Shakespeare and more:
Neuerscheinungen und Rezensionen

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Freitag, Januar 09, 2009

Neuerscheinungen rund um Shakespeare - Januar 2009


Ist besser, verdorben auch zu sein...

21 Shakespeare-Sonette. Nachgedichtet von Leander Sukov
Nebst eines Essay von Dr. Rictor Norton

Taschenbuch: 66 Seiten
Verlag: Kulturmaschinen e.K.
Auflage: Neu durchges. Aufl.
Erscheinungsdatum: Januar 2009
Sprache: Deutsch, Englisch
ISBN: 978-3940274052

Mit diesem Buch startet der Kulturmaschine-Verlag sein Leben. Es ist sozusagen eine Doppelgeburt. Hoffen wir, dass sie gelingen wird. Leander Sukov hat einundzwanzig Shakespeare-Sonette übersetzt, das Buch wurde von Julia Theveßen reich illustriert. Dr. Rictor Norton, Literaturwissenschaftler aus London, Spezialist für englische Renaissanceliteratur hat dankenswerter Weise gestattet sein Essay über Shakespeare und der Frage dessen Homosexualität zum ersten Mal in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Ein kleines Buch von hohem Gewicht.

William Shakespeare: Sonette

Deutsche Nachdichtung von Jan Weinert
Taschenbuch: 172 Seiten
Verlag: Edition Erata
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2009
Sprache: Deutsch, Englisch
ISBN: 978-3866600621

Die geheimnisvollen Sonette sind eines der meist­kom­me­n­tier­ten Werke der Welt­literatur. Shakespeare, der bis heu­te erfolgreichste Büh­nen­autor der Welt, versprach seiner Sonett­dichtung die Unsterblichkeit. Vor etwa 200 Jahren wurden die Sonette in Deutschland bekannt. Seither ist eine Flut von Nachdichtungen ent­stan­den. Es gibt romantische, bieder­meierliche, in neuerer Zeit feuilletonistische und akademische Übertragungen. Die Originale des honigzüngigen Shakespeare, des »Schwans von Avon« - so nann­te man ihn zu seiner Zeit - im­mer wieder laut lesend, hat Jan Weinert eine Nachdichtung geschaffen, die nicht nur Shakespeares Humor - seinem ironischen Pathos - näher und so wort­getreu wie möglich ist, sondern zugleich seinem eng­lischen Klangzauber eine deutsche Entsprechung gibt. Der Versuch, Shakespeares Sonette in verschiedenen deutschen Übertragungen zu singen, mußte aufgrund der nicht beibehaltenen Rhythmik mißlingen. Mit der vorliegenden Nachdichtung geht es leicht. Mit ihr läßt sich der »Shakespeare-Sound« im Deutschen sprechen. Jan Weinerts Anliegen ist, das Erhabene und Schöne, Gefühl, Rhythmus und Klang, und das überpersönliche lyrische Ich in die deutsche Dichtung zurückzubringen. Dafür arbeitet er mit einer von der Alltagssprache geläuterten, an den Traditionen geschulten, poetischen Hochsprache und mit mythischen Urbildern. Für ihn soll das Gedicht oder Lied nicht Spiegel der Zeit sein, sondern ins Ewige erheben. Möge dies Buch den Lesern ein Sprachvergnügen und den leidenschaftlich Liebenden eine heilende Medizin sein!

»Das Ergebnis überzeugt ohne Zweifel, vor allem wenn man die Übereinstimmung der Reim­formen von Original und deutscher Entsprechung betrachtet.« Undine Materni, Ostragehege, Nr. 46

William Shakespeare: Hamlet

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Anaconda
Erscheinungsdatum: 30. Januar 2009
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3866473874

