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Ullstein TB 620, 1966. aus dem Französischen, 156 Seiten. wenige Anstreichungen. Sonst gut erhalten Zeitgeschichtlich interessantes Buch, nicht nur für Politologen, die versuchen, die Ereignisse um die Auflösung des kommunistischen Regimes nachzuvollziehen. Denn bereits 1966 sagt Garder das Ende des Sowjetregimes voraus. Seit 1959 sprach er in Vorträgen über die Zukunft der politischen Führung Russlands von einer unvermeidlichen Krise im Jahre 1962. Sie werde eine Kettenreaktion auslösen und nicht nur zu Chruschtschows Sturz führen, sondern das Regime selbst gefährden. Die Tatsachen (die Auswirkung der Kuba-Krise, die Reform im Verwaltungsaufbau der UdSSR sowie die Verschärfung des chinesisch-sowjetischen Konflikts) bestätigten seine Voraussagen. Er sieht in ihnen den Beginn der »Agonie des Sowjetregimes«. Elf Jahre benötigten die Erben Stalins, das Gebäude der »marxistisch-leninistischen Theokratie« zu beseitigen. Garders Prognose: In weit kürzerer Zeit werden sie die »Selbstzerstörung« vollends bewerkstelligen. Garder glaubt, dass es 1970 zur »unvermeidlichen Revolution« kommt, aus der das Russland von morgen erstehen wird. Man mag einwenden, dass er sich dabei um knapp achtzehn Jahre verschätzt hat und dass auch das Russland von morgen nicht so anders ist als das von gestern. Trotzdem öffnet seine Analyse einen Blick auf politische Zusammenhänge und Probleme, die über den damaligen Zeitpunkt weit hinaus reichen. Lesenswert.
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