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Titel: Der dünne Mann : Roman / Dashiell Hammett Neu übers. von Tom Knoth
Verfasser: Hammett, Dashiell
Verleger: Zürich : Diogenes
Erscheinungsjahr: 1976
Umfang/Format: 231 S. ; 18 cm
Gesamttitel: Sämtliche Romane / Dashiell Hammett ; 5
Diogenes-Taschenbücher ; 69,5
Originaltitel: The thin man <dt.>
Anmerkungen: Aus d. Amerikan. übers.
ISBN: 3-257-20295-4
Einband: kart.
Zustand: leichter Randabrieb, leicht schiefgelesen. Freigabestempel im hinteren Buchdeckel
«Sicher, Dashiell Hammett gilt als Gründer des hardboiled-Romans. Aber
diesen Ruf hat er nicht seinem letzten Werk, Der dünne Mann (1934
erschienen) zu verdanken. Denn der Protagonist dieses Romans hat dem Beruf des
Detektivs abgeschworen. Er ist ein sympathischer, wenn auch stets betrunkener
Mann, der vom Geld seiner Frau lebt: Nick Charles. Anders als die Helden der
hardboiled novels gerät er auch nicht in bedrohliche Situationen, wird
weder zusammengeschlagen noch angeschossen, sondern verbringt seine Freizeit
damit, von einer Flüsterkneipe ("speakeasy") zum nächsten
Salon und wieder zurück zu ziehen. Er ist ein höchst soziales Wesen,
und als er mit dem Fall des verschwundenen Erfinders Wynant in Berührung
kommt, ist ihm dies zunächst überhaupt nicht recht.
Wenn er trotzdem immer wieder auf dessen Verschwinden gestoßen wird,
liegt das allein an der Hartnäckigkeit seiner Umgebung. An der jungen Dolly
beispielsweise, die in ihm wahlweise Vaterersatz oder Objekt ihrer Verführungskünste
sieht, sich regelmäßig in seinen Armen ausweint oder es sich leicht
bekleidet auf seinem Sofa bequem macht. Und so führt Charles Gespräche
über Gespräche, lernt so das Umfeld Wynants nach und nach kennen und
stellt schließlich in einer Art Ferndiagnose fest, wo sich Wynant befindet
und was sonst noch alles mit diesem Fall zusammen hängt. Wirklich befriedigend
ist das Ergebnis nicht, das gibt selbst Charles Ehefrau Nora - oder eher ihr
Erfinder Dashiell Hammett - am Ende des Romans zu: "Es scheint auszureichen,
aber es ist nicht besonders schlüssig."
Vielleicht geht es darum auch gar nicht in diesem letzten Roman Hammetts. Der
Plot ist für ihn Aufhänger für eine furiose Gesellschaftssatire,
eine Art Screwball, in der sich Nick und Nora Charles gegenseitig die Pointen
an den Kopf werfen, ihren stets angetrunkenen Lebensstil kultivieren und sich
über die Macken ihrer Umwelt wundern. Zwar hält Hammett den Witz,
den er im ersten Teil des Romans anschlägt, auf Dauer nicht durch. Aber
der Einstieg macht Lust auf mehr, und phasenweise funkelt immer wieder die alte
Lakonik durch, mit der Nick die Ereignisse kommentiert und seine Gegenüber
verwirrt.»
© sam 2006
"Dashiell Hammett bot in sich vereint die seltene Kombination aus leichter Unterhaltung und radikaler Intelligenz, er war kein Anarchist, kein Avangardist, aber doch beseelt von einer zutiefst kritischen Haltung gegenüber der amerikanischen Gesellschaft." (Die Presse)
"Hammett: der Erzvater und Vollender des Detektivromans." (Hamburger Abendblatt)
"'Der Dünne Mann' spielt in einer exzentrischen Familie. Die komische Attitüden der Familienmitglieder sind mindestens so rätselhaft wie die Hinweise auf ein Verbrechen, das es aufzuklären gibt. Geradezu diese Mischung aus verschrobenen Gestalten und der geheimnisvollen Aura eines Kriminalfalls kennzeichnet ein umfangreiches Kapitel in der Kriminalliteratur." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Zum sozialen Realismus schien der dünne Mann aus Maryland wie geschaffen - schließlich hatte er in seinen acht Jahren als Detektiv der Agentur Pinkerton genug erfahren, um, laut Chandler, von Dingen schreib en zu können, über die er Informationen aus erster Hand besaß.
Schroff, sarkastisch und effektvoll gerafft gab er diese Informationen weiter. In seiner dreckigen Welt voll Blut und Verrat entlarven sich gutmütige Fettwänste als brutale Ganoven, Milchgesichter als Sadisten, scheue Mädchen als verlogene Mordweiber. Und der einzige Moralist in der verruchten Gesellschaft bleibt, trotz all seiner faulen Tricks, dann doch Hammetts Wolf unter Wölfen - jener illusionslose Detektiv, der seinem Autor immer ähnlicher wurde ..." (Der Spiegel)
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