|
Roman. Bertelsmann, 1957. 410 Seiten Schmuckausgabe, Hardcover mit goldgeprägtem Lederrücken. Lesebändchen Ein köstlicher Traum Das Tagebuch der dreißigjährigen Han Suyin, Tochter eines Chinesen und einer Holländerin, beginnt an einem Märztag im Jahre 1949, als die junge Ärztin auf dem Flugplatz in Hongkong eintrifft, um in ihre vom Bürgerkrieg zerrissene Heimat China zurückzukehren. Doch das von Flüchtlingen, Geschäftemachern, Abenteurern und Agenten brodelnde Hongkong hält sie fest, und schließlich begegnet sie dort der großen Liebe ihres Lebens, einem englischen Journalisten. Ein Besuch bei ihrer Familie in Tschungking, kurz vor der Besetzung durch die Kommunisten, und später noch einmal einige Wochen des Bemühens, in dem von revolutionärer Begeisterung und revolutionären Exzessen überschäumenden Peking einen Weg zu ihrem Volk zu finden, enthüllen ihr den Zwiespalt ihrer west-östlichen Existenz. Liebe und europäische Erziehung gewinnen das Übergewicht, und sie kehrt nach Hongkong zurück. Doch der geliebte Mann fällt im Koreakrieg; es bleibt ihr nur "ein köstlicher Traum... vom Leben, Liebe und Tod, von Lachen und Weinen, Gut und Böse und all dem, was unter dem Himmel gleich ist, unter einem Himmel, der alles ausgleicht. Ein köstlicher Traum von aller Herrlichkeit auf Erden". Das Buch bahnte sich schnell seinen Weg auf diverse Bestsellerlisten und von dort aus in alle erdenkbaren Buchklubs. Aber das nicht ohne Grund. Wer die Geschichte noch nicht gelesen hat, wird schnell in ihren Bann gezogen. Denn das Grundthema, das Aufeinanderprallen der östlichen mit der westlichen Kultur, die Liebe und die Sehnsucht, hat an Aktualität bis heute nichts verloren. Und ihre Sprache ist plastisch. Sie malt Bilder, die auch lange nach dem Lesen noch nicht vergessen werden können. Ein schönes Buch.
|