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Freitag, Dezember 05, 2008

SWR Bestenliste Dezember 2008


SWR Bestenliste Dezember 2008

Platz 1 (4.) 51 Punkte

DENIS JOHNSON:
Ein gerader Rauch

Roman
Deutsch von Bettina Abarbanell und Robin Detje
Gebundene Ausgabe: 928 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: 1. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3498032227
Preis: 24,90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Dies ist die Geschichte von «Skip» Sands - einem CIA-Spion in der Ausbildung für psychologische Kriegsführung in Vietnam - und den Katastrophen, die über ihn hereinbrechen. Dies ist die Geschichte seines Onkels, eines undurchsichtigen Geheimdienstlers, sowie der haltlosen Houston-Brüder Bill und James, die es als junge Soldaten aus der Wüste Arizonas an Orte tiefster Desillusionierungen verschlägt. Und nicht zuletzt ist dies die Geschichte von Kathy Jones, einer Krankenschwester, die nach dem Tod ihres Mannes, eines Missionars auf den Philippinen, eine Affäre mit Skip Sands hat und bis ans Ende ihren Glauben nicht verliert. Mit ihren atemberaubend intensiven Szenerien menschlicher Getrieben- und Verlorenheit und mit ihren ungeschönten und dennoch anrührenden Porträts von Männern und Frauen, die sich verzweifelt nach einem Ende ihrer Einsamkeit sehnen, ob durch Sex oder Tod oder durch Gottes Gnade, sucht diese Geschichte ihresgleichen. «Ein gerader Rauch» ist das packendste, reichste und kraftvollste Buch, das Denis Johnson je geschrieben hat: ein wahrhaft großes, großartiges Epos - bunt, sprachgewaltig, zart.

"Denis Johnsons Roman, für den er mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde, ist der Roman über den Wahnsinn des (Vietnam-) Krieges. Und er ist selbst ein Wahnsinn. Johnson erzählt von einem halben Dutzend Figuren, schickt sie durch ein verschlungenes Erzähl-Labyrinth, lässt sie Erlösung suchen. Ein Roman wie eine gigantische Operation in psychologischer Kriegsführung."
(Elmar Krekeler).

Platz 2 (-) 43 Punkte

KURT DRAWERT:
Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte

Roman
Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
Verlag: C.H. Beck
Auflage: 1
Erscheinungsdatum: 29. Juli 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3406576881
Preis: 19.90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte ist der erste umfangreiche Roman des vor allem als Lyriker und Essayisten bekanntgewordenen Autors. In Anverwandlung an den spektakulären Kriminalfall des Kaspar Hauser im 19. Jahrhundert nimmt Kurt Drawerts Roman das Motiv des verwahrlosten Findlings auf, um vom Untergang der DDR und dem Übergang in eine neue Zeit zu erzählen. Dieser verunstaltete "Kaspar der Revolution" erinnert sich mit schonungsloser Sprachgewalt, so ernst wie komisch, so realistisch wie surreal, an sein Leben als bestürzende Höllenfahrt durch die neun "Schuldbezirke" der "Deutschen D. Republik". Er ist ein Zeuge jener Nichtwelt unter der Erde, in der sich die Proletarier aller Länder einst im Sumpf vereinigt haben. In seinen Merk- und Beobachtungsheften notiert dieser "ostdeutsche Erdling" die Zeit in der Zelle mit Holzpferd und Abfallkübel bis er Titelaufschreiber, Magazinläufer und Nachtwächter in der "Nationalen Bücheranstalt" wird, ehe er nach dem Ende der Höhlenrepublik an die Grenze zum feindlichen Ausland nach oben gelangt. "Hier und da sahen wir noch Betonmauerreste, aus den Erdfugen gesprengte Stahlwände und Schachteinlässe, Zollbaracken und Kontrollpostentürme, aber alles nur noch in der eher albtraumhaften Verweisung darauf, einmal existiert zu haben, wie letzte, locker herumliegende Knochenrückstände, die an ein Schlachtfest erinnern." Seine phantasiereichen Erzählmonologe sind ein Antrag auf "Anwesenheitsberechtigung" in einem sich selbst unselbstverständlichen Dasein: Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte.
Kurt Drawerts Existenzbilder vom "Verbrechen am Seelenleben des Menschen" sind unabweislicher denn je und eine Metapher auf unsere moderne innere Obdachlosigkeit.

