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Donnerstag, September 25, 2008

SWR Bestenliste Oktober 2008


Der Oktober 2008 bietet wieder eine sehr bunt gemischte SWR Bestenliste mit vielen neuen Titeln. Zu den neuen Autoren, denen die Jury des SWR mehr Leser wünscht, gehört Uwe Tellkamp mit seinem Roman über die letzten Jahre der DDR, genauso wie Rafael Chirbes, der sich mit den verlorenen Idealen seiner eigenen Generation auseinander setzt. Ebenfalls neu dabei Hanne Kulessa mit einer Familiengeschichte zwischen Lüge und Wirklichkeit, mit deutlichen Anlehnungen an den Stil englischer Schauerromane, sowie Volker Brauns von ihm selbst so genanntes "Machwerk". Auch wenn die SWR Bestenliste lange nicht so populär ist wie Elke Heidenreichs "Lesen!" lohnt sich das Stöbern in den Vorstellungen.

1. (-) 96 Punkte

UWE TELLKAMP:
Der Turm

Roman
Gebundene Ausgabe: 976 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Auflage: 1 (10. September 2008)
ISBN: 978-3518420201
Preis: 24,80 Euro
Mittelschwere Lektüre

Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.
In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.

2. (7. - 8) 94 Punkte

INGEBORG BACHMANN / PAUL CELAN:
Herzzeit

Briefwechsel. Herausgegeben von Barbara Wiedemann, Bertrand Badiou u.a.
Gebundene Ausgabe: 401 Seiten
Verlag: Suhrkamp
Auflage: 3. Aufl. (September 2008)
ISBN: 978-3518420331
Preis: 24,80 Euro
Mittelschwere Lektüre

Die Liebesbeziehung zwischen den beiden bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern nach 1945 beginnt im Wien der Nachkriegszeit. Bachmann studiert dort Philosophie, für Paul Celan ist Wien eine Zwischenstation. Im Mai 1948 lernen sie einander kennen, Ende Juni geht er nach Paris. Ihr Briefwechsel nach der Trennung ist zuerst schütter, verläuft zögernd, dann setzt er sich fort in immer neuen dramatischen Phasen. Jede dieser Phasen hat ihr eigenes Gesicht: ihren besonderen Ton, ihre Themen, ihre Hoffnungen, ihre Dynamik, ihre eigene Form des Schweigens. Ende 1961 brechen das briefliche Gespräch und die persönlichen Begegnungen ab, als sich Celans psychische Krise auf dem Höhepunkt der "Goll-Affäre" zuspitzt.
Der Briefwechsel zwischen 1948 und 1961 (ein letzter Brief Celans datiert aus dem Juni 1967) ist ein bewegendes Zeugnis: zunächst als das Gespräch einer Liebe nach Auschwitz mit allen symptomatischen Störungen und Krisen aufgrund der so konträren Herkunft der beiden und ihrer schwer zu vereinbarenden Lebensentwürfe als Frau und als Mann und als Schreibende. Aber es ist auch ein Ringen um Freundschaft oder um wenigstens irgendeine Beziehung. Ergänzend zu den beinahe zweihundert Zeugnissen ihrer Korrespondenz wurden die Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Gisèle Celan-Lestrange sowie zwischen Paul Celan und Max Frisch in den Band aufgenommen.

3. (-) 49 Punkte

RAFAEL CHIRBES:
Krematorium

Roman. Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Antje Kunstmann Verlag
Erscheinungsdatum: 3. September 2008
ISBN: 978-3888975219
Preis: 22,00 Euro
Mittelschwere Lektüre

»Krematorium ist einer der besten spanischen Romane der letzten zehn Jahre. Eine brillante Analyse des wilden Kapitalismus unserer Zeit.« La Vanguardia
»Rafael Chirbes vertraut der sozialen Funktion von ?Literatur, ihrer Fähigkeit zur Verständigung. Solange er schreibt, ist die Welt nicht verloren.« Erich Hackl

