber längst nicht sicher ist. Warum hat man Barr im Gefängnis zusammengeschlagen, sodass er sich an nichts mehr erinnern kann? Und wo ist der lange Arm der Politik, der Barr bislang stets geschützt hatte? Reacher nimmt die Fülle an Beweisen unter die Lupe und macht ein paar eigene Rechnungen auf. Und er kommt zu unbequemen Ergebnissen ...

3. Rang
(im April auf Rang 3)

Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

Eichborn Berlin, geb., 368 S., 19,95 €

Brügge/Arizona/Mexiko: Seit seiner Schulzeit steht es Inspektor Hannes Jensen als warnendes Beispiel vor Augen: das Heliumatom! Das Heliumatom, so hatte damals sein Physiklehrer erklärt, ist nicht getrieben von der Sehnsucht, sich zu binden, und geht mit keinem anderen Atom eine Symbiose ein. Es ist in sich vollkommen, aber auch vollkommen alleine! Nach Jensens Ansicht ist dieser Fall von Bindungsangst seinem eigenen Schicksal nicht ganz unähnlich. Und so müsste er eigentlich erfreut sein, dass eine bizarre Laune des Universums eine ausnehmend schöne Frau an seine Seite beamt. Die allerdings ist blind, ziemlich herrisch und scheint sich auch nicht sehr für ihn zu interessieren - umso mehr aber für den höchst rätselhaften Fall, der Jensen gerade beschäftigt: Ein amerikanischer Tourist hatte im Kommissariat um Hilfe gebeten, weil er sich bedroht fühlte. Am nächsten Tag fand man ihn tot auf der Straße. Seine Obduktion deutet auf einen Mord, der menschliche Fähigkeiten übersteigt. Was haben seine beiden elfjährigen Söhne damit zu tun, die ihren Vater gehasst haben und spurlos verschwunden sind? Oder deren mysteriöse Kinderfrau, der seherische Kräfte nachgesagt werden? Und nicht zuletzt: Wie soll der Hobby-Quantenphysiker Jensen das in Ruhe herausfinden, wenn ihm die schöne Blinde immer dazwischenfunkt? Die Spur führt Jensen nicht nur nach Arizona und Mexiko, sondern auch an die Grenzen der erklärbaren Welt. Ein Inspektor mit einer Schwäche für Quantenphysik, eine blinde Querulantin und ein undurchsichtiger Fall - das hochoriginelle Krimi-Debüt des Ben-Witter-Preisträgers Linus Reichlin.

4. Rang (im April auf Rang 8)

Lawrence Block: Verluste

Aus dem Englischen von Katrin Mrugalla
Funny Crimes bei Shayol, TB, 296 S., 14,90 €

New York: Mick Ballou, Gangster alten irischen Schlags, hat zwei seiner Leute verloren. Sie wurden brutal und scheinbar völlig sinnlos ermordet. Mick bittet seinen alten Freund Matthew Scudder, ein paar Nachforschungen anzustellen. Kaum hat Matt angefangen, sich umzuhören, wird er von zwei Männern überfallen, die ihn schlagkräftig zu überzeugen suchen, sich aus der Sache herauszuhalten. Was Matt nur zu gern täte, doch irgendjemand hat inzwischen beschlossen, alles und jeden in Micks Umgebung aus dem Weg zu räumen. Mick hat keine Ahnung, wer der Feind sein könnte. Gemeinsam versuchen die ungleichen Freunde herauszufinden, wer ihnen nach dem Leben trachtet. Ein Zufall führt sie auf die Spur eines viele Jahre zurückliegenden Verbrechens und eines Gegners, der nur ein Motto zu kennen scheint: Jeder muß mal sterben, aber nicht unbedingt eines natürlichen Todes.

5. Rang
(im April auf Rang 4)

David Peace: 1983

Aus dem Englischen von Peter Torberg
Liebeskind, geb., 512 S., 22,00 €

Yorkshire: Ein Schulmädchen wird vermisst. Detective Chief Superintendent Maurice Jobson übernimmt die Ermittlungen und präsentiert der Öffentlichkeit schnell einen Hauptverdächtigen. Als dieser in der Untersuchungshaft angeblich Selbstmord begeht, stellt Rechtsanwalt John Piggott eigene Nachforschungen an und stößt auf kriminelle Machenschaften, die bis in höchste Polizeikreise reichen: Pornohandel, schmutzige Immobiliengeschäfte und eine Reihe von Kindesentführungen, die nie aufgeklärt wurden. Auch damals hieß der leitende Ermittler Maurice Jobson. Temporeich und mit großer Leidenschaft erzählt David Peace von dunklen Obsessionen, vermeintlich rechtschaffenen Bürgern und einem tödlichen Spiel mit der Wahrheit.

6. Rang
(im April auf Rang 2)

Peter Temple: Shooting Star

Aus dem Englischen von Hans M. Herzog
C. Bertelsmann, geb., 288 S., 17,95 €

Melbourne: Ein 15-jähriges Mädchen aus dem Carson-Clan ist entführt worden. Frank Calder, Ex-Polizist und Privatermittler, lässt sich nur widerwillig darauf ein, die Rolle des Vermittlers zu übernehmen. Denn die Entführer wollen kein Geld, sie wollen Rache. Aber wofür? Auf der Suche nach Opfer und Motiven kommt Calder den Familientabus der Carsons lebensgefährlich nahe.
Peter Temples Geschichten sind geprägt von Empfindsamkeit und Härte. Knappste Dialoge und schwarzer Humor enthüllen eine Welt hinter der Fassade von Erfolg und Reichtum, in der die Menschen verzweifelt nach Liebe suchen und sich kalt lächelnd zerstören.