»Was Kurt Drawert zu erzählen weiß, gehört zum Riskantesten, Verstörendsten und - man muss es in einem Atemzug sagen - zum ästhetisch Herausragendsten, was unsere derzeitige Prosa zu bieten hat.«
Iris Denneler, Neue Zürcher Zeitung

Platz 3 (-) 42 Punkte

RAINALD GOETZ:
Klage

Gebundene Ausgabe: 428 Seiten
Verlag: Suhrkamp
Auflage: 1
Erscheinungsdatum: 8. Oktober 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3518420287
Preis: 22,80 Euro
Mittelschwere Lektüre

Einer eigenen, allgemeinen Programmschrift gegen die Verzweiflung von Herbst 2006 folgend, trat KLAGE Anfang Februar 2007 auf der Internetseite der neu gegründeten Zeitschrift Vanity Fair als aktuelles Weblog an und konkretisierte seine Themen im ersten Eintrag folgendermaßen:
»Beim Heben des Kopfes wird der Dunkelraum sichtbar, den ich in letzter Zeit in verschiedene Richtungen hin auszumessen versucht habe, notierte Kyritz, vielleicht vergeblich.
1 Text 2 Politik 3 Geschichte 4 Liebe 5 Familie 6 Justiz ((Liste kann bei Platzbedarf fortlaufend notiert werden!))
Ein Gewitter zieht auf. Kurze Zeit später setzte heftiger Regen ein. Kyritz wollte hier eigentlich nur in Frieden dasitzen, ohne an Leid und Tod erinnert zu werden.«
KLAGE versuchte dabei, an einigen neueren Üblichkeiten der Weblogs, speziell an der Ichfigur, eher vorbeizugreifen, ohne jedoch ganz auf sie zu verzichten. So ergab sich die Form des Denkpartikels, der kurzen Argumenterzählung, der polemischen Intervention, des eiligen Tagesgedichts manchmal auch. Eine Form, wie man sie eigentlich aus den Reflexionstagebüchern der Tradition schon kennt. Für das Weblog KLAGE war der Weg dorthin ein Experiment - das man im Buch KLAGE jetzt nachvollziehen kann.

Platz 4 (-) 39 Punkte

URSULA KRECHEL: Shanghai fern von wo

Roman
Gebundene Ausgabe: 500 Seiten
Verlag: Jung und Jung
Auflage: 1
Erscheinungsdatum: 25. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3902497444
Preis: 29,90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Ein grandioses Erzählpanorama: die jüdischen Emigranten in der internationalen Stadt Shanghai 1938.Da steht sie mitten in einer Restaurantküche in Shanghai und walkt den Teig, als ginge es um ihr Leben, und das tut es auch. Ein Strudel soll es werden, ein süßer natürlich, aber dann füllt sie, was noch übrig ist, mit zartem Gemüse, und auf einmal hat sie der chinesischen Küche etwas hinzuerfunden, was niemand mehr missen möchte: die Frühlingsrolle. Franziska Tausig ist eine von vielen, der Berliner Buchhändler Ludwig Lazarus ist ein anderer, und am Ende waren es achtzehntausend Juden, die seit 1938 eines der letzten Schlupflöcher noch nutzen konnten und so im fernen fremden Shanghai überlebten. Sie kamen ohne Visum und Illusionen mit einem Koffer und zehn Reichsmark in der Tasche, Anwälte, Handwerker, Kunsthistoriker, und wenn sie in dieser überfüllten Stadt und dem feucht drückenden Klima zurechtkommen wollten, dann waren Erfindungsgabe und Tatkraft gefordert. Nicht jeder war, nach dem, was hinter ihm lag und vor ihm, dazu imstande. Atemberaubend vielstimmig und vielschichtig erzählt Ursula Krechel davon. Aus langjährigen Recherchen entstand so der Stoff zu einem weitgespannten erzählerischen Bogen, der den Leser in eine Welt bringt, die einem näher ist als erwartet.

