SWR Bestenliste Juli 2008
1. (-) 70 Punkte
PETER RÜHMKORF: ParadiesvogelschißGedichte.Gebundene Ausgabe: 160 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag GmbH Auflage: 3 (1. April 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3498057824 Mittelschwere Lektüre Peter Rühmkorf, der «größte lebende deutsche Dichter» (FAZ), präsentiert neue Lichtblicke und Gedankenblitze. Das Alter mag ihn milder gestimmt haben, doch seine Zweifel sind über die Jahre nicht geringer geworden. "Ballade von den geschenkten Blättern" hat er den Auftakt seines letzten Gedichtbandes genannt, dem Tod und der Krankheit abgerungen. Am 8. Juni ist der große Dichter Peter Rühmkorf verstorben. Jedes Wort konnte ihm zur Dichtung werden, weil schon das erste Wort Dichtung war. Leseprobe beim Rowohlt-Verlag |
2. (-) 56 Punkte ROBERTO BOLAÑO: Exil im NiemandslandFragmente einer Autobiographie. Aus dem Spanischen von Kirsten Brandt und Heinrich von Berenberg.Gebundene Ausgabe: 153 Seiten Verlag: Berenberg; Auflage: 1 (März 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3937834269 Leichtere Lektüre Roberto Bolaño, in Chile geboren, in Mexiko aufgewachsen, in Spanien zu literarischem Weltruhm gelangt und früh gestorben, ist so etwas wie der Fliegende Holländer Lateinamerikas: wie wenige hat er das Exil kennengelernt - und sich dazu unsentimentale Gedanken gemacht. Sie bilden den roten Faden dieser Fragmente zur Autobiographie eines Umhergetriebenen. Das Liedchen vom traurigen Latino, der im kalten Exil die warme Heimat besingt (wo Mord und Totschlag herrschen) hat dieser Autor nie mitgesungen. Bolaño ist sein Leben lang durch die Welt gereist, gezwungen, freiwillig, immer aber mit äußerster Intensität. In diesen Artikeln, Reden, Essays, Reisebildern und Glossen kann man nachlesen, wie krumm die Wege waren, auf denen er zum unumstrittenen Herold der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur heranreifte. Ein Klassiker ist einer, der den Kanon neu ordnet, sagt der chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño - und er ist selber schon einer. "Exil im Niemandsland" versammelt Gedanken, Essays, Interviews und den Entwurf seiner letzten Rede aus dem Jahr 2003. |
3. (-) 40 Punkte ANJA JARDINE: Als der Mond vom Himmel fielErzählungen.Gebundene Ausgabe: 301 Seiten Verlag: Kein & Aber Auflage: 1 (April 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3036955186 Leichtere Lektüre Zwei Fremde begegnen sich morgens auf dem Weg zur Arbeit. Ohne jemals miteinander zu sprechen, gehören sie für die Dauer dieser S-Bahn-Fahrten unzweifelhaft zusammen. Ein Frau erhält zwei Briefe im November, in denen ein Unbekannter sie an seinem Leben teilhaben lässt. Ein alter Mann beobachtet auf einer Apfelplantage die Anfänge einer jungen Liebe und wird von der eigenen, die ein halbes Jahrhundert zurückliegt, ein zweites Mal erschüttert. Um Verlust und Flüchtigkeit geht es in Anja Jardines dichten Erzählungen - und um den unendlichen Reichtum, der selbst in der namenlosen Begegnung liegen kann. Selten geht es um Liebespaare im eigentlichen Sinne, und dennoch sind es ausnahmslos Geschichten von der Liebe. "Alle sind gut vernetzt, die Wege um den Globus kein Problem, und die Aussichten waren bis vor kurzem noch glänzend. Doch plötzlich herrscht in den innersten Bezirken schiere Einsamkeit, versierte Weltläufigkeit schlägt um ins Eisige. Anja Jardine trifft den Punkt, vielsagend, erfahrungsreich." (Eberhard Falcke) Leseprobe beim Verlag Kein & Aber |