7. Rang

Marek Krajewski: Festung Breslau

Aus dem Polnischen von Paulina Schulz
dtv, TB, 298 S., 14,90 €

Breslau 1945: In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ist die Stadt zur Festung erklärt worden. Hier will sich das Naziregime bis zum letzten Augenblick verschanzen. Eberhard Mock ist mittlerweile zweiundsechzig und ehemaliger Offizier der Abwehr, der mit einer schweren Kriegsverletzung zu kämpfen hat. Als die Nichte einer bekannten Nazigegnerin tot aufgefunden wird, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln. Mock bewegt sich auf seinem Motorrad durch die Ruinen der Stadt, taucht in die Unterwelt ihrer geheimen Gänge hinab, begibt sich in ihre düstersten Winkel. Doch es wird immer deutlicher, dass seine Frau in der unter ständigem Bombardement stehenden Stadt in höchster Gefahr ist. Er ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, den Tod des jungen Mädchens aufzuklären, und der Notwendigkeit, Breslau zu verlassen und seine Frau in Sicherheit zu bringen. Dann trifft er eine Entscheidung: Er wird seine letzte Ermittlung in Breslau führen.

8. Rang

Matt Beynon Rees: Der Verräter von Bethlehem

Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser
C.H.Beck, geb., 328 S., 17,90 €

Bethlehem: Omar Jussuf ist Geschichtslehrer für muslimische und christliche Kinder in Bethlehem, ein aufgeklärter, aber auch streitbarer Mann, den seine Vorgesetzten lieber heute als morgen im Ruhestand sehen möchten. Die christliche Minderheit schmilzt immer mehr zusammen, und gerade als Omar Jussuf sich dazu durchgerungen hat, mehr Abstand von der Schule zu gewinnen, wird einer seiner ehemaligen Lieblingsschüler verhaftet. George Saba, ein Christ, soll als Kollaborateur an einem Attentat auf einen führenden palästinensischen Widerstandskämpfer beteiligt gewesen sein. Jussuf kann nicht glauben, daß Saba "der Verräter von Bethlehem" sein soll. Als niemand das geringste Interesse daran zeigt, die Wahrheit ans Licht zu bringen, beginnt der Lehrer auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei ist er alles andere als ein Held, ihn plagen Rückenschmerzen, ihm zittern die Hände, und besonders waghalsig war er noch nie. Die Morde aber gehen weiter, und Jussuf kämpft mit aller Kraft, damit kein Unschuldiger verurteilt wird. Vor einem politisch brisanten Hintergrund entspinnt Matt Beynon Rees eine tragische Geschichte, die uns am palästinensischen Alltag teilhaben läßt. Besatzung, Korruption und Selbstmordattentate zwischen bewaffneten Banden sind hier Normalität.

9. Rang
(im April auf Rang 6)

Andrew McGahan: Last Drinks

Aus dem Englischen von Uda Strätling
Kunstmann, geb., 462 S., 22,00 €

Brisbane/Highwood, Queensland: Zehn Jahre ist es her, dass George Verney sich in das Kaff Highwood verkrochen hat, nur noch für die Lokalzeitung schreibt und kein Glas Alkohol mehr anrührt. Da reißt ihn ein Anruf aus dem Schlaf: Er soll eine Leiche identifizieren. Sein Freund Charlie, den er seit den wilden Tagen von Brisbane nicht mehr gesehen hat, seit dem großen Korruptionsprozess, der die Regierung stürzte und in den sie alle verwickelt waren Charlie ist auf grausamste Weise zu Tode gekommen. Charlie wollte zu ihm. Musste er deshalb sterben? Wer kann ein Interesse haben, einen heruntergekommenen Alkoholiker so spektakulär hinzurichten? Die Vergangenheit holt George ein, die Trink­gelage und riskanten Geschäfte, die heimliche Liebe zu Maybellene, Charlies Frau. Er muss nach Brisbane zurück, um zu verstehen, zu klären, was er all die Jahre so erfolgreich verdrängt hat.
Sie sind alle noch da, in neuen Rollen: Marvin, der charismatische Politiker, die zwielichtigen Bar­besit­zer und korrupten Polizisten, der große Lindsay, der im Hintergrund immer noch die Strippen zieht, und schließlich May­bel­lene ... Beschattet von der Polizei, die den Mord aufklären will, macht sich George auf eine hochgefährliche Spurensuche, auf den Wegen einer alten Schuld und einer großen Liebe. Mit nie nachlassender Spannung erzählt Andrew McGahan von einer Höllenfahrt in die Vergangenheit, ins Innerste eines korrupten politischen Systems.

10. Rang

Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut

Aus dem Englischen von Andreas Jäger
Goldmann, TB, 508 S., 8,95 €

Aberdeen: Im fahlen Licht eines Februarmorgens zeigt sich Aberdeen nicht gerade von seiner einladendsten Seite. Aber auf Detective Sergeant Logan McRae wartet Schlimmeres als ein kalter Tag, nämlich die Leiche eines Unbekannten, der vor der Notaufnahme des Krankenhauses abgeladen wurde. Als eindeutiges Filmmaterial mit dem jungen Mann auftaucht, weist alles auf einen Zusammenhang mit der Pornoszene hin. Während Logan der Spur nachgeht, versucht seine Kollegin Jackie Watson, den Vergewaltiger zu fassen, der die Straßen der Stadt unsicher macht ...
Grotesk, witzig, überscharf: Klasse Schotte. Zum Brüllen.

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