Platz 5 - 6 (-) 35 Punkte

JAN KONEFFKE: Eine nie vergessene Geschichte

Roman Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: DUMONT Literatur und Kunst Verlag
Auflage: 1
Erscheinungsdatum: 25. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3832179595
Preis: 19,90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Felix Kannmacher wächst mit drei Brüdern im Ostseestädtchen Freiwalde auf. Felix Vater, ein strenger Schulmeister, verehrt den Philosophen Immanuel Kant, die Mutter wird von wechselnden Stimmungen und bald auch von Wahnideen beherrscht. Der erste Bruder ertrinkt, der zweite veranstaltet Hahnenwettkämpfe, der dritte zieht freiwillig in den beginnenden Krieg. Felix flüchtet sich ins Klavierspiel, immerhin wurde ihm eine Zukunft als Konzert­pianist prophezeit. Das Klavier verstummt, als seine Mutter die Saiten als kriegstauglichen Rohstoff zur Sammelstelle bringt. Felix verschenkt sein Herz an Emilie, die Tochter des Apothekers. Doch auf die hat auch sein älterer Bruder ein Auge geworfen. Felix bleibt nur Emilies widerspenstige Schwester Alma. Kurz vor der Doppelhochzeit nimmt er Reißaus. Der Roman entfaltet das Panorama vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zu Kriegsende und Flucht 1945. Jan Koneffke zeichnet das Bild einer untergegangenen Welt voller Menschen, die an der Geschichte Schaden nehmen, aber auch an ihren eigenen Vorstellungen. Wie sagte Postkutscher Weidemann immer schon: »Es kommt schlimmer, als es bereits ist.«

Platz 5 - 6 (-) 35 Punkte

KARL-HEINZ OTT: Ob wir wollen oder nicht

Roman
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum: 15. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3455401080
Preis: 17,95 Euro
Leichtere Lektüre

Virtuos komponiert, fulminant erzählt:Nach dem großen Erfolg von Endlich Stille Otts neuer Roman Mit dem Grauen, das sich im Keller des Gasthofs zugetragen hat, will er nichts zu tun haben. Doch ein Zeuge hat gesehen, wie er den Tatort verließ ... Der Erzähler in Karl-Heinz Otts neuem Roman befindet sich in Untersuchungshaft, während diejenigen, die die Tat vermutlich begangen haben, spurlos verschwunden sind. »Dass ausgerechnet ich hier sitzen muss, ausgerechnet ich, in diesem Loch mit einem Waschbecken, einer Kloschüssel und kahlen Wänden, und das bei schönstem Wetter, ausgerechnet ich, von dem jedes Kind weiß, dass ich keinem etwas antun könnte ...« In einem furiosen inneren Monolog entfaltet Karl-Heinz Ott ebenso spannend wie reflexiv das Seelenpanorama einer Figur, die einmal aufgebrochen war, sich selbst und die ganze Welt zu verändern, um schließlich in jeder Hinsicht im Abseits zu landen. Dabei wird nicht nur sie selbst vom Alb der Vergangenheit eingeholt. Karl-Heinz Ott erzählt in einer so mitreißenden Sprache, dass Schrecken und Komik kaum voneinander zu unterscheiden sind.

Platz 7 (-) 33 Punkte

HANS PLESCHINSKI: Ludwigshöhe

Roman
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: C.H. Beck
Auflage: 1
Erscheinungsdatum: 29. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3406576898
Preis: 24,90 Euro
Leichtere Lektüre

Die drei Geschwister Berg - Clarissa, Monika und Ulrich - machen ein vertracktes Erbe. Ihr Onkel Robert bedenkt sie mit gewaltigen und weit verzweigten Vermögenswerten, allem voran mit einer Villa am Starnberger See. All dies könnte sie auf einen Schlag von ihrem ermüdenden, nicht unbedingt aussichtsreichen Existenzkampf befreien. Aber er macht ihnen eine Auflage: Sie müssen dieses Haus als Hort und Zufluchtsort für Lebensmüde betreiben und ihnen auch das eine oder andere nützliche Utensil bereithalten; nicht nur rechtlich eine Gratwanderung. Voller Skrupel und Ängste, aber auch scharf aufs Erbe öffnen die Geschwister die Villa an der Ludwigshöhe für eine stetig wachsende Zahl von Finalisten . Da findet sich eine verzweifelte Verkäuferin neben dem Bühnenbildner mit gewissen körperlichen Defiziten ein, eine ausgebrannte Lehrerin neben einer vereinsamten Schauspielerin, eine medikamentenabhängige Witwe neben der liebeskranken Domina, ein bankrotter Verleger, aber auch eine erst 17jährige syrische Immanitin, die Angst hat, Opfer eines Ehrenmords zu werden. Während die Geschwister den Keller des Hauses mit praktischen Kühltruhen füllen, machen die Moribunden fast gar keine Anstalten mehr, ihrem dunklen Drang zu folgen. Die alte Villa erlebt ein Fest des Lebens - der kuriosen Beziehungen, Gespräche, Annäherungen und Abstoßungen, neuer Liebe und Lebensmutes - wie es als frisches, zeitgemäßes Panorama und in brillant-unterhaltsamer Form nur Hans Pleschinski inszenieren kann.