Matias ist gestorben, der charismatische jüngere Bruder des erfolgreichen Bauunternehmers Rubén Bertomeu, in seiner Jugend ein Anhänger revolutionärer Gewalt, später wie seinem Bruder zum Trotz ein Ökobauer. Mit dem Tod von Matias setzt ein vielstimmiger Chor ein: Da ist Rubén, der Sozialist und Bauunternehmer, der auf sein Leben zurückblickt, in dem jedes Ideal für Geld und Erfolg geopfert wurde. Da ist seine zweite Frau Monica, blutjung und karrieregeil, mit unbedingtem Aufstiegswillen. Und seine Tochter Sylvia, eine Kunsthistorikerin, gefangen in einer freudlosen Ehe mit dem arroganten Professor Juan Mullot. Sie alle profitieren von Rubéns Reichtum, gleichzeitig verachten sie ihn. Rubéns Kindheitsfreund, Federico Brouard, ist als Schriftsteller gescheitert und verbringt seine letzten Tage im Suff, Ramon Collado ist Rubéns Mann fürs Grobe. Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein grandioses Gesellschaftspanorama: die Familie als Ort des Besitzdenkens, die Zerstörung der Umwelt, Bauspekulation, schmutzige Geschäfte, Korruption, Drogen. Sexualität als Ware und gleichzeitig letzter Halt gegen die Auflösung jeglicher Verbindungen. Rafael Chirbes erzählt in »Krematorium« eine aus den Fugen geratene, von den Göttern verlassene Welt, in der keine Gewissheit mehr gilt, in der Werte, Wörter und Utopien leere Hülsen sind. Und doch ist dieser Roman ein Rettungsversuch: Aus der Erzählung der Widersprüche einer Gesellschaft, die sich ganz dem Konsum und dem Mammon verschrieben hat, wird schmerzhaft deutlich, was wir verloren haben.

4. (-) 46 Punkte

HANNE KULESSA:
Der Große Schwarze Akt

Roman
Gebundene Ausgabe: 218 Seiten
Verlag: Weidle Verlag
Auflage: 1 (August 2008)
ISBN: 978-3938803097
Preis: 21,00 Euro
Leichtere Lektüre

"Der Grabstein war umgefallen." Das ist die unerhörte Begebenheit, mit der sich Paula konfrontiert sieht. Es ist nämlich nicht irgendein Grabstein, sondern der ihrer Mutter. Also setzt sie sich darauf und bleibt nicht lange allein, ein merkwürdiger Fremder erscheint und bietet ihr ein Pfefferminzbonbon an: Er ist Pfefferminzbonbonvertreter. Ihm erzählt sie Geschichten aus ihrem Leben und von ihrer Mutter, die wahr oder gelogen sind. Oder beides. Fast täglich trifft sie ihn auf dem Friedhof, und täglich arbeitet sie an der Übersetzung eines englischen Schauerromans über Spinnen, der sich in ihrem Leben breitmacht, ebenso wie Gestalten aus ihrer Vergangenheit. Einem Spinnennetz gleich legen sich Erinnerungen, eigene und fremde Geschichten über sie. Die Realität kommt ihr zunehmend abhanden, doch gelangt sie damit in einen heiteren, manchmal verzweifelten Schwebezustand, der alles möglich werden läßt, selbst eine männliche Pygmalion-Figur. Hanne Kulessa ist ein spannender, entspanntkomischer Roman über die Fallstricke jeder Biographie gelungen und über die Chance, sämtliche möglich gewesenen Biographien schließlich doch in einer einzigen zu vereinen. So daß am Ende der Große Schwarze Akt (ein Gemälde von Jean Fautrier) ins Licht tritt, der Grabstein wieder aufgerichtet ist und auf dem Friedhof Frieden herrscht. Zumindest für den Augenblick.

5. (9.) 39 Punkte

RUTH KLÜGER:
unterwegs verloren

Erinnerungen
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Zsolnay Verlag
Auflage: 1 (20. August 2008)
ISBN: 978-3552054417
Preis: 19,90 Euro
Leichtere Lektüre

Der Bestseller "weiter leben", Ruth Klügers autobiographisches Überlebensbuch, war ein beklemmendes Augenzeugnis der Konzentrationslager von Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Christianstadt. Doch was kam nach dem Krieg? Aus dem dreizehnjährigen Mädchen, dem die Gaskammer nur durch einen glücklichen Zufall erspart geblieben war, wurde eine angesehene Literaturwissenschaftlerin, eine selbstbewusste Feministin und eine international ausgezeichnete Schriftstellerin. Der American Way of Life in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die komplexe Beziehung zu ihren zwei Söhnen, die unglückliche Ehe und die als Befreiung empfundene Scheidung sind Themen dieser Autobiographie. Hier erzählt eine Frau, die sich ihre Muttersprache ebenso zurückerobert wie ihre Geburtsstadt Wien, die sich mit den Verlusten, die das Altern bringt, auseinandersetzt und sich den Schatten und Visionen der Vergangenheit, aber auch denen der Gegenwart stellt.

