Shakespeare and more:
Neuerscheinungen und Rezensionen

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Mittwoch, Februar 24, 2010

Neuerscheinungen im März 2010


Wieder einmal habe ich Kataloge gewälzt und geschaut, was da im März 2010 an interessanten Neuerscheinungen auf uns zu kommt. Natürlich ist die Auswahl wie immer völlig subjektiv und voreingenommen.
Für kleine Verlage oder das Selbstmarketing von Autoren sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sie unter shakespeare-and-more.com/catalog/contact_us.php Kontakt mit mir aufnehmen oder auch an die im Impressum hinterlegte Adresse Rezensionsexemplare schicken können. Anspruch auf eine Besprechung besteht freilich nicht.

David Safier: Plötzlich Shakespeare

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kindler
Erscheinungstermin: 12. März 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405539
ISBN-13: 978-3463405537

Nachdem "Mieses Karma" zu den Topsellern seines Jahres wurde und auch "Jesus liebt mich" nach Verlagsangaben die Millionenauflage geknackt hat, ist damit zu rechnen, dass nun auch "Plötzlich Shakespeare" zu einem beachtlichen Erfolg wird. Wieder schmiedet Safier mit surrealer Gelassenheit einen Plot, der es in sich hat:

Diesmal heißt seine Protagonistin Rosa, die unglücklich verliebt ist und sich plötzlich im Körper William Shakespeares wiederfindet. Zurück in die Gegenwart darf sie erst dann, wenn sie herausfindet, was wahre Liebe ist. Nicht einfach, solange sie sich einen Körper mit dem Möchtegern-Haudegen Shakespeare teilt. Denn dieser hat nach wie vor seinen eigenen Willen und seine ganz eigenen Vorstellungen von der Liebe und dem Leben.

Vergnügliche Plänkeleien von Seele zu Seele tragen ihren Teil zum Lesevergnügen bei - und helfen Rosa schließlich, wieder in ihre eigene Gegenwart zu entkommen.

Hannes Nygaard: Sturmtief

Broschiert: 240 Seiten
Verlag: Emons
Auflage: 1. Aufl.
Erscheinungstermin: März 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3897057204
ISBN-13: 978-3897057203

Der auf der Insel Nordstrand lebende Schriftsteller Hannes Nygaard hat sich mit seinen Regionalkrimis aus dem hohen Norden mittlerweile ebenfalls eine kleine Fangemeinde aufgebaut. In seinem neuen Roman geht es um den Journalisten Robert Havenstein, der sich als investigativer Reporter bei Politik und Wirtschaft gleichermaßen unbeliebt macht. In seiner neusten Untersuchung geht es um einen Fall, der zu einem internationalen Skandal führen könnte. So ist eigentlich niemand wirklich verwundert, als Havenstein in aller Öffentlichkeit liquidiert wird. Kriminalrat Lüder Lüders vom polizeilichen Staatschutz des LKA Kiel wird beauftragt, die Morduntersuchung zu leiten...

Philip Roth: Die Demütigung

Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 8. März 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446234934
ISBN-13: 978-3446234932

Mittlerweile gehört Philip Roth zu den amerikanischen Autoren, deren neuen Werke mit Spannung erwartet und vom Feuilleton pflichtbewusst rezensiert werden. So ist damit zu rechnen, dass auch "Die Demütigung" im März für Gesprächsstoff sorgen wird.

Wieder geht es ums Altern, um die Sehnsucht nach Liebe und die damit verbundenen Phantasien vom Leben mit einer jüngeren Frau. Diesmal erwischt es den Theaterschauspieler Simon Axler. Erst verlässt ihn das Selbstvertrauen in die eigene Kunst, dann auch noch seine Frau. Er verliebt sich in die Tochter eines Jugendfreundes und findet ein wenig Trost in der sich anbahnenden Freundschaft mit ihr. Doch das ist eine relativ trostlose Aussicht, da die junge Frau eigenem Bekunden nach lesbisch ist.

Jean Baudrillard: Im Schatten der schweigenden Mehrheit

Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Matthes & Seitz Verlag
Auflage: 1
Erscheinungsdatum: März 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 388221693X
ISBN-13: 978-3882216936

Eher kompaktere Kost bietet dieser zentrale Band Baudrillards über die Macht der Masse. Baudrillard, der 2007 verstarb, nahm sich der "schweigenden Mehrheit" nicht kritisch, sondern gelassen faktisch an. Gerade in den Massenmedien ist es kaum noch zu unterscheiden, was Fiktion, was Wirklichkeit ist. Aber die Medien prägen unser Wirklichkeitsverständnis. Dass es sich bei dieser Scheinwelt um eine manipulierte Welt handelt, die nur bedingt mit der Wirklichkeit zu tun hat, wird zum Problem, da nun beide Welten simultan existieren. Die Masse jedoch ist für ihn der "Nullpunkt des Politischen". Er formuliert keine Lösung, stellt jedoch fest, dass "die Masse ein Medium ist, das stärker ist als alle Medien". Ein lohnenswerter Denkansatz.