Ein großer Roman, der ein ebenso präzises wie farbiges Bild des gegenwärtigen Lebens bietet, der Versagungen, Überforderungen und Zwänge, aber auch der Wünsche, Sehnsüchte und der Möglichkeiten, die dem Dasein auch abzugewinnen sind.

Platz 8 (-) 31 Punkte

MARTINA HEFTER: Die Küsten der Berge

Roman
Gebundene Ausgabe: 216 Seiten
Verlag: Wallstein
5. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3835303300
Preis: 19,90 Euro
Mittelschwere Lektüre

Fein gewoben und kraftvoll sind die Erzählbilder, die Martina Hefter herstellt. Erinnerungen und Augenblicke der unmittelbaren Gegenwart sind gleichermaßen in ihnen eingefangen und scharfgestellt.

In Binz auf der Ostseeinsel Rügen treffen sie nach einer langen Autofahrt beim »Böhmerwirt« ein, eine Familie mit zwei Kindern, über die Martina Hefter ihr Erzählnetz auswirft. Bilder werden aufgerufen aus der unmittelbaren Wahrnehmung, aus den Medien, der Kindheit: das lange zurückliegende Ausreißen mit der Freundin aus dem kleinen Heimatort in den deutschen Alpen über die österreichische Grenze in Richtung Italien; die Steilhänge am Meer, wo die Kinder plötzlich verschwunden sind und die Suche nach ihnen sich zu Stunden zu dehnen scheint; der Vater in der örtlichen Traktorenfabrik; die sächsischen Nachbarn; der Mann mit der schwarzen Maske, der während der olympischen Spiele in München mit einem Maschinengewehr auf einem Balkon steht und etwas vorhat, von dem die Eltern sagen, Kinder könnten es nicht verstehen.
Martina Hefter hebt Zeit und Raum im Erzählen auf, in einer wunderbar leichten Sprache, die die Erdenschwere ins poetische Schweben bringt. Sie erzählt mit spielerischer Kraft und ungemein sinnlicher Beweglichkeit, umkreist ihre Gegenstände, kehrt zum Ausgangspunkt zurück ­ eine Feier des Unterwegsseins.

Platz 9 (-) 30 Punkte

MIGUEL DE CERVANTES : Don Quijote von der Mancha

Herausgegeben und übersetzt von Susanne Lange
Gebundene Ausgabe: 1488 Seiten
Band I: 696 Seiten, Band II: 792 Seiten
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 10. September 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3446230767
Preis: 68,00 Euro
Mittelschwere Lektüre

Jeder kennt Don Quijote, den Ritter, und seinen weltklugen Knappen, Sancho Panza. Wortreich und wunderbar absurd sind die Gespräche, in denen die beiden Helden streiten und philosophieren, während sie sich von ihren Blessuren kurieren. Zweihundert Jahre nach Ludwig Tieck, der den "Don Quijote" zum entscheidenden Werk der Romantik machte, erhält der Klassiker mit Susanne Langes Neuübersetzung nun auch im Deutschen die sprachliche Dimension, die er im Original besitzt. In einem reichhaltigen Anhang wird das Goldene Zeitalter in Spanien beleuchtet, werden biographische und geschichtliche Hintergründe aufgezeigt sowie die jüngsten Erkenntnisse der Quijote-Forschung mitgeteilt.