4. - 5. (9.-10.) 35 Punkte HIROMI KAWAKAMI: Der Himmel ist blau, die Erde ist weißEine LiebesgeschichteAus dem Japanischen von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler. Gebundene Ausgabe: 192 Seiten Verlag: Hanser Belletristik Auflage: 1 (9. Februar 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3446209992 Mittelschwere Lektüre Eine selbstbewusste Frau, ein alter, weiser Mann, reichlich Sake, etwas Walfischspeck und immer wieder Lotuswurzel - Zutaten dieser stillen, faszinierend fremden Liebesgeschichte aus Japan. Tsukiko ist achtunddreißig und lebt allein. Zur Liebe, glaubt sie, sei sie nicht begabt. Da trifft sie in einer Kneipe ihren alten Japanisch-Lehrer wieder, den sie nur den Sensei nennt. Auch er lebt allein, in einer etwas verwahrlosten Wohnung, wo er merkwürdige Gegenstände sammelt. Einer sucht die Nähe des anderen und scheint gleichzeitig vor ihr zu fliehen. Selten wurde die Annäherung zweier Menschen so subtil und zugleich eindringlich beschrieben. Sie ist Ende dreißig und immer noch auf der Suche - ohne wirklichen Antrieb. Er ist in den 60ern, verwitwet und nicht ganz sicher, ob er sein Leben nicht schon gelebt hat. Und: Er ist ihr ehemaliger Japanischlehrer. Sie treffen sich zufällig. Immer wieder. Eine Liebesgeschichte beginnt, eine Annäherung - mit den Mitteln der Distanz. Leseprobe beim Hanser Verlag |
4. - 5. (-) 35 Punkte REINER STACH: KafkaDie Jahre der ErkenntnisGebundene Ausgabe: 726 Seiten Verlag: Fischer (S.), Frankfurt Auflage: 1 (Juni 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3100751195 Mittelschwere Lektüre Der erste Band, 2002 unter dem Titel Kafka. Die Jahre der Entscheidungen erschienen, übte auf zahlreiche Leser eine sogartige Wirkung aus. Vor allem der Wechsel zwischen essayistischen und literarischen Passagen, die szenische Vergegenwärtigung, die bisweilen an die Erzählformen des Films erinnert, führt sehr nahe an Kafkas private Existenz und eröffnet zugleich das Panorama seiner Zeit. Rechtzeitig zum Kafka-Jubiläum 2008 kann nun der Fortsetzungsband Kafka. Die Jahre der Erkenntnis erscheinen, der die Jahre von 1916 bis zu Kafkas Tod 1924 behandelt - eine Zeit, in der Kafkas vertraute Welt unterging, politisch ebenso wie physisch. Er war nun deutscher Jude mit tschechischem Pass, und er litt an einer Krankheit, welche die seit Jahren erträumte literarische Existenz unmöglich machte. Beides steigerte seine Hellsicht: Für Kafka wurden es die Jahre der Erkenntnis. "Vollständiges Begreifen meiner Lage", das ist das Motto von Franz Kafkas Schreiben. Eine unendliche Analyse, die die Welt und unser Denken radikal verflüssigt. Und uns in Bewegung hält, weil wir als Kafka-Deuter den Strom kanalisieren wollen.Wie vollständig man Kafkas Leben begreifen kann, beweist Reiner Stach im zweiten Band seiner großen Kafka-Biographie, die vom Jahr 1916 bis zu Kafkas Tod im Jahr 1924 reicht. |
6. (-) 34 Punkte SIEGFRIED LENZ: SchweigeminuteNovelle.Gebundene Ausgabe: 128 Seiten Verlag: Hoffmann und Campe Erscheinungsdatum: 5. Mai 2008 Sprache: Deutsch ISBN: 978-3455042849 Leichtere Lektüre Der 82jährige Siegfried Lenz hat noch einmal alle überrascht: "Schweigeminute" erzählt eine Liebesgeschichte zwischen Stella, der Lehrerin, und ihrem Schüler Christian, dringlich und distanziert zugleich, einfühlsam und zurückhaltend; ein leidenschaftliches Verhältnis, das ohne Zukunft bleibt. Bleiben muss. Leseprobe beim Verlag Hoffmann & Campe |
7. (-) 31 Punkte IRIS HANIKA: Treffen sich zweiRoman.Gebundene Ausgabe: 238 Seiten Verlag: Literaturverlag Droschl Auflage: 2 (Februar 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3854207375 Leichtere Lektüre Man weiß nicht, wann sie es tut, und man weiß nicht, wo es sein wird, aber eines ist gewiss - irgendwann schlägt die Liebe zu: "Was da jetzt geschehen ist, das ist eine Fuge im Leben oder ein Riß durch die Zeit oder ein Bruch in der Welt, was auch immer." Hier geschieht es zweien, die schon seit geraumer Zeit allein durchs Leben zu gehen gewohnt sind, und es trifft sie wie aus heiterem Himmel: er hat die wunderbarsten Augen der Welt, und sie ist so schön, dass er glaubt, er habe Halluzinationen. Der Zustand hält natürlich nur wenige Tage an. "Was für ein Blödsinn das alles, dieses Gemache und Getue. Daß man nicht einfach normal sein konnte! Daß das alles immer so kompliziert sein muß." Es muss, und sei's nur zum Nutzen der Literatur und zur Erhöhung des Lesevergnügens. "Treffen sich zwei" ist ein Liebesroman für Erwachsene und ein Heimatroman aus Berlin-Kreuzberg. Er handelt vom Begehren und von den Ängsten, vom Berufsleben eines Systemberaters