Mikkel Birkegaard: Die Bibliothek der Schatten

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Page & Turner
Erscheinungsdatum: 22. März 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442203627
ISBN-13: 978-3442203628
Originaltitel: Libri di Luca

Zurück zur Belletristik: Bücher über Bücher haben seit geraumer Zeit Hochkonjunktur. Und so ist "Die Bibliothek der Schatten" zunächst nicht mehr als ein weiterer Band, in dem es um einen Büchernarren mit eigenem Antiquariat geht, der die Macht des geschriebenen Wortes entdeckt und an ihr zugrunde geht.

"Dass Bücher mehr vermögen, als nur Geschichten zu erzählen, war Luca Campelli schon lange bewusst. Als er an diesem Abend in seinem Antiquariat "Libri di Luca" zu lesen beginnt, spürt er einmal mehr ihre magische Kraft - doch schon wenige Minuten später ist er tot. Sein Sohn Jon will mit dem Geschäft zunächst nichts zu tun haben, aber sehr schnell kann er die mysteriösen Ereignisse nicht mehr ignorieren, die um ihn herum passieren. Und er ist fassungslos, als er die Wahrheit über seinen Vater erfährt: Luca Campelli versammelte regelmäßig Menschen um sich, die eine besondere Gabe verband. Eine Gabe, die auf wundersame Weise die Welt verändern könnte und die dazu die Macht der Bücher nutzt. Doch nun will jemand diese geheime Gesellschaft vernichten. Und Jon ahnt, dass er es mit einem Gegner zu tun hat, der ihm weit überlegen ist ..." (Verlagstext)

"Ein Pageturner von Anfang bis Ende. Ein Muss für jeden Bücherliebhaber." (Fantasy Book Critic )

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Mittwoch, Februar 11, 2009

Anne Golons Angelique-Reihe


Ein wenig verblüfft war ich schon, als ich sah, dass Blanvalet die Angelique-Reihe neu auflegt. Angelique, das waren dreizehn dicke Schwarten Historienschinken, das war höfischer Absolutismus, das war die zweite Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts, das waren frauengerecht aufbereitete Abenteuer, ein wenig Dumas mit einer Menge Herz und Schmerz. Aufgefallen war mir die Autorin Anne Golon dadurch, dass sie als eine der ersten nicht nur historisch genau recherchierte, sondern von sich sagte, dass sie mit der Angelique-Reihe erst angefangen habe, nachdem sie ausführlich die Bestseller ihrer Zeit (Golon wurde 1921 geboren) analysiert hatte. Sie wusste also sehr genau, was sie tat. Und dies spürte man beim Lesen. Spürten alle, denn Angelique war ein absoluter Bestseller ihrer Zeit. Ein Kronjuwel des historischen Romans sozusagen, und das nicht nur aufgrund der zwangsläufig nachfolgenden Verfilmungen. Mit einer Gesamtauflage von 150 Millionen Exemplaren wurde die Serie zu einem der größten Bucherfolge des 20. Jahrhunderts.

Was folgte, war ein fast 50 Jahre andauernder Rechtsstreit zwischen Golon und ihrem Verlag. Denn als Neuling ohne Agent hatte sie zu Beginn der Reihe einen Knebelvertrag mit ihrem Verlag unterzeichnet, der ihr kaum Rechte zugestand und sie auf Jahre band. Ihre Texte wurden gekürzt. Teilweise wurden ihr sogar Änderungen am Handlungsverlauf aufgezwungen. Jetzt, nachdem Anne Golon den Streit um ihre Texte gewonnen hat, machte sie sich daran, die ursprünglichen Versionen wieder herzustellen.

Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen alle Bände in einer komplett überarbeiteten Version auch auf deutsch erscheinen. Herausgeber ist wie damals der Blanvalet-Verlag, und die Ausgabe ist genauso liebevoll: Hardcover mit Schutzumschlag. Allerdings - und das dürfte zu einer gewissen Irritation führen - benutzt er jetzt die ursprünglichen (aus dem Französischen übersetzten) Original-Titel. Folgende Bände sind bisher erschienen:

Angélique - Die junge Marquise

Band 1 der Reihe
Ursprünglicher Titel bei Blanvalet: Angélique
Autorin: Anne Golon
Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3764502904

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»Man schreibt das Jahr 1646. Angélique, die Tochter des verarmten Barons Armand de Sancé de Monteloup wächst auf dem Schloss ihres Vaters im Poitou zu einer schönen, selbstbewussten jungen Frau heran. Von den Gräueln und den Intrigen der Fronde wird jedoch auch Angélique nicht verschont. Heimlich belauscht sie zwei Verschwörer, die König Ludwig XIV. töten wollen. Angélique nutzt ihr Wissen, um ihrem Vater zu helfen, der von Geldnöten niedergedrückt wird, und erwirkt einen Aufschub, der es ihr und ihren Geschwistern gestattet, die Schule zu besuchen. Als Angélique nach Hause gerufen wird, hat die finanzielle Situation des Barons ihn in die Hände seines Gläubigers gespielt. Und dieser fordert seinen Preis - Angélique. Er hat ihre Hochzeit mit einem der reichsten Grafen im Süden Frankreichs bereits arrangiert ...«
(Verlagstext)


Angélique - Hochzeit wider Willen

Band 2 der Reihe
Ursprünglicher Titel bei Blanvalet: Angélique (2. Teil des ersten Bandes)
Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 18. August 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3764502911

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»Angélique wird mit dem Grafen Joffrey de Peynac vermählt. Ihr anfängliches Entsetzen über dessen von Narben entstelltes Gesicht weicht tiefer Liebe und Hochachtung. Doch es ist ihnen nur eine kurze Zeit des Glücks beschieden. Joffrey de Peynac hat einen verschlagenen Widersacher, der seine Macht zu Nutzen weiß ...«
(Verlagstext)

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Angélique - Am Hof des Königs

Band 3 der Reihe
Ursprünglicher Titel bei Blanvalet: Angélique und der König
Gebundene Ausgabe: 413 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungstermin: 15. September 2008
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3764502928

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»Joffrey und Angélique haben mächtige Männer gegen sich, die vor Entführungen und Mordanschlägen nicht zurückschrecken. Wegen angeblicher Ketzerei und Gotteslästerung wird Joffrey in der Bastille gefangen gehalten. Nur der König kann ihn noch retten. Angélique setzt ihre ganze Hoffnung auf sein befreiendes Wort ...«
(Verlagstext)

Angélique - Der Gefangene von Notre Dame

Band 4 der Reihe
Ursprünglicher Titel bei Blanvalet: Unbezähmbare Angélique
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2009
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3764502935

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»Joffrey vergessen? Angélique kann es nicht, auch wenn ihre Freunde ihr raten, ihn aus ihrem Gedächtnis zu löschen und einen neuen Namen anzunehmen. Noch einmal will sie beim König für ihren geliebten Mann, dem der Galgen droht, vorsprechen. Doch Angélique kann ihr Temperament nicht zügeln und fällt selbst in Ungnade.

Nichts und niemand schützt Angélique nunmehr vor ihren mächtigen Feinden. Den sicheren Tod vor Augen, gelingt es ihr, den Schergen zu entkommen. Dann bricht sie zusammen. Als Angélique erwacht, erblickt sie staunend Gontram, ihren Bruder. Auch ihr Bruder Raymond, der Jesuit, ist jetzt in Paris. Er hilft Angélique beim Kampf für ihren Mann. Vergeblich. Bei Joffreys Hinrichtung schwinden ihr die Sinne. Als sie wieder zu sich kommt, haben die Wehen eingesetzt. Mit Joffreys Tod stirbt die alte Angélique, mit der Geburt ihres Sohnes beginnt ihr neues Leben, der Rache geweiht ?«
(Verlagstext)

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Dienstag, Oktober 23, 2007

Cecil S. Forester: Hornblower - Der Kommodore


Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (November 2007)
ISBN-10: 3548262651
ISBN-13: 978-3548262659

Wir schreiben das Jahr 1812. Die Royal Navy entsendet Geschwaderkommodore Hornblower mit seinen kampfstarken Schiffen in die Ostsee. Die britische Machtdemonstration soll das neutrale Schweden beeindrucken und den Zaren zum Eintritt in den Krieg gegen Napoleon bewegen. Beides gelingt, und als Hornblower in den Kampf um Riga eingreift, ist die französische Gegenseite seinem überragenden seemännischen Können und Geschick nicht lange gewachsen.