Platz 10 - 11 (-) 27 Punkte

ROBERT OLMSTEAD: Der Glanzrappe

Roman. Aus dem Amerikanischen von Edith Nerke und Jürgen Bauer
Gebundene Ausgabe, im Schuber: 260 Seiten
Verlag: Eichborn
Auflage: Numeriert und limitiert
Erscheinungsdatum: Juli 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3821845920
Leichtere Lektüre

»Wer wollte nicht eines Tages aufwachen und plötzlich so schreiben können wie Olmstead?« Richard Ford

Robey Childs ist vierzehn Jahre alt, als er von seiner Mutter von zu Hause weggeschickt wird, um seinen Vater aus dem Bürgerkrieg heimzuholen. Ein alter Farmer, den Robey am Anfang seines Weges nach Gettysburg trifft, schenkt ihm einen ungewöhnlich schönen Rappen. Auf seiner Reise durch die von Krieg und Zerstörung geschundenen Landschaften stößt Robey auf am Wegrand abgestellte Wagenladungen mit Verstümmelten und Toten, er begegnet skrupellosen Plünderern und entlaufenen Sklaven. Und er muß eine Reihe haarsträubender Prüfungen bestehen: sein Rappen wird gestohlen, Robey wird als Spion gefangengenommen und entkommt, er muß die Vergewaltigung eines jungen Mädchens mitansehen und gerät in einen blutigen Überfall. Doch wie durch ein Wunder überlebt er ? mehr noch, er findet auch sein Pferd wieder. Tage später erreicht er die Schlachtfelder von Gettysburg ...

Mit magisch-dunkler literarischer Kraft erzählt Robert Olmstead die Geschichte eines jungen Mannes, der in der Grausamkeit des Kriegs erwachsen wird ? ohne seine Menschlichkeit zu verlieren. Ein Roman von gerade lyrischer Intensität, gewalttätig, bedrohlich, kompromißlos und leidenschaftlich ? wie der amerikanische Bürgerkrieg.

Platz 10 - 11 (-) 27 Punkte

RICHARD YATES: Eine besondere Vorsehung

Roman. Aus dem Englischen von Anette Grube
Gebundene Ausgabe: 389 Seiten
Verlag: Dva
Erscheinungsdatum: 18. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421043313
Preis: 19,95 Euro
Leichtere Lektüre

Robert Prentice ist das Ein und Alles seiner Mutter Alice. Ihm, dem sie einst mit einer Statue ein Denkmal setzte, hat die Bildhauerin ihren bisher einzigen Kritikererfolg zu verdanken. Und mit seiner Hilfe - so viel ist sicher! - wird sie irgendwann künstlerische Anerkennung erzielen. Doch plötzlich steht sie allein da mit ihren Fantasien von einem glamourösen Künstlerleben, denn Robert meldet sich zum Militär und geht nach Europa, um auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Eine herzzerreißende Geschichte über eine von einseitigen Abhängigkeiten geprägte Mutter-Sohn-Beziehung und die Illusionen, die ein junger Mann sich über den Krieg macht - und gleichzeitig das Sittengemälde einer Gesellschaft, die von sozialer Härte und dem fruchtlosen Streben nach Idealen gekennzeichnet ist. Ein weiterer grandioser Roman von Richard Yates, »einem der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts« (FAZ).

Literatur im Fernsehen

"Literatur im Foyer" mit Thea Dorn

Freitag, 5. Dezember um Mitternacht im SWR Fernsehen
Gäste: Henriette und Joachim Kaiser, Ruth Klüger

Freitag, 12. Dezember um Mitternacht im SWR Fernsehen
"Good morning America ? how are you?" Die USA unter Barack Obama
Gäste: Irene Dische, Klaus Modick, Matthias Rüb, Adriano Sack

"Literatur im Foyer" mit Felicitas von Lovenberg

Freitag, 19. Dezember um Mitternacht im SWR Fernsehen
"Große Freiheit, kleine Freiheit ? eine Welt jenseits der Zwänge ist möglich!"
Gäste: Volker Braun, Alexander Kluge, Sascha Lobo, Kathrin Passig

Die "Bestenliste" im Hörfunk

"SWR2 Literatur"
Dienstag, 2. Dezember um 20.03 Uhr
mit Eberhard Falcke, Jens Jessen, Elmar Krekeler
Moderation: Hubert Winkels

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