und den Zuständen einer begnadeten Hysterikerin. Sexratgeber kommen zum Einsatz, Musik, Songtexte und klassische Stellen über die Liebe, dazu Alkohol und Eigenurin-Therapien. Iris Hanika ist eine liebevolle und unbestechlich genaue Beobachterin des Gefühlshaushalts von uns Zeitgenossen; und ihr Witz, ihre Genauigkeit und sprachliche Eleganz demonstrieren mit leichter Hand, warum dieses älteste Thema der Literatur uns allen so am Herzen liegt. "Da wird vom rührenden Glück zweier Tölpel erzählt, durchaus heutiger Tölpel in durchaus heftig-heutiger Sprache - na ja, wie die Leute halt in Berlin so reden, und dann wird auch wieder ganz albern-schwebend erzählt von Momenten, in denen die beiden lächelnd und zart einverstanden sind damit, in der Welt zu sein, in diesem Moment, in dieser Stadt, und das Tolle ist, dass man tief bewegt mit den beiden sympathisiert und denkt: So geht es manchmal auch, ja, doch, solche Erfahrungen gelungenen Lebens kann man bisweilen schon machen." (Jörg Drews) |
8. (4. - 5.) 28 Punkte KATHARINA FABER: Fremde SignaleEin Album. Roman.Gebundene Ausgabe: 329 Seiten Verlag: Bilgerverlag Auflage: 1 (März 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3908010906 Mittelschwere Lektüre Drei Schutzengel erzählen von Katharina, die in den friedlichen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zu Welt kommt. Drei Engel, die selber Schutz gebraucht hätten, das wird immer klarer: Michail, sowjetischer Soldat, der im Kampf gegen die Deutschen fällt, Linette, die kurz vor der Französischen Revolution jung einer Hirnhautentzündung erliegt, und Boris, ein hochbegabter Außenseiter, der mit 13 Jahren an Krebs stirbt. Katharina Fabers Roman erzählt die Geschichte der drei jungen Toten Michail, Linette und Boris, die als Schutzengel ausgeschickt sind, über das Leben eines in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts geborenen Mädchens zu wachen. Wenn die Toten als Schutzengel zu uns reden, tun sie das nicht in einer Sprache oder mit den Zeichen einer Sprache. Wenn sie warnen, werden sie oft nicht verstanden, weil die Signale, die sie uns übermitteln, fremde Signale sind. »Attali wäre uns um ein Haar gestorben. Sie hat zu viel Lavendelblüten gegessen. Ich war allein mit ihr. Boris war wieder unmöglich lange bei seiner Mutter und Michail war bei seinem Vater, der vor ein paar Wochen aus einem Straflager entlassen wurde.« Michail Sledin, 1925 - 1942 Linette Grandchance, 1760 - 1776 Boris (Bob) Tomba, 1938 - 1951 »Wir wollen nicht, dass man uns vergisst. - Wir hatten Körper, Wünsche, Träume. - Wir waren. - Sind. - In diesem Album sind wir. Weil es von uns erzählt.« Hörprobe beim SWR |
9. (-) 27 Punkte ALBERTO VIGEVANI: Ende der SonntageZwei Erzählungen.Aus dem Italienischen übersetzt von Marianne Schneider. Broschiert: 142 Seiten Verlag: Friedenauer Presse Erscheinungsdatum: Juni 2008 Sprache: Deutsch ISBN: 978-3932109546 Leichtere Lektüre Zwei Erzählungen, zwei melancholische Abschiede: da war einmal der Gaukler, Zauberer und Clown, Signor Cavallini, das Herzstück eines Varietés, und dann der Financier Herr Alzheryan, ein Freund des Vaters.Gestalten aus der Kindheit, gerade noch selbst modern, fallen sie der Moderne zum Opfer. Jede der beiden Geschichten ist einem Mann gewidmet, der in der Kindheit des Erzählers eine wichtige Rolle spielte. Signor Cavallini, der Held der titelgebenden Erzählung, von Beruf Juwelenhändler, ist nebenbei ein begnadeter Gaukler, Zauberer, Schauspieler und Clown. Seine Gegenwart belebt die Sonntagnachmittage im Haus der Großtante des Erzählers, wo die zahlreiche Familie zusammenkommt. Seine Darbietungen sind von äußerster Perfektion, er schlüpft in alle Rollen, tragische und komische, hat jeden Muskel seines Gesichts und seines Körpers in der Gewalt, so daß er jedes Mal wie ein anderer wirkt. Mit der Tod der Großtante enden die Sonntagsvorstellungen: Ein großes Kostümfest ist geplant, doch das Fest findet nicht statt. In der Zeit der Börsenkräche, Turbulenzen und allgemeinen Depresseionen versucht Cavallini sich das Leben zu nehmen... |