Mit "Hornblower - Der Kommodore" legt der Ullstein-Verlag im November 2007 den 8. Band der elfbändigen Hornblower-Reihe von Cecil S. Forester neu auf. Sicher, die Reihe wurde mittlerweile so oft veröffentlicht, dass wir die Bände für wenig Geld auch antiquarisch bekommen können. Doch lohnt sich das bei den Einzelpreisen des Ullstein-Verlags kaum.

Wer sich einmal in den Abenteuern des fiktiver Seeheld festgeschmökert hat, ist vielleicht mit einer Gesamtausgabe besser beraten. Die gibt es gebraucht in der Ausgabe von Krüger (2001), oder als Neuausgabe des Scherz-Verlags von 2004 . Hornblower gehört zur britischen Marine, und im Rahmen der insgesamt elf Bänden beschreibt Forester die Karriere Hornblowers innerhalb der Royal Navy vom Fähnrich zum Admiral. Zu Zeiten Napoléon Bonapartes nimmt er an diversen historisch verbürgten Seeschlachten teil. Ideale Lektüre für alle, die sich für Geschichte und das Meer interessiere. Spannend erzählt, voller seemännisch und militärisch genauer Details :

Forester hat aus Berichten des britischen Marinearchivs diese Figur erschaffen, um sie so in einen historisch korrekten Kontext einzubinden. Hornblowers Abenteuer könnten sich - von Details abgesehen - wie von Forester geschildert zugetragen haben, ohne in Konflikt mit der Geschichte zu geraten. Mit der Figur des Horatio Hornblower gelangte C.S. Forester zu Weltruhm und gilt als Begründer dieses Genres, dem zahlreiche weitere Autoren nachfolgten. Der erste Roman mit Horatio Hornblower (deutscher Titel "Der Kapitän") erschien 1937 (jedoch nicht der chronologisch erste Band in Hornblowers fiktivem Leben), der letzte (ein unvollendeter Text und zwei Kurzgeschichten, deutscher Titel "Zapfenstreich") 1967, kurz nach seinem Tod.

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Montag, März 19, 2007

Radwandern, Bettina Selby, Heinz Helfgen, Friedensfahrt


Frühling. Aus gegebenem Anlass weise ich an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass Shakespeare and more eine große Auswahl verlagsneuer und antiquarischer Titel zum Themenbereich Radwandern und Radsport auf Lager hat. So traf heute morgen eine Lieferung des Piper-Verlags bei uns ein, mit dabei die beiden Reiseberichte der passionierten Radwanderin Bettina Selby: Der Jakobsweg - Mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela und Ararat - Mit dem Fahrrad durch Kurdistan. Leider legt der Verlag die Bücher nicht mehr neu auf, so dass ihre anderen Reiseberichte nur noch antiquarisch bei uns zu haben sind.

Antiquarisch frisch herein gekommen ist Heinz Helfgen mit seinem Reisebericht Ich radle um die Welt, der bereits aus den 50er Jahren stammt. Als Asien-Freak habe ich den Bericht über seine Radreise durch Burma und Vietnam verschlungen. Anders als viele Hobbyradler schreibt er einen gut lesbaren, spannenden Stil. Absolut empfehlenswert.

Zu den Neuentdeckungen gehört auch Andreas Ciesielski, der in Kückenshagen einen kleinen Verlag gegründet hat und viel über den Radsport schreibt. Derzeit arbeitet er an einem Buch über Jens Vogt, zwei Bücher über den ehemaligen Friedensfahrt-Fahrer Täve Schur hat er bereits veröffentlicht. Nun ist die Friedensfahrt durch das Hickhack der letzten Jahre ein wenig in Vergessenheit geraten, und die UCI scheint nicht daran interessiert, das ehemals größte Rennen zwischen Deutschland, Polen und Russland in seinen Protour-Terminplan aufzunehmen. Aber spannend sind die zahlreichen Berichte über die Friedensfahrt dennoch.

Lassen Sie sich doch von einem der zahlreichen Radwanderführer zu einer Tour durch den Frühling inspirieren. Die frische Luft hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit, die Bewegung reaktiviert Körper und Geist. Irgendwie wird alles leichter - selbst wenn es nur für eine kurze Tour am Samstagnachmittag reicht.

