SWR Bestenliste Juni 2009
| SWR Bestenliste Juni 2009 |
Platz 1 (-) 80 Punkte MARIA BEIG: Ein LebenswegVerlag Klöpfer & MeyerLeichtere Lektüre 164 Seiten, 17,50 Euro 1920 auf einem oberschwäbischen Bauernhof geboren, "die Kindheit, der Beruf, der Umweg, der Weg, das Ziel", die Etappen eines Lebens am Rande der großen Geschichte, eine Wanderung, die am Ende ihren Sinn findet - im Erzählen. |
Platz 2 (9) 60 Punkte ANNA KATHARINA HAHN: Kürzere TageSuhrkamp VerlagLeichtere Lektüre 223 Seiten, 19,80 Euro Stuttgart in besseren Verhältnissen, zwei Frauen: Leonie und Judith mit ihren Familien. Alles scheint gut. Aber der Schein trügt. Die neue Mitte hat keine Mitte. Sie leidet an ihrer Normalität. Sie balanciert über Ängsten. Aber gibt es eine Alternative? |
Platz 3 (-) 57 Punkte JUDITH HERMANN : AliceS. Fischer VerlagLeichtere Lektüre 192 Seiten, 18,95 Euro Der Tod ist ins Sommerhaus eingekehrt. Krebs, Selbstmord, ein plötzliches Dahinscheiden. Sterbende Männer um eine Frau: Alice. Statt Müdigkeitsleben wie in den früheren Büchern, Lebensmüdigkeit. |
Platz 4 (-) 50 Punkte THOMAS STANGL: Was kommtDroschl LiteraturverlagSchwierigere Lektüre 184 Seiten, 19,00 Euro Zwei Biographien, zwei Jahreszahlen. 1937: die siebzehnjährige Emilia verliebt sich in Georg, einen jungen jüdischen Kommunisten; nach dem "Anschluss Österreichs" wird er plötzlich verschwunden sein.1977: Andreas lebt bei seiner Großmutter, er kommt weder mit sich, noch mit der Welt zurecht. Und dazwischen? Wien, Erinnerungen, Geschichte. |
Platz 5 (-) 43 Punkte ALEKSANDAR HEMON: LazarusKnaus VerlagSchwierigere Lektüre 352 Seiten, 19,95 Euro "Hemon gelingt mit "Lazarus" so etwas wie die Quadratur von Susan Sontag und Jonathan Safran Foer. Autobiografische Fiktion multipliziert mit historischer Rekonstruktion plus Exkurs über fotografisches Erzählen mal philosophischer Ausfahrt ins Wesen des Erzählens." (Elmar Krekeler) |
Platz 6 (-) 35 Punkte THOMAS WOLFE: Schau heimwärts, EngelManesse VerlagMittelschwere Lektüre 784 Seiten, 29,90 Euro Klassiker in vielgelobter Neuübersetzung 1: Mit 29 veröffentlichte Thomas Wolfe den Roman seines Lebens. Der Vater, trunksüchtiger Steinmetz, der an Engeln scheitert, die Mutter, Aushilfslehrerin und Lexikonvertreterin mit Interesse an Grundstücksspekulationen. Und dann Eugene, der fliehen will, aber sein altes Leben weiter mitschleppt. |
Platz 7 (-) 34 Punkte NIKOLAI GOGOL: Tote SeelenVerlag Artemis & WinklerMittelschwere Lektüre 524 Seiten, 89,00 Euro Ein Klassiker in vielgelobter Neuübersetzung 2: Und von erstaunlicher Aktualität: Spekulative Finanzgeschäfte, bei dem Leibeigene belastet werden, die in Wirklichkeit schon längst tot sind. "Tote Seelen" schaffen lebendiges Geld. |
Platz 8 (-) 29 Punkte HERMAN MELVILLE: Billy BuddCarl Hanser VerlagLeichtere Lektüre 576 Seiten, 34,90 Euro Ein Klassiker in vielgelobter Neuübersetzung 3: "Die großen Erzählungen" des Moby Dick-Autors: "Bartleby, der Lohnschreiber", "Benito Cereno", "Billy Budd, der Matrose", Meisterwerke, die dem Epos um den weißen Wal in nichts nachstehen. |
Platz 9 (-) 28 Punkte KATHERINE MANSFIELD: Sämtliche WerkeHaffmans Verlag bei ZweitausendeinsLeichtere Lektüre 29,90 Euro Ein Klassiker in vielgelobter Neuübersetzung 4: In Neuseeland geboren, geht sie früh nach Europa, angetrieben von dem Wunsch nach Freiheit - als Frau, als Künstlerin und landet schwanger in Deutschland, in Wörishofen. Dort entsteht ihr erster Erzählband: "In einer deutschen Pension". |
Platz 10-11 (4-6) 25 Punkte OLGA TOKARCZUK: UnrastVerlag Schöffling & Co.Schwierigere Lektüre 464 Seiten, 24,90 Euro Drei Tage ist die Mutter mit ihrem Sohn verschwunden; ein Mann kehrt zurück - aus der Gefangenschaft?Geschichten von unterwegs, vom Nicht-mehr-zuhause-sein. Jeder Mensch reicht ins Geheimnis. Keiner hat mehr den anderen ganz. |
Platz 10-11 (-) 25 Punkte LJUDMILA ULITZKAJA: Daniel SteinCarl Hanser VerlagLeichtere Lektüre 496 Seiten, 24,90 Euro Ein wechselreiches Leben, das vor den Wirren des 20. Jahrhunderts fast geradlinig erscheint: Daniel Stein rettet Juden aus dem Ghetto, übersetzt für die Nazis, arbeitet für den kommunistischen Geheimdienst, wird dreimal zum Tode verurteilt und überlebt, konvertiert zum Christentum, geht nach Israel, misstrauisch beäugt vom israelischen Staat und dem Vatikan. |
Persönliche Empfehlung im Juni von Lothar Müller (Berlin) GÉZA OTTLIK: Die Schule an der GrenzeEichborn Verlag528 Seiten, 32,00 Euro "In Taschenkalendern werden die Tage durchgestrichen, im Schlafsaalbelauern die Zöglinge einander: Géza Ottliks Roman über eine Militärschulein der ungarischen Provinz der Zwischenkriegszeit, erschienen 1959, ist wieder da. Ein großartiges Buch über die Kapillaren der Macht, vollgesogen mit Freiheitshunger und Repressionserfahrung, erzählt von einem Lebenskünstler im Dialog mit dem Manuskript eines Toten." (Lothar Müller) |
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Labels: Literaturbetrieb


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