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dtv 1975. 175 Seiten Schutzlaminat löst sich in bekannter dtv-Art mittlerweile auf ca. 1 cm vom Cover ab, sonst gut erhalten. Es gibt Lügner und Nicht-Lügner. Da gibts jene, die Lügen erzählen, weil sie Lügner sind. Ein Nicht-Lügner dagegen lügt eben nicht oder nur ganz wenig, und die wenigen Lügen, die er erzählt, hören sich wie Wahrheit an, so dass alle sie glauben. Daraus folgt die Tatsache, dass, wenn ein braver Mann Lügen erzählt, diese für Wahrheit genommen werden, und eben dieser Lügner gilt als Nicht-Lügner, als fanatischer Verfechter der Wahrheit..." Was macht es also schließlich aus, dass auch wir gehörte und erlebte Geschichten abenteuerlich auszuschmücken, dramatisch zuzuspitzen, mit immer zahlreicheren Details zu erweitern pflegen und sie so oft verändern, wie wir sie erzählen... Genau diese Neigung der menschlichen Natur, die Kraft der Phantasie, die mit uns durchgeht, macht Carlo Manzoni sich hier zunutze, und man ist geneigt, die Geschichten dieses braven Mannes für wahr zu halten. "Carlo Manzoni erzählt seine Lügengeschichten im Zeitalter von Freud. Natürlich sind es keine einfachen Lügen, sondern tiefgründige Phantasien, Wunschträume, Alpträume, und manchmal nur komplizierte Träume... Wie man sieht, ist immer tiefere Bedeutung dabei und oft auch Schmerz und Ironie, und manchmal bleibt ein rätselhaftes Nichtverstehen, 'was für einen Schriftsteller in der Zeit nach Kafka zum guten Schreiberton gehört.'" (FAZ)
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