10. - 12. (-) 21 Punkte LUKAS BÄRFUSS: Hundert TageRoman.Gebundene Ausgabe: 197 Seiten Verlag: Wallstein Erscheinungsdatum: März 2008 Sprache: Deutsch ISBN: 978-3835302716 Mittelschwere Lektüre Er ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker. In seinem ersten Roman erzählt Bärfuss eine Liebesgeschichte in den Zeiten des Völkermords: David ist Entwicklungshelfer in Ruanda. Er bleibt im Land, als das Gemetzel beginnt. Am Ende flieht er mit den Mördern über die Grenze. Und trifft im Flüchtlingslager seine einstige Liebe wieder. Obwohl er einen historischen Stoff behandelt, ist »Hundert Tage« von bedrückender Aktualität: Ob jüngst in Kenia oder nach wie vor in Darfur ? das Schema des ruandischen Völkermords setzt sich ebenso fort wie unser Versagen. Leseprobe beim Wallstein Verlag |
10. - 12. (-) 21 Punkte ROMAIN GARY: Frühes VersprechenRoman.Aus dem Französischen von Giò Waeckerlin Induni. Gebundene Ausgabe: 415 Seiten Verlag: Schirmergraf Auflage: 1 (März 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3865550491 Mittelschwere Lektüre Eine Mutter, die sich auf ihren Sohn fixiert und sich für ihn eine große Zukunft ausdenkt: als Schriftsteller, als Botschafter, als Größe im französischen Geistesleben. Ein Sohn, der die frühen Versprechen alle erfüllt und einen autobiographischen Roman darüber schreibt - ironisch, leichthändig. Eine Art Liebeserklärung und ein Beweis dafür, dass die Phantasie sehr wohl die Wirklichkeit bestimmen kann. Erst sollte er Geigenvirtuose werden wie Yehudi Menuhin, dann Tänzer wie Nijinsky, um Himmels willen kein armer Schlucker wie Van Gogh, dann doch lieber ein Victor Hugo, ein Tolstoi, ein Goethe. Madame Kacew, die exaltierte Schauspielerin aus Kursk hatte nur eines im Sinn: Ihr Sohn würde die ihm unwürdige Welt der Gaukler und Gelegenheitsarbeiter überwinden, in der er aufgewachsen ist, sie würde ihn zum waschechten Franzosen machen, der für De Gaulle in den Krieg zieht, höchste diplomatische Weihen erfährt und zum gefeierten Bestsellerautor avanciert. Die schönsten Frauen würden ihm zu Füßen liegen, wobei natürlich keine ihm, das heißt ihr, Madame Kacew, das Wasser reichen könnte. Den einzigartigen Fall, wo nicht die Wirklichkeit zu Literatur, sondern die Literatur zur Wirklichkeit wurde, schildert Romain Gary mit brillanter Selbstironie, mit unerbittlichem Humor und mit unendlicher Liebe für die verrückteste, anstrengendste, ungewöhnlichste Mutter der Welt. |
10. - 12. (-) 21 Punkte VIRGINIA WOOLF: Tagebücher 5 / 1936 - 1941Herausgegeben von Klaus Reichert. Aus dem Englischen von Claudia Wenner.Gebundene Ausgabe: 592 Seiten Verlag: Fischer (S.), Frankfurt Auflage: 1 (Juni 2008) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3100925664 Mittelschwere Lektüre Schreiben war Rettung und Bedrohung zugleich für Virginia Woolf, es war ihre Flucht aus der Realität und es führte sie in die äußerste Erschöpfung, an den Rand des Lebens. In den Tagebüchern aus ihren letzten Jahren ist dies besonders deutlich wahrzunehmen. Zwei Romane und eine Biographie entstehen in dieser Zeit, sowie der große Essay Drei Guineen, ein leidenschaftlicher Aufruf, Kriege zu verhindern. Engagiert und besorgt kommentiert sie täglich die weltpolitische Entwicklung und schließlich den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Ihre Londoner Wohnung wird verwüstet; im Landhaus in Südengland droht die Gefahr einer deutschen Invasion. Während der letzten Arbeiten an dem Roman Zwischen den Akten kann sie der Verdunkelung ihres Gemüts nicht mehr standhalten. Der letzte Band der Tagebücher. Sie enden mitten im Krieg, die Bedrohung durch die Deutschen wird immer größer. Die Londoner Wohnung ist durch Bomben zerstört, nachts fliegen deutsche Flugzeuge über Südengland hinweg. Virginia Woolfs Depressionen werden immer dunkler und unbeherrschbarer. Das Schreiben hilft und erschöpft. Am 28. März 1941 nimmt sie sich das Leben. Leseprobe beim SchirmerGraf Verlag |
Labels: Literaturbetrieb


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