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Neue antiquarische Zugänge März


Als ich heute in den Laden kam, stapelten sich vor der Tür bereits die Büchersendungen, die der Briefträger aus lauter Verzweiflung dort abgelegt hat. Bisher ist auf diese Art nichts weg gekommen – ich werte das mal als gutes Zeichen.
Frisch dabei – wenn auch antiquarisch – sind zwei Bücher von William R. Hartston, auf die ich zunächst lediglich aufmerksam wurde, weil ein Namensvetter von mir (Norbert Krüger) sie übersetzt hat: „Wie man beim Schach bescheißt“ und „Schach und Sex und Rock’n Roll“ Kaum hatte ich mir ein erstes Exemplar des ersten Bandes zusenden lassen, war es auch bereits wieder verkauft. Auch Band zwei ging heute gleich wieder in die Post. Mittlerweile habe ich wieder je ein Exemplar in Reserve.

Neu hereingekommen ist auch Bettina Selbys Rad-Reisebericht „Timbuktu – Eine Frau in Schwarzafrika allein mit dem Fahrrad unterwegs“. Ich mag ihre Reisebände ganz gern, leider sind die meisten Bände vom Verlag nicht mehr zu beziehen und somit nur noch antiquarisch zu haben. Hier bei Shakespeare werden sie immer mal wieder nachgefragt.

Endlich komme ich auch dazu, wieder ein paar Bände aus dem Regal „Amerikanische Literatur“ online zu stellen. Michael CrichtonsWelt in Angst“ habe ich in Restauflage bekommen, als Mängelexemplar am unteren Schnitt gekennzeichnet, aber ohne sichtliche Mängel. Ebenso wie bei Frank Schätzing geht es hier um das Ökosystem, um Tsunamis insbesondere, wobei Crichtons Ton ein wenig predigend auf mich wirkt. Aber spannend ist er, ohne Frage.

Alan JuddsTeufels Werk“ wollte ich immer einmal lesen, weil es darin um einen Schriftsteller geht, der sich, um endlich erfolgreich zu werden, mit den Mächten der Finsternis einlässt. Ich habe eine schön gebundene Ausgabe der Büchergilde Gutenberg im Schrank stehen, die für ihre liebevolle Buchgestaltung ja bekannt ist.

Zu den Literaturverfilmungen, die ich unbedingt noch einmal lesen wollte, gehört Thomas KeneallysSchindlers Liste“. Eigentlich ist er ja Australier, aber da unser Regal mit australischer Belletristik noch kaum nennenswert gefüllt ist, lief er der Einfachkeit halber bei den Amis mit. Die Story des Tatsachen-Romans ist spätestens seit der Verfilmung durch Steven Spielberg bekannt, aber natürlich ist der Roman um einiges reicher an Fakten, als ein Spielfilm dies sein kann.

Ein wenig Beat-Generation kommt mit Jack KerouacsUnterwegs“ daher. Ich meine mich zu erinnern, dass man uns mit dem Buch seinerzeit sogar im Englisch-Unterricht gequält hat. Und dann ist es eben wie mit jedem Buch, das im Unterricht zerpflückt wird: es kann noch so gut sein – die Antipathie dagegen muss erst einmal überwunden werden. Trotzdem ist es ein Klassiker, ebenso wie Ken Keseys Romane „Einer flog über das Kuckucksnest“, den wir als Teenager verschlungen haben (und den es bei Shakespeare auch im Original auf englisch gibt), sowie sein zweiter, atmosphärisch noch besserer Roman „Sometimes in great notion“, der mir Oregon mit allen Sinnen nahe brachte. Absolut lesenswert.

Dem Stephen-King-Hype habe ich mich lange Zeit verwehrt. Irgendwann, mittlerweile war ich in den Dreißigern, ging ich dann zu einem Buchhändler meines Vertrauens und fragte ihn, welchen King er mir denn als Einstieg empfehlen würde. Nach kurzem Zögern griff er zu „Es“ und reichte es mir in die Hand. Heute denke ich, es war eine gute Wahl. Schon wie King die Angst eines Kindes vor der Kellertreppe beschreibt, ist lesenswert. Er braucht keinen esoterischen Schnickschnack, um Horror zu erzeugen. Deswegen gehören auch „Das Mädchen“ und „Das Spiel“ zu meinen Lieblingsbüchern von ihm. Beide beziehen ihre Kraft vor allem aus der Psyche der Protagonisten, nicht aus irgendwelchen mystischen Anlehnungen. Ich habe nichts gegen Fantasy oder esoterisches Gedankengut, aber King scheint mir da am stärksten und glaubhaftesten, wo er sich nicht allzu weit von der Realität entfernt.

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