Leider ist die Homepage des Verlags ein wenig - sagen wir mal: obsolet. Von einer Hamlet-Ausgabe habe ich dort nichts gefunden. Der Verlag preist noch immer seinen Herbst (2008)-Katalog an, der (als pdf-Download) jedoch lediglich meinen Browser zum Absturz gebracht hat. Eigentlich auch nicht zu erwarten, dass dort ein für das Frühjahr angekündigtes Buch besprochen wird. Und bei den anderen Shakespeare-Ausgaben fehlen leider sämtliche Hinweise zu Übersetzung etc. Ich tippe mal auf Tieck und Konsorten.
Das Cover ist nett, sieht auf der Abbildung jedoch nach kaschiertem Hardcover aus, für Bibliophile als kaum interessant. Bleibt der Preis. Der ist für die anderen Shakespeare-Ausgaben des Anaconda-Verlags relativ günstig: Macbeth und Romeo und Julia kosten je 2,95 €; mit ein wenig Glück liegt Hamlet in derselben Preisklasse. Damit wäre die Ausgabe eine schönere Alternativ zu den etwa gleich teuren Reclam-Bändchen.

Alexandra Coffey: Höllischer Ehrgeiz und himmlische Macht

Herrschafts- und Magiediskurse im Theater der englischen Renaissance
Broschiert: 447 Seiten
Verlag: Utz Verlag Gmbh
Erscheinungstermin: Januar 2009
Sprache: Deutsch, Englisch
ISBN: 978-3831607938

Das Theater der englischen Renaissance entpuppt sich als ein diskursives Schlachtfeld, auf dem zu den Themen kosmische und weltliche Hierarchie vieles sag- und machbar ist: Fürsten werden gerügt, Könige als Tyrannen dargestellt, Prinzen von vorwitzigen Zauberern verspottet, skrupellose Machiavellisten, kriminelle Untertanen und Schwarzmagier greifen nach der Herrscherwürde und sakrosankte Monarchen werden widerstandslos abgesetzt. Anhand verschiedener Dramen, in deren Zentrum Magier und Tyrannen stehen, und zahlreichen Handbüchern, Traktaten, Gesetzestexten und Predigten werden die Renaissance-Diskurse über Herrschaft, Magie und den Traum vom sozialen und kosmischen Aufstieg rekonstruiert und die Möglichkeiten des Theaters untersucht, an den strategischen Spielen der realen Macht teilzunehmen.

Fanita English / Joachim Karnath:
Lebenscoaching mit Shakespeare und TA

Zum Umgang mit Menschen, die sich ungeliebt, abgelehnt und ohnmächtig fühlen
Broschiert: 200 Seiten
Verlag: Iskopress
Erscheinungsdatum: Januar 2009
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3894033576

Das Streben nach Glück ist ein Leitmotiv in unserem Leben. Besonders unglücklich sind wir dann, wenn wir uns abgelehnt, hintergangen, im Stich gelassen oder ungeliebt fühlen. Oft versuchen wir unsere Verletzlichkeit zu schützen, indem wir solche tiefschwarzen Gefühle verdrängen bzw. ignorieren. Oder wir holen zum Gegenschlag aus und bestrafen die scheinbaren UrheberInnen unserer Krise mit Eifersucht oder Rache. Hier wäre ein weiser Coach am Platz, der uns hilft, die schwierigen Gefühle der Ohnmacht anzunehmen und zu integrieren. Diese Aufgabe wollen die AutorInnen mit ihrem Buch übernehmen. Es geht ihnen u. a. darum, die Dynamik solcher Krisen verständlich zu machen.

Verstehen fördern ist eines der Prinzipien der Transaktionsanalyse (TA). Ihr Begründer, Eric Berne, hatte das Ziel, mit seinen KlientInnen ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Die TA entwickelte dazu Modelle, die einfach sind, ohne simpel zu sein, und die bis heute an Bedeutung und beschreibender Kraft nichts verloren haben.

Die AutorInnen benutzen in ihrem Buch berühmte »Fälle« von William Shakespeare. Mit dem Instrumentarium der TA machen sie das innere Drama von Hamlet und Othello verständlich. Außerdem beleuchten sie an beiden Figuren die Dramatik alltäglicher Situationen, in die jede(r) von uns geraten kann.

Anhand vieler weiterer literarischer Fallbeispiele wird die zerstörerische Wirkung blinder Emotionen beleuchtet. Die Philosophie der TA lädt uns folgerichtig dazu ein, uns selbst zu schätzen und das Leben zu akzeptieren, wie es ist. Dies gibt uns die Kraft, auch Zurückweisungen zu überstehen.

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