Ján Johanides Bodenfrost Erzählung Fischer, 1994. 110 Seiten gut erhalten. Mängelstempel am unteren Schnitt Der Schauspieler Psotník hat sich in dem slowakischen Dörfchen Kopčianky ein Grundstück samt Wohnwagen gekauft, um dort am Wochenende ersehnte Ruhe zu finden. Dies allerdings misslingt, da Psotník unwissentlich in ein Funktionärsdorf geraten ist und sogleich in einen seit Jahren schwelenden Nachbarschaftskrieg hineingezogen wird. Zwischen der einsamen und redseligen Witwe Jablončáková, deren Söhne hohe Ämter beim Kreisgericht bekleiden, und dem geächteten Zigeuner Dezo Hvisdzák, der für Polizeispitzel Perlmäntel näht, gibt es unheilvolle alte Geheimnisse, deren Entdeckung auch für den arglosen Psotník lebensgefährlich werden könnte. Ein lang zurückliegender Mordfall, der ein düsteres Kapitel in der Familiengeschichte der Jablončáková darstellt und von ihr unbedingt vertuscht werden muss, wirkt in die Geschichte hinein. Psotník verkauft sein Grundstück und verlässt das Dorf, in dem Bewusstsein, dass Geschichte stets weiterwirkt, dass alte Schuld stets neue erzeugt und die Deformierung einer korrupten Gesellschaft noch am entlegensten, idyllischsten Ort auszumachen sind.
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