6. (10.) 33 Punkte

NORBERT NIEMANN:
Willkommen neue Träume

Roman
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Hanser Belletristik
Auflage: 1 (23. August 2008)
ISBN: 978-3446209947
Preis: 24,90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Von mitreißender Vielfalt und erzählerischer Kraft: Asger Weidenfeldt, ein junger, erfolgreicher Fernsehjournalist in Berlin, spürt, dass er das wirkliche Leben verpasst. Er legt eine Pause ein, fährt zurück in die Heimat, wo seine Mutter Clara, eine gealterte Schauspielerin, vom vergangenen Ruhm zehrt. Als Clara zur Rückkehr des verlorenen Sohns ein großes Fest organisiert, prallen die Generationen, Lebensentwürfe und Träume aufeinander. Es kommt zur Explosion. Ein grandioser Gesellschaftsroman von einem der derzeit provokativsten, kraftvollsten Autoren in Deutschland. Niemann nimmt in den Menschen eines Dorfes das Ganze unserer Gegenwart in den Blick.

7. - 8. (-) 26 Punkte

VOLKER BRAUN:
Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer

Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Suhrkamp
Auflage: 1 (September 2008)
ISBN: 978-3518420270
Preis: 19,80 Euro
Mittelschwere Lektüre

In einer Gegend, die es "hinter sich hat", ist Meister Flick unter die Arbeitslosen geraten. War er einst bei Havarien im Tagebau der Niederlausitz gefragt, wird er jetzt, mit 60, auf dem Amt vorstellig. Bereitwillig übernimmt er jeden Auftrag: Abfallbeseitigung in den Gruben, Museumswärter und sonstige 1-Euro-Jobs. Wird er nicht vermittelt, beschäftigt er sich selbst und nimmt einem Bautrupp die Schaufeln ab, setzt bestreikte Werkhallen in Gang oder hilft einer Frau beim Sterben. Wurde Flick früher zu Unfällen gerufen, führt er selbst jetzt die Katastrophen herbei. Trotz bester Absicht füllt sich sein Schichtbuch mit seltsamen Einsätzen: Die Arbeitswelt, in der er seinen Platz sucht, gibt es nicht mehr. Begleitet wird er von Luten, seinem Enkel und Gegenpart, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat. Flick von Lauchhammer rennt in 48 Schwänken gegen die globalen Windräder an: ein komisch-philosophisches Schelmenstück in der Welt der "Arbeit nach der Arbeit", eine moderne Donquichotterie und große und heiter glänzende Literatur.

7. - 8. (4.) 26 Punkte

CESARE PAVESE:
Die einsamen Frauen

Roman. Aus dem Italienischen von Maja Pflug
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Claassen Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2008
ISBN: 978-3546004381
Preis: 19,90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Ein Meisterwerk in neuer Übersetzung zum 100. Geburtstag von Cesare Pavese. Die Geschichte einer erfolgreichen Frau, die nach Turin zurückkehrt, um erneut die gesellschaftlichen Zwänge in ihrer Heimatstadt zu erleben.

Über seinen schönsten Roman aus der Turiner Trilogie schrieb Walter Jens, seine Sprache sei »von einer musikalischen Magie erfüllt«. Maja Pflug hat sie in ihrer Neuübersetzung vollendet nachempfunden.

9.-11. (-) 25 Punkte

IRIS HANIKA:
Treffen sich zwei

Roman
Gebundene Ausgabe: 238 Seiten
Verlag: Literaturverlag Droschl
Auflage: 2 (Februar 2008)
ISBN: 978-3854207375
Preis: 19,00 Euro
Leichtere Lektüre

