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Titel: Der Fall Maurizius / Jakob Wassermann
Verfasser: Wassermann, Jakob
Ausgabe: 135.-150. Tsd.
Verleger: Gütersloh : C. Bertelsmann
Erscheinungsjahr: 1955
Umfang/Format: 488 S. ; 8
Einband: Lw.
Zustand: Kleiner Fleck im Rückeinband, im Schnitt leicht angeschmutzt. Sonst gut erhalten
Der 16-jährige Gymnasiast Etzel Andergast lebt mit seinem Vater allein in einer Wohnung in Frankfurt. Nach seiner Mutter darf er nicht fragen. Und auch von der Arbeit erzählt sein Vater, ein für seine Schärfe bekannter Oberstaatsanwalt, selten. Als eines Tages ein alter Mann auftaucht, und zunächst Kontakt zum Sohn, dann zum Vater aufnimmt, beginnt das fragile Beziehungsgeflecht der Andergasts zu reißen. Denn der Mann ist Vater eines Sohnes, der von Andergast in einem reinen Indizienprozess zum Tode verurteilt wurde. Etzel beginnt nun auf eigene Faus nachzuforschen, was es mit diesem Prozess auf sich hat, der mittlerweile 20 Jahre her liegt. Immer tiefer steigt er in die Geschichte des Prozesses ein - und versucht, endlich dort Recht zu schaffen, wo sein Vater seines Erachtens versagt hat. Er schleicht sich beim ehemaligen Kronzeugen ein und bringt so neue Fakten ans Licht. Aber auch der Vater beginnt, den Fall neu zu recherchieren.
Offensichtlich lehnt sich der Roman an die Geschichte des Mordprozesses Molitor an: 1906 wurde der Rechtsanwalt Carl Hau in einem spektakulären Indizienprozess des Mordes an seiner Schwiegermutter für schuldig befunden - und dies trotz zahlreicher Ungereimtheiten, die im Prozessverlauf offensichtlich wurden. Jakob Wassermann hat diesen Fall in einen packenden Roman gekleidet, in dem es nicht nur um die Suche nach Gerechtigkeit geht. Ebenso stehen das regressive Erziehungssystem der Weimarer Zeit und ein offen ausgetragener Vater-Sohn-Konflikt im Zentrum der Handlung.
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