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Roman. Diana. 2. Aufl. 1966. 512 Seiten Hardcover mit (im Backcover fleckigem) Schutzumschlag. Buch selbst gut erhalten. Der große Brasilien-Roman vom Autor von "So grün war mein Tal", dem "- so sind sich die Kritiker und Leser mittlerweile einig - vielfach unterschätzten großen irischen Romancier, einem Nachfahren der großen Realisten des 19. Jahrhunderts." (Kindler Literaturlexikon) Im Mittelpunkt dieses Romans aus dem heutigen Brasilien steht "Der O'Dancy" - wie sich bereits Vater, Großvater und Urgroßvater vor ihm im Bewusstsein ihrer Macht genannt hatten -, der sechste in der Reihe des fast schon legendären Geschlechts irischer Einwanderer: Arquiemed Rohan O'Dancy Boys, Milliardär und Herrscher über ein unermessliches Reich von Plantagen, Bergwerken, Banken und Industrien. Ein kraftvoller, unverfälschter Mann ist der O'Dancy, mit irischem Charme und einem naiv-gläubigen Herzen, ein Mann, der noch Trost im Gebet finden kann, aber den heißen Verlockungen des Lebens nicht zu widerstehen vermag. Traditionsbewusst, patriarchalisch, Held zahlloser Liebesaffären und illegitimer Verbindungen, sieht er sich an diesem "Judastag" - den nur seine Familie als den Tag aller Sünder und Verräter im Gebet und in der Erwartung verdienten Unheils begeht - nicht nur an die Vergangenheit erinnert, sonder er wird mit einer Wirklichkeit konfrontiert, die ihm die Menschen seiner näheren Umgebung aus Angst vor seinem Zorn bisher ferngehalten haben. Diese Wirklichkeit ist das echte Brasilien, wo es kaum noch jemanden gibt, der nicht die Schläue des Afrikaners, die Visionen des Indios, die Nüchternheit des Europäers oder die Zielstrebigkeit des Japaners in sich trägt. Und das alles findet seinen Ausdruck nicht nur in der explosiven Kraft beim Aufbau mächtiger Imperien, sondern auch im Geistigen und Seelischen. Hinter der Fassade des praktizierten Katholizismus - und die katholische Kirche ist sich völlig klar über diese schwerwiegenden Probleme - sind die Menschen grausamen Kulten verschrieben mit Riten, die ihnen Geisterbeschwörungen, wilde Sexorgien, Tier- und sogar Kinderopfer auferlegen. Ein Roman von Richard Llewellyn ist immer ein Erlebnis, doch sein neuestes Werk bedeutet die Krönung seines bisherigen Schaffens. Alles an diesem Buch ist ungewöhnlich: der Aufbau mit den geschickten Rückblenden, die Kraft des Ausdrucks, die sich überstürzenden Ereignisse eines einzigen Tages, aber auch die Orthographie mit den vielen Großbuchstaben. Doch nie wirkt das Ungewöhnliche verstiegen oder gewollt, und schon auf den ersten Seiten nimmt die Dramatik und die Farbenpracht der Handlung den Leser völlig gefangen.
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