Man weiß nicht, wann sie es tut, und man weiß nicht, wo es sein wird, aber eines ist gewiss - irgendwann schlägt die Liebe zu: "Was da jetzt geschehen ist, das ist eine Fuge im Leben oder ein Riß durch die Zeit oder ein Bruch in der Welt, was auch immer." Hier geschieht es zweien, die schon seit geraumer Zeit allein durchs Leben zu gehen gewohnt sind, und es trifft sie wie aus heiterem Himmel: er hat die wunderbarsten Augen der Welt, und sie ist so schön, dass er glaubt, er habe Halluzinationen. Der Zustand hält natürlich nur wenige Tage an. "Was für ein Blödsinn das alles, dieses Gemache und Getue. Daß man nicht einfach normal sein konnte! Daß das alles immer so kompliziert sein muß." Es muss, und sei's nur zum Nutzen der Literatur und zur Erhöhung des Lesevergnügens. "Treffen sich zwei" ist ein Liebesroman für Erwachsene und ein Heimatroman aus Berlin-Kreuzberg. Er handelt vom Begehren und von den Ängsten, vom Berufsleben eines Systemberaters und den Zuständen einer begnadeten Hysterikerin. Sexratgeber kommen zum Einsatz, Musik, Songtexte und klassische Stellen über die Liebe, dazu Alkohol und Eigenurin-Therapien. Iris Hanika ist eine liebevolle und unbestechlich genaue Beobachterin des Gefühlshaushalts von uns Zeitgenossen; und ihr Witz, ihre Genauigkeit und sprachliche Eleganz demonstrieren mit leichter Hand, warum dieses älteste Thema der Literatur uns allen so am Herzen liegt.

9.-11. (-) 25 Punkte

CHRISTIAN KRACHT:
Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten

Roman
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag
Auflage: 1 (22. September 2008)
ISBN: 978-3462040418
Preis: 16,95 Euro
Mittelschwere Lektüre

Der Krieg der Schweizer. Nach "Faserland" und "1979" der lange erwartete, neue Roman von Christian Kracht: "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" ist die literarische Erfindung eines alternativen Verlaufs der Weltgeschichte seit dem 1. Weltkrieg. Eine spannende Reise ans Ende der Nacht ...
Es ist das Jahr 1917. Lenin besteigt n i c h t den plombierten Waggon von Zürich nach St. Petersburg. Die russische Revolution findet n i c h t statt. Stattdessen erlebt die Schweiz einen kommunistischen Umsturz, und die Geschichte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich völlig anders als wir sie heute kennen.
Christian Kracht beginnt sein neues Werk mit der präzisen Sprache einer Kriegsberichts-Kolportage, nur, dass sich allmählich Elemente des Unwirklichen einschleichen und sich die uns bekannten Parameter mehr und mehr verschieben. So erzählt dieser zunächst historisch anmutende Roman die Geschichte eines Politkommissars, der einen Mord aufklären soll und zur Reduit, zur großen Schweizer Bergfestung, in das Herz der Finsternis, reist.
Der poetische Zauber, mit dem sich Christian Krachts düster-schillernder Zukunftsentwurf in fast filmischen Bildern wie ein - durch einen alten Projektor ratternder - Dokumentarfilm auf die Netzhaut des Lesers projiziert, liegt vor allem darin, dass er zwar innerhalb uns bekannter Koordinaten, jedoch in einer uns vollkommen fremden Welt spielt. Einer Welt, in der die Schweiz ein sozialistisches Imperium ist, eine Kolonialmacht, die sich im immerwährenden Krieg befindet. Zugleich Polit-Thriller, Science-Fiction und historischer Roman, führt uns "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" in eine betörend fremde Welt, an dessen Ende nur die Kraft der Liebe steht.

9.-11. (-) 25 Punkte

ORHAN PAMUK:
Das Museum der Unschuld

Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier
Gebundene Ausgabe: 650 Seiten
Verlag: Hanser Belletristik
Auflage: 2 (13. September 2008)
ISBN: 978-3446230613
Preis: 24,90 Euro
Leichtere Lektüre

Kemal, ein junger Mann aus der Oberschicht Istanbuls, verfällt der Liebe zu einer armen Verwandten - der blutjungen, naiven und wunderschönen Füsun. Was als Affäre begonnen hat, wächst sich bald zu einer Obsession aus, doch das hindert Kemal nicht daran, die Beziehung mit seiner Verlobten fortzuführen. Nach dem rauschenden Verlobungsfest lässt sich die Geliebte nicht mehr blicken. Verzweifelt erkennt Kemal, dass er Füsun über alles liebt. Doch es ist zu spät. Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk erzählt in seinem großen Liebesroman von einer Gesellschaftsschicht der Türkei, die in vielem ganz und gar westlich scheint und doch noch traditionelle Züge trägt - ein Kontrast, der subtile Ironie erzeugt.

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